aber ich sehe das durchaus so... in letzter zeit bin ich schon davon abgekommen, regelmäßig nachrichten zu schauen, um meine nerven zu schonen. ich habe den eindruck, wir steuern ökologisch, aber auch gesellschaftlich und politisch auf schreckliche zeiten zu.
wir haben so viel reichtum und sind so bescheuert - wir, damit meine ich unsere ganze gesellschaft, die unfähigkeit zu tun, was nötig wäre.
die wenigsten menschen können doch so leben wie wir. ich muss schon oft an das elend denken, dem ich früher auch schonmal sehr nah gekommen bin.
je älter ich werde - hurra, ein bezug zum strangthema- desto unwichtiger und uninteressanter finde ich mein individuelles leben, dessen spektakulärste teile durch sein dürften.
ich schaue immer mehr auf das große ganze in letzter zeit und das finde ich durchaus das übliche jammertal, muss ich leider sagen.
das blöd zu finden und darüber traurig und auch unzufrieden zu sein, fühlt sich gut und richtig an.
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02.10.2020, 21:38Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
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02.10.2020, 23:37Inaktiver User
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03.10.2020, 08:05
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Oder zumindest zu akzeptieren? Von aussen sieht es zumindest so aus, dass das Thema (jammern ohne Konsequenzen) dich enorm aufregt. Und dass du das gar nicht loslassen kannst.
Zitat von Inaktiver User
Ist das grundsätzlich so, bei Dingen die du einfach nicht verstehst (das kenne ich auch) oder ist es, weil du es für so falsch hältst?A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer
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03.10.2020, 08:28Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Das klingt traurig, gibt es nichts was Spaß macht und dich begeistert ?
Obwohl ich einen Großteil meines Lebens über jeden Tag unglücklich darüber war (und bin) so alleine zu sein hätte ich gerne noch 50 (besser 150) (gesunde und sorgenfreie) Jahre um Musik zu hören, zu spielen, zu lesen (und noch einige ähnliche Dinge). Leben halt.Geändert von Inaktiver User (03.10.2020 um 08:41 Uhr)
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03.10.2020, 08:45Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Findest du?
Meinst du nicht, dass die Einstellung "zum Leben an sich" ein ganz entscheidender Faktor bei der Frage "wie empfinde ich das Älter-werden" ist?
Für mich zumindest haben hier ganz viele Betrachtungsweisen des Lebens einen recht hohen Erkenntniswert (auch für meine Einstellung zum Altern)...über die ich aber tatsächlich lieber nachdenken möchte, als mit anderen darüber zu streiten.
Schade finde ich eigentlich nur, dass hier soviele mehr mit dem kämpferischen Beharren auf den eigenen Standpunkt beschäftigt sind und anscheinend so gar nichts von all diesen verschiedenen Ansichten an sich herankommen lassen WOLLEN ...
...ist aber natürlich auch ihr gutes Recht (und selbst darüber möchte ich jetzt nicht streiten
)
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03.10.2020, 09:02Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
So wie Du das beschreibst, ist es auch bei mir.
Kennen das andere wirklich gar nicht?!
Schlimme Sorgen habe ich leider seit längerer Zeit, weswegen dieses Gefühl sich nicht mehr so oft einstellt. Aber gerade diesen Sommer, wo es sehr schlimm kam, habe ich gemerkt, dass ich die Sorgen trotzdem manchmal vergessen kann und sich das von umsonst beschriebene Glücksgefühl wieder einstellt.
Wie Camus es audrückte: "Au milieu de l'hiver, j'ai découvert en moi un invincible été.” (Mitten im Winter entdeckte ich, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.)
Im Altern-Kontext stelle ich fest, dass diese Fähigkeit zum Glück-Empfinden bei mir konstant bleibt.
Same hier. Vielleicht ist das der Grund.
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03.10.2020, 09:11Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Na ja ich akzeptiere das in dem Sinne, dass ich weiß dass man so sein kann.
Warum man aber so sein will, dazu äußert sich leider niemand.
Insofern ist es tatsächlich das Nicht verstehen des Warum. Und das treibt mich tatsächlich um, wenn ich was ergründen will, aber keinen Ansatz habe.
Dass man nicht anders denken kann ist für mich keiner, ich habe ja schon oft gefragt, ohne eine Antwort zu bekommen, wer oder was einen denn davon abhalten sollte, etwas anders zu betrachten als bisher. Ein "kann ich nicht" ist für mich tatsächlich dann keine Erklärung, wenn man doch eh wie hier um das Thema kreist.
Dass man sich nicht verändern kann, also kein Stück in eine andere Richtung bewegen, das ist für mich ein Glaubenssatz, keine Tatsache.
Ich verstehe Abwehr, das ja, wenn sie einen schützt und das Leben erleichtert, aber nicht, wenn es einem genau nicht gut geht damit.
Geändert von Inaktiver User (03.10.2020 um 09:17 Uhr)
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03.10.2020, 09:13Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
@galah:

Und
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03.10.2020, 09:35
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Beim Lesen hier drängt sich mir ein Gedanke auf:
Leute, die ihre Kindheit und Jugend als schlecht oder nicht besonders schön empfanden - fällt denen das Altern leichter? Bei mir ist das auch so, erst jetzt geht es mir richtig gut.
Ich trauere meiner Jugend nicht nach, kann ich keinen Grund dafür erkennen warum ich das sollte.
Bei vielen hier, die um die verlorene Jugend trauern, wie war es da? Besonders schön und daher geht es jetzt nur noch bergab?
Bei mir ging es immer nur bergauf und dann muss ich ja irgendwann mal ganz oben sein.
Ich habe entschieden, dass ich erst jetzt in den letzten Jahren oben bin. Nun bin ich in dem Alter, wo es wieder runter gehen sollte, und das empfinde ich aber irgendwie noch nicht.
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03.10.2020, 09:39Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Ich nehme an, die Erklärung liegt in Deinem Sprung von "kann" zu "will".
Mir geht es, wie ich schon kürzlich schrieb, jetzt so gut wie nie zuvor in meinem Leben, fitnessmäßig und psychisch. Ich kann mich an vielen Dingen freuen und tue alles Mögliche, um mehr von diesen guten Momenten zu haben. Therapie, Selbsthilfe, Spocht, Freunde, younameit.
Halleluja. Das war Jahre und Jahrzehnte zuvor nicht so. Toll, toll, toll. Da hat sich die harte Arbeit gelohnt.
ABER. Das ändert nichts an meinem melancholischen, indifferenten Lebensgefühl. Das hat sich vermutlich von Mausgrau auf Steingrau um eine Nuance aufgehellt, und auch darüber bin ich froh. Aber trotz allen Willens und Machens und Anstrengens ist meine Werkseinstellung offensichtlich ähnlich wie die von Phantomlake oder Brausepaul beschriebene. Ohne diese serienmäßige grundsätzliche Lebensfreude.



- desto unwichtiger und uninteressanter finde ich mein individuelles leben, dessen spektakulärste teile durch sein dürften.
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