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  1. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    @Hair, das tut mir leid!

    Aber: Wenige Leute können mit konkretem Unglück gut umgehen. Das erfordert, naja, Lebensweisheit und Resilienz. Jemand, der es nicht kann, tut allen besser, wenn er sagt, "Es tut mir total leid, aber ich kann gerade einfach nicht." als wenn er sich kaputt macht. Niemand will ja, daß ein Freund sich kaputt macht.

    Eine unerfreuliche Aufgabe, wenn es einem schlecht geht, ist, den Infomations- und Emotionsfluß an Menschen zu managen, die sich nicht selber schützen können.

    Wenn ich heute den Eindruck bekommt, daß ein Freund von mir depressiv ist, versuche ich, ihn in Richtung professioneller Hilfe auszurichten. Das ist das einzige, was ich bis jetzt gesehen habe, das dauerhaft hilft. Wenn ich statt dessen immer ein offenes Ohr habe, 16 Stunden am Tag manchmal, und mich vor emotionaler Erschöpfung nicht mehr aufraffen kann, das Bett zu verlassen, dann habe ich mir eine ansteckende Krankheit eingefangen und sollte mich selber um professionelle Hilfe kümmern. Und die wird mir sagen, "Ziehen Sie Grenzen; Selbstschutz geht vor Fremdschutz." Depression macht nicht böse. Wer depressiv ist, wird es eher als zusätzliche Last empfinden, ansteckend zu sein. Es ist meine Verantwortung, so unterstützend zu sein, wie ich kann, und nicht mehr.

    Mit dem Zustand der Welt ist es so ähnlich. Irgendwann weiß man nicht mehr, warum man morgens aufstehen soll, und tut es nicht mehr. Damit ist nur denen geholfen, denen der Zustand der Welt paßt. FUD existiert nicht um Leute zu emanzipieren.
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  2. Avatar von Akzent
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Solltest du dich je mit Psychologie und Werbung befassen- wirst du sehr schnell sehen, dass wir ständig manipuliert werden und selbst mit dem größten "ich will aber nicht!"- werden wir erreicht.
    Das ist keine Entscheidung des freien Willen- genau das macht sich Werbung oder alle Medien doch zunutze.
    Psychologie und Werbung haben erstmal beide nichts mit einer freien Willensentscheidung zu tun. Der Unterschied von Werbung und Medien ist eindeutig zu erkennen. Ist die Werbung nur für den positiven Aspekt zuständig, ohne die Nachteile zu benennen, verlangen die ''Mediendarstellungen negativ und positiv auseinanderzuhalten mit entsprechendem Hintergrundwissen als Voraussetzung. Das ist die optimale Situation. Eine freie Willensentscheidung, etwas als gesichert anzunehmen steht während der Manipulation frei zur Verfügung.

    Über die Nützlichkeit für den Gebrauch oder Kauf von beiden, Werbung oder Mediendarstellung kann man weiter diskutieren.

    Erst bei Unkenntnis über einen Medieninhalt beginnt Emotionalität sich in den Vordergrund zu bewegen. Bei der Werbung wird ein Hintergrundwissen positiv einprogrammiert und dargestellt.



  3. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    Mit "Trainer" meinst du Lebensberater, Coach, oder?

    Einer aus dieser Kategorie, der so was sagt, fällt bei mir in die gleiche Sparte wie die berufsoptimistischen, ich-krieg-alles-hin-Manager, die gerne mal den Spruch "es gibt keine Probleme, nur Lösungen" oder "mich interessieren Probleme nicht, nur Lösungen" vom Stapel lassen..
    Falls der Psycho-Coach ist und nicht jemand, der Sport oder Rhetorik oder so unterrichtet, oder praktische Lösungen anbietet, würde ich sagen: In dem Moment, wo er mit Gejammer nicht mehr umgehen kann, hat er sich in die Berufsunfähigkeit getrieben... Das ist wie ein Kriminalpolizist, der nichts mehr von Verbrechen hören will.

    Oder er versucht gerade, Berufsunfähigkeit zu vermeiden, indem er nicht mehr Probleme für lau und 24/7 übernimmt.
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  4. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Kann das nicht nur klappen, wenn man einen Helfer im nahren Umfeld hat, wie Mutter oder Frau, die einem alles aus dem Weg räumt an Schwierigkeiten?
    Nein. Wenn man das Glück hat, von psychischen Störungen verschont zu bleiben, und es einem gelingt, zu ertragen, was man nicht ändern kann, zu ändern, was man ändern kann, und man die Weisheit hat, das eine vom anderen zu unterscheiden, dann kann das sehr gut laufen.

    Und: Manche Leute spielen ihre Karten immer sehr verdeckt. Ich habe viele davon in meiner Verwandtschaft (gehabt) und merke erst jetzt so langsam, welche Tiefen in ihrem Leben sie mit großer Kompetenz verborgen haben.

    Man steckt nicht drin.
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    Geändert von wildwusel (22.09.2019 um 13:36 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Wildwusel,
    was bedeutet FUD?

  6. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wildwusel,
    was bedeutet FUD?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

    "FUD ist generell eine Strategie, die Wahrnehmung zu beeinflussen, indem negative, zweifelhafte oder falsche Informationen verbreitet werden, und ist eine Erscheinungsform des Appells an irrationale Ängste". (Quelle, Übersetzung von mir.)
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    @Hair, das tut mir leid!

    Aber: Wenige Leute können mit konkretem Unglück gut umgehen. Das erfordert, naja, Lebensweisheit und Resilienz. Jemand, der es nicht kann, tut allen besser, wenn er sagt, "Es tut mir total leid, aber ich kann gerade einfach nicht." als wenn er sich kaputt macht. Niemand will ja, daß ein Freund sich kaputt macht.
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich das übel nehmen würde. Ich denke nämlich nicht, dass man daran kaputt geht, wenn man etwas Empathie zeigt und jemandem mal hilft.

  8. Inaktiver User

    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    @ww
    Dankeschön. Wieder was gelernt.

  9. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich das übel nehmen würde. Ich denke nämlich nicht, dass man daran kaputt geht, wenn man etwas Empathie zeigt und jemandem mal hilft.
    Man weiß nicht, an welcher Situation man scheitert, bis man's tut. Und manchmal merkt man erst 20 Jahre später, wie sehr man an einer Situation gescheitert ist.

    Und da Selbstschutz vor Fremdschutz geht, würde ich akzeptieren, daß du nichts mehr mit mir zu tun haben möchstst, wenn ich meine Verantwortung für mein eigenes Leben höher bewerte als meine Verantwortung für deines und dir das höflich bis wohlwollend mitteile.

    Meine Freunde, hoffe ich, werden sich nicht entmutigen lassen, mir so etwas zu sagen, da ich ihnen nicht schaden möchte.
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  10. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Ich schreibe regelmäßig im Depressions-Forum. Weil ich selbst diese Diagnose habe.

    Psychische Erkrankungen sind nicht ansteckend.

    Natürlich ist es in manchen Fällen schwierig, sich gegen Depressive abzugrenzen. Ich habe verzweifelte, negative und aggressive Depressive erlebt und das ist zweifelsohne schwer zu ertragen, aber niemals gibt es so etwas wie eine Ansteckung.

    Mich überrascht das Thema Depression hier im Strang. Ich hätte an Negativität im Alltag gedacht, Befindlichkeiten, negative Überhöhung von Nachrichten und das ständige Nachrichtenbombardement etc.
    LASSEN SIE IHRE GEDANKEN NICHT UNBEAUFSICHTIGT.Sie beeinflussen Ihre Gefühle.

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