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  1. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Und wenn Du mal so ganz alleine ein Gespräch mit Dir führst?
    Das niemand hört, von dem niemand sonst weiß?
    So ein Interview von Paul zu Paul?
    In dem Du Gedanken und Gefühle ansprechen kannst, die Du nie jemanden anvertrauen würdest?
    Und Du so gar kein Held oder "ganzer Kerl" sein musst?

    Liest sich jetzt sicher etwas albern, aber ich spreche tatsächlich oft mit mir. Gedanklich.
    Da diskutiert das kleine, verschüchterte Rotfuchs-Mädchen mit der erwachsenen Frau Rotfuchs... und die kriegen sich schon mal heftig in die Wolle.

    Wenn ich anfange, laut auf mich einzureden, muss ich noch mal neu nachdenken.

    Ich verstehe was du meinst.
    Aber ich habe wirklich keine Geheimnisse vor mir.

    Also Paul läuft jetzt nicht total planlos durch die Pampa (Falls das so klang ), aber ich glaube ich kann andere Menschen manchmal besser "lesen" als mich selbst.
    Klingt vermutlich bescheuert, aber ich weiß nicht wie ich es besser erklären soll.
    Da ist irgendwie ein blinder Fleck.

  2. VIP

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also Paul läuft jetzt nicht total planlos durch die Pampa (Falls das so klang ),
    Nein, so klang es nicht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    aber ich glaube ich kann andere Menschen manchmal besser "lesen" als mich selbst.
    Eben. Deshalb das Interwiew von Paul mit dem "anderen" Paul.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Klingt vermutlich bescheuert, aber ich weiß nicht wie ich es besser erklären soll.
    Da ist irgendwie ein blinder Fleck.
    Da ist gar nichts bescheuert.

    Hast Du einen wirklich guten vertrauten Freund/eine Freundin, die Dir auf Anfrage mal ehrlich ihren Eindruck schildern könnten?
    Das könnte natürlich für Dich unbequem werden (und hoffentlich nicht die Freundschaft gefährden), aber für Dich doch hilfreich sein oder zumindest reichlich Stoff zum Nachdenken geben.


    Ich stellte schon öfter fest, dass die Außenwahrnehmung eine ganz andere ist, als meine Eigenwahrnehmung.
    Mal ist das angenehm, manchmal aber auch so gar nicht.



    Aber ich sollte an dieser Stelle mal nicht so laut tönen... ich bin eine sehr gute Schauspielerin und es gibt nur sehr wenige Menschen, die mich wirklich kennen und durchschauen.
    Ob mir diese Schauspielerei "hach, was geht es mir gut" wirklich immer genützt hat, bezweifele ich inzwischen.
    Ich wollte halt immer "gut" dastehen. Egal wie es mir wirklich ging.

    Ich komme leider auch schlecht aus meiner Haut raus.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Mich hat sehr beeindruckt, dass meine Mutter auf dem Sterbebett (2005) sagte: "Ich habe ein schönes Leben gehabt."

    DAS sah ich nämlich ganz anders, denn sie hat einen Krieg mitmachen müssen, keine schöne Kindheit mit einem sehr despotischen Vater gehabt, viele Verluste erlitten und auch mein Vater war ein Ehemann, den ich nicht hätte haben wollen und sicher nicht so lange ertragen hätte. Alles bestimmend, keinen Widerspruch duldend, ein Tyrann.
    Ich sah ihr "schönes Leben" nur in den letzten 15 Jahren (verwitwet, finanziell abgesichert, endlich ohne "Bestimmer" und mit großem Freundeskreis). Aber meine Sicht war offenbar nicht ihre.
    Das ist ja das Faszinierende am Leben, dass man Dinge nie objektiv beurteilt. Deine Mutter war mit ihrem Leben zufrieden, obwohl objektiv einiges dagegen sprach. Meine hatte eigentlich ein gutes Leben, hat aber stets über alles gemeckert. Da war/ist sie für mich eine Art Negativ-Rolemodel, ich möchte so nicht sein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also Paul läuft jetzt nicht total planlos durch die Pampa (Falls das so klang ), aber ich glaube ich kann andere Menschen manchmal besser "lesen" als mich selbst.
    Klingt vermutlich bescheuert, aber ich weiß nicht wie ich es besser erklären soll.
    Da ist irgendwie ein blinder Fleck.
    Vielleicht ist Rotfuchs´ Vorschlag deshalb wirklich eine gute Idee. Man hat ja oft zu wenig Abstand zu sich selbst und sieht deshalb vieles nicht, weil man zu nah dran ist, zu tief drin steckt. Wenn Du mit Dir selbst in einen Dialog trittst, so, als sprächest Du mit einer anderen Person, erzählt Dir dieser andere Paul vielleicht ein paar Dinge, die jetzt noch in diesem blinden Fleck liegen. Das klingt vielleicht etwas konstruiert und albern, kann aber sehr konstruktiv sein.
    Ich mag das Wort Selbstfreundschaft, denn es hat einen etwas anderen Schwerpunkt als das Wort Selbstliebe. Sich selbst ein guter Freund sein bedeutet für mich auch, sich selbst aufmerksam zuhören und sich einfach mal reden lassen.
    Wir werden weitermachen!

  4. gesperrt

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tut man das?
    "man" offenbar nicht immer, aber ich schon.

    ich hatte immer wiedker mal Probleme von der Sorte, die ich nur lösen konnte, wenn ich mal über meine bisherigen Grenzen hinaus ging und Neues tat. ja, dabei habe ich mich recht gut kennen gelernt. Nicht vollständig (niemand kennt einen Menschen vollständig, inklusive sich selbst), aber durchaus mit vielen Details und Wissen, wie ich ticke, gerade auch im Unterschied dazu, wie andere ticken.


    Ich habe bei Frauen oft beobachtet, dass sie häufig einen besseren Zugang zu ihrer Gefühlswelt haben als Männer. Ich bin da wohl auch ein Paradebeispiel.
    Ja. Frauen sind wohl als potenzielle oder tatsächliche Mütter mehr dafür gemacht, daran zu denken und auch korrekt nachzuvollziehen, wie andere sich fühlen, als die meisten Männer.



    Ich finde z.B. das Thema Persönlichkeitsentwicklung wirklich interessant, aber es gibt Bereiche, die sind nach wie vor eine Blackbox.
    die gibt es immer.

    gruss, barbara

  5. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe bei Frauen oft beobachtet, dass sie häufig einen besseren Zugang zu ihrer Gefühlswelt haben als Männer.

    Seit meiner Kindheit konnte ich etwas 1000-mal beobachten: Mädchen (in meiner Kindheit), junge Frauen meines Alters (in den 20ern) und bis heute (Mitte 50) fielen mir männliche Freunde und Bekannte dadurch auf, dass sie dem Leiden auswichen.
    Wenn etwas passierte, worunter man erwartungsgemäß leiden musste, versuchten die Jungs und die Männer das Leiden zu vermeiden. Jeder schien dafür irgendeine persönliche Strategie entwickelt zu haben.

    Ich kann in all dieser Zeit seit meiner Kindheit nicht einmal fünf Freunde aufzählen, bei denen das in all den Jahren anders war, dafür aber "unendlich" viele Frauen.
    Da, so scheint es mir, ist/war das Verhältnis umgekehrt: Nur wenige Mädchen und Frauen versuchten, zu verdrängen, dem Leiden zu entfliehen.

    Deswegen finde ich es immer äußerst positiv und es ist mir sehr sympatisch, wenn ein Mann nicht flieht, sondern den Mut aufbringt, sich zu stellen.

    Im Übrigen sehe ich in diesem Mut zum eigenen Leiden einen - nicht den einzigen! - wichtigen Grund dafür, warum im höheren Alter viel weniger Frauen sich das Leben nehmen als Männer.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Annilein Beitrag anzeigen
    Ich bin über 60 und für mein Gefühl habe ich die beste Zeit meines Lebens.
    Früher lebte ich sehr angepasst und fremdbestimmt, inzwischen erst fühle ich mich überhaupt erst richtig erwachsen.
    Bei uns in der Familie ist Demenz nicht üblich, das ist ein gutes Gefühl. Daher bin ich fest überzeugt dass ich weiterhin gesund altern werde und das ist für mich die Hauptsache.
    dem schliesse ich mich gerne an.
    Vor allem habe ich endlich mal genug Geld zur Verfügung. Für meine Verhältnisse jedenfalls.

    Nicht den Pfennig umdrehen zu müssen - was auf der Hohen Kante zu haben - ist eines meiner Säulen zum Glück.
    Ein Dach überm Kopf, und dass das Essen mir schmeckt.

    Warum ich aber immer noch so neugierig bin - und so in dem Gefühl lebe: da kommt noch was Spannendes kann ich mir selber nicht erklären. Vielleicht stelle ich da innerlich doch mehr die Weichen als ich mir selbst zutraue...

    Die Trennung von meinem eigentlich noch geliebten Mann ging ja deshalb auch auseinander.
    Da hatte ich nicht nur das Gefühl - sondern die absolute Sicherheit - nur noch mein Gnadenbrot zu erwarten.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    @Paul
    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich habe den Eindruck, du hast ein Bild davon, wie Paul sein soll, was ihm Spaß macht und wie er wirken will. Und an diesem Bild klammerst du dich (eigensinnig?) fest.
    Diesem Bild kann man aber mit wachsendem Alter immer weniger entsprechrn - und du bist sauer, dass das so ist..
    Denn: Neugierig auf das, was kommen könnte, bist du nicht.
    Das ist auch eine Art von Verknòchertsein.

    Nimm‘s nicht krumm. Das ist einfach ein Eindruck, der muss natürlich nicht stimmen.

    Mein Rat:
    Lebe einfach und versuche, so interessiert und offen wie möglich zu sein. Und wenn Dich was interessiert, probier‘s aus.
    Such im Spiegel nicht nach Veränderungen - die gibt es natürlich en masse.
    Orientier Dich lieber an toll aussehenden Fünfzigern oder Sechzigern. Die gibt es.
    Klar ist das scheinbar oberflächlich und berührt nicht den Kern des Altersproblems. Aber mit dem eigenen Äußeren zufrieden zu sein, ist eine gute Grundvoraussetzung.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Hast Du einen wirklich guten vertrauten Freund/eine Freundin, die Dir auf Anfrage mal ehrlich ihren Eindruck schildern könnten?
    Das könnte natürlich für Dich unbequem werden (und hoffentlich nicht die Freundschaft gefährden), aber für Dich doch hilfreich sein oder zumindest reichlich Stoff zum Nachdenken geben.
    Ja, habe ich.
    Stimmt, das würde sicher nicht schaden.

    Ich stellte schon öfter fest, dass die Außenwahrnehmung eine ganz andere ist, als meine Eigenwahrnehmung.
    Mal ist das angenehm, manchmal aber auch so gar nicht.
    Ich weiß in etwa wie ich nach außen wirke.
    Und ja, das ist nicht immer so wie ich mir das vorstelle, aber ... wie du richtig schreibst, man kann schlecht raus aus seiner Haut.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Paul
    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich habe den Eindruck, du hast ein Bild davon, wie Paul sein soll, was ihm Spaß macht und wie er wirken will. Und an diesem Bild klammerst du dich (eigensinnig?) fest.
    Diesem Bild kann man aber mit wachsendem Alter immer weniger entsprechrn - und du bist sauer, dass das so ist..
    Denn: Neugierig auf das, was kommen könnte, bist du nicht.
    Das ist auch eine Art von Verknòchertsein.
    Nimm‘s nicht krumm. Das ist einfach ein Eindruck, der muss natürlich nicht stimmen.
    Ich fürchte deine Analyse trifft den Punkt ziemlich genau.
    Nur das es nicht darum geht wie ich wirken will, sondern eher wie ich bin.

    Mein Rat:
    Lebe einfach und versuche, so interessiert und offen wie möglich zu sein. Und wenn Dich was interessiert, probier‘s aus.
    Such im Spiegel nicht nach Veränderungen - die gibt es natürlich en masse.
    Orientier Dich lieber an toll aussehenden Fünfzigern oder Sechzigern. Die gibt es.
    Klar ist das scheinbar oberflächlich und berührt nicht den Kern des Altersproblems. Aber mit dem eigenen Äußeren zufrieden zu sein, ist eine gute Grundvoraussetzung.
    Ich hasse Veränderungen, schon immer, aber manches lässt sich wohl nicht vermeiden, ob es einem gefällt oder nicht.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Eine Userin hatte mal den Biermann-Spruch als Signatur: Nur wer sich ändert bleibt sich treu.

  10. VIP

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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Sei vor allen Dingen nett zu Dir selbst. Auch wenn Du Dich gelegentlich nicht magst.
    Behandele Dich, wie Deinen liebsten Freund.

    Sei auch nett, wenn Du mit Dir selbst sprichst.
    Denk nicht "Du Idiot...." wenn Dir etwas schiefgegangen ist, sondern denke: "Hoppla Paulchen... ist wohl nicht Dein Tag heute. Kann mal passieren und morgen mache ich es besser."

    Ist natürlich nur ein plattes Beispiel, zeigt aber hoffentlich, was ich meine.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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