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  1. Inaktiver User

    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wenn da die Interpretation der Wahrnehmung *nicht* infolge von Lebenserfahrung und daraus entstandener Erwartung in Richtung "Gefahr" verzerrt ist, sondern die Wahrnehmung tatsächlich korrekt die Situation abbildet, sollte die TE lieber heute als morgen das Weite suchen.
    In so einer beruflichen Situation würde ich das auf jeden Fall auch machen. Langfristig betrachtet, kann sie sich nur verschlechtern damit. Anders sieht es im privaten Umfeld aus, da würde ich eine etwas andere Herangehensweise wählen, aber das ist hier ja nicht Thema.


  2. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Liebe TE,

    also ich kenne dieses Gefühl des Ausgeschlossenseins (hatte ich in der Schule früher -Mobbing kam auch dazu) und ich weiss wie man sich da fühlt. Du bist höchstwahrscheinlich etwas anders als die anderen und das sehen die anderen auch. Du hast ja schon einiges über die Kollegen geschrieben. Bei euch gibt es wenig zu tun, vielleicht haben die Mitarbeiter auch Angst um den Arbeitsplatz, sind unzufrieden (unterfordert) und ihr habt vermutlich auch keine gute Führungskraft. Sonst gäbe es so etwas auch nicht. Also entweder hält sich die Führungskraft aus allem raus und bekommt nix mit oder aber bei euch ist das streng geregelt und wird alles kontrolliert und Angst ist an der Tagesordnung. Jedenfalls musst du das jetzt so sehen. Die Mitarbeiter haben ein Grüppchen gebildet und du bist irgendwie anders, passt nicht hinein und eine Bedrohung. Das ist so eine Gruppendynamik und da kommt man schwer wieder heraus. Ich fürchte viel kannst du nicht tun außer da drüber zu stehen, souverän zu werden und an deinem Selbstwert zu arbeiten. Du bist viel zu nett, hilfst den anderen und es ändert ja dennoch nichts.

    Ich habe ein gutes Team und wir unterstützen uns alle, aber das auch nur, weil wir uns sehr ähnlich sind. Zumindest sind 2-3 Kollegen so wie ich und wir sind Sonderlinge. Wir hassen Meetings, gehen oft bei Betriebsausflügen nicht mit, wir mögen keinen oberflächlichen Smalltalk, sind intellektuell auf einer Ebene, selber Humor usw. Ich habe also nix zu befürchten. Ein bisschen muss sich aber jeder anspassen. Klar stehe ich auch mal dabei und quatsche mit den anderen. Das gehört sich so, damit man sich nicht ins Abseits schießt. Dennoch mache ich das nicht immer. Wenn ich viel zu tun habe, stelle ich mich nicht dazu und es wird mir nix vorgeworfen.

    Meine Kollegen sind aber älter und haben nicht den gleichen Bildungsweg wie ich. Ich habe studiert und die haben eine Ausbildung. Aber ob das etwas zur Sache tut-keine Ahnung.
    Bei dir ist das ja anders., Vielleicht sehen sie dich als Konkurrenz. Bei euch herrscht mehr Wettbewerb oder so?
    Und vielleicht sind die Kollegen nicht so klug wie du und du bist die Gefahr, weil deren Selbstwert niedrig ist.
    Manche sind so und lassen es an anderen aus. Mobbing usw. kommt ja nur, weil jemand sich dir unterlegen fühlt.

  3. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    @wildflower: genau so ist es.
    Bei mir hat sich die Lage erst spürbar entspannt, als die anderen merkten, dass ich keine Konkurrenz mehr bin.
    LG Ivi


  4. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    (Ich hab einmal mit lauter älteren Männern gearbeitet, da herrschte immer eine Stimmung wie bei einem Treffen von halswehkranken Sumpfdrachen. Das gehörte einfach so.)




    Welche Stimmung bitte haben halswehkranke Sumpfdrachen?

  5. Avatar von Akzent
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    ich stelle mir jetzt da so eine Gruppe alter bärbeissiger Männer vor, denen das Wasser bis zum Hals steht und die die Frauen nicht mehr verstehen. wildwusel um die Erklärung kommst du jetzt nicht drumherum




  6. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Ich dachte an Pratchetts Sumpfdrachen, die können ganz wortwörtlich explodieren, allerdings eher bei Verdauungsproblemen als bei Halsweh.

  7. Avatar von Akzent
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Bei deinen Explodierenden Sumpfdrachen gibt es einen Vorteil; Die Sumpfdrachen sind danach funktionsuntüchtig und können keinen mehr ´fressen´. Die nörgelnd grummelnden Halswehkranken sitzen weiter am Schreibtisch oder an der Maschine.

    Vielleicht sind die Halswehkranken auch aus keiner hier beschriebenen Kategorie und es gibt etwas von dem wir noch nicht wissen




  8. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Hallo noch einmal und Entschuldigung für die verspätete Antwort!

    Ich habe Eure Beiträge geselen, aber ich hatte Besuch und wollte nicht zu ratzfatz eine Antwort herunterrasseln, wo Ihr Euch doch so viel Mühe gemacht habt.

    Ich fasse mal zusammen:

    1. Um den emotionalen Streß auf der Arbeit zu lindern, sollte ich andere, erfüllende Beschäftigungen und Kontakte im Privatleben finden (weil es da ja leider auch hapert).
    Da stimme ich zu. Ich/ wir sollten versuchen, unseren Freundeskreis zu erweitern. Beschäftigung haben wir eigentlich genug, nur eben nicht mit anderen Menschen. Leider gibt es hier nicht so viele Angebote (Hobbies), die zu uns passen. Dadurch, daß wir auch beide relativ spät erst von der Arbeit heimkommen, ist es schwierig, z.B. Kurse in der VHS zu besuchen. Wir sind beide auch sehr tierlieb und habe zu Studentenzeiten im Tierheim ausgeholfen - dummerweise ginge das jetzt nur samstags, an dem Tag an dem wir auch alle anderen Erledigungen der Woche organisieren. Aber es hilft nichts, ich weiß ja, daß wir in unseren Wohnzimmer niemanden kennenlernen. Wir werden uns etwas überlegen müssen.

    2. Es wurde gesagt, ich solle überdenken, warum ich mir quasi für meine Unterhaltungsfähigkeit selbst Punkte gebe.
    Es stimmt, daß ich mich selbst beobachte und versuche abzuschätzen, ob mein Gegenüber die Unterhaltung mit mir mag oder ob er/sie sich wünschen würde, gerade lieber zuhause auf der Couch zu sitzen. Vermutlich denke ich so, weil ich mich selbst auch oft dabei erwische, wie ich in Unterhaltungen geistig abschalte, weil ich gar nicht wirklich teilnehme.

    3. Den Namen "Horrorkollegin" habe ich aus 2 Gründen gewählt: 1. sehe ich das so ein bißchen ironisch. Natürlich bin ich nicht die absolute Horrorkollegin, vielleicht nur nicht so ganz einfach. 2. Andererseits zweifle ich schon manchmal, ob ich nicht doch zumindest eine richtig schlimme Kollegin bin, weil ich so oft negatives Feedback bekomme.

    4. Bei uns in der Firma ist es tatsächlich an der Tagesordnung, sich gegenseitig Gefallen zu tun und soziale "Events" zu organisieren. Immer wieder bringen Kolleginnen anderen bestimmte Einkäufe mit, verleihen Reiseführer, geben Ratschläge (Thema Finanzen, Auto, Kochrezepte). Deshalb kam ich mir auch nicht seltsam vor, gegen geringe Bezahlung Hosen zu kürzen. Mittlerweile aber habe ich den Eindruck, daß vor allem meine "Lieblingskollegin" permanent Essen + Getränke organisiert, um sich bei anderen durch ihr übertriebenes Engagement einzuschleimen. Einmal gab es ein hochprozentiges Alkoholtasting, das ich rigoros abgelehnt habe. Ich war die einzige, die nicht daran teilnahm, obwohl wir alle noch selbst heimfahren mußten.

    5. Zum Thema Mobbing: Ich persönlich glaube, daß fast jeder, der in seiner Kindheit (oder zu einem anderen Zeitpunkt) gemobbt wurde, das irgendwie verinnerlicht und bei passender Gegegenheit wieder daran erinnert wird. Für mich kann ich sagen, daß es dieses Gefühl ist, daß man so, wie man ist und unbeschwert auftritt, ohne jemandem schaden zu wollen, ohne sich zu verstellen und irgend etwas zu schauspielern, genug Angriffsfläche bietet, um quasi jeden gegen sich aufzubringen und das gefundene Fressen für Demütigungen und Beleidigungen zu sein.

    Im Moment denke ich, ich sollte versuchen zu akzeptieren, daß ich nicht zu meinen Kollegen passe und es nicht zu schwer nehmen. Und mir dazu im Privatleben einen Ausgleich schaffen.


  9. Registriert seit
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    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Liebe TE,

    zu 1.) ja tatsächlich kommt leider keiner einfach so bei einem vorbei. Wie wäre es, wenn du auch alleine und ohne Mann einfach nach irgendeinem Hobby suchst, das dich begeistert und fasziniert. Hier könntest du dann Gleichgewinnte finden. Gibt es etwas was du früher in deiner Kindheit gerne gemacht hast und was heute zu kurz kommt. Warst du kreativ, hast du kreativ, hast du gemalt oder gebastelt? Gibt es etwas was du schon immer wieder lernen wolltest?

    2.) ich beobachte auch immer alle, scanne sie ab und merke dann auch gleich wie jemand bei der sache ist. ist derjenige interessiert oder gelangweilt? Ja das ist irgendwie so in mir drin und weil ich eben hochsensibel bin, mache ich das unbewusst immer. Ich kann das nicht abstellen. Das führt dann aber auch schnell mal zum Rückzug, wenn ich merke, dass diese Person es nicht so ehrlich meint.

    Das mit der Horrorkollegin war ironisch und das dachte ich mir auch. Du bist sicherlich auch so, dass du dich auf die Schippe nehmen kannst und über dich selbst lachen kannst.

    Insgesamt ist es leider so, dass du in ein falsches Umfeld geraten bist. Diese Leute passen nicht zu dir und du müsstest dich sehr verbiegen, damit sie dich akzepzieren und mögen. Ich bin so jemand, dass ich mich nicht verstellen kann, aber wenn es sein muss, dann tue ich es für eine bestimmte Zeit. Vermutlich würde ich mir an deiner Stelle nebenher eine andere Stelle suchen. Ich finde die Zusammenarbeit mit Kollegen und Chefs eines der wichtigsten Punkte für Zufriedenheit im Job. Wenn bei euch kein Miteiander ist und jeder gegen den anderen arbeitet, dann ist das Klima einfach schlecht. Viel ausrichten wirst du nicht können. Es sei denn du passt dich wirklich an und bist glücklich damit. Ich könnte es aber nicht.


  10. Registriert seit
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    227

    AW: Ich bin die Horrorkollegin

    Liebe TE,

    ich habe deine ganzen Schilderungen mal auf mich wirken lassen und möchte dir noch mit auf den Weg geben, dir mal anzusehen, wie in deinem Elternhaus oder deiner Familie Kontakte an sich gehandhabt wurden. Und wie deine Stellung in der Familie war.

    Wart/seid ihr ein offenes Haus mit vielen sozialen Kontakten oder eher nicht? Vielleicht hast du eher Zurückhaltung gelernt in deiner Familie und dir fehlt das Wissen und die Übung im Umgang mit Menschen. Du hast es vielleicht einfach nicht beigebracht bekommen, oder sagen wir mal, es waren andere Werte wichtiger.

    Es ist übrigens kein Widerspruch, sich dadurch ausgeschlossen zu fühlen, wenn dich der Kaffeeklatsch - ich sage es jetzt einfach mal so - einerseits nicht interessiert, und es dir andererseits weh tut, dich ausgeschlossen zu fühlen. Die Kollegen scheinen die Gruppe zu sein, mit der du dich hauptsächlich auseinanderzusetzen hast. Außerhalb der Arbeit kompensierst du wenig über Freundschaften und Hobbys etc. Dann ist es klar, dass es dich schmerzt, den wir Menschen sind nun mal immer noch Säugetiere mit stark ausgeprägtem Bedürfnis nach Gemeinschaft. Wirst du dann von den Menschen ausgeschlossen, bzw nicht so angenommen, wie du eben bist, mit denen du dich am meisten umgibst, dann schmerzt das natürlich.

    Dir bleibt einerseits die Möglichkeit, den Job zu wechseln. Ich würde es ausprobieren. Ich habe etliche Jobwechsel hinter mir, und jedes Team tickt anders. Du brauchst beruflich auch etwas, war dich fordert. Du kannst tatsächlich Glück haben und ein Team finden, in dem es dir besser geht. Ich hatte auch mal eine Stelle, wo extremst geklatscht wurde, ich habe es gerade mal vier Wochen ertragen...

    Dann solltest du unbedingt das tun, was dir andere auch schon so schön geraten haben, dich darum zu kümmern, was dir wirklich Freude bereitet in der Freizeit und im Idealfall in Verbindung mit dem Beruf, wenn das irgendwie möglich ist. Über diese Schiene lassen sich Kontakte knüpfen mit Menschen, die deine Interessen teilen.

    Im Moment scheinst du sehr einsam auf einer Wellenlänge zu funken, auf der die anderen nicht vertreten sind. Es gibt aber welche, die eine Botschaften empfangen können. Da bin ich mir ganz sicher!

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