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24.08.2019, 12:04
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
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24.08.2019, 12:08Inaktiver User
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24.08.2019, 12:12Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Amöbe, Fisch, Maus, Kuh, Affe, Mensch...
Ich musste erst Mitte 50 werden, um endlich zu verstehen, was hinter dem "ganzen Paarkram" steht.. Dank eines Beitrags eines Users in einem Forum.
So ne sch.. aber auch!
Ich will mich aber nicht fortpflanzen!
Was mache ich jetzt?
Warum hat man mir das nicht früher gesagt, dass hinter meinem Wunsch immer nur die "Vermehrung" gesteckt hat und sonst nichts?
Die Anderen sind schuld!
Jetzt verstehe ich auch endlich, warum manche das gleiche Geschlecht bevorzugen bei dem "Paarkram".
Wie wäre mein weiteres Leben nur verlaufen, wenn ich nicht zufällig in diesem Forum gelandet wäre?
Ich werde mich von nun an um eine Verbreitung dieser neuen Erkenntnis einsetzen.
Das muss die ganze Menschheit erfahren!
Es wäre sehr ungerecht, dieses neue Wissen nur für sich zu behalten.
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24.08.2019, 12:16
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
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24.08.2019, 13:43Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Das wollte ich ohnehin schon lange mal einscannen, aus einem Buch über Bindungsverhalten:
Der Mythos von der Co-Abhängigkeit
Die Co-Abhängigkeitsbewegung und andere momentan populäre Selbsthilfephilosophien schildern Beziehungen auf eine Art, die stark den Ansichten gleicht, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die Kind-Eltern-Bindung verbreitet waren. (Denken Sie an das »glückliche Kind«, das frei von unnötigen Bindungen ist.) Heute lauten die Ratschläge der Experten in etwa so: Ihr Glücksempfinden sollte von innen kommen und nicht von Ihrem Liebhaber oder Partner abhängen. Er ist nicht für Ihr Wohlbefinden verantwortlich, und Sie nicht für seins. Jeder muss selbst für sich sorgen. Außerdem sollten Sie lernen, Ihren inneren Frieden nicht von dem Menschen durcheinanderwirbeln zu lassen, der Ihnen am nächsten steht. Wenn Ihr Partner etwas tut, das Sie verunsichert, sollten Sie in der Lage sein, sich emotional aus der Situation herauszuziehen, ››sich auf sich selbst zu konzentrieren« und gelassen zu bleiben. Wenn Sie das nicht schaffen, stimmt möglicherweise etwas nicht mit Ihnen.
Vielleicht sind Sie zu sehr mit dem anderen verstrickt, mit anderen Worten »co-abhängig«, und müssen lernen, Ihre ››Grenzen« zu setzen.
Diese Ansicht beruht auf der Vorstellung, die ideale Beziehung finde zwischen zwei autarken Personen statt, die sich auf reife, respektvolle Weise zusammentun und dabei klare Grenzen behalten. Wenn Sie von Ihrem Partner zu stark abhängig werden, haben Sie irgendeine Macke, und man rät Ihnen, an sich zu arbeiten, damit Sie ››erkennbarer« werden und »mehr Selbstwertgefühl« bekommen. Im schlimmstmöglichen Szenario brauchen Sie Ihren Partner, was mit einem ››Süchtigsein« nach ihm gleichgesetzt wird – und eine Sucht ist, wie wir alle wissen, eine gefährliche Angelegenheit.
Obwohl die Lehren der Co-Abhängigkeitsbewegung nach wie vor hilfreich sind, wenn es um Familienangehörige geht, die Drogen missbrauchen (für diesen Bereich war sie ursprünglich gedacht), kann ihre undifferenzierte Anwendung auf Beziehungen irreführend und sogar schädlich sein. Karen, die sich dafür schämt, Händchenhalten zu wollen, war von diesen Theorien beeinflusst. Die Biologie indes erzählt eine ganz andere Geschichte.
Die biologische Wahrheit
Zahlreiche Studien belegen, dass eine physiologische Einheit entsteht, sobald wir uns an jemanden binden. Unser Partner reguliert unseren Blutdruck, den Herzschlag, die Atmung und den Spiegel der Hormone in unserem Blut. Wir sind keine getrennten Einheiten mehr. Die Abgrenzung, die heute von den meisten populären psychologischen Ratgebern über Paarbeziehungen gepredigt wird, ist aus biologischer Sicht nicht haltbar. Die Abhängigkeit ist ein Fakt; wir können uns nicht für oder gegen sie entscheiden oder eine Vorliebe äußern.
Eine von Dr. James Coan durchgeführte Studie ist in dieser Hinsicht besonders erhellend. (….)
Die Studie belegt, dass zwei Menschen, die eine enge Beziehung haben, wechselseitig ihr psychisches und emotionales Wohlbefinden regulieren. Die körperliche Nähe und Verfügbarkeit des Partners beeinflusst die Stressreaktion. Wie also kann von uns erwartet werden, dass wir uns stark von unserem Partner abgrenzen, wenn zentrale biologische Funktionen in einem solchen Ausmaß von ihm beeinflusst werden?
Karen jedenfalls hatte offenbar instinktiv begriffen, wie heilsam es war, wenn sie bei Stress die Hand ihres Partners hielt. Leider schwenkte sie späterr auf die weit verbreitete falsche Vorstellung ein, indem sie ihren Instinkt als eine Schwäche betrachtete, als etwas, für das sie sich schämen musste.
Das »Abhängigkeitsparadox«
Lange bevor die Technologie der bildgebenden Verfahren entwickelt war, erkannte John Bowlby, dass unser Bedürfnis nach jemandem, mit dem wir unser Leben teilen können, zu unserer genetischen Ausstattung gehört und nichts mit dem Grad zu tun hat, zu dem wir uns selbst lieben oder unser Leben für erfüllt halten. Er entdeckte, dass starke und manchmal unkontrollierbare Kräfte ins Spiel kommen, sobald wir einen bestimmten Menschen für uns zu etwas Besonderem machen. Neue Verhaltensmuster werden auch gegen unseren bewussten Willen wirksam. Sobald wir einen Partner wählen, stellt sich nicht .mehr die Frage, ob es Abhängigkeit gibt oder nicht. Diese ist unausweichlich.
Eine elegante Koexistenz, der das unangenehme Gefühl der Verwundbarkeit und die Angst vor Verlust fehlen, klingt zwar gut, entspricht aber nicht unserer Biologie. Im Verlauf der Evolution hat es sich als bedeutender Überlebensvorteil erwiesen, wenn ein Menschenpaar zu einer physiologischen Einheit wurde. Das bedeutet: Wenn sie reagiert, reagiere ich auch, und wenn er sich aufregt, bringt das auch mich aus der Ruhe. Der andere ist ein Teil von mir, und ich ich werde alles tun, um ihn zu retten; das intensive Interesse am Wohl des anderen wird für beide Partner zu einem wichtigen Überlebensvorteil.
Obwohl Menschen je nach ihrem Beziehungstyp unterschiedlich mit diesen starkem Kräften umgehen – die Sicheren und Ängstlichen nehmen sie gern an, die Vermeidenden würden sie am liebsten unterdrücken - sind alle drei Typen darauf programmiert, sich mit einem Menschen zusammenzutun, der für sie etwas Besonderes ist. Tatsächlich belegt eine Reihe von Experimenten, dass auch der vermeidende Beziehungstyp Bindungsbedütrfnisse hat, die er allerdings aktiv unterdrückt (siehe Kapitel 6).
Bedeutet das, dass wir und unser Partner wie siamesische Zwillinge immer zusammen sein oder andere Aspekte unseres Lebens, etwa den Beruf oder Freunde, aufgeben müssen, wenn wir in einer Beziehung glücklich sein wollen? Paradoxerweise ist das Gegenteil der Fall! Unsere Fähigkeit, selbstärıdig in die Welt hinauszugehen, rührt nämlich oft von dem Wissen her, dass wir jemanden zur Seite haben, auf den wir uns verlassen können – das ist das ››Abhängigkeitspara- dox«. Seine Logik ist auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar. Wieso können wir dadurch unabhängiger handeln, dass wir von einem anderem vollkommen abhängig sind? Wenn wir die zentrale These der Paarbindungstheorie in einem Satz beschreiben sollten, würde er lauten: Wenn Sie den Weg zu Unabhängigkeit und Glück einschlagen wollen, dann finden Sie den richtigen Menschen, von dem Sie abhängig sein wollen, und gehen Sie den Weg mit ihm. Wenn Sie das begreifen, haben Sie den Kern der Bindungstheorie verstanden.
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24.08.2019, 14:52
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Bei aller berechtigter Kritik (
@Mary) an @NurzuGasts Meinungen, da hat sie Recht. Finde ich.
@Justalone - auch ich rate dir, versuche dir dein Leben auch ohne Mann gut zu machen. Das geht. Es ist für viele schöner einen Partner zu haben. Aber wenn man keinen (mehr) hat, dann hat man trotzdem ein Leben.
Es kann gut sein, dass heute nachmittag schon der Mann deiner Träume vor der Türe steht (ggfs. öffnen, wenn's läutet
).
Es kann aber auch gut sein, dass du tatsächlich nie wieder einen findest. Und dann?
Das kann man nicht wissen. Ich wünsche dir wirklich von Herzen, dass deine Träume in Erfüllung gehen.
Aber was wenn nicht? Oder, was "bis dahin"?
Meinst du nicht, es wäre für dich angenehmer, wenn du einen Plan B hättest? Ein gutes, schönes Leben auch als Single?
Wie gesagt, ich bestreite die großen Vorzüge einer guten Liebesbeziehung mit Nichten. Aber wenn man keine hat, dann lebt man auch jeden Tag. Es kann doch nicht sein, dass das dann nur als defizitär und sinnlos betrachtet wird.
Das macht mir ein wirklich ungutes Gefühl im Magen, @Justalone
Es fühlt sich an, als ob du DEIN Leben irgendwie missachtest.
Alles Gute und bei Klingeling nicht tot stellen
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24.08.2019, 17:03
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Liebe TE,
du kannst dich gerne bei mir melden. Bin auch hochsensibel. Deine Ansprüche sind auch nicht zu hoch.
Ich denke deine Symptome sind psychisch (Angststörung), weil du Ängste hast, was gerade die Zukunft anbelangt. Hier wäre es gut, wenn du dir Hilfe suchst.
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24.08.2019, 17:55Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Ich bin für aktiv einen Partner suchen, so mit rausgehen und ansprechen, wenn nötig den Radius gewaltig erweitern !!!
Traurig darüber zu sein daß man alleine ist inklusive körperliche Schmerzen ist normal, ich kenne so ein beklemmendes Gefühl in der Brust das aus Einsamkeit kommt schon seit sehr jungen Jahren.
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24.08.2019, 19:39
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
Jedoch reden wir hier nicht von Säuglingen oder (Klein)Kindern sondern von Erwachsenen, somit ist Dein Einwand obsolet.
Kein Erwachsener stirbt oder verkümmert, wenn er keinen Beziehungspartner hat!Als Erwachsene können sich manche Menschen im Alleinsein einrichten und aus ihren im Austausch mit anderen erworbenen inneren Repräsentationen heraus leben. Die allermeisten Menschen jedoch suchen die Nähe und Verbindung zu anderen Menschen.
Jeder KANN das, die meisten haben nur viel zu viel Angst vor dem was sie in sich selbst finden, dass das schnell im Außen zugekleistert werden muss oder sind so konditioniert worden (leider sehr oft Frauen), dass man einen Partner haben muss und müssen dann in langer Singlezeit auf die harte Tour lernen, sich selbst zu genügen.
Dann nenn es eben Selbstsabotage. Fakt ist, das System schädigt sich selbst, weil die Ursachen nicht bearbeitet werden. Und das wird auch so bleiben, wenn man Symptome versucht, zuzukleistern.Selbstverletzungen hingegen sind bewusst zugefügte Beschädigungen.
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24.08.2019, 20:26Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig - ü40, hochsensibel
NurzuGast, Mary ist Ärztin, ich glaube, Du kannst für voll nehmen, was sie schreibt.



Was sollen denn jetzt die zahlreichen Beiträge, wie toll eine Beziehung ist, wenn doch die TE eben keine hat und darunter leidet. ich finde das taktlos.
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