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  1. Inaktiver User

    Leben jenseits vom Mainstream ...

    Hallo zusammen!

    Ich eröffne diesen Strang, um mich mit euch darüber auszutauschen, welche Chancen und Risiken ein Leben "fern vom Mainstream" mit sich bringt.

    Was meine ich mit Mainstream?
    Für mich ist das "ganz klassisch" die Vorstellung, nach Schule, Ausbildung/Studium zu arbeiten, sich zu verpartnern/Hochzeit, Kinder zu bekommen. Durchschnittliches Gehalt, 1-2 Mal im Jahr Urlaub, schicke Wohnung oder Haus. Irgendwann Enkelkinder. Gutes Verhältnis zur Nachbarschaft.
    - Irgendwie so.

    Was ist NICHT Mainstream?
    Darunter verstehe ich alles, was irgendwie "Selbstständigkeit", Kreativität, Kunst, "Lebenskünstler" ... ist. Auch die - bewusste?- Entscheidung GEGEN einen festen Partner und/oder Kinder.

    ---- Die Grenzen sind selbstverständlich fließend. ---

    Hintergrund ist der, dass sich mein mainstream-Leben (s.o.) in den letzten paar Monaten beinahe in Luft aufgelöst hat und ich nun, zumindest theoretisch, die Möglichkeit hätte, eine ganz andere Richtung einzuschlagen.

    Will sagen:
    Ich war - und bin - verheiratet mit einem Mann (deutlich älter), der mich mit seiner Sekretärin betrogen hat. Das hat mich in eine schwere Depression gestürzt, aus der ich mich langsam wieder erhole. Ich bin Anfang 30, wir kennen uns seit 12 Jahren (also sehr jung kennen gelernt). Eigentlich war ich kurz davor, ihm ein Kind zu schenken (doofer Ausdruck, aber passend, denn ich selbst hatte nie einen Kinderwunsch).
    In den letzten Monaten habe ich angefangen zu zeichnen. ... Im Falle einer Scheidung bin ich abgesichert. Dazu möchte ich nicht mehr schreiben, aber es ist einfach so. Er will mich aber zurück, bemüht sich sehr um mich. Wirklich sehr. Ich ertrage ihn aber nicht mehr, wobei sich das in den letzten zwei Wochen etwas gebessert hat.

    Ich könnte jetzt zu ihm zurück kehren in das soziale Netz, so weiter machen, wie bisher. Aber da ist diese heftige Verletzung und mein absolutes Unverständnis. Es ist so, dass ich mich frage: Was habe ich die letzten Jahre meines Lebens eigentlich gemacht?

    Oder

    Ich fange jetzt etwas an, das sich "mein Leben" nennt, was ich aber noch nicht kenne. Das würde mir einen riesigen Teil meines Umfelds wegsprengen, mein Leben total auf den Kopf stellen ... und irgendwo denke ich: Mache es einfach, tob Dich aus, sei kreativ, mach! - Z.B. habe ich mich auch in einer online-Partnerbörse angemeldet. Ich suche gerade keinen festen Partner, bekomme sehr viele Zuschriften. Das tut unheimlich gut (Ego).

    Heute habe ich mich aber gefragt, wie lange so etwas gut gehen kann. Ist DAS das Leben, das ich führen möchte? Männer aus Singlebörsen daten? Als unbekannte Zeichnerin von den Tantiemen meines Ex-Mannes leben?

    Vielleicht sollte ich mich doch lieber wieder einfügen in das, was da mal war?

    Bin gespannt, was ihr davon haltet.

  2. Avatar von luftistraus
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    2.742

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Hallo,

    da ist ja ne ganze Menge los bei Dir.....

    Du kannst dieses ganze Chaos was entstanden ist auch als Chance nutzen. Anscheinend hast du ihn sehr jung kennen gelernt und hast dich nie ausgetobt bzw. ausprobiert. Du hast eine Rolle gespielt und hast jetzt alle Möglichkeiten es anders zu machen.


    Mach doch einfach !!!!

    So ein Vertrauensbruch heilt nicht innerhalb weniger Monate....Nimm Dir alle Zeit die Du brauchst. Vielleicht wird es auch nie wieder etwas...... Keine Ahnung aber muss man jetzt auch nicht wissen.

    Du willst zeichnen? Dann mach das.
    Du willst die Welt bereisen? Dann mach das.


    Ich habe bis zur Geburt meines Kindes immer gemacht worauf ich Lust hatte und war sehr glücklich dabei. Und wenn das Kind flügge geworden ist, freu ich mich auch wieder frei zu sein.....

    Höre auf Dich und dein Gefühl
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  3. Registriert seit
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    2.354

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Mache es einfach, tob Dich aus, sei kreativ, mach!

    Tob dich aus! Lerne dich selbst und den Rest der Welt kennen!

    Es gibt kaum was Besseres...



  4. Registriert seit
    20.01.2019
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    499

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heute habe ich mich aber gefragt, wie lange so etwas gut gehen kann. Ist DAS das Leben, das ich führen möchte? Männer aus Singlebörsen daten? Als unbekannte Zeichnerin von den Tantiemen meines Ex-Mannes leben?

    Vielleicht sollte ich mich doch lieber wieder einfügen in das, was da mal war?

    Bin gespannt, was ihr davon haltet.

    Es gibt sicherlich auch andere Möglichkeiten, als nur diese beiden (Männer aus Börsen und Tantiemen von deinem Ex-Mann oder dich einzufügen) .

  5. Avatar von twix25
    Registriert seit
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    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Du bist jung, du hast diese Möglichkeiten, nutze sie

    Das schliesst für mich nicht aus, dass du ev zu einem anderen Zeitpunkt wieder mit deinem Mann zusammen findenm kannst-das dann aber freiwillig und ohne Sicherheitsbedarf

    Du kannst m.E das Geld, was du derzeit von ihm bekommst als Starthilfe sehen....damit kreativ deinen Weg suchen, finden und gehen (heisst nicht sinnlos verprassen)

    Solltest du dann in deinem Leben angekommen sein, würde ich !!! schauen, ob und wie eine Bindung zwischen Euch möglich ist und dass ich mich finanziell von ihm unabhängig mache

    Dir einen guten Weg
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  6. Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    34.827

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Was spricht dagegen, erst mal verheiratet zu bleiben, und als Verheiratete mal die kreative Ader auszuleben?

    ein bisschen Abstand zu ihm wirst du wohl finden, ein Kind kann warten, und scheiden lassen kannst du dich immer noch später.

    Kunst machen und einen Partner haben schliesst einander ja nicht aus. ich würde nicht ohne Not eine entweder-oder-Situation schaffen, die gar keine ist und auch nicht sein muss.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  7. Registriert seit
    18.07.2018
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    510

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Gegen ein „Weitermachen wie bisher“ sprechen für mich deine Sätze „ich ertrage ihn nicht mehr“ und „was habe ich ich die letzten Jahre meines Lebens eigentlich gemacht“...
    Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall erst mal heraus finden, was du dir für dein weiteres Leben wünschst! Du fragst dich „wie lange so etwas gut gehen kann“? So lange, wie es sich für dich richtig anfühlt! Du bist die Regisseurin deines Lebens, du kannst das Drehbuch deines Lebens jederzeit umschreiben.

  8. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
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    34.047

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich eröffne diesen Strang, um mich mit euch darüber auszutauschen, welche Chancen und Risiken ein Leben "fern vom Mainstream" mit sich bringt.
    Wenn es das ist, was man tun will, ist die Chance (oder schon fast die Gewißheit), daß man mehr das tut, was man will.

    In, ich sage mal, "Subkulturen" findet man leichter und besser Kontakt, weil man schon mal was gemeinsam hat.
    Dafür guckt der Mainstream auf einen runter und findet, "diese Leute, die anders sind, sind ja alle gleich".
    Oder man kriegt irgendwie zwiespältige Bewunderung. "Ich könnte das nicht".
    Oder wird der Nassauerei verdächtigt. "Ja, aber deine Rente?"

    Das muß man mit Humor nehmen und sich weigern, sich so thematisieren zu lassen. Die Leute reden sich auch nur eine soziale oder finanzielle Sicherheit ein, die nicht mit einem rosa Bändchen an den Lebensstil gebunden ist, sondern die man sich selber schafft. Egal ob Ramafamilie oder Bohemian. Glück gehört zum Gelingen, auch im Mainstream. Wenn man weiß, was man will, kann man Glück und Gelegenheiten erkennen und ergreifen, wenn sie vorbeischweben. (Ein Kind zu kriegen, das man nicht will, um einem Mann, der einen betrügt, einen Gefallen zu tun, scheint mir eine Gelegenheit, sein Unglück zu ergreifen.)

    Wenn du die finanzielle Absicherung hast, um etwas neues anzufangen, überlege dir, was du neues anfangen möchtest. Und überlege dir, was (zumindest) Plan B ist: Wenn Zeichnen total dein Ding ist, aber nicht genug Geld bringt, suchst du dir (wie viele Künstler) einen Brotjob? Wenn du merkst, daß du es mit Zeichnen nie auf professionelles Niveau bringen wirst, würdest du es aufgeben oder nur als kleines Hobby betreiben wollen?

    Noch ein paar Fragen, um darüber zu meditieren (wir müssen das nicht wissen, das ist für dich):

    Wirst du dich scheiden lassen?
    Hast du etwas für deinen Mann aufgegeben, was im Rückblick nicht so gut war, aufzugeben?
    Wie lange und wie gut reicht die finanzielle Absicherung?
    Was willst du noch tun außer zeichen?
    Wie stellst du deine soziale Sicherheit (wohlwollendes und stützendes Umfeld) wieder her?
    Wäre dir wohl dabei, aus einem Hobby eine Arbeit zu machen?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Avatar von Klecksfisch
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    7.342

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Du warst jung als du mit dem Mann zusammengekommen bist und hattest nie die Möglichkeit dich und die Welt auszuprobieren und hast im gemachten Nest gehockt, kein Wunder, daß du dich jetzt fragst, was du eigentlich machen willst.

    Probiere dich aus, wenn du keine finanziellen Probleme hast, mache alles was dir gerade in den Sinn kommt. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt. Tu es!! Und laß den Mann sausen. Wofür brauchst du ihn, damit er dich wieder verletzt? Nicht der gleiche wieder. Es gibt andere, die dich an anderer Stelle verletzten und dadurch wirst du stark. Ehrlich gesagt finde ich es mega blöd, sein Ego an den Zuschriften von Männern zu messen. Du brauchst noch einige Zeit bist du wichtige Dinge verstanden hast und du dich unabhängig von dem Zuspruch von Männern gemacht hast. Werde unabhängig davon, von anderen Menschen/Männern etwas unbedingt haben zu wollen.

    Du wolltest wissen wie das Leben anders ein kann.
    Ich kann es dir das sagen: Ich hatte nie Interesse zu heiraten, es war mir wurst. Ich habe nie geheiratet. Ich hatte auch nie Interesse Kinder zu bekommen, es war mir egal. Ich wollte mein Leben leben, so wie ich es für richtig und gut halte. Keinerlei Abhängigkeiten. Das habe ich geschafft, ich war noch nie von irgend jemand abhängig und habe immer gemacht, was ich wollte. Das Leben hat mir gefallen und ich lebe heute noch so. Ich bin 48 Jahre arbeiten gegangen, habe mein Rente, mit der ich gut auskomme und noch etwas mehr. Mir geht es gut. Ich habe genauso gelebt wie ich leben wollte und das war gut so.

    Wenn du Talent zum zeichen und malen hast, dann mach etwas draus. Du kannst Kunst studieren und herausfinden, ob es das ist, was du machen möchtest.

    Kein Mensch kann dir sagen, was gut bzw. es werden dir viele sagen was gut für dich ist, sie wissen das auch alle *Ironie*. Finde heraus, was du noch nicht herausgefunden hast.

    Reflektieren und ehrlich mit sich sein, aus welchen Motivationen heraus man bestimmte Handlungen ausführt.
    Sei wie die stolze Rose: selbstbewusst, glücklich und frei, und nicht wie das Veilchen im Moose, so dämlich, bescheuert und scheu.
    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)

    Geändert von Klecksfisch (24.08.2019 um 14:44 Uhr)


  10. Registriert seit
    20.05.2016
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    2.516

    AW: Leben jenseits vom Mainstream ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist NICHT Mainstream?
    Darunter verstehe ich alles, was irgendwie "Selbstständigkeit", Kreativität, Kunst, "Lebenskünstler" ... ist. Auch die - bewusste?- Entscheidung GEGEN einen festen Partner und/oder Kinder.
    ...
    Bin gespannt, was ihr davon haltet.
    Die Zusammenstellung finde ich merkwürdig. Die meisten Selbständigen, die ich kenne, sind keine „Hippies“, sondern Webdesigner, freiberufliche Grafiker, Steuerberater oder Versicherungsmakler. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und bin trotzdem „mainstream“ - das ist jetzt wirklich nicht so exotisch. Auch in Singlebörsen tummeln sich alle möglichen Mainstreamler, und du würdest dich wundern, mit wievielen Leuten die parallel so flirten (oder es behaupten).

    Dein Mainstream scheint 50 Jahre älter zu sein als meiner, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Insofern weiß ich auch nicht, was ich von deinen Plänen halten soll. Als Zeichner/Grafiker arbeiten viele, das ist jetzt nicht gerade anti-mainstream . Wenn du gern von der Hand in den Mund lebst, ist das toll. Ansonsten: ein Job mit regelmäßigem vernünftigen Einkommen schafft viel Raum, um seinen Hobbies nachzugehen.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

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