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    Ich bin die Horrorkollegin

    Ich weiß nicht genau, was ich mir mit diesem Thread erhoffe, vielleicht Zuspruch oder Zurechtweisung. Letztlich wird es vermutlich darauf hinauslaufen, daß ich mir einen anderen Job suche als erste praktische Amtshandlung.

    Ich versuche es möglichst kurz zu machen (Spoiler: daraus wurde nichts):

    Ich (38) halte mich mittlerweile für völlig Menschen-inkompatibel: In der Schule wurde ich gemobbt, weil ich zeitweise Klassenbeste war und Lehrer mich bevorzugt behandelt haben. Ich war sonst sehr brav und eher zurückhaltend. Teilweise wurde ich auch gehänselt, weil ich nicht die übliche Mode (damals sportliche Markenbekleidung) getragen habe. Ich hatte aber immer 1-2 Freundinnen, denen es genauso ging, weshalb das Ganze auszuhalten war. In der Uni habe ich dann Menschen getroffen, mit denen ich mich teilweise sehr gut verstanden habe, die teilweise selbst ein „bißchen merkwürdig“ waren. Obwohl ich diese Menschen mochte, hat sich aber fast nie eine engere Freundschaft daraus entwickelt. Es kam einfach meistens nicht dazu. Bei meinen diversen Nebenjobs bin ich eigentlich fast immer negativ aufgefallen, nicht, weil ich meine Arbeit schlecht gemacht hätte, sondern wenn es zu Privatgesprächen mit Kollegen kam. Obwohl ich nie etwas Negatives über die Meinung oder die Lebensweise anderer gesagt habe, habe ich immer eine Abneigung mir gegenüber gefühlt und auch gehört. Ein Beispiel war, daß ich als Verkäuferin ein Regal mit Socken auffüllen sollte. Mir wurde gesagt „füll mal die Socken auf“. Also machte ich mich auf ins Lager, um den Sockenkarton herzubringen. Daraufhin hat mich meine Kollegin damals ausgelacht und gemeint, wie ich das denn machen wolle, ich wüßte doch gar nicht, wie. Letztlich gab es keine Magie und auch nichts zu erklären: Die Socken sollten einfach ins Regal, natürlich sortiert, so wie es auch vorher war. Ein anderes Mal, eine andere Kollegin, der Laden war leer, kurz vor Ladenschluß und alles war aufgeräumt. Ich schaute mir Kleidung an, faltete Pullover auf und wieder zu. Es gab seit Stunden nichts zu tun, aber ich wurde zurechtgewiesen, ich solle mir nicht dauernd Klamotten ansehen, wieder ein anderes Mal hatte ich mir eine enge Jeans gekauft und wurde vor etlichen Kunden an der Kasse gefragt, ob ich die (Hose) denn überhaupt anprobiert hätte. Dabei bin ich nicht mal dick, und selbst wenn. Es gab aber auch immer wieder wenige nette Kolleginnen, die meinten, daß ich meine Arbeit gut mache und daß ich ein höheres Niveau hätte als andere, die dort arbeiten. Aber was mir wirklich im Gefühl geblieben ist, ist daß ich gar keinen Einfluß darauf hatte, daß man mich zumindest respektvoll behandelt.

    Und nun bin ich seit über 10 Jahren im gleichen Vollzeitjob und habe Probleme mit meinen Kollegen. Es ist so schlimm, daß ich mich nicht wegbewerbe, obwohl mir auch die Arbeit nicht 100% zusagt, weil ich glaube, daß es woanders vielleicht noch schlimmer ist.

    Wieder mache ich meine Arbeit tiptop, bekomme sehr viel positives Feedback von meinen Chefs, und wenn Kollegen etwas wissen wollen, dann fragen sie mich. Wenn es ein Problem gibt, kann ich es meistens lösen. Vom letzten Chef gab es eine Beförderung + Gehaltserhöhung. Mit anderen Kollegen, auch mit denen, die immer meine Hilfe in Anspruch nehmen, hatte ich aber immer wieder Probleme. Seit es 2 Wechsel in der Chefetage gab, herrscht hier sozusagen der Schlendrian, wir sind hier wie ein Club. Mir ist egal, was meine Kolleginnen hier machen, das geht mich nichts an. Ich möchte nur meine Arbeit machen. Jedoch wird das zunehmend schwieriger, weil ich nicht am Kaffeeklatsch teilnehme und mir auch ehrlich gesagt viele Themen zu blöd sind. Themen sind: Stundenlange (!) Ausführungen, was die Kinder alles können und tun, auch Planungen von Kindergeburtstagen etc. während der Arbeitszeit, Diskussionen, welcher Chef den größeren Kofferraum hat, Hetzen gegen Flüchtlinge und Roma, Thermomix, ob der Mitarbeiter von XY Mascara trägt, wieviele Stücke Sushi ich essen kann, etc. Ich habe früher versucht, daran irgendwie teilzunehmen, mich dann aber mit der Zeit immer mehr zurückgezogen, weil es mich einfach nur genervt hat. Ich habe mich nach solchen Gesprächen immer irgendwie müde und leer gefühlt.

    Mittlerweile unternehmen meine Kollegen oft privat Dinge und sind befreundet. Darunter leidet die Arbeit insofern, als daß die persönliche Beziehung wichtiger ist, als einen Konflikt wegen Arbeitsthemen einzugehen. Ich bin also der Stinkstiefel, weil ich meine Arbeit machen will und es mir egal ist, ob die Kollegin sich angegriffen fühlt, weil ich eine Frage gestellt habe, die sie nicht beantworten kann. Eine –ansonsten sehr beliebte Kollegin, der ich in der Vergangenheit andauernd helfen mußte und zu der ich immer freundlich war- hat mich nun so oft angepampt, obwohl ich sachlich eine Frage gestellt habe, daß ich vermeide, mit ihr zu reden. Sie ist sehr affektiert und leider auch unehrlich, wie ich feststellen mußte. Das Problem ist nun, daß 1. ihre Frechheit von niemandem gerügt wurde (beide Chefs waren einkopiert), 2. ich offizielle Firmeninterna nur noch bruchstückhaft mitbekomme, weil das alles u.a. im Rahmen des Kaffeeklatschs geteilt wird, an dem ich nicht mehr teilnehme. Die einzige Kollegin in meiner Abteilung, die noch relativ neu ist, ist mittlerweile übrigens auch sehr gut in den Club integriert und gibt diese Infos aber nicht weiter (ich schon, wenn ich mal per Zufall etwas herausfinde). Wir reden ohnehin nur das Nötigste, weil ich ihren über Wochen andauernden, stundenlangen teils intimen Familiengeschichten und Erzählungen nicht überzeugend genug zugehört habe. Ja, ich habe mich auch in ihre Erziehungsmethoden eingemischt. Besser hätte ich gar nichts gesagt, aber dann hätte ich noch mehr geschwiegen.

    Irgendwie bin ich ausgeschlossen von allem, was mir auch wehtut, gleichzeitig kann ich keine Kraft aufbringen, überzeugend zu behaupten, daß mich die Belange der Leute größtenteils interessieren würden. Andererseits beneide ich meine neue Kollegin, daß sie innerhalb kurzer Zeit Freundschaften mit ihr bis dato fremden Menschen geschlossen hat (sie umarmt und knuddelt auch immer jeden, was ich gar nicht leiden kann), dabei passen diese Menschen auch gar nicht so wirklich zu mir, und ich versuche mir zu sagen, daß das ok ist, weil sie nur Arbeitskollegen sind.

    Ich habe schon so oft überlegt, zu kündigen. Dann höre ich jedoch Erzählungen meiner Bekannten, in deren Firmen es mehrere Fälle von Burnout und Mobbing gibt, so daß ich mich frage, ob es überhaupt besser werden kann, für jemanden, der so seltsam ist wie ich, zumal es in meinem Bereich schwierig ist, überhaupt einen neuen Job zu bekommen.

    Es wäre schön, Gleichgesinnte zu finden oder auch Tipps, wie ich mit der Ablehnung besser zurecht komme oder eben auch Kritik, wobei ich nicht weiß, wie ich es hinbiegen kann, mich in Unterhaltungen mit meinen Kollegen wohler zu fühlen.

  2. Inaktiver User

    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hallo und Willkommen

    Magst du dich eigentlich selbst?

    Es klingt nämlich eher so, dass du in die Handlungen und Worte Dinge hinein interpretieren könntest, an die diese Leute nicht im Traum denken. Dass du also nur denkst, dass sie ... denken. Und sowas deutet sehr sehr oft (wenn nicht gar immer) auf mangelndes Selbstwertgefühl hin. Ob das in einem anderen Job besser wird, bezweifle ich.

  3. Avatar von Punpun
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Du kannst dich und deine Situation im Umgang mit anderen sehr gut analysieren und tust das vermutlich weil du viel allein bist dauernd oder sehr oft.
    Dein Leben findet vorwiegend deshalb im Kopf und in der Theorie deiner Gedankenwelt im inneren statt.
    Das ist verbunden mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten wegen mangelnder Übung und fehlenden Selbstvertauen im praktischen Alltag.
    Du musst deshalb mehr raus aus deinen inneren Analysekonstrukt, auch wenn du da bereits vermutlich Grossmeisterin drin bist.
    Mach mehr praktisch, mehr mit anderen unbeschwert, mehr mit den Herzen, viel weniger rein mit dem ständig denkenden analysierenden Kopf, weniger nachdenken mehr instinktiv einfach tun und machen, mit dem Körper und verbal , mal weniger mit dem verstand unbeschwert alles immer versuchen zu erfassen und zu ergründen
    Handeln,erleben und dann unbeschwert vertrauensvoll gemeinsame Erlebnisse mündlich teilen ,"frei schnauze" reden ohne Anspannung bzw. Angst zu haben komisch zu wirken oder zu sein.
    Dazu brauchst du neben deinen bisherigen Fixstern dieArbeit und den herumkreisenden Planeten deiner Kollegen, ein abhängigen Universum der Arbeit wo alles gerade total festzementiert scheint , ein anderes Universum ausserhalb wo du Selbstvertrauen durch Übung und Erfolgserlebnisse in Kontakten wie Aktionen und Erlebnisse zunehmend aufbauen kannst.
    Wandergruppe bsw...
    So das du von der Arbeit und den Kollegen nicht so abhängig bist und gleichzeitig das auch austrahlst weswegen dich alle komisch finden.
    Geändert von Punpun (22.08.2019 um 21:42 Uhr)

  4. Moderation
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Also, es tut dir weh, daß du ausgeschlossen bist, obwohl du null Interesse daran hast, eingeschlossen zu sein?
    Du beneidest Leute, die spontan umarmt werden, haßt es aber, spontan umarmt zu werden?
    Die Leute behandeln dich, wie du vermutlich signalisierst, behandelt werden zu wollen (nicht endlos über Privatkram labern, deinen Individualabstand geachtet haben) und das macht dich unglücklich?
    Damit machst du es Leuten auch schwer! (Und dir selber erst mal!)

    Falls das das Problem ist, entscheide dich von zwei einander ausschließenden Sachen für eine und bleib dabei. Dann kriegst du nur auf eine Art Unglück, und du sendest klarere Signale, auf die die anderen sich einstellen können.

    Bist du schüchtern oder menschenscheu? Das kann ein Problem sein, weil es arrogant und abwertend wirkt, wenn man sich selber für zu unwichtig hält, um "Guten Morgen" zu sagen. Leute merken es, wenn man ihnen das "Hallo anderer Mensch, ich sehe dich und tu dir nichts" vorenthält. Es gibt Leute, mit denen du auskommst? Frag die mal, wie du rüberkommst, ob sich da leicht was verbessern läßt. (Aber nimm das nicht als die Steintafeln vom Berg Sinai, die Leute kochen auch nur mit Wasser.) Wenn du Chefgespräche hast, die dich loben, sprich an, daß du anscheinend bei deinen Kollegen immer den falschen Ton triffst, und ob sie dir Feedback geben können, was da falsch läuft.

    Hör auf, die anderen zu verachten. Die tun auch nur, was sie können. Wenn sie nicht mehr können, weise sie nicht darauf hin, daß das unbefriedigend ist.

    Es wird immer einen Haufen unglaublich nervender Leute in der Welt geben. Such dir ein oder zwei, die am wenigsten nerven und pflege den Kontakt: Sag hallo, stell Fragen, bitte um kleine Gefallen, mach Komplimente, mach Small Talk. (Small Talk ist die Erweiterung von "Hallo anderer Mensch, ich sehe dich und tu dir nichts" zu "wir sind ja beide hier". Hilf nicht jedem, und diskutiere nicht mit Idioten, das bringt dich auf ihr Niveau runter, aber sei großzügig bei Sachen, die dich nichts kosten (keine Zeit, kein Geld, keine emotionale Energie), und scheinbar völlig merkbefreit gegenüber destruktiven Untertönen.

    Die beste Maske ist heitere Gelassenheit. Außerdem kannst du dir eine Persona bauen, die ganz gutartig nicht kann, was die anderen machen, und es deswegen nicht machen muß. Das mache ich ein bißchen. Ich nehme alles als sachliche Aussage/Frage ("Guck dir nicht so viel Klamotten an." "Ich lege Pullover zusammen." "Hast du die Jeans anprobiert?" "Ja."), gucke dabei vielleicht etwas verwirrt, daß jemand so seltsame Fragen stellt, und sage bei Lamentos, "oh wie furchtbar" oder "Dinge gibt's" und dann "sorry, ich muß wieder ans Werk".

    Du bist von Kindheit an darauf geprägt, bestimmte bedrohliche Muster zu erkennen. Das kann dazu führen, daß du alles andere nicht mehr siehst, und andere Erklärungen nicht mehr denken kannst. Vielleicht kannst du dich da selber rausbringen, vielleicht brauchst du dafür Freunde, vielleicht professionelle Hilfe/Lebensberatung, vielleicht einen Theaterworkshop, oder einen Stapel Bücher über den Umgang mit Menschen. Vielleicht reicht auch dies Forum.

    Wie ist denn dein Leben außerhalb des Jobs? Kompensiert dich das psychisch? Kennst du da Leute, mit denen du klarkommst?
    Hast du eventuell eine psychologische Diagnose über eine Marotte oder Neurodiversität? Wenn das, was du da hast, ein bekanntes Muster ist, gibt es bekannte Handlungsmöglichkeiten, und Leute in der gleichen Situation.

    Der Moment zum Wechseln ist gekommen, wenn du dich imstande fühlst, etwas anders zu machen (souveräner zu sein, besser Small Talk zu machen, Desinteresse zu signalisieren ohne daß andere sich angegriffen fühlen) und deine jetzigen Kollegen dich immer wieder in die alte Rolle drängen. Oder wenn du es nicht mehr aushältst.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  5. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Du bist wahrscheinlich einfach anders als die meisten Frauen. Dann sonderst du dich auch noch (für mich nachvollziehbar) ab. Ich vermute, dass du (zu) nett und hilfsbereit bist.
    In so eine Konstellation wie du sie beschreibst würde ich mit nicht zu guter Laune rein gehen. Wäre vielleicht ganz gut, wenn du dich dazu mal durchringen könntest, auch wenn es schwer fällt, aber wenn da auch arbeitsrelevante Themen besprochen werden solltest du auf jeden Fall. Würden die anderen etwas sagen? So in Richtung leichtes Mobbing? Dann verdreh einfach genervt die Augen und sag, dass du jetzt auch an diesen Gesprächen teilnehmen wirst. "Ich komme jetzt immer." Einfach nicht hinhören, wenn die dann komische Sachen sagen.
    Ich würde es so machen.
    Ich hatte mal eine Kollegin, die hatte mit mir zusammen angefangen und es stellte sich heraus, dass sie keinen blassen Schimmer von excel hatte, was sie aber brauchte. Immer, wenn niemand anders da war, kam sie zu mir und wollte, dass ich etwas zeige und beibringe, ihr also das lerne, was sie bei der Einstellung vorgab, zu können.
    Ebenso kam sie mit Briefen zu mir "Lies doch bitte mal drüber", weil ich ihre miese Rechtschreibung verbessern sollte.
    Das wäre ja vielleicht noch nicht mal so schlimm. Wenn dann aber jemand rein kam, tat sie immer so, als wäre es umgekehrt und sie würde mir etwas beibringen. Das habe ich ein paar mal mitgemacht, bevor ich ihre Taktik durchschaut habe und ihr nicht mehr geholfen habe und diese Kollegin neigte dann dazu sich mit anderen laut lachend in Raucherpausen oder so zurück zu ziehen und mich ließen die dann alle schön außen vor. Ich habe mich einfach ziemlich autark verhalten, unter dem Motto "Ich brauche Euch nicht". Damit muss man leben. Manchmal ändert sich das im Laufe der Zeit wieder. Du bist ja nicht da um Freundschaften zu schließen, sondern um zu arbeiten. In Gruppen ist meist einer das schwarze Schaf. Nimm es nicht zu tragisch.

  6. Avatar von Sneek
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hab ich das richtig verstanden, dass Du studiert hast und jetzt als Verkäuferin arbeitest?


  7. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hallo Third_thought!

    Ob ich mich mag... Jein würde ich sagen. Ich glaube, daß ich eine realistische Sicht auf mich selbst habe. Da gibt es Seiten, die ich richtig gut finde: Ich bin ehrlich, verläßlich und ehrgeizig. Menschen, die ich mag, unterstütze ich absolut loyal. Und wenn ich mal jemanden ins Herz geschlossen habe, verschwindet der auch nicht so schnell. Ich trauere zum Teil immer noch alten Freundschaften hinterher, die irgendwann mal aus welchen Gründen auch immer kaputtgegangen sind. Ich gebe nicht schnell auf.
    Seiten die ich nicht mag: Ich bin schwer zufrieden zu stellen. Was mich und meine Ansprüche an mich selbst angeht, aber auch was Kontakte mit anderen angeht. Früher wünschte ich mir z.B., ich könnte es einfach genießen, mit anderen in die Disco zu gehen. aber ich fand es langweilig. Dann sind meine Kolleginnen häufiger zum Mädelsabend ins Kino gegangen. Fifty Shades of Gray. Aber ich konnte einem Abend mit kichernden Frauen nichts abgewinnen. Wir haben hier häufiger Stadtfeste mit Musik und Getränkeständen. Viele gehen dorthin und amüsieren sich. Aber selbst, wenn ich dort mit guten Freunden bin, macht es einfach keinen Spaß. Ich habe ein paar kreative Hobbys und Freundinnen, mit denen ich mich gut unterhalten kann (leider zu selten). Wir lachen auch viel und haben Spaß, aber ansonsten ist es schwer, Unternehmungen zu finden, nach denen ich sage: Das war mal ein richtig schöner Tag/ Abend.

    Ich würde schon sagen, daß ich mir selbst etwas wert bin. Ich weiß nur nicht, wie ich mir häufiger etwas Gutes tun kann.
    Ich weiß übrigens, daß meine Kollegen auch hinter meinem Rücken über mich lästern. Einmal haben sie per Email über mich geschrieben weil ich im gleichen Büro saß. Anscheinend waren sie derart in Fahrt, daß eine dumm genug war, die Mail aus Versehen an mich zu schicken...


  8. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hallo Punpun!

    Normalerweise war ich genau so auf der Arbeit - frei Schnauze, unbeschwert, locker - natürlich immer noch höflich, zumindest dachte ich das. Dann habe ich bemerkt, wie Kollegen nach meinen Aussage, sogar noch für mich sichtbar, voreinander gegenseitig die Augen gerollt haben. Meinetwegen können die denken, was die wollen, aber ich fand das ziemlich respektlos, weil es sehr offensichtlich war. Mir wäre auch fast herausgeplatzt "Denkt Ihr, ich bin blöd, daß ich nicht merke, wie ihr Blicke tauscht", aber ich habs mir verkniffen, weil ich wußte, daß die Situation eskalieren würde. Ich vermeide Konflikte deshalb, weil ich Angst habe, daß ich nicht sachlich bleiben kann. Ich will professionell bleiben, aber die Antworten mancher Kollegen machen mich so wütend, daß ich ihnen am liebsten lautstark den Marsch blasen würde.

  9. Avatar von animosa
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Das ist nicht in allen Unternehmen so, dsss so ein Kaffeeklatsch gemacht wird, wie du ihn beschreibst. Ich kenne sowas gar nicht.
    Gespräche, die in meinem Kollegenkreis geführt werden, kann jeder selber beeinflussen. So, wie jeder selber es für gut befindet.

    In meiner jetzigen Firma bin ich seit 1 Jahr. Ich habe den Schritt gewagt, vor dem du so eine Angst hast und ich bin 54.

    Ich weiß ja nicht, in was für einer Branche du arbeitest. Aber bei uns ist gut zu tun. Und da haben die Leute andere Sorgen, als sich mit so einem Kram zu beschäftigen, den deine Kollegen im Kopf haben.
    Geändert von animosa (22.08.2019 um 21:53 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hallo Horrorkollegin,

    ich kann mir nicht vorstellen, dass du so Horrormäßig bist.
    Im Gegenteil, du ließt dich , meiner Meinung nach, sehr sympathisch.

    Was haben die Kollegen den geschrieben?

    Unabhängig davon, finde ich den Spruch: love it, change it or leave it ganz passend.

    Du hast schon selbst erkannt, dass das mit dem Lieben wahrscheinlich nichts mehr wird.
    Es verletzt dich und das Verhalten der Kollegen ist auch sehr schäbig.
    Zudem sollte auch ein Unternehmen funktionieren, wenn man seine Informationen nicht nur über den Flurfunk bekommt. Das ist zwar normal, das es informelle Informationen gibt, aber so wie du es beschrieben hast ist das schon viel.

    Change it. Kannst du du alles komplett von dir abprallen lassen? Vielleicht würde ich an deiner Stelle auch noch die netten Gesten einstellen. Den Kollegen nicht mehr helfen. Ich bin aber manchmal auch sehr nachtragend.

    Leave it: Ich kann mir vorstellen, dass du dich in einer anderen Arbeitsumgebung sehr wohl fühlst. Vielleicht ist es die Möglichkeit, etwas zu verbessern.

    Ich trete selbst jetzt im September eine neue Stelle an und ich freue mich schon sehr darauf. Bei mir ist es so gewesen, dass mich meine Chefin nicht mehr ausstehen konnte und es kaum erwartet hat mich loszuwerden.

    So oder so, war ich schon länger auf der Suche, weil ich wusste, mit meiner Chefin und mir wird es nichts mehr.

    Viele Grüße

    moonlady90

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