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  1. Avatar von Brausepaul
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und was hast Du da bis jetzt unternommen außer Schlaftabletten? Wie sieht der Rat der Fachleute aus?
    Nun, körperlich ist nichts zu finden, alle Werte sind ok.
    Na ja. das übliche. Auf Schlafhygiene achten, Bewegung, frische Luft, Entspannung (autogenes Training, Meditation), feste Schlafenszeiten, usw.

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Paule,
    ich schätze mal - im Urlaub wirds besser sein?
    Nein, im Urlaub schlafe ich ebenso schlecht

    Ich fürchte mal, dein größter Feind bist du.
    Siehst den Menschen der du bist - mit all deinen Talenten und Hoffnungen die du mal hattest.

    Schlafstörungen können wirklich einfach so verschwinden.
    Ich weiß nicht ob ich mein größter Feind bin, aber Fakt ist ich hätte alle Möglichkeiten.
    Mehr als vielen anderen gegeben ist.
    Ich bin körperlich in recht guter Verfasung, habe einen Job, eine schöne Wohnung, wenige aber gute Freunde ... die Rahmenbedingungen sind ok.
    Das ich unzufrieden bin kann ich also nichts und niemand andem anlasten, nur mir selbst.
    Irgendwie kriege ich es nicht hin und ich ärgere mich über mich selbst.

    Zitat Zitat von Galah3 Beitrag anzeigen
    Lieber Paul,
    ins Alter einzutreten, ohne sich selbst im wesentlichen zu kennen, halte ich für keine gute Idee. Was hält Dich denn davon ab, Dich kennenzulernen?
    - Fehlt Dir die Idee, wie Du das erreichen könntest?
    - Hast Du Angst vor dem Ergebnis?
    - Hast Du das Gefühl, hinter dem Nebel ist gar nichts?

    Ich möchte Dich ermutigen, auf die Reise zu Dir selbst zu gehen!
    Denn ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass danach auf einmal Farbe da ist, wo es jetzt grau ist.
    Was mich davon abhält?
    Eigentlich nichts, ausser das ich nicht weiß wie ich das bewerkstelligen soll.
    Komischerweise kann ich andere eigentlich meist recht gut "lesen", aber bei mir selbst habe ich da einen blinden Fleck.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -
    Geändert von Brausepaul (21.10.2019 um 13:14 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Hallo Paule,

    soo ungewöhnlich ist deine Unzufriedenheit nun nicht.

    "Leaving the frame" sagt dir was? Hatte ich fast im selben Alter wie die Protagonisten gemacht.
    Natürlich nicht so.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Ich hatte die Hauptdarstellerin: Maria Erich in einem langen Interview dazu gehört.
    Auslöser waren bei ihr auch diffuse Unzufriedenheit.

    Als ich von meinem Ausstieg wieder kam, allerdings hatte ich in der Zeit gearbeitet, nur eben was ganz anderes branchenfremdes, musste ich fast wieder neu anfangen.

    Es war nicht nur eine der schönsten Zeiten meines Lebens - sondern auch meine wichtigste.
    Es hatte mich verändert.
    Die Reaktionen meiner Verwandten und Bekannten war übrigens sehr widersprüchlich.
    Alle fanden ich hätte unter Wert gearbeitet, und man tut doch so was nicht.

    Aber, alle, aber auch alle kamen mich ungefragt besuchen, selbst mit Anhang.

    Was einen so bei einem Szenenwechsel verändert kann ich gar nicht beschreiben.
    Man entrinnt dem Trott, der Angst aus dem "frame" zu fallen.

    Noch heute reizt mich das übliche Reisen- so als Tourist überhaupt nicht.
    Bei meinem langen Ausstieg tanzten meine neuen Freundinnen und ich mit den Fischern in der Kneipe, aber - ob nun als Touri oder anders: eins hat Reisen wohl für alle gemein.

    Man ist aufgeschlossener, kommt viel schneller mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt.
    Nicht nur mit Menschen, auch mit anderen Lebensweisen.

    OT: leider wird der Film hier bei mir in den Kinos nicht mehr gespielt, schade.
    Gerade den Film hätte ich so gerne im Kino gesehen.....

    Es ist wohl auch diese Spur von Abenteuer - die der Mensch vielleicht braucht?
    Um ein tadelloses Mitglied
    einer Schafherde sein zu
    können, muß man vor allem
    ein Schaf sein.
    Albert Einstein

  3. Avatar von Fyona
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Grad gelesen, ein Zitat der Autorin Madeleine L'Engle:

    "The great thing about getting older is that you don’t lose all the other ages you’ve been."


    Und das hier:

    Ashton Applewhite: Lets end ageism | TED Talk
    Beides sehr gut !
    Wer von uns ist nicht auch das kleine Mädchen, der Teenager, die junge Mutter?
    Das alles geht nie verloren, hat aber auch einen Haken.
    Denn auch das Negative lauert latent im Hintergrund und meldet sich gern wieder, wenn der Mensch glaubt, er hätte es überwunden.
    Ich glaube einfach nicht, dass jemand eine miese Kindheit z.B. jemals ganz ad acta legen kann.
    Wir sind denkende fühlende Wesen mit bestimmten Bedürfnissen - wohl dem, dem sie von Anfang an gedeckt wurden.
    Er/sie geht einfach leichter durchs Leben, selbstbewusster, unbekümmerter.
    Das fällt mir grade so ein, weil ich heute (wieder mal) ziemlich melancholisch bin ...
    Altwerden ist nichts für Feiglinge !

  4. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Brausepaul Beitrag anzeigen
    Was mich davon abhält?
    Eigentlich nichts, ausser das ich nicht weiß wie ich das bewerkstelligen soll.
    Ist das nicht egal? Wusstest du früher immer, wie du etwas zu bewerkstelligen hast? Wie du z. B. Das erste Mal jemanden geküsst hast? Wie du jemanden ansprichst?

    Brausepaul, ich meine, aus dir eine Menge Routine und Sicherheitsbedürfnisse zu lesen. Du hast dich eingerichtet...ja schön, und nun?

  5. VIP Avatar von Rotfuchs
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Ich glaube einfach nicht, dass jemand eine miese Kindheit z.B. jemals ganz ad acta legen kann.
    Nein, ganz sicher nicht.

    Ich hatte sicher keine miese Kindheit und wurde weder mißhandelt oder mit Gewalt konfrontiert, aber ich war zeitweise zu streng behütet, beaufsichtigt und wurde zwangsweise aus meiner Jugend-Gruppe ausgeschlossen.
    Kein Spaß für einen Teenager, isoliert von von vielem ferngehalten zu werden.

    Ich wurde von meinem Vater schlichtweg an einigen Erfahrungen gehindert.

    Ich habe später versucht, das zu kompensieren und nachzuholen... das klappt aber nicht, weil die anderen ja längst damit durch waren.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Brausepaul, ich meine, aus dir eine Menge Routine und Sicherheitsbedürfnisse zu lesen. Du hast dich eingerichtet...ja schön, und nun?
    Das ist nicht ungewöhnlich. Jeder versucht ja, es sich in seinem Leben möglichst moderat einzurichten.
    Routine und Sicherheit können da ein wesentlicher Halt sein.

    Ich kann das sehr gut verstehen.
    Gerade wer alleine lebt und für sich selbst und für seine Zukunft ganz allein verantwortlich ist, wird da weniger risikofreudig sein und sich nicht auf unkalkulierbare Abenteuer einlassen.

    Auch auf die Gefahr hin, dass der Spaß hinter der Sicherheit zurückbleibt.

    Das ist sicher manchmal schade, wenn jemand für ein wenig Spaß kein - vermeintliches - Risko eingeht, aber ich verstehe das.
    Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen. (Sokrates)


    Geändert von Rotfuchs (22.10.2019 um 06:33 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Brausepaul Beitrag anzeigen
    Was mich davon abhält?
    Eigentlich nichts, ausser das ich nicht weiß wie ich das bewerkstelligen soll.
    Komischerweise kann ich andere eigentlich meist recht gut "lesen", aber bei mir selbst habe ich da einen blinden Fleck.
    Ich habe noch nicht verstanden, ob Du es überhaupt willst, also eine Grundneugier "auf Dich" hast.

    Sofern Du ein Interesse hast, gibt es viele Möglichkeiten, sein Inneres zu erforschen, so dass Du Dir die für Dich passende aussuchen kannst, oder einfach mal ein paar durchprobierst.
    • Wenn Du es gleich gründlich abhandeln willst und 6 Wochenenden investieren kannst, empfehle ich Dir eine NLP-Grundausbildung. Die geht m.E. deutlich tiefer als ein Coaching, weil sie eine Art angeleitetes Selbstcoaching beinhaltet, wo Du Dir selbst gegenüber ehrlich bist, ohne das mit einer anderen Person erörtern zu müssen (- was ja nicht jeder möchte oder kann). Da geht es um Werte, Ziele, Verhaltensmuster, Glaubenssätze, usw., mit stark analytischem Fokus und ohne "Esoterik".
    • "Kleinere" Ansätze: Im Selbststudium kannst Du eine Persönlichkeitstypologie zur Hand nehmen und Dich da mal einordnen. Im Prinzip taugt dafür jede, sie sollte aber anspruchsvoller als die Big Five sein, und keine, die primär auf den Businesskontext bezogen ist. Ich empfehle das Enneagramm, weil das nicht nur schaut, wie Du bist, sondern v.a., was die unbewussten Muster dahinter sind. Kannst aber auch ein anderes System nehmen.
    • Wenn Du diesen Ansatz nicht magst, kannst Du auch aus der Fülle der Ratgeberliteratur zur Selbsterforschung ein Buch wählen, das Dir entspricht.
    • Für die "esoterisch Aufgeschlosseneren" und spontan-neugierigen Typen sind Traumreisen ein guter Ansatz. Der Name ist irreführend, es handelt sich um angeleiteten Trancen, die Dinge aus Deinem Unterbewusstsein holen; gibt es in jeder VHS oder auf CD, mit jedem erdenklichen Fokus, besonders geeignet für bestimmte Fragestellungen. Tarot etc. funktioniert ähnlich, da sind die Karten der Hebel für's Unterbewusstsein; seriöses Kartenlegen, welches mit Hellsehen nichts zu tun hat, lässt den Klienten selbst die Karten interpretieren; das kann man auch alleine, ohne Anleitung, machen.

    Du siehst, es gibt so viele Möglichkeiten...

    Die Frage ist, ob Du es willst.
    The sky is always blue above the clouds.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Beides sehr gut !
    Wer von uns ist nicht auch das kleine Mädchen, der Teenager, die junge Mutter?
    Das alles geht nie verloren, hat aber auch einen Haken.
    Denn auch das Negative lauert latent im Hintergrund und meldet sich gern wieder, wenn der Mensch glaubt, er hätte es überwunden.
    Ich glaube einfach nicht, dass jemand eine miese Kindheit z.B. jemals ganz ad acta legen kann.
    Wir sind denkende fühlende Wesen mit bestimmten Bedürfnissen - wohl dem, dem sie von Anfang an gedeckt wurden.
    Er/sie geht einfach leichter durchs Leben, selbstbewusster, unbekümmerter.
    Das fällt mir grade so ein, weil ich heute (wieder mal) ziemlich melancholisch bin ...
    Liebe Fyona,
    selbst wenn du mich jetzt haust: ich glaube, eine "miese" Kindheit kann auch ein großer Motor sein.

    Alle - oder fast alle Menschen - die Großes geleistet hatten waren in der Kindheit nicht auf Rosen gebettet.
    Wenn ich mal so zurück denke, dann fällt mir auf: ich habe immer schon die Macken und auch die schlechten Eigenschaften meiner Verwandten gesehen. Wenn sie gelogen hatten - oder feige waren - oder schlecht gelaunt....

    Da war keiner immer nur nett.
    Irgendwie wusste ich auch immer schon: es kommt auch auf mich an.
    Und so machte ich mich schon immer gerne nützlich, als Babysitter für meine Cousins und Cousinen.

    So ein Leben was nur um mich kreisen sollte kenne ich nicht, und war wohl auch nie gewollt.

    Gut, das wirst du auch nicht gemeint haben, sorry, damit will ich dir nichts unterstellen.


    Ich glaube, ich liebe einfach Menschen mit Ecken und Kanten.
    Originale, ein wenig Verrückte, Humorvolle.

    Natürlich hängt mir auch so manches noch hinter her.
    Die Bildungschancen die mir zum Beispiel nicht so gewährt wurden. Das kann man auch nur bedingt nach holen.
    Diese Selbstverständlichkeit die dadurch ja auch erwächst, das höhere Anspruchsdenken.
    Ist bei mir eben eher bemüht und mühsam.....

    Was eben auch einer gewissen Komik nicht entbehrt.
    Um ein tadelloses Mitglied
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    können, muß man vor allem
    ein Schaf sein.
    Albert Einstein

  8. Avatar von Brausepaul
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist das nicht egal? Wusstest du früher immer, wie du etwas zu bewerkstelligen hast? Wie du z. B. Das erste Mal jemanden geküsst hast? Wie du jemanden ansprichst?

    Brausepaul, ich meine, aus dir eine Menge Routine und Sicherheitsbedürfnisse zu lesen. Du hast dich eingerichtet...ja schön, und nun?
    Routine ja, aber Sicherheitbedürfnisse?
    Nein, wenn ich Dinge nicht tue, liegt das weniger an dem möglichen Risiko, sondern eher daran das mir die Motivation fehlt oder ich keinen Sinn darin sehe.
    Natürlich kann (und sollte) man sich auch manchmal aufraffen und einfach tun, wie Rotfuchs ja auch schon schrieb. Das tue ich auch gelegentlich, aber im nachhinein war das bisher meist nicht sonderlich bereichernd.

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Als ich von meinem Ausstieg wieder kam, allerdings hatte ich in der Zeit gearbeitet, nur eben was ganz anderes branchenfremdes, musste ich fast wieder neu anfangen.

    Es war nicht nur eine der schönsten Zeiten meines Lebens - sondern auch meine wichtigste.
    Es hatte mich verändert.
    Die Reaktionen meiner Verwandten und Bekannten war übrigens sehr widersprüchlich.
    Alle fanden ich hätte unter Wert gearbeitet, und man tut doch so was nicht.
    Vielleicht habe ich es überlesen, aber inwiefern bist du ausgestiegen und was hast du getan??

    Zitat Zitat von Galah3 Beitrag anzeigen
    Ich habe noch nicht verstanden, ob Du es überhaupt willst, also eine Grundneugier "auf Dich" hast.
    Ja natürlich, ich habe ja keine masochistische Ader.
    Ich denke (und fühle) irgendwie das da mehr ist.
    Keine Ahnung ... eine Berufung, ein unerfülltes Bedürfniss, einen Sinn ....
    Ich kriege es nur nicht zu fassen. Ich habe bestimmte Muster, die ich nicht ableiten oder erklären kann.

    Sofern Du ein Interesse hast, gibt es viele Möglichkeiten, sein Inneres zu erforschen, so dass Du Dir die für Dich passende aussuchen kannst, oder einfach mal ein paar durchprobierst.
    Zum Teil habe ich das auch schon getan, bzw. bin dabei.
    Mit Esoterik habe ich nichts am Hut, aber ich lese in der Tat viel über Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterkenntnis, etc.
    Das innere Kind, Verhaltensmuster, das Unterbewusstsein, etc.
    Mit NLP wollte ich mich tatsächlich mal etwas näher beschäftigen.
    Enneagramm sagt mir nichts. Ich sehe es mir aber mal an, danke.

    Letztlich ist mir in diesem Strang aber bewusst geworden, dass meine diffuse Unzufriedenheit nur bedingt mit dem Alter zu tun hat. Sicher, ein paar Punkte hängen direkt mit dem älter werden zusammen, aber ich glaube mittlerweile andere Dinge werden mir einfach erst jetzt wirklich bewusst.
    Vielleicht weil man mit den Jahren mehr Tiefe gewinnt und auch einfach mehr nachdenkt.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -

  9. Avatar von Fyona
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Liebe Fyona,
    selbst wenn du mich jetzt haust: ich glaube, eine "miese" Kindheit kann auch ein großer Motor sein.
    Alle - oder fast alle Menschen - die Großes geleistet hatten waren in der Kindheit nicht auf Rosen gebettet.
    Ich haue dich nicht !
    Aber es ist zu simpel. Die Gleichung "miese Kindheit" = "spätere große Leistungen" geht wohl ab und zu mal auf, aber zu selten.
    Wir erfahren auch nur von denen, die aus der Masse herausragen und nicht von denen, die immer im Dunkeln bleiben.

    Außerdem geht es leider zu oft in die andere Richtung, ich kenne die entsprechenden Statistiken.
    So gut wie alle Gewalttäter hatten eine Kindheit, die von Gewalt und Missbrauch geprägt war, was wiederum nicht heißt, dass alle, die dies erfuhren, das später genau so an anderen ausleben.
    Wobei ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass ich keinerlei Gewalt oder Missbrauch erfuhr, "nur" Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit bis zu Ablehnung.
    Aber das hat schon gereicht...

    Und ich weiß nicht, ob manche Menschen nicht ihre herausragenden Großleistungen liebend gern eingetauscht hätten gegen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend, statt einer von Selbstzweifeln und Unsicherheitsgefühlen geprägten.
    Wir wissen auch nicht wirklich, wie sich diese Menschen bei all ihren späteren Erfolgen gefühlt haben.

    Das ist es nämlich, worauf es mir letztlich ankommt, auf das Lebensgefühl.

    Das habe ich wieder mal gedacht, als ich die Autobiographie von Brigitte Bardot nochmal gelesen habe.
    Sie wurde von ihren Eltern abgelehnt, vor allem von ihrer Mutter und zu alledem noch grausam geschlagen.
    Die Konsequenzen trotz ihrer unschlagbaren Erfolge als Schauspielerin und größtes Sexsymbol ihrer Zeit:
    Sie wurde misstrauisch und depressiv und hasste die Menschen.
    "Les gents sont affreux" sagte sie mehrmals in ihrem Buch, "die Menschen sind abscheulich".
    Deshalb hatte sie so viele Männer. Das war nicht nur ihre Libido, sie war ständig auf der Suche nach Liebe und hat sich auch deshalb Zeit ihres Lebens dem Tierschutz gewidmet und mit Tieren umgeben. Die konnten ihr nicht weh tun.
    Sie hat einen oder sogar mehrere Selbstmordversuche gemacht.
    Hätte das jemand gedacht?
    Sie hat das Buch geschrieben, als sie 50 Jahre alt war - eine lange Zeit, um innerlich zerrissen durchs Leben zu gehen. Erst jetzt, im Alter, scheint sie seelisch im Gleichgewicht zu sein.
    Aber auch das ist nicht sicher, Menschen sind ungeheuer komplex und zeigen nach außen immer nur das, was andere sehen sollen.

    Summa summarum: eine defizitäre Kindheit prägt erstmal negativ und sorgt für schlechte Startbedingungen.

    Dass der eine oder andere dann später aus "Scheiße Bonbon" macht, bleibt unbestritten, ist aber keine Automatik und er zahlt einen (zu?) hohen Preis dafür ...
    Altwerden ist nichts für Feiglinge !


  10. Registriert seit
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    @Fyona bin ganz bei Dir
    @frangipani .....Zitat sehr gut!

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