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  1. Avatar von Spadina
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Gestern im Bus m u s s t e ich mich umsetzen.

    Hinter mir saß eine Frau, die dem Sitznachbarn erzählte, wie aggressiv doch alle Jugendlichen sind, dass es keine Menschen mehr gibt, die im Bus aufstehen, wie schlecht die Ärzte sind und so weiter und so weiter.

    Es gab nicht eine positive Meinung. Egal, was sie sagte, es war so fernab meines Weltbildes, ich musste da einfach weg. Gott sei Dank war in dem 25 Meter Bus noch woanders ein Platz frei.

    Ich glaube, so etwas in der Art ist mit dem Titel des Threads gemeint.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.


  2. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Ich glaube - man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.

    Vor kurzem hatte ich ne Frau kennen gelernt, die streute mal so zwischen: ach übrigens hat sie Krebs, schon zum dritten Mal.
    Die hat dann eben nach längerer Bekanntschaft einfach so gegen ihre Krankheit gelebt.

    Und was ich viel, viel schlimmer dann fand: die war eigentlich grün vor Neid.
    Wer Krebs hat, nen Menschen verloren hat - und nicht jammert - den meide ich.

    Jammern vergeht, Scheinheiligkeit und Neid nie.
    Schreib ich wirklich so aus eigener Erfahrung.

    Ich dachte immer: die Neidischen hätten eben so ihre Gründe: nee, haben sie nicht. Ein Neidhammel bleibt ein Neidhammel.

    Keinen jammernden Menschen mehr ertragen zu können, oder auch nicht das Leid der Menschen zum Beispiel in den Flüchtlingslagern, die da zusammen gepfercht leben, hieße für mich seelisch absterben.

    Es kann aber durchaus mal Phasen geben in denen man kein Leid ertragen kann.
    Ich persönlich bewundere Menschen die bei "Ärzte ohne Grenzen" arbeiten.

    Wenn es die nicht gäbe?

    Nee, also im Jammern als solches sehe ich eben auch mal einen deutlichen Gefühlsausdruck.
    Das braucht ja ab und an jeder Mensch auch mal als Bestandsaufnahme.

    Im Gegensatz zum Zweck-Optimismus nämlich.
    Um ein tadelloses Mitglied
    einer Schafherde sein zu
    können, muß man vor allem
    ein Schaf sein.
    Albert Einstein


  3. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Bezüglich der Nachrichten ist diese Haltung einleuchtend.
    Was bringt es zu wissen, dass in diesem oder jenem Teil der Welt, wieder Naturkatastrophen, Anschläge, Kriegsverläufe,.... sonstwas passiert?
    Was ändert sich dadurch, das zu wissen und welchen Einfluss darauf hat man denn?
    Auf diese Bilder und Inhalte verzichte ich bewusst.

    Jammernde Mitmenschen, bei denen kommt es auf den sozialen Kontext an und auch darauf, ob die Jammerei situativ oder chronisch ist.

    Bei Kollegen oder Bekannten stört mich das wenig, selbst, wenn es chronische Jammerer sind. Zuhören und erst gar nicht innerlich wirklich darauf einlassen.
    Sie haben damit ihr "offenes Ohr" und mich tangiert das wenig.

    Freunde, welche situativ jammern, erhalten Aufmerksamkeit und die Form der Unterstützung, die sie wünschen. Von zuhören bis aktiv helfen - dafür sind Freunde ja da und sie sind es für mich umgekehrt auch.

    Freunde, die chronisch jammern, weil sie eben immer jammern und insgesamt wehleidig bis klagend auf sich und ihre Welt blicken, ohne Willen zur Veränderung, bleiben keine Freunde bzw. werden erst keine.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.


  4. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Sowas habe ich neulich auch in einem Podcast gesehen. Ich denke aber, dass es dabei hauptsächlich um die Menschen geht die generell am nörgeln/lästern/schimpfen sind. Jeder Mensch macht ab und an schwierige Zeiten durch und jammert das ein oder andere mal. Ich denke, es war so gemeint , dass die Menschen zu meiden sind welche eben überall das Negative sehen. Ich habe davon auch ein paar in meinem Bekanntenkreis die ich leider nicht komplett aus meinem Leben "entfernen" kann. Der Kontakt mit diesen Menschen beläuft sich aber auf ein Minimum.

    Komplett auf die Nachrichten würde ich nicht verzichten, aber ich muss hier schon auch sagen, dass ich die Welt oft düsterer sehe wenn ich viele schlimme Nachrichten gehört habe. Das hat in meinen Augen nichts damit zu tun, dass man verdrängt wie die Welt ist. Man darf die Augen natürlich nicht verschließen, aber man muss sich auch nicht ständig den negativen Meldungen aussetzen.


  5. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    @Carcasonne: Super ausgedrückt


  6. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Gestern im Bus m u s s t e ich mich umsetzen.

    Hinter mir saß eine Frau, die dem Sitznachbarn erzählte, wie aggressiv doch alle Jugendlichen sind, dass es keine Menschen mehr gibt, die im Bus aufstehen, wie schlecht die Ärzte sind und so weiter und so weiter.
    Ich kann auch mal auf Durchzug schalten oder mir die Kopfhörer aufsetzen, wenns zu extrem ist. Die Dame klingt nach alter Frau, die verbittert die Welt sieht und sich noch als in Ordnung. Und klar, wenn ich kann vermeide ich sicherlich auch Extreme, die nur ihre äußerst negative Sichtweise der Welt aufdrücken wollen, wenn sie grad mal jemanden sich krallen können. Das sind oft sehr einsame Menschen, was z.B. eine Verbitterung nicht besser macht, denke ich, weil sie sich von Gott und der Welt vergessen fühlen. Ich finde es schlimm, wenn man so ist und dazu noch wenig Möglichkeiten zur eigenen Veränderung besitzt, aber wahrscheinlich kommt man bei dem Extrem, was Du beschreibst nicht mal groß dazu was zu sagen, sondern wird halb zum Ja-Sager verurteilt sonst wird die Person noch lauter und steigert ihren unsäglichen Redeschwall. Denke manch alte Generation hatte auch nicht die Möglichkeit oder noch nicht die Offenheit sich Hilfe zu holen.
    Bei dem Coach kam es mir aber eher so vor als wenn er gar nichts Negatives mehr hören will, auch wenn jemand gerade akut ein Problem hat und da jemanden braucht, so als ob man alles besser mit sich allein ausmacht und nur positiv in Kontakt treten darf.


  7. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Sonnenschein12321 Beitrag anzeigen
    Jeder Mensch macht ab und an schwierige Zeiten durch und jammert das ein oder andere mal. Ich denke, es war so gemeint , dass die Menschen zu meiden sind welche eben überall das Negative sehen. Ich habe davon auch ein paar in meinem Bekanntenkreis die ich leider nicht komplett aus meinem Leben "entfernen" kann. Der Kontakt mit diesen Menschen beläuft sich aber auf ein Minimum.

    Komplett auf die Nachrichten würde ich nicht verzichten, aber ich muss hier schon auch sagen, dass ich die Welt oft düsterer sehe wenn ich viele schlimme Nachrichten gehört habe.
    Den ersten Teil sehe ich auch so. Wobei ich da im gewissen Sinne ältere Generationen, die durch den 2. Weltkrieg noch direkt oder durch die Eltern betroffen waren, milder einordnen. Die haben funktioniert und hätten oft auch Hilfe gebraucht, wie es sie heute gibt.

    Ich kann auch nicht alle aus meinem Leben entfernen und frage mich, ob das jemand tut und ob man in dem Moment wirklich annimmt, dass man dadurch das weitere Leben nur glücklich beschreiten wird? Ich habe auch eine Freundin, da vermute ich starke Schwankungen von Schwarz nach Weiß und umgekehrt. Je nach Sichtweise Feuer und Flamme oder dann eben mit Krach ein Haken dran.

  8. Avatar von Spadina
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Nee, die Frau im Bus war keine 40, ich gehe auf die 70 zu, und nein, ich will mir deshalb auch keine 🎧 anschaffen. Mich umzusetzen war die einfachste Sache....

    Es ist so eine bestimmte Art Mensch, die nörgelnd durch die Welt läuft, alles bemeckert, dazu von Neid durchsetzt, weil offensichtlich mit sich selbst im Unreinen.

    Meiden, einen Haken schlagen und sie ihrer Welt zu überlassen halte ich für eine gute Strategie.

    Ich bin fast täglich im Pflegeheim. Wenn mein Vater, ein körperliches Wrack, weinend bedauert, das er nicht sterben kann, hat das für mich eine ganz andere Dimension als dieses oft hirnlose jammernde Gewäsch, dass man im Hotel zum Beispiel nur schlechtes WLan zur Verfügung hst....
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.


  9. Registriert seit
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Nee, die Frau im Bus war keine 40

    Ich bin fast täglich im Pflegeheim. Wenn mein Vater, ein körperliches Wrack, weinend bedauert, das er nicht sterben kann, hat das für mich eine ganz andere Dimension als dieses oft hirnlose jammernde Gewäsch, dass man im Hotel zum Beispiel nur schlechtes WLan zur Verfügung hst....
    Ok, hätte ich jetzt nicht vermutet, aber auch da wird es wohl Ausschläge in die negative Richtung geben gepaart mit viel Bestätigung und Aufmerksamkeit sich einfordern.


    Ja, das mit Deinem Vater ist eine andere Kategorie und kann einem leid tun. Und man hofft natürlich irgendwie selbst, dass einem zu viel und zu lange Krankheit im Alter doch irgendwo erspart bleibt. Ganz in der Hand hat man es leider nicht. Ich glaube auch, dass da viele dabei sind die anderen eigentlich gar nicht zur Last fallen wollen, während der 40 jährigen das wohl im Moment oder schon länger herzlich egal ist. Von solchen distanziert man sich schon eher, gerade wenn sie zudem noch laut sind.

  10. Moderation
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    AW: Distanzierung von Jammernden und allem Negativen

    Ich meide inzwischen Nachrichten, die über tragische Einzelfälle berichten. Was nützt es mir zu wissen, dass ein Mann versehentlich sein spielendes Kind in der Einfahrt überfahren hat? Dass irgendwo jemand seine Familie und sich selbst erschossen hat? Dass irgendwo jemand ertrunken ist? Gerade bei scheußlichen Mordfällen wird heute ein riesiges mediales Drama abgefahren - wahrscheinlich weil solche Fälle heutzutage so selten geworden sind. Diese Berichterstattung hat keinerlei Wert für mich, außer dass sie eine unbehagliche Hilflosigkeit auslöst. Also verzichte ich darauf.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

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