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  1. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Ist es möglich, dass du in eine Art Gemeinschaftswerkstatt/Büro ziehst? Sowohl mein Mann und ich arbeiten in solchen Objekten. Bei meinem Mann ist auch eine Werkstatt dabei mit Nischen und gemeinsam genutzten Maschinen. Dort sind viele Freiberufler in den verschiedensten Zweigen tätig.

    Wenn das insgesamt nicht möglich ist, vielleicht deine Büroarbeit auf einen Tag legen und dir dann einen Tisch in einem solche Objekt mieten.

    So wären vielleicht andere Kontakte möglich.
    Was ich über's Leben weiß, weiß ich aus Stand by Me
    Ich hab' einen Hund der Cujo heißt, und mein Auto heißt Christine
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    wenn du singen kannst, dann sing
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    Stephen King


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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Ich sehe hier nicht in erster Linie eine Frage von Gewohnheit und Disziplin, sondern von Freiheit und wie du sie nutzen kannst - wenn du die Phase der Trauer und des Abschieds von einem lange gelebten Modell hinter dich gebracht hast.

    Ich kann verstehen, dass sich die von dir selbst geschaffene Lebens- und Arbeitssituation wie eine Sackgasse anfühlt. Denn damals waren die Umstände noch anders: Du lebtest noch in einer Beziehung. Du schreibst vom unerfüllten Kinderwunsch. Hing die Trennung von deinem Freund damit zusammen, dass ihr keine Kinder bekommen habt?

    Was ich mir noch nicht klar ist: Seid ihr damals erstmals zusammengezogen? Oder seid ihr aus einer anderen gemeinsamen Wohnung in die jetzige gezogen?

    Im ersten Fall - nach langer Beziehung zusammengezogen - käme mir das vor wie der Versuch, die Beziehung durch die gemeinsame Wohnung zu stabilisieren. Hätte funktionieren können, hat es aber offensichtlich nicht. Vielleicht hat das Zusammenziehen die Bruchstellen der Beziehung offensichtlich werden lassen?

    Wenn das so ist, würde ich da ansetzen und überlegen, ob du auch ohne den Freund in diese Wohnung gezogen wärst. Wenn ja: Dann hast du eine Basis, von der aus du weitermachen und dich in dieser Wohnung und Umgebung heimisch machen kannst. Was wünschst du dir? Wonach sehnst du dich? Welche Ressourcen hast du dort, wo du bist, die du nutzen kannst, um das zu bekommen, wonach du dich sehnst? So würde ich da anfangen.

    Wenn nein: Dann würde ich an deiner Stelle überlegen, wo du wirklich wohnen möchtest. Vielleicht sogar planen, dort hinzuziehen. Dieser Plan könnte dir Auftrieb geben und dich aus dem Tief herausholen.

    Im zweiten Fall - gemeinsam in eine neue Wohnung umgezogen - ist die Frage, wer von euch beiden den Umzug vorangetrieben hat, wessen Idee es war, genau dorthin zu ziehen. Wenn du: alles gut, ähnlich vorgehen wie oben.
    Wenn dein Freund: Hast du dich dazu gedrängt gefühlt? Hattest du einen anderen Vorschlag? Wie sah der aus?

    Ich finde, seit Mai ist noch nicht so viel Zeit vergangen, um die Trennung zu verarbeiten. Wieviel Zeit kannst du dir selbst dafür zugestehen, ohne dass deine Arbeit und deine Auftragslage darunter leiden?

  3. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    [...]
    Ich stelle mir das bei dir so vor: Jeden Morgen machst du eine ToDo-Liste für den Tag?

    Bei mir gibt es irgendwie keinen Anfang und kein Ende bei der Arbeit. Und weil ich jederzeit arbeiten könnte, weil genug zu tun ist, erlaube ich mir auch nur wenig, andere, nichtberufliche Verpflichtungen einzugehen, wie z.B. Sport, Freunde treffen, etc.
    Aber zur Zeit lungere ich einfach sehr viel herum, weil es mir schlecht geht.

    Außerdem finde ich es schwer, in meinen Alltag Regeln zu etablieren, also z.B. die Regel Start um 9 Uhr. Ende um 18 Uhr. Ich bin groß darin, meine an mich selbst gestellten Regeln ständig zu übergehen. Vielleicht eine Frage der Gewohnheit und Disziplin?
    Ja, meine Projekte brauchen aber im Schnitt nur wenige Tage und ich habe meist strikte Deadlines. Von daher lässt sich ein Tag auch gut einteilen. Ich mach meist am Abend vorher eine Liste, was am nächsten Tag gemacht werden sollte (dann schläft es sich auch besser )

    Und ja, es ist eine reine Gewohnheitssache. Ich hatte den Vorteil, dass ich früher als Angestellte auch in einem kleinen Team gearbeitet habe und mich und die anderen da selbst organisieren musste. Da hatte ich Übung.
    Ich hab auch so kleine Rituale, zB. morgens Emails lesen mit dem ersten Kaffee.

    Rechnungen, Buchhaltung, Mahnungen mache ich zB immer Dienstags. Dann verschludere ich das nicht die Woche über. Ich versuche auch bestimmte Dinge wie zB Akquise oder Browsen bei den Wettbewerbern auf einen bestimmten Tag zu legen, damit es gemacht wird. Aber das klappt nicht immer.

    Das Blöde beim Rumlungern, wenn es einem schlecht geht (kenn ich auch), ist, dass es einem dann meist noch schlechter geht, wenn man sich dabei ertappt hat. Besser geht's einem, wenn man sich wieder in den Flow gebracht hat. Das muss nicht mal ein Projekt selbst sein, bei mir reichts auch schon mal, wenn ich nur in die Bücherei gehe und mir Motivation suche.

    Wildwusels Tips find ich grossartig. Sehr praxisnah und umsetzbar.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.


  4. Registriert seit
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Danke Wildwusel für dein ausführliches Feedback!
    Ich werde mich mal genau mit deinen Vorschlägen zur Organisation von Arbeit auseinander setzen, um zu schauen, wie ich das für mich umsetzen kann!

    Leider habe ich ja zur Zeit viele verschiedene Baustellen:
    - mit meinem neuen Singledasein und dem Alleinesein klarkommen
    - mein neues Lebensumfeld (seit einem Jahr) kennenlernen und hier heimisch zu werden
    - neue Sozialkontakte finden
    - möglicherweise neue Hobbies, um auf andere Gedanken zu kommen, meinen Horizont zu erweitern und neue Leute kennen zu lernen
    - meine Arbeit so organisieren, dass ich auch arbeite und nicht traurig abhänge

    Ja, und die ungewollte und noch nicht verdaute Kinderlosigkeit zieht mich auch täglich runter. Insbesondere, wenn ich mir die tollen Kinder meiner Schwester anschaue ...
    Geändert von Lollla (24.08.2019 um 12:06 Uhr)

  5. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Das sind wirklich einige Baustellen, aber es ist zu schaffen. Sorry, ich hatte das vorhin noch gar ncht so realisiert, dass die private Situation eigentlich die schwerere ist. Dazu sind auch roderic's Gedanken wichtig.

    Ich hab damals, einfach weil ich so neben der Spur war, hier im Stadtteil auch niemanden kannte und in der Wohnung noch nicht so richtig angekommen war, über 12 Wochen abends einen Tai Chi Kurs gemacht. Das hat abgelenkt, beruhigt und ich hatte Gesellschaft.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

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  6. Moderation
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    Leider habe ich ja zur Zeit viele verschiedene Baustellen:
    Wenn man über etwas, daß einen so runterzieht erst mal einfach reden möchte, kann die Telefonsseelsorge eine gute Idee sein. Alleine, daß einem zugehört wird, bringt einen oft schon weiter. Und ansonsten haben die Leute dort auch genug Erfahrung um einem Tipps zu geben, wohin man sich noch wenden kann.

    Zum Alleinsein ist der Mensch nicht gemacht, Leute kennenlernen dauert, und die Arbeit muß ja trotzdem erledigt werden....

    Aber mit klaren Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit kann man die Blockade von "ich darf nichts machen, was mich aufbaut, weil ich arbeiten muß, und ich kann nicht arbeiten, weil ich so abgebaut bin" hoffentlich lösen. "Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde."
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Was ich mir noch nicht klar ist: Seid ihr damals erstmals zusammengezogen? Oder seid ihr aus einer anderen gemeinsamen Wohnung in die jetzige gezogen?
    Wir haben bereits seit 2012 zusammen gewohnt. An diesem neuen Ort, übrigens von mir vor einem Jahr gekauft, sind wir gemeinsam hin gezogen.

    Mein Freund fühlte sich hier jedoch von Beginn an und mit der Zeit zunehmend unwohl, obwohl er sich dazu entschlossen hatte, gemeinsam mit mir hierher zu ziehen. Letztendlich ist u.a. auch daran die Beziehung zerbrochen.
    Weshalb genau er aber hier nicht ankam/ankommen wollte, konnte er nie klar kommunizieren, sondern wurde nur zunehmend unausstehlich und verletzend. Bis heute ist es mir ein Rätsel. Ich hatte den Verdacht, dass eine gehörige Portion Neid mitspielte, war ich doch in der Lage, mir eine Immobilie zuzulegen und er nicht. Dabei war das Ganze hier für uns gemeinsam gedacht, nicht für mich alleine. Ich habe immer alles gerne mit ihm geteilt.

    Aber egal. Meinem Freund trauere ich nicht hinterher. Nur das Alleinesein, meine negativen Gefühle und die Organisation meines Alltages machen mir zu schaffen.


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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Hey,

    oh man bei dir kommt irgendwie gerade so alles zusammen. Das tut mir echt leid mit der Katze, der Trennung und auch, dass du wenige soziale Kontakte hast. Jeder der zur Arbeit geht, sieht dort immer wieder Kollegen und ist sozusagen unter Menschen. Klar, wenn du alleine zu Hause arbeitest, dann fühlst du dich einsam. Gerade nach einer Trennung ist man auch nicht man selbst. Mir half da immer rauszugehen. Bei der letzten Trennung habe ich mir schnell einen Nebenjob gesucht und war dann im Klamottenladen im Verkauf...kam unter Leute und das tat gut. Du bist nun natürlich in einer anderen Situation.
    Wie alt bist du denn, dass du schon mit dem Kinderthema abgeschlossen hast?

    Hier einen Beitrag zu schreiben ist schon einmal ein Anfang. Die Trauerzeit nach der Trennung ist auhc ganz normal und das dauert auch seine Zeit. Wichtig wäre es jetzt, dass du dir eine Struktur schaffst. Das haben hier auch shcon einige geschrieben. Auch wenn du sehr viel zu tun hast, brauchst du Pausen. Mir hilft es immer raus in die Natur zu gehen (in den Wald) und alles wahrzunehmen. Auch Sport hilft gut. Vielleicht besuchst du 1-2 mal in der Woche einen Kurs und kommst auch gleichzeitig unter Menschen. Ich habe auch mal im TV einen Beitrag über eine Freiberuflicherin aus England gesehen, die sich auch einsam gefühlt hat. Sie ging dann immer in die Stadt zu einer Person, um zu kuscheln (Körperkontakt). Das gibt es glaube ich auch schon hier, wobei das nicht für jeden etwas wäre. Denkbar wäre es auch, wenn du einen Tanzkurs für Singles besuchst oder dir eine Massage gönnst.

    Die sozialen Kontakte kommen auch nicht von jetzt auf gleich, Das dauert. Aber du kannst schon amit anfangen. Schau einfach was dir Spass macht uns trete da einer Gruppe ein. Magst du wandern? Dann geh in eine Wandergruppe.
    Oder du probierst es mit einem kreativen Kurs (malen oder so).

    Bezüglich dem Arbeiten hast du ja schon geschrieben, dass co-working spaces keine Option sind. Du schreibst, dass du viel Arbeit hast. Kannst du nicht jemand auf Minijob-Basis beschäftigen?
    Mach hier einen Aushang oder setz das in die Zeitung. Darf ich auch fragen wo du jemand suchst? Ich z.B. bin ja auch neben meinem Teilzeitjob auch auf der Suche nach einem Minijob.

    Was ich auch schon von einigen Freiberuflern gehört habe. Sie haben oftmals einen Hund..Der gibt dann immer zu verstehen, wenn es mal wieder Zeit für eine Gassigehrunde wäre. Ansonsten könntest du dir auch wieder eine Katze holen.

    Lass es dir auf jeden Fall in dieser schweren Zeit gut gehen. Verwöhne dich mit leckerem Essen, geh zur Massage oder in die Therme, geh mal wieder ins Kino. Es sind kleine Dinge, aber sie helfen schon.


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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Lollla Beitrag anzeigen
    Joggen oder fahradfahren macht mir Spaß, ist aber auch wieder alleine ... Muss mal darüber nachdenken, welche Sportart mit anderen für mich in Frage kommt.
    Das stimmt so nicht. Das sind beides Sportarten, die du sehr wohl im Verein bzw mit einem Lauftreff machen kannst. Schau doch mal, ob es bei dir in der Nähe einen parkrun gibt. Bei uns fahren Leute zT 40 -50 km, um zum parkrun zu kommen - einfach, weil die Gemeinschaft so toll ist.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
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    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  10. Moderation
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    AW: Freiberufler - Nichts geht mehr

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Das stimmt so nicht. Das sind beides Sportarten, die du sehr wohl im Verein bzw mit einem Lauftreff machen kannst.
    Bei uns macht der ADFC regelmäßige Ausfahrten (April bis Oktober fast jedes WE), zu denen jeder kommen kann, der ein verkehrstüchtiges Fahrrad hat und sich die Strecke zutraut. Damit man nicht nur ziellos in der Gegend rumtourt, geht es zu einer kleinen lokalen Sehenswürdigkeit oder Naturschönheit, und einer Einkehr -- es bietet sich also auch die Möglichkeit, die Leute ein bißchen kennenzulernen.

    Wenn es das nicht gibt, kann man es auch selber starten, dann muß man aber darauf achten, daß man nicht für alles verantwortlich und an allem schuld ist, das ist ein bißchen mehr Aufwand.

    Lauftreffs gibt's auch immer mal wieder. Wenn nicht: Zu festen Zeiten ("Samstag, 8 Uhr" oder so) auf einer Joggingstrecke mit Trimmfpad zu sein erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß man immer die gleichen Leute trifft und sich dann vielleicht auch mal zum zusamman-laufen verabreden kann.
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