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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Es ging darum, dass man das tatsächlich gelebte Leben - insbesondere, wenn man älter wird - angeblich mehr vor dem Hintergrund dessen reflektiert, was man eben nicht gemacht hat. Also z.B. wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich damals diese Stellenanzeige nicht entdeckt und mich beworben hätte. Und dass man dadurch den tatsächlichen Lebensverlauf differenzierter sieht, als wenn man einfach nur "war eben so" denkt. Und dass man im Alter vor allem diejenigen Dinge bereut, die man nicht getan hat.
    Aber diese Fragen sind so müßig, eben wirklich: Hätte, hätte, Fahrradkette. Jede Entscheidung FÜR etwas ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen die 100 anderen Möglichkeiten. Als ich jünger war, habe ich mich durchaus öfter gefragt, was für eine Frau ich wäre, hätte ich mich an Wegkreuzungen des Lebens anders entschieden - jetzt weiß ich, dass mich auch die falschen Entscheidungen (oder die, die sich falsch anfühlten), mich zu der gemacht haben, die ich bin.

    Und zu der Diskussion übers Alter und das Aussehen: ich glaube, dass das Alter für ehemalige "Mauerblümchen" oft gnädiger ist. Ich war so eins, schüchtern und - in meinen Augen - unattraktiv. Pickelig, zu dünn, keinen Busen. In meinen Augen war ich häßlich, die Jungs bemerkten mich nicht. Ich musste über 40 werden, um zu merken, dass ich ein völlig falsches Bild von mir hatte. Und so war die Zeit zwischen Mitte 40 und 60 die Zeit, in der ich am attraktivsten war.
    Jetzt kommen die Falten, die finde ich nicht wirklich schön. Aber ich BIN nicht meine Falten - sie sind einfach ein Teil von mir. Schlimm wäre es, wenn es nur mit so ginge, aber die anderen Gesichter ändern sich ja auch. Ist schon okay so.


    Es gibt genug Schönes an mir
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Ich glaube das nicht, denn dieser Hang zum was-wäre-wenn ist meiner Meinung nach ein Charakterzug der sich allenfalls im Alter verstärkt. Aber ich kann das eher nicht aus meiner Beobachtung so bestätigen, dass sich ältere Leute hauptsächlich an verpasste Chancen erinnern.
    Ich denke, so war der Artikel auch nicht gemeint. Ich habe ihn eher positiv in Erinnerung. Man schaut auf das, was man hat, auf das Leben, das man gestaltet hat, und hadert damit auch nicht. Die Reflexion über das eigene Leben wird aber klarer, wenn man über die Alternativen nachdenkt. Wie hat es mich geprägt, dass ich an einer bestimmten Wegbiegung des Lebens nach links und nicht nach rechts abgebogen bin. Wie wäre ich heute, wenn ich den anderen Weg gewählt hätte. Das muss gar nicht wertend sein.

    Ich denke zum Beispiel oft darüber nach, wie ich wohl heute wäre, wenn ich mich nicht gegen Kinder entschieden hätte. Ich bereue die Entscheidung keineswegs, aber sie hat meinen Lebensweg eben entscheidend geprägt. Wie wäre es wohl, wenn ich heute zum Beispiel eine erwachsene Tochter hätte.

    Dass man am Ende des Lebens Dinge bereut, die man NICHT getan hat, kommt aber, glaube ich, durchaus häufiger vor. Ich erinnere mich, dass in dem Artikel der Song "The Ballad of Lucy Jordan" zitiert wird ("... at the age of 37 she realised she'd never ride through Paris in a sports car, with the warm wind in her hair...").
    Ich kenne das so auch nicht, da ich sehr viele Dinge in meinem Leben gemacht habe und nichts vermisse.
    Aber Mancher hat das vielleicht nicht getan/gekonnt und bedauert das.
    Wir werden weitermachen!

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich denke, so war der Artikel auch nicht gemeint. Ich habe ihn eher positiv in Erinnerung. Man schaut auf das, was man hat, auf das Leben, das man gestaltet hat, und hadert damit auch nicht. Die Reflexion über das eigene Leben wird aber klarer, wenn man über die Alternativen nachdenkt. Wie hat es mich geprägt, dass ich an einer bestimmten Wegbiegung des Lebens nach links und nicht nach rechts abgebogen bin. Wie wäre ich heute, wenn ich den anderen Weg gewählt hätte. Das muss gar nicht wertend sein.

    Nur, dass wir ja gar nicht wissen können, wie wir wären, wenn.... ich finde, da kann man sich schnell verlieren, in diesen Überlegungen. Niemand weiß, wie es sich anfühlt - wenn Du z.B. überlegst, wie es wäre, eine erwachsene Tochter zu haben. Es wäre mit Sicherheit anders, als Du es Dir vorstellst.
    Wenn ich mir z.B. vorstelle, wie es wäre keine Kinder zu haben - das kann ich mir ja nur vorstellen aus meiner heutigen Sicht heraus mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe (ich habe mehrere Kinder). Hätte ich keine gehabt, dann wäre u.U. mein Leben völlig anders gewesen, als ich es mir jetzt - von meiner Warte aus - vorstellen würde. Denn JETZT weiß ich ja, wie es mit Kindern ist, und was ich ggf. vermisst habe in meinem Leben.


    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Dass man am Ende des Lebens Dinge bereut, die man NICHT getan hat, kommt aber, glaube ich, durchaus häufiger vor. Ich erinnere mich, dass in dem Artikel der Song "The Ballad of Lucy Jordan" zitiert wird ("... at the age of 37 she realised she'd never ride through Paris in a sports car, with the warm wind in her hair...").
    Ich mag das Lied, aber Lucy Jordan hatte noch locker 40 Jahre Leben vor sich. Luy, geh es an - Du kannst auch mit 70 noch durch Paris fahren!! Evtl. klappt das mit dem Wind in den Haaren nicht mehr mangels Haare - aber die Freude, die kannst Du noch haben!!


    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich kenne das so auch nicht, da ich sehr viele Dinge in meinem Leben gemacht habe und nichts vermisse.
    Aber Mancher hat das vielleicht nicht getan/gekonnt und bedauert das.
    Ich habe vieles NICHT gemacht, weil ich mich bewusst und gern für ein Lebensmodell entschieden habe, in dem manche Dinge keinen Platz hatten. Dafür hatten andere, für mich wichtige Dinge, Platz.
    Aber jetzt hole ich vieles nach, mache z.B. Reisen oder gehe Klettersteige (Gruß an Jofi). Immer noch nur in beschränktem Rahmen (die Arbeit - die ich mag, aber anstrengend ist - ist halt noch da; die Eltern müssen bekümmert werden). Aber so, wie ich es hinkriege, so mache ich das. Auf die Rente will ich nicht warten.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Tabea57 Beitrag anzeigen
    Aber diese Fragen sind so müßig, eben wirklich: Hätte, hätte, Fahrradkette. Jede Entscheidung FÜR etwas ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen die 100 anderen Möglichkeiten.
    genau so sehe ich es auch!

  5. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Dass man am Ende des Lebens Dinge bereut, die man NICHT getan hat, kommt aber, glaube ich, durchaus häufiger vor. Ich erinnere mich, dass in dem Artikel der Song "The Ballad of Lucy Jordan" zitiert wird ("... at the age of 37 she realised she'd never ride through Paris in a sports car, with the warm wind in her hair...").
    Ich kenne das so auch nicht, da ich sehr viele Dinge in meinem Leben gemacht habe und nichts vermisse.
    Aber Mancher hat das vielleicht nicht getan/gekonnt und bedauert das.

    Leute, die im Hospiz arbeiten, berichten oft davon, dass die Menschen in ihren letzten Wochen oft erzählen, dass sie es bereuen, dass sie dies und jenes nicht gemacht haben, hier und da nicht mutig genug waren, nicht etwas gewagt, ausprobiert haben, das Risiko zu sehr gescheut haben usw.
    Dann kann man nichts mehr ändern, es ist zu spät.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Im Hospiz hat man wohl nicht mehr die Kraft, das rational zu sehen. Vermutlich aber war diese Reue schon länger da. Und da sollte man sich vielleicht klar machen, dass man nicht grundlos etwas getan oder nicht getan hat. In der jeweiligen Situation war man der Mensch von damals, nicht der von heute. Und hatte nur scheinbar Entscheidungs-Freiheit.
    Von früheren Partnern habe ich mich getrennt, als ich es konnte; reif für die Trennung wäre ich schon früher gewesen, aber noch nicht fähig dazu. Konkret hat mich das zum Beispiel daran gehindert, in Hamburg einen Neu-Anfang zu machen, mit allen scheinbar verlockenden Möglichkeiten.
    Soll ich das bereuen?
    Ich kann nur sehen, was ich mir davon erhofft und gewünscht hätte, nicht, ob es so auch eingetreten wäre. und selbst wenn: hätte es mir die erwünschte Befriedigung gebracht? und wie wäre mein Leben dann verlaufen?

  7. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Es gibt eine Menge Dinge, die ich hätte tun können und nicht getan habe.
    Aber die bedauere ich jetzt nicht.
    Ein Leben ist zu kurz, um auch nur ansatzweise alle Möglichkeiten auszuleben......obwohl ich mir diesbezüglich schon Mühe gegeben habe.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?


  9. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Ich sehe da immer meinen Vater als Vorbild. Er fand das älter werden auch nicht prickelnd, sagte aber immer "dann hätte ich mich nur jung aufhängen können", wollte er aber auch nicht
    Er freute sich, das er trotz Bandscheibenschaden noch so viel machen konnte, er war über 50 da hat er noch Rollerskates fahren gelernt und ebenso Gleitschirmfliegen. Er war in allem ein lebenslustiger Mensch und hat meines Wissens nach nie bereut, irgendetwas nicht getan zu haben.
    Als es abzusehen war, das er aus der Nummer mit dem Krebs wohl nicht mehr heil rauskommt, hat er sich mit knapp 73 noch ein Motorrad gekauft und ist noch ein Jahr lang gefahren. Und im nachhinein war er sehr froh darüber, es getan zu haben.
    Leider bin ich da nicht wirklich wie er, ich hadere sehr wohl mit dem Alter. Und vor allem mit der Optik.

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Leute! Ich zitiere hier einen Artikel in einem Magazin. Ich propagiere nicht, dass jeder alle Alternativen durchkauen und darüber Frust schieben soll. Im Gegenteil.

    Ich persönlich kann mit der Theorie, dass nichtgelebte Alternativen mein Bewusstsein für mein jetziges Leben beeinflussen, etwas anfangen. Das ist alles. Mehr wollte ich nicht sagen.

    Und dass die Erkenntnis, dass man was verpasst hat, im Hospiz ein bissl spät kommt, putulu, das ist wohl jedem klar.
    Wir werden weitermachen!

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