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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also,
    es sind ja die alten Frauen, mit denen ich schnacke, und ja, es ist wohl eine Generationsfrage - Geburt in den 30er Jahren!

    Denn diesen Frauen ist es in jungen Jahren schwer gefallen, Familie, Beruf, männliche Vorurteile, gesellschaftlichen Druck ect. unter einen Hut zu bringen und dabei "fröhlich" zu bleiben.

    Die Bedingungen waren hart: Kindergartenplatz schon bei der Zeugung anmelden, 6-Tagewochen (für Verheiratete 1! Haushaltstag im Monat), Berufsausübung nur mit Erlaubnis des Ehemanns, gesellschaftliches Credo "....und drinnen waltet die züchtige Hausfrau - da haben viele den unfeministischen bequemen Weg gewählt - ja, und das "frißt", wenn man sich erinnert.
    Nicht zu vergessen: diese/deine Generation hat als Kind bewusst den zweiten Weltkrieg mitgekriegt und die anschließend in den meisten Fällen kargen Nachkriegsjahre.
    An solche kann selbst ich (Jahrgang 44, ein Jahr vor Kriegsende) mich erinnern.
    Ich weiß noch, wie ich meinen ersten Gummiball bestaunte, der auf und ab hüpfen konnte, kann mich an meiner erste Puppe erinnern und auch daran, dass mir in den furchtbar kalten Wintern die Zehen erfroren und aufplatzten, weil ich nur dünne schwarze Schnürstiefel hatte.
    Ich weiß noch genau, wie meine Mutter in Tränen ausbrach, als ich sie fragte - sie las mir eine Gute Nacht Geschichte vor - was ist Schokolade?
    Solche Mangelerlebnisse prägen auch!
    Zum Glück konnte ich die Flower Power Zeit bewusst miterleben und zum Teil auch mit ausleben, aber das war Frauen, die 10 - 20 Jahre älter sind als ich, verwehrt.
    Miniröcke? Zu alt - damals.
    Freie Sexualität? Undenkbar, auch zu alt.
    Da war frau Hausfrau mit Kindern und der Mann Alleinverdiener.
    Kein Wunder, dass da viel Nichtgelebtes und Versäumtes gern hochkommt.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Kara, ich glaub du kannst dir nicht wirklich vorstellen, was Altersarmut ist.
    Wenn man alleinerziehend nie wirklich sparen konnte, in einem sozialen Beruf schlecht verdient hat, Ausfallzeiten und Teilzeit noch dazu...?
    Das kannst du dir nicht vorstellen, von welcher Rente ich leben müsste,- wenn ich nicht nochmal geheiratet hätte.
    Wenn ich jetzt allein leben sollte, würde ich im letzten Loch wohnen und wahrscheinlich nur mit Zuwendungen von Verwandten über die Runden kommen.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Kara, ich glaub du kannst dir nicht wirklich vorstellen, was Altersarmut ist.
    Wenn man alleinerziehend nie wirklich sparen konnte, in einem sozialen Beruf schlecht verdient hat, Ausfallzeiten und Teilzeit noch dazu...?
    Das kannst du dir nicht vorstellen, von welcher Rente ich leben müsste,- wenn ich nicht nochmal geheiratet hätte.
    Wenn ich jetzt allein leben sollte, würde ich im letzten Loch wohnen und wahrscheinlich nur mit Zuwendungen von Verwandten über die Runden kommen.


    Ja, auch deswegen hat man ja in Deutschland die Grundrente eingeführt.
    Sie beseitigt zwar die Armut für Betroffene nicht, verbessert aber ihre Lage, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen.
    Und eben da liegt das Problem: Wenn man die Voraussetzungen nicht erfüllt, dann sieht es für manche Menschen richtig schlecht aus.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würde ich nicht unbedingt sagen.
    Auch bei der jetzigen Zeit, die auf den ersten Blick vielleicht "bewegter" erscheinen mag im Vergleich zu früher, kann das Leben zu kurz kommen. Vielleicht sogar noch mehr als früher, zumindest bei nicht wenigen Leuten.

    Der Druck, der auf heute Heranwachsende lastet, ist nicht geringer als früher.
    In meiner Zeit (heute Mitte 50) war es nichts Unübliches, sich viele Jahre als Student ein schönes, bequemes Leben zu machen. Man jobbte ein wenig herum und studierte so eher nebenbei und hatte ein schönes Leben, wirklich frei, ohne jeden Druck und Zwang.
    Man sammelte viele Erfahrungen, ein paar Semester dran zu hängen, war kein Problem.
    Heute bzw. seit Jahren ist der Druck auf Studierende insgesamt größer, das Ganze schnell durchzuziehen.
    Ich (55) kann nur sagen, in der DDR gab es keine Bummelei im Studium, ich war mit 23 fertige Ing... Danach ging es zügig in den Job, VZ bitte schön, TZ war verpönt, auch mit Kindern (ich hatte 2 und einen beruflich abwesenden Ehemann) da war Funktionieren angesagt...
    Daher emfinde ich mein Leben ab 50,Kinder raus, die Enkelkinder ein nettes "Kannsein, muss nicht"... Als Befreiung, mein Studium als Bereicherung...

    Altern??? Passiert halt so... Ohne dass ich es besonders bedaure

  5. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Kara, ich glaub du kannst dir nicht wirklich vorstellen, was Altersarmut ist.
    Wenn man alleinerziehend nie wirklich sparen konnte, in einem sozialen Beruf schlecht verdient hat, Ausfallzeiten und Teilzeit noch dazu...?
    Das kannst du dir nicht vorstellen, von welcher Rente ich leben müsste,- wenn ich nicht nochmal geheiratet hätte.
    Wenn ich jetzt allein leben sollte, würde ich im letzten Loch wohnen und wahrscheinlich nur mit Zuwendungen von Verwandten über die Runden kommen.
    Naja, ich bin jetzt erst mal von mir ausgegangen.

    Ich habe keine Kinder und daher keine Ausfallzeiten (nur die vom Studium und der Promotion, wobei ich da recht fix war). Und auch keinen sozialen Beruf, eher das Gegenteil davon (die böse Seite der Macht.... ). Wenn ich jetzt noch 25 Jahre so weiter mache, wird sich das Thema Altersarmut in Grenzen halten (oder sagen wir mal: 15 Jahre, die letzten 5-10 könnte ich vermutlich kompensieren). Aber genau das ist eben auch ein Grund, sich keine "Auszeit" zu nehmen - weil es danach eben anders aussehen würde, wenn es keinen Anschluss gibt.

    Also jeden Tag aufstehen, einen Fuß vor den anderen setzen und hoffen, dass die Zeit bis zum Ruhestand schnell vorbei geht und der olle Kadaver bis dahin halbwegs durchhält .... macht er bislang aber recht anständig. Von klassischen Alters-Wehwehchen mal abgesehen.

    Falls irgendwer ein neues Knie rumliegen hat - das würd' ich nehmen! Und bessere Zähne auch.
    Geändert von Inaktiver User (10.10.2020 um 21:16 Uhr)

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    @Fyona

  7. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Oh, Brausepaul,

    haben wir alten Damen etwa deinen Strang gekapert und damit dir und deinen Mitschreiber/innen die Lust am Frust des Älterwerdens genommen?

    Mea culpa

  8. Moderation

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Hier sind alle Erfahrungen zum Thema willkommen, ob Mönnlein oder Weiblein.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    Altern??? Passiert halt so... Ohne dass ich es besonders bedaure
    Zu dieser "Fraktion" gehöre ich auch. Inzwischen fast 62, aber fit, wie ein Turnschuh .

    Da frage ich mich eher, wie es z.B. 2 Kolleginnen mal mit dem "Älterwerden" haben werden, die 13 und mehr Jahre jünger sind und schon beim normalen Treppensteigen ins Schnaufen kommen. Ok ... massig Übergewicht mit Wehwehchen, die ich nicht habe (Knie, Rücken etc.). Wo sehen sie sich in 10 bis 15 Jahren?

    Ein Patentrezept habe ich nicht, bin aber eher auf der Positivseite des Lebens unterwegs und unternehme das eine oder andere, bin interessiert an allem Möglichen und habe meinen Sport.

    Trotz des Wissens, den Großteil gelebt zu haben, begegnen mir immer wieder Menschen Ü80 und - so heute - Ü90, die fit im Geist und am Körper sind.

    Die nehme ich mir zum Vorbild.

    Ob es bei mir auch mal so sein wird, weiß ich natürlich nicht. Aber als Ziel nicht das schlechteste.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Chambord

    Ich wage mal die steile These, dass der Standpunkt vom Lebensinhalt abhängig ist. Bei mir ist die Löffel Liste so extrem lang, ich muss 130 werden um die zu schaffen....

    Als zweifache, bald 3fache Oma, gut Im Job unterwegs und an der Uni immer was Neues im Sinn, denke ich nur an mein Alter, wenn es morgens ziept ubd zwickt.

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