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  1. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, die Erklärung liegt in Deinem Sprung von "kann" zu "will".
    Ja, genau.

    Für mich liest sich das so: der Daumen tut einem weh, weil man immer mit dem Hammer drauf haut, und wenn jemand sagt, dann hau doch gegen die Wand, dann heisst es, ich hab alles Recht mir immer weiter auf den Daumen zu hauen.



    Ich kann mich an vielen Dingen freuen und tue alles Mögliche, um mehr von diesen guten Momenten zu haben
    Ja eben.

    Was würdest du sagen, wieso tust du das, und andere nicht?

    ABER. Das ändert nichts an meinem melancholischen, indifferenten Lebensgefühl.
    Das muss ja auch nicht, ich glaube, das kommt ganz falsch rüber. Es ist ja gut so, daß wir alle sehr unterschiedlich sind, und wie ambiva schrieb, das hat auch eine gewisse Tiefe. Aber diese Melancholie kann man doch auch in gewisser Weise "genießen"?

    Leute die immer so robust und unerschuetterlich gut drauf sind, oder sich so zeigen, das meine ich gar nicht, ganz abgesehen davon dass ich so nicht bin und nicht sein wollte. Das empfinde ich auch oft als Fassade, und auch Abwehr, nur in die andere Richtung.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    @Annilein: das glaub ich auch.

    Ich denke, es ist grundsätzlich das Thema, kann ich etwas wertschaetzen, was mir voellig selbstverständlich scheint?
    (bei der Frage, wieso sollte ich etwas denn wertschaetzen steig ich aus )

    Ich glaube ja, wenn man das reflektiert und erkennt, dass tatsächlich nichts selbstverständlich ist.

    Leichter ist es aber natürlich, wenn es sich um etwas handelt das einem schon gefehlt hat, da erkennt man leichter, wie kostbar es ist.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zur Frage, inwieweit Glück eine Entscheidung ist, hier ein Buchtipp:

    "How We Choose to Be Happy: The 9 Choices of Extremely Happy People" von Rick Foster (leider nur auf Englisch erhältlich)

    Ich finde es sehr gut und ich habe daraus viel Konkretes für mich mitnehmen können.
    Mit diesem Buchtipp möchte ich nicht in Abrede stellen, dass manche, wie im Strang beschrieben, grundsätzlich gefühlt wenig Potenzial zum Glücklichsein haben.
    Der Tipp richtet sich vielmehr an diejenigen, die an die Entscheidungsthese glauben und sich hier Anregungen holen möchten.

    Die neun Entscheidungen lauten:
    Intention
    Accountability
    Identification
    Centrality
    Recasting
    Options
    Appreciation
    Giving
    Truthfulness

    Jede einzelne Entscheidung wird in ihrer Tiefe untersucht. Dabei habe ich blinde Flecken von mir erkannt, z.B. Centrality hatte ich lange nicht auf dem Schirm. (Centrality bedeutet, dass man nicht nur weiß, was einen glücklich macht, das fällt unter Identification, sondern dass man diesen Dingen auch eine entsprechend hohe Priorität im Leben einräumt.)

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Manchmal ist es weniger angsteinflößend unglücklich zu sein, als was zu ändern.

    Dafür kennt die Menschheit die schräge Story mit den 2 armen Fröschen im Kochtopf.

    Und Phlegma ist leider auch ein starker Glückskiller. Verharren in einer Situation, die einem fühlbar nicht guttut hat den Benefit, der Selbstbestätigung. Selbstbestätigung funktioniert nämlich leider leider nicht nur a la "Gott, was war ich wieder toll" sondern auch a la "bei MIR ist das IMMER so und so" oder "ICH kann das NICHT"

    Das bestätigt das Selbstbild das man evtl. von sich hat. (der Loser, die Arme, der Einsame Wolf, die Übersehene etc.)

    So ein Selbstbildnis ist wie eine Art Set Point (die Diät machenden werden den Begriff schon mal gehört haben, fürchte ich ) - komme was wolle, das System wurschtelt sich darauf hin zurück.

    Und macht dann Umstände und Überzeugungen, die das Selbstbild stützen. Wenn man Pech hat, das des Losers oder der Verschmähten (m, w, d)

    Wenn das Program läuft (und das läuft so wie eine Routine im PC im Hintergrund - unbemerkbar, ab und zu schnauft der Lüfter, sonst: nicht wahrnehmbar) - dann "kann man ..... halt nicht" dann "geht ... bei mir ..... nicht"

    Das einzige was man machen kann ist: sich dessen bewusst werden und das ist sehr sehr harte Arbeit.
    Wenn man es geschafft hat, sich solcher Überzeugungen bewusst zu werden (also, dass man leider als Selbstbild Depp und nicht Genie hat etc ) dann kann man zumindest immer, wenn der Depp wieder mal Oberwasser will sagen: Sorry, aber jetzt passt es nicht.

    So blöd das ist, aber es laut! zu sagen bringt es.

    Ich hatte als Selbstbild, dass ich kein Glück verdiene.

    Jetzt weiß ich das und immer wenn die Leier wieder anspringt : Sorry, Pechmarie, jetzt nicht.
    Und dann kümmere ich mich um die Pechmarie. Weil los werden kann ich sie nicht. Nur weniger präsent.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    @galah: danke für den Tipp!

    Wobei ich zugeben muss, dass "extremely happy" für mich eher gruselig klingt.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (Centrality bedeutet, dass man nicht nur weiß, was einen glücklich macht, das fällt unter Identification, sondern dass man diesen Dingen auch eine entsprechend hohe Priorität im Leben einräumt.)
    Interessant, das Gleiche habe ich aus einem Buch über Acceptance-and-Committment-Therapie (ACT) mitgenommen. Steven C. Hayes, A liberated mind. How to pivot towards what matters.
    Ist gerade als "Kurswechsel im Kopf" auf Deutsch erschienen.

    Die "Entscheidungsthese" und die unterschiedlichen "Begabungen" für Glück sind, denke ich, kein Widerspruch. Siehe meine Beschreibung weiter oben. Für mein Leben ist beides relevant.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Weil los werden kann ich sie nicht. Nur weniger präsent.
    Genau das.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Die "Entscheidungsthese" und die unterschiedlichen "Begabungen" für Glück sind, denke ich, kein Widerspruch.


    Das Ziel kann ja nicht sein, in einer Welt voller extremely happy people zu leben.

    Vielleicht meinte Paul das mit:alles Klone hier. Darum geht es ja aber gar nicht.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @galah: danke für den Tipp!

    Wobei ich zugeben muss, dass "extremely happy" für mich eher gruselig klingt.
    Es ist typisch amerikanisch !
    Ich werde das Buch und den Autor gleich mal googeln.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

  10. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Leute die immer so robust und unerschuetterlich gut drauf sind, oder sich so zeigen, das meine ich gar nicht, ganz abgesehen davon dass ich so nicht bin und nicht sein wollte. Das empfinde ich auch oft als Fassade, und auch Abwehr, nur in die andere Richtung.
    Halten zu Gnaden: Das kam für meine Ohren bisher in Deinen Posts in diesem Strang aber anders rüber.

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