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  1. Avatar von Horus
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Neulich habe ich in einem Podcast gehört, dass ein Trainer sagte, dass keine Nachrichten mehr schaut, weil diese zu negativ sind und sich auch von jammernden Freunden und Bekannten verabschiedet.
    Mit "Trainer" meinst du Lebensberater, Coach, oder?

    Einer aus dieser Kategorie, der so was sagt, fällt bei mir in die gleiche Sparte wie die berufsoptimistischen, ich-krieg-alles-hin-Manager, die gerne mal den Spruch "es gibt keine Probleme, nur Lösungen" oder "mich interessieren Probleme nicht, nur Lösungen" vom Stapel lassen.

    So ein Quatsch.
    Um eine sinnvolle, nachhaltige Lösung zu finden, die wirklich eine Lösung ist, muss erst einmal das Problem verstanden und analysiert werden …

    Das heisst nicht, dass man sich in Problemwälzerei vergraben und nur noch über das Problem reden sollte. Das wäre dann vergleichbar mit Dauer-Gejammer ohne Veränderungsbestrebungen. Aber einfach alle Probleme und alle negativen Informationen nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen, führt eben gerade nicht zur Problemlösung.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  2. Avatar von chaos99
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    .
    Um eine sinnvolle, nachhaltige Lösung zu finden, die wirklich eine Lösung ist, muss erst einmal das Problem verstanden und analysiert werden …

    Das heisst nicht, dass man sich in Problemwälzerei vergraben und nur noch über das Problem reden sollte. Das wäre dann vergleichbar mit Dauer-Gejammer ohne Veränderungsbestrebungen. Aber einfach alle Probleme und alle negativen Informationen nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen, führt eben gerade nicht zur Problemlösung.
    Sehe ich auch so.
    Und das Problem der Dauerjammerer ist halt das sich nicht einlassen wollen auf eine Lösung, weil sie ihren notwendigen Part der Selbsterkenntnis nicht sehen, verdrängen.

    Solche Menschen lasse ich in meinem Umfeld privat auch nicht zu, habe kein Verständnis oder gar Toleranz dafür.

    Der Umgang mit allgemein Negativem entscheidet man doch dann für sich.
    Medienberichte nehme ich vollumfänglich auf, mache sie mir aber nicht emotional zu eigen.
    Mich verwundert oft genug diverse hoch emotionale Reaktion auf XY Meldungen, die zudem oft genug genau zu dem Zweck von Medien gesteuert werden.

    Es ist ja auch bekannt, dass Menschen, die ihre Emotionen in außenstehende "Probleme" investieren, das als Verdrängung der eigenen Probleme benutzen.

    In diversen Threads hier übrigens gut zu sehen...da wird hochemotional argumentiert und reagiert auf Meinungen total fremder Menschen.
    Komme ich nie hin.


  3. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen

    Einer aus dieser Kategorie, der so was sagt, fällt bei mir in die gleiche Sparte wie die berufsoptimistischen,

    "mich interessieren Probleme nicht, nur Lösungen" vom Stapel lassen.

    So ein Quatsch.
    Um eine sinnvolle, nachhaltige Lösung zu finden, die wirklich eine Lösung ist, muss erst einmal das Problem verstanden und analysiert werden …

    Das heisst nicht, dass man sich in Problemwälzerei vergrabe
    So ähnlich waren meine Gedanken dazu. Ich hatte den Eindruck, dass er sich nur erfolgreich in ein entspanntes Nirwana wegbeamen wollte/konnteund sich nun selbst für so toll hält, weil er dies kann, dass er alle anderen darüber belehren muss, dass es ganz ohn Probleme und Störfaktoren durch andere Menschen/Probleminhaber im Leben geht. Ich glaube schon, dass ihn irdische Probleme solange er hier ist, in der einen oder anderen Form doch immer wieder einholen werden.

  4. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Ich glaube schon, dass ihn irdische Probleme solange er hier ist, in der einen oder anderen Form doch immer wieder einholen werden.
    Könnte sein. Mancher schafft es aber auch sein Leben lang, die Dinge zu verdrängen und sinkt als vermeintlich glücklicher Mensch ins Grab. In der Psychologie ist das ein interessantes Thema, dieses Positiv-denken-koste-es-was-es-wolle.

    Bezüglich Nachrichten: Seitdem ich mich ein wenig damit beschäftigt habe, wie Nachrichten gemacht werden, wie selektiv berichtet wird, wie allein die Auswahl, welche Nachricht gesendet wird und welche nicht, schon unser Denken beeinflusst, nehme ich Nachrichten deutlich distanzierter auf.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



    Mein Avatar zeigt ein Gemälde von Ramón Lombarte.


  5. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Medienberichte nehme ich vollumfänglich auf, mache sie mir aber nicht emotional zu eigen.
    Solltest du dich je mit Psychologie und Werbung befassen- wirst du sehr schnell sehen, dass wir ständig manipuliert werden und selbst mit dem größten "ich will aber nicht!"- werden wir erreicht.
    Das ist keine Entscheidung des freien Willen- genau das macht sich Werbung oder alle Medien doch zunutze.


  6. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Könnte sein. Mancher schafft es aber auch sein Leben lang, die Dinge zu verdrängen und sinkt als vermeintlich glücklicher Mensch ins Grab. In der Psychologie ist das ein interessantes Thema, dieses Positiv-denken-koste-es-was-es-wolle.
    Kann das nicht nur klappen, wenn man einen Helfer im nahren Umfeld hat, wie Mutter oder Frau, die einem alles aus dem Weg räumt an Schwierigkeiten?

  7. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Spatz22 Beitrag anzeigen
    Ich überleg mir, was es mit meinem Kind macht, wenn in meinem Haushalt Nachrichten aus aller Welt ignoriert werden.
    Als ich klein war, lief jeden Abend in der Tagesschau der Vietnamkrieg.
    Dann die RAF.
    Three Mile Island.
    Der NATO-Doppelbeschluß.
    Die ganzen pädagogisch wertvollen Büchern, die die Schule uns aufgab zu lesen, enthielten entweder Raub, Trickdiebstahl, Mord, Vergewaltigung, Bestialismus, Kannibalismus, Ehebruch und Massenmord (z.B. griechische Sagen), oder "du wirst auf eine gräßliche Art sterben und ebenso alle Elefanten in Afrika und die Delphine und deine Mutter und dein kleiner Hund" oder "Menschen sind total böse und gemein und machen jeden zu Matsch der Schwäche zeigt."

    Ich sehe darin nichts hilfreiches. Ich habe dann eigenmächtig gegen den Wunsch meiner Familie ignoriert und stattdessen die Tageszeitung und den Spiegel gelesen. Das war konstruktiver und rationaler.

    (Die meisten meiner Freunde, muß ich sagen, waren wesentlich weniger gewissenhaft als ich oder hatten Eltern, die Kriegsbilder und tote Tiere für weniger förderlich für die Entwicklung von Grundschulkindern hielten, und lasen höchstens ein pädagogisch wertvolles Buch im Jahr. Wir haben uns dann trotzdem auf Demos oder in Bürgerinitiativen wiedergetroffen. Es scheint also für Kinder keinen großen Unterschied zu machen.)

    Hilfreich sind Informationen, warum etwas so ist, wie es ist, wie man etwas besser machen kann, daß es nicht so weitergehen muß, daß Handeln möglich und notwendig ist. Da tat sich die Tageszeitung hervor.

    Wenn man die Geschichte von sozialen Veränderungen anschaut, fällt auf, daß Änderungen zum nachhaltig Besseren (mehr Rücksicht, Großzügigkeit, Lebensqualität, Solidarität, Friede) eher auftraten, wenn es Grund zu der Annahme gab, daß sich etwas besser machen ließ.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (22.09.2019 um 12:20 Uhr)

  8. Avatar von Horus
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    und sich nun selbst für so toll hält, weil er dies kann, dass er alle anderen darüber belehren muss,
    In der Sparte "Lebensberater" tummeln sich viele mehr oder weniger begnadete Selbstdarsteller und Selbstüberzeugte. Das ist eines der Berufsfelder, die solche Leute geradezu magisch anzuziehen scheint (andere ähnliche Berufsfelder sind teilweise Psychologen oder Heilpraktiker...).
    Aber es steckt wohl nicht nur der ich-bin-so-toll-Drang dahinter. Sondern auch Zeitgeist. Über das eigentliche Problem direkt auf die Lösung zu springen bzw. alles Negative auszublenden und auf Hauruck-Optimismus zu machen, ist gegenwärtig (oder war es bis vor kurzem) die herrschende Lehrmeinung in Manager- bzw. Lebensberater-Ausbildungslehrgängen und den entsprechenden Schulen.

    Die Leute plappert oft nur nach, was sie da gelernt haben.

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  9. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Der Macht der Bilder, entziehe ich mich ganz bewusst.

    Am 9.11., früher Nachmittag, staunte ich, weil um die Zeit im ZDF normalerweise kein Spielfilm läuft.
    Die Türme standen noch und es dauerte etliche Momente, um zu begreifen, dass da eine grauenvolle Realität gezeigt wird.
    Mit meiner Schwester zusammen, konnten wir uns nicht aus dem Bann des Geschehens lösen und verfolgten den Verlauf bis zum bitteren Ende.

    Diese Bilder gruben sich ganz tief ein und machten mir bewusst, wie massiv sich Bilder und Berichterstattungen per Video oder Liveschalte, wirken.

    Seitdem wird das Geschehen, selektiv gewählt, gelesen. Was sich da ausländische Machthaber wieder für Schoten geleistet haben oder ob in Afghanistan Anschläge verübt werden, wie der syrische Bürgerkrieg verläuft - das blende ich aus.

    Darauf ist kein Einfluss möglich und dadurch, mir das en detail reinzuziehen, ist auch niemand geholfen.

    Edit
    @Horus

    Was da als "Coach" so alles rumspringt...
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.
    Geändert von Carcasonne (22.09.2019 um 12:21 Uhr) Grund: Edit

  10. Avatar von Mediterraneee
    Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von fromanotherplanet Beitrag anzeigen
    Kann das nicht nur klappen, wenn man einen Helfer im nahren Umfeld hat, wie Mutter oder Frau, die einem alles aus dem Weg räumt an Schwierigkeiten?
    Nein, sehe ich nicht so. Es reicht, wenn man ein Umfeld hat, das nichts hinterfragt. Ich habe in meinem Umfeld eine Person, die so lebt. Alles, was auch nur ansatzweise negativ, anstrengend oder zum Reflektieren anregend wäre, wird von ihr systematisch ignoriert. Sie kichert den ganzen Tag über jeden Mist (ihr Lachen wirkt dabei sehr unecht und gezwungen) und ist in der Lage, jede Herausforderung einfach zu umschiffen. Sie ist so authentisch wie ein Einhorn. Ich vermute, dass es mindestens ein Trauma in ihrem Leben gibt, aber sie hat für sich beschlossen, nur noch in einer rosaroten Welt zu leben und sich und anderen weiszumachen, wie glücklich sie ist. Vielleicht bricht dieses Konstrukt irgendwann zusammen. Vielleicht wird sie aber auch einfach immer so weitermachen, denn sie hat ihre Verdrängungsmechanismen im Laufe der Jahre sehr verfeinert.
    Mein Verdacht ist, dass es in der Esoterikszene relativ viele solche Menschen gibt.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



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