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  1. Registriert seit
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    Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Hallo liebe Bris,

    ein über alles geliebter Mensch stirbt an einer Krankheit.


    Was ihm Freude bereitet, was ihm Kraft gibt, wie seine verbleibende Lebenszeit zu gestalten, damit sie bereichernd und beglückend verläuft - all das ist klar und wir setzten es um.

    Wobei ich eure Hilfe brauche ist der Punkt, wie ich mit diesem irrsinnigen Schmerz umgehen lerne, ihn an eine abscheuliche Krankheit zu verlieren.
    Mit diesem Schmerz will ich ihn nicht belasten, auch wenn er grds. darum weiß.

    Er hat genug zu tragen, meinen Kummer will ich da keinesfalls hinzufügen!

    Doch momentan sprengt der Schmerz alle Maßen. Nur dann, wenn ich bis zur kompletten Erschöpfung arbeite, kann ich die Umstände halbwegs wegschieben.
    Sonst weine ich, letztlich fast unabhängig davon, wo ich bin oder was ansteht.


    Eure Erfahrungen, eure Ideen brauche ich dringend, um durch diese Zeit zu gelangen.
    Bin selbst ratlos, was konstruktive Ideen angelangt.
    Was half euch in solchen Zeiten?
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
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  2. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Irgendwo muss ja der Schmerz raus..
    Hast du nahe Freunde/Freundinnen, denen du dich anvertrauen kannst und die mitfühlen können?
    Wenn du diese Möglichkeit hast, dann wird das dich entlasten und dann wirst du bei ihm weniger unter der Last des Schmerzes stehen.


  3. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Hallo Carcasonne,
    ich fühle mit dir 💐.
    Ich habe mit 16 Jahren meinen Vater an Krebs verloren. Diese unfassbare Hilflosigkeit und Wut die man spürt ist einfach nicht zu beschreiben...
    Ich verstehe, dass du versuchen möchtest den Schmerz nicht an ihn heranzutragen. So ging es mir damals auch. Aber rückblickend betrachtet wünschte ich, ich hätte mit meinem Vater darüber gesprochen was in ihm vorgeht, welche Sorgen und Ängste er hat.

    Was mir damals geholfen hat waren die Gespräche mit Freunden und Zeit mit meinem Dad zu verbringen.

  4. VIP Avatar von katelbach
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    15.957

    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Mein Mann ist trotz einer schweren Krakheit unerwartet gestorben.
    Wir haben uns nach der Diagnose mit Ängsten und Velsut sehr auseinandergesetzt. Für ihn war es auch eine Hilfe, dass ich nicht nur Zweckoptimismus ausgestrahlt habe, sondern auch über die Angst, ihn zu verlieren, gesprochen habe. Oder nach der einschneidenden Komplikation auch angesprochen habe, wie das Leben sich wohl verändern wird und wie wir zusammen und jeder für sich damit umgehen können. Er sagte, er hätte von sich aus es nicht fertiggebracht, das alles anzusprechen.

    Zu wissen, dass jemand, der einem nahe steht, in absehbarer Zeit an einer schrecklichen Krankheit stirbt, habe ich jetzt bei einem engen Freund erlebt. Seiner Frau ging es so wie dir. Sie wollte ihn nicht damit belasten, dass es ihr so schlecht ging.
    Er hat wohl das Thema ihr gegenüber auch vermieden.

    Mit seiner Tochter hat er schon über den nahenden Tod gesprochen. Mit mir auch, wenn wir allein waren. Ich glaube, er hatte schon das Bedürfnis, darüber zu sprechen.

    Wirklich raten kann ich dir natürlich nichts, denn jeder ist anders.

    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Mut und Kraft, diese Zeit gut durchzustehen. Gut für dich und gut für den Kranken.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  5. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Zitat Zitat von Sonnenschein12321 Beitrag anzeigen
    Hallo Carcasonne,
    ich fühle mit dir ��.
    Ich habe mit 16 Jahren meinen Vater an Krebs verloren. Diese unfassbare Hilflosigkeit und Wut die man spürt ist einfach nicht zu beschreiben...
    ...
    Aber rückblickend betrachtet wünschte ich, ich hätte mit meinem Vater darüber gesprochen was in ihm vorgeht, welche Sorgen und Ängste er hat.

    Liebe Sonnenschein,

    danke für dein Mitgefühl.

    Ja, Trauer, Wut und Schmerz sind kaum in Worte zu fassen.

    Es tut mir sehr leid für dich, diese schmerzhafte Erfahrung in diesen jungen Jahren machen zu müssen!


    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Mein Mann ist trotz einer schweren Krakheit unerwartet gestorben.
    Wir haben uns nach der Diagnose mit Ängsten und Velsut sehr auseinandergesetzt. Für ihn war es auch eine Hilfe, dass ich nicht nur Zweckoptimismus ausgestrahlt habe, sondern auch über die Angst, ihn zu verlieren, gesprochen habe. Oder nach der einschneidenden Komplikation auch angesprochen habe, wie das Leben sich wohl verändern wird und wie wir zusammen und jeder für sich damit umgehen können. Er sagte, er hätte von sich aus es nicht fertiggebracht, das alles anzusprechen.

    Zu wissen, dass jemand, der einem nahe steht, in absehbarer Zeit an einer schrecklichen Krankheit stirbt, habe ich jetzt bei einem engen Freund erlebt. Seiner Frau ging es so wie dir. Sie wollte ihn nicht damit belasten, dass es ihr so schlecht ging.
    Er hat wohl das Thema ihr gegenüber auch vermieden.

    Mit seiner Tochter hat er schon über den nahenden Tod gesprochen. Mit mir auch, wenn wir allein waren. Ich glaube, er hatte schon das Bedürfnis, darüber zu sprechen.

    Wirklich raten kann ich dir natürlich nichts, denn jeder ist anders.

    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Mut und Kraft, diese Zeit gut durchzustehen. Gut für dich und gut für den Kranken.
    Liebe Katelbach,

    mein tiefes Mitgefühl für deine Situation und deinen Verlust!
    Habe mich in den Tod und Trauer-Strang langsam eingelesen.

    Ja, ich werde zukünftig offener damit umgehen, wie mir der Schmerz und die Angst vor dem endgültigen Abschied zusetzt.

    Zweckoptimismus liegt mir nicht, zumal er in unserer Situation nicht einmal möglich ist, weil die Erkrankung keinerlei Therapie zulässt, außer palliativer Behandlung, wenn sein Zustand kippt.
    Leider liegt die Prognose dafür zwischen jetzt gleich bis max. 3 Jahre. Der körperliche Zustand derzeit ist allgemein stärker geschwächt, sonst akzeptabel.

    Über seinen Tod sprechen wir durchaus, also das Sterben und seine Empfindungen und Einstellung dazu, allerdings wohl zu sporadisch.

    Dankbar bin ich dafür, mehrere enge Freund zu haben, denen ich mich offen zumuten kann.
    Ohne sie, unvorstellbar. Arbeiten hilft ebenfalls, lenkt gezwungenermaßen den Fokus woandershin.

    Ich danke dir von Herzen für deine lieben und positiven Wünsche.


    Für dich alles Liebe, gerade in der jetzigen Zeit und den Mut, dich anderen zuzumuten
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  6. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Liebe Carcasonne

    In unserer Konstellation bin ich diejenige, die wohl zuerst gehen wird. Es gibt bei mir zwar noch keinen Endpunkt, aber es ist doch ziemlich sicher , dass ich eher gehen werde.

    Mein Mann leidet wie Du sehr, Gespräche über meine Ängste und Sorgen sind aufgrund seiner psychischen Erkrankung nur schlecht möglich, da er alles noch mehr dramatisiert, als es ohnehin schon ist. Ich kann ich Dir aber aus meiner Sicht schildern, was mir gut tut.

    Es tut mir gut, wenn er einfach da ist, mir Steine aus dem Weg räumt, Dinge erledigt, für die ich mich zu schwach fühle. Damit meine ich nicht so sehr Dinge des täglichen Lebens, sondern vor allem Schwierigkeiten im Krankenhaus organisatorischer oder menschlicher Art und die gibt es zuhauf.

    Es tut mir gut, wenn er mir zuhört, ich mich an seiner Schulter ausweinen kann und er nichts beschönigt, aber auch nichts dramatisiert oder noch schlimmer darüber redet, als ich es gerade zulassen kann. (Schwierig bei ihm, aber er bemüht sich sehr.)

    Wenn ich nicht darüber rede, vielleicht gerade mental alles wegschiebe, darf er nicht von seinen Sorgen anfangen, sowas zieht mich wieder in das tiefe schwarze Loch, aus dem ich gerade mal rausgekrabbelt bin.
    Seine Ängste muss er ganz oft mit anderen teilen, ich kann das nicht alles auffangen oder ihn trösten. Es tut mir so leid für ihn, aber ich schaffe das nicht.

    Dinge mit mir unternimmt, die noch gehen, die ich gerne mache. Mir Mut machen, ohne dabei zu übertreiben oder zu beschönigen. Mein Fels in der Brandung sein.

    Das ist das jetzt, was mir so auf die Schnelle einfällt. Du befindest Dich in einer schrecklichen und schwierigen Lage, aber es gibt in den Krankenhäusern oft Gesprächsangebote für Angehörige.
    Mir selber hilft das Schreiben hier auch sehr.

    Fühl Dich ganz lieb gedrückt. Ich bin in meinen Gedanken bei Dir!


  7. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Zitat Zitat von Mayali Beitrag anzeigen
    , ich kann das nicht alles auffangen oder ihn trösten. Es tut mir so leid für ihn, aber ich schaffe das nicht.

    Dinge mit mir unternimmt, die noch gehen, die ich gerne mache. Mir Mut machen, ohne dabei zu übertreiben oder zu beschönigen. Mein Fels in der Brandung sein.



    Fühl Dich ganz lieb gedrückt. Ich bin in meinen Gedanken bei Dir!
    Liebe Mayali

    ich danke dir inständig dafür, mir deine Situation und deine Empfindungen so offen mitzuteilen.
    Das ist ungeheuer wertvoll!

    Du hilfst mir damit sehr, denn ich denke auch, dass er - genau wie du es beschreibst - mich nicht auch noch trösten sollte.
    Das ist eine Überforderung.

    Genau deswegen scheint es derzeit ein Balanceakt zwischen offenem, ehrlichen Dialog über das, was ist und das, was wird und der Gefahr, ihn emotional zu überlasten.

    Bitte fühle dich ebenfalls umarmt.
    Deine Zeilen wirken tröstend und ich wünsche dir und deinem Mann alles Liebe und Kraft, jetzt und in Zukunft!
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  8. Registriert seit
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Liebe Carcasonne,
    danke für Deine lieben Worte!
    Ich habe beim Nachlesen jetzt erst gemerkt, dass ich am Thema vorbei war. Es geht ja gar nicht darum, wie Du mit Deinem geliebten Menschen umgehen willst, sondern darum, wie Du mit der Situation fertig werden bzw. umgehen kannst. Sorry dafür.
    Meinem Mann kann ich schlecht helfen oder zuhören, wenn es um seine Ängste geht, weil ich ja betroffen bin. Aber vielleicht können ich und andere Dir hier zuhören, wenn Du magst.

    Mir tut es so gut, mich hier immer wieder mit meinen Sorgen zu melden und den Zuspruch zu erfahren, etwas, was mit meiner Familie nicht so gut geht, da alle so leiden.

    Wie geht es Dir heute? Du bist nicht alleine!

  9. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Liebe Carcasonne,

    es tut mir unglaublich leid, daß Du das durchmachen mußt.

    Mir fehlen gerade die Worte für mehr, aber ich wollte auch nicht nur irgendwie still und damit ignorierend mitlesen.

    Zumindest das wollte ich Dich wissen lassen.
    Fühl´ Dich ganz doll umarmt.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin


  10. Registriert seit
    26.10.2016
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    5.047

    AW: Wie mit dem Schmerz umgehen?

    Liebe Mayali,

    mitnichten am Thema vorbei!
    Ganz im Gegenteil!

    Gerade deine Sichtweise darauf, als Betroffene der Krankheit, ist ungeheuer wertvoll für mich.
    Du schilderst explizit mein zentrales Thema; wie gehst du mit der Trauer/Schmerz deines Mannes um, was geht und was geht nicht, was hilft dir, stützt dich und was schwächt bzw. überfordert dich.
    Genau darum geht es und ich bin dir zutiefst dankbar, weil du so authentisch beschreibst, womit du umgehen kannst und auch, wo deine Grenzen liegen.
    Danke


    Liebe Sternenfliegerin,

    lieben Dank für deine Zeilen und für dein Mitgefühl.


    Habe jetzt externe Unterstützung in Anspruch genommen und nach einem intensiven, aufwühlenden Termin, sortieren sich wenigstens die Emotionen ein wenig.
    Erst, wenn die ein wenig mehr sortiert sind, kann ich entscheiden, wie viel Kummer bei mir bleibt und wie viel in die Beziehung geht.

    Aktuell schreibe ich erst einmal, quasi Tagebuch, das hilft bei der Sortierung. Irgendwie ist das gerade enorm wichtig, weil zuvor die Emotionen eine wild, überbordende Woge waren, die jeglichen Boden verlieren ließ.
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