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  1. Registriert seit
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    Freiberufler - Nichts geht mehr

    Irgendwie geht bei mir nichts mehr.

    Von meinem Freund habe ich mich im Mai getrennt und er ist aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen.

    Letzte Woche ist meine geliebte Katze, mein einziges Haustier, gestorben, nach längerer Krankheit musste ich sie leider einschläfern lassen.

    Ich habe leider keine Kinder, dafür aber einen unerfüllten Kinderwunsch, bei dem der Zug zu meiner großen Trauer aus Altersgründen abgefahren ist ...

    Leider habe ich nicht viele Freunde und weil ich das Singledasein nach fast 9-jähriger Beziehung nun neu erlernen muss, ist mein soziales Umfeld derzeit sehr klein.

    Ich arbeite freiberuflich von zuhause aus und bin deshalb viel daheim.
    Und inzwischen ist es so, dass ich mich derart einsam und alleine fühle, dass ich fast nicht mehr in der Lage bin, zuhause in meiner Selbstständigkeit zu arbeiten. Es geht mir dabei nur noch schlecht, obwohl ich vor nicht langer Zeit der Ansicht war, aus meiner Leidenschaft meinen Beruf gemacht zu haben ...

    Man muss sich das so vorstellen: Weil die Aufträge darauf warten, von mir erledigt zu werden, 'darf' ich (von mir aus) das Haus nicht verlassen, denn 'eigentlich' habe ich ja bergeweise Arbeit zu erledigen. Aber weil es mir so schlecht geht, KANN ich nicht arbeiten. Die Katze beißt sich in den Schwanz, während sich meine berufliche Situation immer mehr zuspitzt ...
    Das hat zur Folge, dass ich Aufträge vor mir her schiebe, absagen muss und aus meinen schlechten Gefühlen nicht mehr herauskomme ...

    Letztes Jahr zu dieser Zeit fand ich noch, dass es mir seit einigen Jahren anhaltend doch ausgesprochen gut geht. Nun hat sich dieses Gefühl komplett ins Gegenteil verändert

    Und ich bin ratlos, wie ich mich wieder aus diesem Sumpf, in den ich seit einiger Zeit immer mehr hinein rutsche, befreien kann!?

  2. Avatar von luftistraus
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen

    Man muss sich das so vorstellen: Weil die Aufträge darauf warten, von mir erledigt zu werden, 'darf' ich (von mir aus) das Haus nicht verlassen, denn 'eigentlich' habe ich ja bergeweise Arbeit zu erledigen. Aber weil es mir so schlecht geht, KANN ich nicht arbeiten. Die Katze beißt sich in den Schwanz, während sich meine berufliche Situation immer mehr zuspitzt ...
    Das hat zur Folge, dass ich Aufträge vor mir her schiebe, absagen muss und aus meinen schlechten Gefühlen nicht mehr herauskomme ...
    Ich weiß nicht was du beruflich machst.....

    Aber wenn nur ein Laptop und Internet notwendig ist, dann lässt es sich am Strand/Meer viel besser arbeiten ;)

    Raus aus den Wänden!!!

    Nimm keine neuen Aufträge mehr an, arbeite die alten ab und raus ins Leben.

    Ich stelle es mir wirklich schlimm vor - wie es bei dir momentan ist
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  3. Registriert seit
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Aber wenn nur ein Laptop und Internet notwendig ist, dann lässt es sich am Strand/Meer viel besser arbeiten ;)
    Mit Laptop ans Meer ...
    Leider habe ich eine Werkstatt und brauche für meine Arbeit Maschinen, die sich nicht wegbewegen lassen ...

    Ach ja. Ich suche schon seit geraumer Zeit einen Mitarbeiter, auf den ich möglicherweise Arbeit abwälzen könnte. Diese Suche ist aber schwieriger, als gedacht. Ich finde niemanden.
    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich stelle es mir wirklich schlimm vor - wie es bei dir momentan ist
    Ja, ich habe mich mit meiner Freiberuflichkeit und Lebenssituation, wie sie sich seit einiger Zeit entwickelt hat, in eine Sackgasse manövriert
    Geändert von Lollla (23.08.2019 um 20:32 Uhr)

  4. Avatar von luftistraus
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    Ja, ich habe mich mit meiner Freiberuflichkeit und Lebenssituation, wie sie sich seit einiger Zeit entwickelt hat, in eine Sackgasse manövriert
    Mach dich nicht fertig. Das wird kein Dauerzustand sein !!!!

    Nur eine vorübergehende "schlechte Planung"
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

  5. Avatar von Kleiner_Vogel
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Du Arme da kommt ja wirklich alles zusammen!

    Wie wäre es du tust so, als wärst du dein eigener Angesteller: du schreibst dir Arbeitszeiten vor, mit Pausen und Feierabend. und dann ist auch Schluss.

    Dann gehst du jeden Tag mindestens einmal aus dem Haus. Gibt es da etwas, das dich interessiert? Oder einfach ziellos durch die Gegend schlendern.

    Mein wichtigster Tip in fast allen Lebenslagen: Sport!

    Machst du einen Sport gerne? Oder finde etwas heraus, probiere etwas.

    Ja ich bin durchaus der Meinung, man kann manchen Problemen davon Laufen. (ich zumindest, man muss aber schneller als die Probleme sein )


  6. Registriert seit
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Kleiner_Vogel Beitrag anzeigen
    Wie wäre es du tust so, als wärst du dein eigener Angesteller: du schreibst dir Arbeitszeiten vor, mit Pausen und Feierabend. und dann ist auch Schluss.
    Das werde ich probieren. Richtig ist dieser Gedanke auf jeden Fall!
    Aber ich bin sehr gut darin, mir selber Regeln aufzuerlegen, um sie dann postwendend zu übergehen ... Da brauche ich wirklich viel Disziplin, um mich daran zu halten! Und arbeiten könnte ich rund um die Uhr ...
    Zitat Zitat von Kleiner_Vogel Beitrag anzeigen
    Mein wichtigster Tip in fast allen Lebenslagen: Sport!
    Das war auch früher mein Leitspruch. Leider habe ich Sport in den letzten Jahren sehr vernachlässigt.
    Auch hier muss ich mich disziplinieren. Joggen oder fahradfahren macht mir Spaß, ist aber auch wieder alleine ... Muss mal darüber nachdenken, welche Sportart mit anderen für mich in Frage kommt.

  7. Avatar von Kleiner_Vogel
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Ich laufe auch! Fürs erste tut es das ja auch alleine, dann kann man zumindest in jeder Situation einfach los.

    Weiterhin kanst du dich ja nach Dingen in der Gruppe umschauen.
    Je nach dem wo du wohnst- google mal nach Parkrun.

  8. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Ich bin auch Freiberufler, arbeite von zuhause und war auch mal in deiner Situation. Getrennt worden (heute sage ich ‘zum Glueck’) und ich weiss noch, dass ich mitten im Umzug zwischen den Kartons eine Kundin vor der Tuer stehen hatte. Tolles Timing.
    Mein erster Gedanke bei deinem ersten Post war ‘co-working space’. Aber das geht ja wegen der Maschinen nicht.
    Hast du Platz genug, um evtl eine Atelier/Werkstattgemeinschaft zu gruenden?

    Was mir hilft, ist wirklich der strikte Tagesablauf, ich sitze meist um 9 am Rechner, mache mittag, hoere um 6 oder 6.30 auf. Meistens.
    Auf den to do Listen hab ich neben den Jobs auch Zeiten fuer Spaziergang, Schwimmen oder so eingeplant.
    Klappt nicht immer, aber dann schimpfe ich auch nicht gleich mit mir. Manchmal muss man einfach nur dumm rumsitzen und Kaffee trinken.

    Dann habe ich andere Freiberufler in der Naehe, mit denen man sich mittags mal treffen kann. Freunde, die in der Stadt angestellt sind, arbeiten auch gelegentlich von zuhause und freuen sich ueber eine gemeinsame Mittagspause.

    Ich bin damals nach der Trennung viel auf Netzwerkveranstaltungen, beruflichen Stammtischen, etc gewesen, einfach um einen neuen Bekanntenkreis und Kollegenkontakte aufzubauen.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.


  9. Registriert seit
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Mein erster Gedanke bei deinem ersten Post war ‘co-working space’. Aber das geht ja wegen der Maschinen nicht.
    Hast du Platz genug, um evtl eine Atelier/Werkstattgemeinschaft zu gruenden?
    Co-working space fände ich aus heutiger (!) Sicht super!
    Jedoch habe ich mir erst vor einem Jahr diese Wohn- und Arbeitssituation so eingerichtet – wohnen und arbeiten unter einem Dach. Und tatsächlich ist das Umfeld auch traumhaft, tolles Haus mit wunderschöner Natur ringsum ...
    Aber zurzeit schnürt mir diese von mir eingerichtete Situation die Luft ab und leider reicht der Platz nicht, noch jemand anderen mit hinein zu nehmen ...

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Was mir hilft, ist wirklich der strikte Tagesablauf, ich sitze meist um 9 am Rechner, mache mittag, hoere um 6 oder 6.30 auf. Meistens.
    Auf den to do Listen hab ich neben den Jobs auch Zeiten fuer Spaziergang, Schwimmen oder so eingeplant.
    Ich stelle mir das bei dir so vor: Jeden Morgen machst du eine ToDo-Liste für den Tag?

    Bei mir gibt es irgendwie keinen Anfang und kein Ende bei der Arbeit. Und weil ich jederzeit arbeiten könnte, weil genug zu tun ist, erlaube ich mir auch nur wenig, andere, nichtberufliche Verpflichtungen einzugehen, wie z.B. Sport, Freunde treffen, etc.
    Aber zur Zeit lungere ich einfach sehr viel herum, weil es mir schlecht geht.

    Außerdem finde ich es schwer, in meinen Alltag Regeln zu etablieren, also z.B. die Regel Start um 9 Uhr. Ende um 18 Uhr. Ich bin groß darin, meine an mich selbst gestellten Regeln ständig zu übergehen. Vielleicht eine Frage der Gewohnheit und Disziplin?

  10. Moderation
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Klare Tagesstruktur hilft. So ein Berg Arbeit ist wie ein großer Haufen Sand, und man hat nur eine kleine Schaufel, also fängt man am Besten an zu schaufeln, eine Schippe nach der anderen, schön gleichmäßig, ohne den Berg zu genau anzugucken, und weil man sich an irgendwas orientieren muß, orientiert man sich an der Zeit.

    Oft funktionieren Arbeitseinheiten von 90 Minuten ganz gut. Nach 90 Minuten gibt es dan eine kurze Pause (Kaffee trinken, einmal um den Block gehen) und nach zwei oder drei solchen Einheiten eine lange Mittagspause. 90 Minuten ist kurz genug, um überschaubar zu sein, aber lang genug, um etwas getan zu kriegen. Die Pausen gibt es auch, wenn du nichts getan hast. Aber in den Arbeitsphasen darfst du nur a) arbeiten oder b) blöd aus der Wäsche gucken.

    Erste tägliche Aktion sollte sein, sich hinzusortieren, was man heute tun will, die Hälfte davon wegzunehmen, und sich ans Werk zu machen. Du kannst eine Einheit z.B. für "Orga" abstellen, dann fließt Orga weder in alle anderen Einheiten, noch bleibt Orga ungetan. Wenn du mitten bei etwas bist, wovon du gerade nicht lassen kannst, überziehst du eben deine 90 Minuten und kürzt das am Ende wieder ein. Nach fünf Einheiten zu 90 Minuten hast du 7,5 Stunden gearbeitet, dann kann es auch gut sein und du hast Feierabend. Es kann helfen, zum Feierabend aus dem Haus zu gehen, dann ist eine klare Grenze zur Arbeit gezogen. Oder zumindest Arbeitszimmer/Werkstatt aufzuräumen und abzusperren. Wenn du dann unbedingt abends um 10 noch was tun willst, um so besser.

    Wenn du viel Rüstzeit hast, sind längere Einheiten vielleicht besser. Oder "Vorbereitung, Arbeit, Arbeit, Nachbereitung". So oder so, jeder Tag sollte dem gleichen Muster folgen. Das spart Entscheidungsenergie, und die Planerfüllung gibt auch dann ein gewisses Gefühl von Befriedigung, wenn der Haufen mit Sand sehr groß und die Schaufel sehr klein ist.

    Ganz wichtig: Laß nichts unerledigt, was sich zu einer Lawine auswächst. Kunden, die keine Info über einer Verzögerung kriegen, unbezahlte Rechnungen, vernachlässigte Formulare, überfällige Aktualisierungen der Technik. Das zu verdrängen passiert leicht, weil man davor oft die größte Angst hat oder es am wenigesten produktiv scheint, und damit geht man unter.

    Gibt es Möglichkeiten, Leute aus deinem Bereich für einen Austausch zu treffen? Da habt ihr auf jeden Fall schon mal was gemeinsam. Und vielleicht ergibt sich doch mal punktuell ein co-working.

    Wenn du gerade durch eine depressive Phase schlidderst (das kommt ja vor) ist "erste Hilfe" Bewegung und Sonnenlicht. Plane eine entsprchende Mittagspause. Wenn das nicht hilft, ab zum Arzt.

    ***

    Ein Trick, den man leider nur selten richtig anwenden kann: Man kann alles machen, wenn man eigentlich gerade etwas ganz anderes machen müßte! Wenn man dringend den Geburtstagsbrief an Tante Erna schreiben muß, ist "ich muß den Zwischenboden aufmachen und die ganze Verkabelung überprüfen" auf einmal total attraktiv.

    (Ich bin angestellt, organisiere aber meine Arbeitsplan zu großen Teilen selbst. Ich laufe auch in das "großer Haufen Sand"-Problem...)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (24.08.2019 um 11:57 Uhr) Grund: mehr

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