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25.09.2020, 14:29Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
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25.09.2020, 14:29Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Ich geb dir Recht, dass das nicht ausarten darf in Richtung: alles ist ganz wunderbar und supidupi, das ist ja auch eine Verdrängung, die bestimmt nicht gesund ist.
Ich persönlich finde eine Art Einordnung immer hilfreich. In dem Fall, ja, es ist an sich traurig, aber noch trauriger wär ja man würde das nicht erleben dürfen weil man jung gestorben ist.
Ich meine, die Alternative forever young gibt es halt nicht, und da bin ich pragmatisch genug der nicht allzuviel Raum in meinen Gedanken zu lassen, weil es sie schlicht nicht gibt.
Das finde ich bei Sachen die nicht so gerecht sind wie dass wir alle altern etwas schwieriger. Aber grad das ist ja so gerecht wie unausweichlich, es gibt für niemanden eine Ausnahme. Ich reib mich eher an Ungerechtigkeiten auf, die theoretisch änderbar wären.
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25.09.2020, 14:29Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Ich bin mir nicht sicher ob meine Gelenke da noch mitspielen würden.
Zwischen dem Sprung und heute liegen ein paar OPs.
Gefühle kann man denken?
Mir ist der Begriff Reframing bekannt.
Man interpretiert eine Situation anders, indem man den Blickwinkel ändert.
Das wird sicher in manchen Fällen klappen, aber es hat meiner Ansicht nach Grenzen..
Plakatives Beispiel: Ein naher Angehöriger verstirbt.
Man könnte versuchen der Trauer zu begegnen, indem man daran denkt das es eine Erlösung war oder an die Erbschaft.
Trotzdem wird die Trauer bleiben, weil sich die Tatsachen an sich nicht geändert haben
Grundsätzlich richtig.Aber man kann Gefühle selber stark beeinflussen.
Wenn man z. B. in einer Grübel-Katastrophendenken-Session ist, dann IST es schlimmer. Viel schlimmer.
Als wenn man die Technik beherrscht Stop zu sagen zu sich selber und auszusteigen. Und bewusst! was neutralerers zu denken (gleich von Katastrophe auf Hurra umzuswitchen ist dem Menschen, so er nicht manisch ist, nicht gegeben
)
Aber bewusst stop und innehalten. Und in der Realität festhaken (z. B. bewusst ein Geräusch hören, bewusst einen Kaffee riechen, langsam trinken, Boden gewinnen durch Boden spüren)
Verändert sofort! das Gefühl von "Grauenvoll und furchtbar" zu "alles scheiße, aber der Kaffee ist ja gut! Den kauf ich wieder."
Denken und fühlen kann im negativen Sinne z. b. Blutdruck, Puls, Immunsystem beeinflussen.
Aber im positiven genauso!
Mind over Matter.
Ich glaube das ist sehr hilfreich, um z.B. akute Situationen oder Probleme zu überstehen.
Bei grundlegenden Probleme oder dauerhaften Sachverhalten Sachverhalten habe ich damit wenig gute Erfahrungen gemacht.
Die meisten Menschen sind vermutlich lieber glücklich, als unglücklich ... außer Masochisten vielleicht.
Insofern macht der Versuch eine positive Haltung einzunehmen grundsätzlich Sinn.
Ich glaube aber das es da einen Grenze gibt, auf dessen anderer Seite es in Selbstbetrug übergeht.
Da ist der Versuch es einfach zu akzeptieren meist sinnvoller.
Wobei das auch nicht so einfach ist.
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25.09.2020, 14:34Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Stimmt schon alles, aber nimm den Fall, die einen haben Krebs, der andere tut sich unendlich leid wegen eines blauen Flecks, und wenn er den nicht hätte würde er was anderes finden, den abgebrochenen Fingernagel etwa. Und völlig außer Acht lassen, dass jeder mal einen blauen Fleck hat. Irgendwann ist es halt doch ein bisschen objektivierbar, wer was zu erleiden hat, und da endet dann oft meine Geduld, weil ich nicht jede Unannehmlichkeit als furchtbare persönliche Tragik ansehen kann.

Umso weniger, wenn alles was positiv in die Waagschale zu werfen wäre wiederum als völlig selbstverständlich angesehen und null wertgeschätzt wird.
Damit kann ich einfach nicht umgehen, und will es vielleicht auch gar nicht. Kann auch sein.
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25.09.2020, 14:37
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Auf jeden Fall!
Und jedes Gefühl wird leichter bzw. verändert sich, wenn es wirklich gefühlt und nicht verdrängt wird.
Aber, wenn man lange und immer z. B. sehr damit hadert, dass bei einem "alles sch. ist" - dann ist das nicht die Realität. Das ist die Wahrnehmung. Und das könnte man verändern.
Traurig und verzweifelt zu sein, weil ein geliebter Mensch oder Hund nicht mehr ist,
Weil der Partner einem betrügt
Der Chef ...
Oder oder oder
DAS nicht verdrängen, fühlen, weinen, helfen lassen durch Zuspruch und
So "Überzeugungen" die einem mehr schaden als nutzen, so diffuse Grundgefühle des Versagens, Verlassen sein, Verbitterung z. B. DAS nicht immer noch mehr fühlen. Weil sonst fühlt man irgendwann gar nichts anders mehr. DAs wuchert dann und täuscht.
Plakativ:
"Andi hat mich betrogen und ist ein Arsch" (Weinen, Streiten, Trennen, Sauunglücklich sein, Andi verfluchen etc.)
vs.
"ich hab nie Glück. Mich betrügen immer alle"
(hier: das stimmt nicht, das ist ein "false friend" - das fühlt sich erstmal so kuschelig an, sich darin zu suhlen, macht aber immer noch unglücklicher und verzweifelter)
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25.09.2020, 14:41Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Gutes Beispiel, weil Trauer ja oft keinen Platz mehr zu haben scheint.
Ich würd dazu sagen: die Trauer bleibt, für immer, und darf das auch - weil dieser Mensch ja auch für immer weg ist.
Ich würde auch nicht versuchen, die zu unterdrücken. Der Verlust ist ja da und darf einen auch treffen.
Trotzdem würde ich mir dann auch früher oder später überlegen, dass es eben zum Leben auch dazugehört, Abschied zu nehmen, da eben jeder stirbt, das ist jetzt keine persönliche Ungerechtigkeit an sich, sondern der Normalfall.
Und dann denk ich auch, das ist schlimm, jemanden zu verlieren, das kann man nicht beschönigen (und schon gleich gar nicht kann man denjenigen je ersetzen) - aber schlimmer wär eigentlich, man würde um niemand je trauern weil einem niemand je so viel bedeutet hat. Also an sich ist das auch ein Geschenk, solche tiefen Bindungen überhaupt zu haben.
Und dann kann man vielleicht irgendwann natürlich immer noch mit Trauer über den Verlust, aber doch auch mit Dankbarkeit an ihn denken.
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25.09.2020, 14:41Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Find ich ein gutes Beispiel. Natürlich kann so ein Erlebnis wie mit Andi auch eine Grundhaltung beeinflussen.
Zum Beispiel wenn Andi die erste Liebe war, dann KANN aus so einem Erlebnis schnell ein "Alle Männer sind" Oder "Passiert halt immer mir" werden. Das ist dann aber eben ein Muster - das nicht der Realität entspricht sondern sehr subjektiv ist.
Zugleich, wenn es sehr ausgeprägt ist, kann man sich für dieses Muster auch immer wieder Bestätigung suchen .... Zum einen passiert es ja tatsächlich immer mal wieder dass Männer Frauen betrügen (umgekehrt auch, ist aber hier nicht das Thema), zum anderen nimmt man eher das wahr was man sehen "will".
Darum sag ich ja - erkennen ist schon immer nicht einfach, verändern ist noch ein weiterer Schritt.
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25.09.2020, 14:42
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
Sicher. Mache ich auch so.
Aber ich habe da so eine Kollegin ... nachdem sie 5 Jahre ihre Probleme betrachtet und sich imer noch nicht von dem Typen getrennt hatte, habe ich es sein lassen dafür meine Zeit zur Verfügung zu stellen. Ich stehe eher darauf Proleme zu lösen als auzusitzen und es gibt auch Aussitzer, die können einen wirklich runterziehen, weil da in Dauerschleife das Problem gewälzt wird ohne sich eben einer Lösung auch nur anzunähern.
Und dann gibt es halt die Probleme, die man auch durch eine andere Betrachtungsweise oder die Einnahme einer anderen Perspektive zumindest entschärfen kann.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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25.09.2020, 14:45Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
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25.09.2020, 14:47Inaktiver User
AW: Wie empfindet ihr das älter werden?
woher weißt du denn, dass das nicht stimmt? das ist doch kein naturgesetz?
vielleicht ist der pöse andi ja schon der fünfte in einer unseligen kette? das gibt es doch, dass leute kein glück haben mit der liebe?
- klar kann man dann auch drüber nachdenken, woran das liegt undsoweiter und muss nicht auf ewig im frust stecken bleiben. notfalls lässt man es vielleicht auch bleiben mit der liebe. und das leben soll ja in den meisten fällen irgendwie auch weiter gehen.
aber was mir an deinem ansatz nicht gefällt - jedenfalls so wie du ihn beschrieben hast - ist dass du die möglichkeit tatsächlichen unglücks negierst. das empfinde ich doch als schönreden, muss ich sagen.
- meine erfahrung ist aber, dass die meisten menschen selbst irgendwann den weg aus dem loch nach oben suchen. an der stelle passt dann dein ansatz ganz gut, denke ich.



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