Ich habe Kinder. Aber ich habe sie so früh bekommen, dass ich mit 30 drei Kinder hatte, als meine Freundinnen dann gerade ans erste Kind dachten.
Also hatte ich Grundschülerinnen, als im Freundeskreis der Babyboom ausbrach...
Für mich war das also schon Routine, mir fiel auf, dass meine Freundinnen phasenweise kaum anderes im Kopf hatten und kein anderes Thema.
Fast wie zu Teenagerzeiten, wenn sich der erste Freund gefunden hat. Da ist es auch nicht so selten, dass jemand keinen Satz bilden kann, in dem nicht die Formulierung "Mein Freund" vorkommt :)
Gewollt kinderlose Freundinnen wurden dann genauso bequatscht wie die TE, vielleicht war ich auch so, als unsere Damen klein waren, kann ich gar nicht sagen. Ist zu lange her und man merkt es selbst ja nicht..
Wieder fast so wie in Teenagerzeiten, wenn man der einzige Single ist in der Clique. Da ist man knapp volljährig und muss gutgemeinte Kuppelversuche abwehren, es fehlt einem ja nichts, aber man fühlt sich schon wie eine 1b Ware, die verbilligt an den Mann gebracht werden muss :)
Vielleicht neigen Frauen auch mehr dazu, sich quasi eine Bestätigung für den eigenen Lebensentwurf zu holen als Männer.. Wenn alle etwa dasselbe tun, kann man ja nicht so falsch liegen.
Ja, Kinder sind ein grosses Glück. Aber sie können auch der Grund für grossen Kummer und Sorge sein. Eins gibt's nicht ohne das andere.
Mir fällt das Bequatschen immer bei meiner jüngeren Schwester auf, die keine Kinder möchte. In der einfachen Variante bleibt es dann beim "Aber du kannst so gut mit Kindern umgehen", was tatsächlich stimmt. Richtiges Diskutieren finde ich absolut unmöglich, zumal es tatsächlich so ist wie Xanidae schreibt - hat man dann Kinder, ist es auch falsch. Zu viele, zu früh, falsche Erziehung, falsche Ernährung...
Meine Schwester sagt manchmal :"Ich habe einen Hund. Den kann ich notfalls aussetzen und laufe nicht Gefahr, dass er mich verpetzt. Er kann nicht sprechen."
Dann ist man zwar die unbeliebteste Person am Tisch, aber es ist Ruhe.
Wenn man auf die Frage "Mögen Sie etwa keine Kinder?" mit "Nein, zu mager und zu zäh, trotz slow cooking" antwortet erzielt man den gleichen Effekt.
Ich leide dann zwar als Begleitung mitunter unter plötzlicher Luftnot, allerdings hat meine Schwester schon immer einen eher schrägen Humor und wer oberflächliche, kurze Bekanntschaften über den Kinderwunsch befragt hat es auch nicht besser verdient.
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16.09.2019, 07:27
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
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16.09.2019, 08:08Inaktiver User
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
@Lafeye, ich glaube, dein Problem ist weniger die Frage, wie du strategisch mit Fragen nach Kindern umgehen kannst (dazu kann man sich, wie hier bereits vorgeschlagen, ein Arsenal an Antworten aneignen und die jeweils passende einsetzen). Ich glaube, dich treibt eher dein "Glaubenssatz", es allen recht machen zu wollen. Das würde ich mir mal genauer anschauen. Meiner Meinung nach ist das eine perfekte Überschrift für den Weg ins eigene Unglück. Aus verschiedenen Gründen: weil du andere als deine Maßstäbe in den Vordergrund stellst, weil du irgendwann verrückt werden willst, weil unterschiedliche, möglicherweise gegensätzliche Maßstäbe an dich herangetragen werden, weil...t.b.c..
Schau dir eher diesen Anteil an und überlege, ob es sich nicht lohnt, daran etwas zu ändern.
Vielleicht fährst du besser mit einem Maßstab, der DIR entspricht? Den du für dich entwickelst und entsprechend deines Lebenslaufes anpasst? Das ist im Übrigen etwas ganz anderes als Egoismus.
Was meinst du?
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16.09.2019, 08:13
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
Ich wollte keine Kinder und ich habe das nie nach außen getragen und es gab bei mir nie Diskussionen um das Thema, weil ich einfach nicht darüber gesprochen habe. Für mich war es klar, nein keine Kinder. Was anderer Menschen gesagt, war mir vollkommen egal. Die Entscheidung ist vor 40/35 Jahren gefallen. Ich bin 64 Jahre alt.
Das hat natürlich seine Gründe. Der Hautgrund war, daß ich nie einen Mann kennengelernt habe, mit dem ich mir mehr hätte vorstellen können. Mir ging es nie darum verheiratet zu sein und Kinder zu haben. Ich wollte keinen Mann, der trotz Familie macht was er will und ich durch dieses Verhalten praktisch alleinerziehend gewesen wäre.
Ich habe bis vor 2 Jahren unter innerer Leere gelitten. Meine Mutter hatte Depressionen und da fehlte ganz viel im Umgang mit mir und meiner Schwester. Ein weiterer Punkt war, ich habe viel Gewalt durch Männer und Frauen in anderen Familien und in der Schule erlebt, das war für mich so abschreckend, daß ich auf Familie verzichtet habe. In 2 Beziehungen habe ich selber Gewalt erlebt. Ein anderer Punkt: In der Familie meines Vaters gibt eine Mißbildung an den Händen, Spalthände. Es hatten mal Cousine und Cousin geheiratet und Kinder bekommen. Die Wahrscheinlichkeit wäre 50 zu 50 gewesen, daß meine Kinder die Hände erben. Ich wollte es nicht ausprobieren. Meine Schwester hat die Hände geerbt und zu was Menschen in der Lage sind, wollte ich meinen Kindern ersparen.Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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16.09.2019, 09:21Inaktiver User
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
Ich wollte nie Kinder, aus ähnlichen Gründen wie Klecksfisch. Zum Glück bin ich auch nie bedrängt worden. Wenn mal jemand gefragt hat, habe ich immer gesagt: Ich würde total gern Vater. Kaum was am Leben ändern, abends ein bisschen mit den Kleinen spielen - perfekt. Das war nicht mal so zynisch gemeint wie es heute klingt: Ich finde super, dass es jetzt so viel mehr Arbeitszeitmodelle gibt als früher und auch junge Väter, die richtig aufgehen in der Familienarbeit. War zu meiner Zeit halt noch kein Denken dran.
Hast Du mal was über die "Regretting motherhood"-Diskussion gelesen? Ursprung war eine israelische Studie aus dem Jahr 2015. Das könnte vielleicht zu Deiner Meinungsbildung für Dich selbst beitragen.
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16.09.2019, 10:30Inaktiver User
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
Ich schließe mich anderen an: man muss sich und den anderen klarmachen, dass diese Fragen penetrant und sehr übergriffig sind. Und zum zweiten: EGAL, wie Du Dich entscheidest, es wird IMMER Kritik von außen geben.
Und ich kann Dir auch sagen warum: Wenn Du Dich entscheidest, etwas ANDERS zu machen als Dein Umfeld - egal, ob bewusst oder den Umständen geschuldet - dann kommen DEREN Zweifel zum Vorschein und SIE überlegen, GENAU WIE DU!, ob ihre Entscheidung richtig war.
Du gehst von dem völlig falschen Ansatz aus, dass die anderen richtig liegen und Du es ihnen recht machen musst. Die haben EXAKT DIESELBE Unsicherheit in sich und wollen es Dir recht machen!!!
Sorry für die vielen Großbuchstaben. Aber ich brauchte satte 40 Jahre, um das zu kapieren.
Beispiel:
Die Leute, die sagen: "Was? Du hast Kinder und arbeitest Vollzeit????" sind garantiert wegen der Kinder daheim geblieben und grübeln garantiert hier und da mal, ob das so klug war (z.B. wenn sie einen Rentenbescheid erhalten).
Die Leute, die sagen: "Du willst keine Kinder? Dabei ist das sooooo bereichernd" zweifeln garantiert auch des öfteren mal daran, ob das wirklich so stimmt.
Und so kannst Du es in jeder Lebenslage herumdrehen. Macht Dir gegenüber jemand eine übergriffige Bemerkung, die ihn eigentlich einen feuchten Kehricht angeht, dann ist er SELBST UNSICHER. "weil man das so macht" war dann seine eigene Entscheidungsgrundlage, obwohl er oder sie vielleicht viel lieber was anderes gemacht hätte.
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Je nachdem, wer mich fragt, warum ich keine Kinder habe (jetzt theoretisch, denn ich habe Kinder), würde ich antworten: "Das geht Dich überhaupt nichts an" oder "das ist eine sehr private Frage." (ohne weitere Worte dazu). Leute, an denen MIR etwas läge, wüssten, dass ich keine eigenen Kinder möchte und ggf. auch warum. Ich würde das mit dem Garten bestellen ohne Umschweife beantworten mit "Warum sagst Du mir so etwas? Findest Du das nicht selbst etwas unverschämt?"
Ich habe durch so eine Reaktion mal eine "Freundin" verloren, weil sie beleidigt war, nachdem ich ihr Übergriffigkeit vorwarf. Freunde dürften das, so ihre Einstellung. Sie war kein Verlust.
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Grundsätzlich ist die Kinderfrage ja irgendwie nur für Frauen ein Thema, und da müssen wir alle lernen, finde ich. Ich jedenfalls habe noch von keinem Mann so eine Frage gehört oder wenn doch, irgendwelche Diskussionen darüber veranstalten müssen.
Vor allem ist die Frage doch oft ein wirklich wunder Punkt bei anderen. Ein Bekannter z.B. ist mit seiner Frau durch sechs Fehlgeburten gegangen, bis sie es dann doch gelassen haben mit dem Kinderkriegen. Was für eine schlimme Frage für die Frau: "warum hast Du keine Kinder?" - Jedes Mal kommt das wieder hoch.
Die Reaktion der Ärztin war die einzig richtige. Finde ich.
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16.09.2019, 10:39
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16.09.2019, 11:19Inaktiver User
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16.09.2019, 11:25Inaktiver User
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
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16.09.2019, 11:49
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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16.09.2019, 11:55Inaktiver User
AW: Ohne Kinder leben - eine persönliche Entscheidung.
Das muß wohl so ein Frauending sein, das Frauen andere Frauen fragen warum sie keine Kinder haben oder wollen.
Oder denken, sie müssen sich dafür rechtfertigen.
Mein Mann hat da andere Erfahrungen gemacht. Bekannte, die er länger nicht gesehen, hat reagieren auf die Verneinung eigener Kinder bei ihm sehr oft mit "Alter, hast du ein Glück"
Männer sind da wohl pragmatischer.


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