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  1. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ja. "die Rente" ist nur für die meisten Leute die einzige Möglichkeit, mehr Schlaf, mehr Zeit für Schönes, und weniger lästige Leute in ihrem Leben zu haben. Also wartet man auf die Rente statt auf den Lottogewinn oder die gute Fee.
    Ich weiß nicht, ob das ironisch oder ernst gemeint war.
    Wenn Letzteres: Eine große Frage, zumindest für mich, ist seit spätestens Ende 40, ob ich das so akzeptieren kann und will, und mit welchen Konsequenzen bei welchen potenziellen Szenarien.

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Traumata sind die Folge von belastenden Ereignissen *von außergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmaß*, davon bleiben zum Glück die meisten Menschen in ihren Elternhäusern verschont. Irgendwas Mitgenommenes aus dem Elternhaus später abarbeiten, aufarbeiten, ablegen, verändern, hinterfragen usw. zu müssen bzw. Fehlendes nachholen, ist der Normalfall, würde ich meinen.
    Diese Sicht ist häufig bei Menschen, die nicht erfahren habe, was zwischen "außergewöhnlichen Traumata" (- ich gehe davon aus, Du meinst körperlichen Missbrauch, Vater erschießt Mutter, etc.) und dem "Irgendwas" liegen kann, nämlich der recht große Bereich der seelischen Misshandlung mit der Folge, dass ein Kind kein Urvertrauen entwickelt.
    Sind diese Kinder dann erwachsen, haben sie das entweder verdrängt, oder, wie bereits mehrfach im Strang beschrieben, spätestens seit der Lebensmitte dagegen angearbeitet mit oft signifikantem Erfolg (wenn auch nicht kompletter "Heilung") auf lange Sicht.
    Was keiner dieser beiden Typen tut: Das gegenüber Menschen wie Dir im RL thematisieren - weil man mit einem Blinden eben nicht über Farbe reden kann.
    Der Punkt ist nicht, dass Betroffene darüber einen besonderen Redebedarf hätten, sondern dass jeder Mensch in seiner Ganzheit wahrgenommen werden möchte, und wenn ein Gegenüber etwas biographisch Wesentliches nicht nachvollziehen kann, bleibt der Kontakt zwangsläufig auf einer oberflächlichen Ebene.

    Das war, glaube ich, auch gemeint, als Einige hier von sorgfältigerer Kontaktauswahl mit fortgeschrittenem Alter sprachen.
    Kriterium neben "Wer tut mir gut" und "Mit wem kann ich über interessante Themen reden" ist eben auch: "Wer nimmt mich in meiner Ganzheit wahr und an" (- und dazu muss die Kindheit nicht explizit thematisiert werden, das läuft auch über Spüren).


  2. Registriert seit
    23.09.2010
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Das ist ausgesprochen negativ formuliert!
    Warum sollte ein Mensch nicht seine Dämonen loswerden wollen?
    Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber entweder hast du großes Glück mit deinen Eltern gehabt oder du verdrängst. Auf jeden Fall redest du wie ein Blinder von der Farbe.
    Das Leben ist doch ein einziger Entwicklungsprozess!
    ...
    Ich will nicht verharmlosen und mir ist bekannt, dass traumatische Erfahrungen mehrere Generationen nachwirken und dass es den Einzelnen viel Kraft kostet oder für ihn auch schlicht unmöglich ist, diese Kette zu durchbrechen. Nur erlebe ich es einfach um mich herum nicht, dass sehr viele Menschen in meinem Alter und jünger davon betroffen sind. (In den jetzigen Kriegsgebieten der Welt gehen gerade wieder viele Generationen verloren. Das finde ich zum Verzweifeln traurig.)

    Und ja, wahrscheinlich hatte ich Glück mit meiner Kindheit. Mit meinem Vater, der in meinem dritten Lebensjahr die Familie verlassen hat, mit einer liebevollen Oma, die ich mit sechs Jahren verloren habe, mit der anderen Oma, die das Kind bloß nicht verzärteln wollte, mit meiner oft überforderten alleinerziehenden Mutter mit wenig Geld und wechselnden Beziehungen (wo das Kind nicht immer, aber manchmal schon störte), mit vielen Umzügen, Wechsel von Schulen usw. Meine Kindheit war völlig normal, manchmal unbeschwert fröhlich und manchmal nicht.

    Und so war und ist auch mein ganzes Leben. Wie wohl bei jedem, gibt es auch bei mir immer wieder die Hindernisse, die ich auch nach vielen Übungsrunden nur mit Schwierigkeiten überwinden kann oder auch umgehe. Aber darum ist mein Leben nicht schlecht oder falsch für mich.


  3. Registriert seit
    28.03.2018
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    2.638

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    (wo das Kind nicht immer, aber manchmal schon störte)
    Vielleicht ist genau das der Unterschied?

  4. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Nur erlebe ich es einfach um mich herum nicht, dass sehr viele Menschen in meinem Alter und jünger davon betroffen sind. [...]Und ja, wahrscheinlich hatte ich Glück mit meiner Kindheit. Mit meinem Vater, der in meinem dritten Lebensjahr die Familie verlassen hat, mit einer liebevollen Oma, die ich mit sechs Jahren verloren habe, mit der anderen Oma, die das Kind bloß nicht verzärteln wollte, mit meiner oft überforderten alleinerziehenden Mutter mit wenig Geld und wechselnden Beziehungen (wo das Kind nicht immer, aber manchmal schon störte), mit vielen Umzügen, Wechsel von Schulen usw. Meine Kindheit war völlig normal, manchmal unbeschwert fröhlich und manchmal nicht.

    Und so war und ist auch mein ganzes Leben. Wie wohl bei jedem, gibt es auch bei mir immer wieder die Hindernisse, die ich auch nach vielen Übungsrunden nur mit Schwierigkeiten überwinden kann oder auch umgehe. Aber darum ist mein Leben nicht schlecht oder falsch für mich.
    Von den geburtenstarken Jahrgängen scheinen mir nicht wenige betroffen zu sein - allein die Flut an Ratgeberliteratur zeigt, dass das ein Thema ist.
    Es ging auch nicht um äußere Erlebnisse und Schicksalsschläge, wie Du sie auflistest, oder um Krieg oder nicht, sondern um die Frage, ob mindestens eine erwachsene Bezugsperson das Kind zuverlässig positiv gespiegelt und ihm Sicherheit gegeben hat.
    Und schon gar nicht geht es um Wettstreit oder Rechtfertigung - von daher verstehe ich nicht, wie Du zu Deinem letzten Satz kommst.


  5. Registriert seit
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist genau das der Unterschied?
    Ich schrieb ja, ich hatte Glück mit meiner Kindheit. Meine Kinder haben mich übrigens manchmal auch gestört.

    Ich befürchte jetzt aber, den Thread von Brausepaul mit diesem Neben-Thema zu überfrachten. Ich schreibe jetzt eher nichts mehr dazu.


  6. Registriert seit
    28.03.2018
    Beiträge
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    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Ich schrieb ja, ich hatte Glück mit meiner Kindheit. Meine Kinder haben mich übrigens manchmal auch gestört.
    Wie gesagt, ich denke, das ist der Unterschied: dass man manchmal stört und Eltern manchmal genervt sind (und umgekehrt) ist der Normalfall. Dass es immer so ist eben nicht.

  7. Avatar von Brausepaul
    Registriert seit
    01.09.2010
    Beiträge
    10.552

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Ich schrieb ja, ich hatte Glück mit meiner Kindheit. Meine Kinder haben mich übrigens manchmal auch gestört.

    Ich befürchte jetzt aber, den Thread von Brausepaul mit diesem Neben-Thema zu überfrachten. Ich schreibe jetzt eher nichts mehr dazu.
    Kein Problem Lea, Stränge entwickeln sich.
    Und Menschen sind eben auch das Ergebnis ihrer Biographie.
    Insofern liegen wir gar nicht so weit daneben.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -

  8. Avatar von Daniel-G
    Registriert seit
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    Beiträge
    39

    smile AW: Wie empfindet ihr das älter werden?


    Hm, ich empfinde das Älterwerden eigentlich als ganz angenehm. Nicht mehr so vielen Pflichten nachkommen, nicht mehr der täglichen Arbeit nachgehen müssen, Gelassenheit genießen angesichts des nahenden Weltuntergangs… Selbst meine Enkel sind auf guten Wegen und mögen sich ihre Probleme selbst suchen. Ja, ich reise gern – sehr gern nach Asien, und meine Heimat erkunde ich zu Fuß, als Wanderer. Aufs Auto verzichte ich schon seit 20 Jahren, wohne ja in der Stadt.

    Meine Lebenszeit ist nicht mehr endlos, das hat auch was beruhigendes. Ich muß nicht mehr so lange leben. Alles, was mir so an Gutem über 70 widerfährt – ich fasse es als „Zugabe“ auf, wie nach einem guten Konzert.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    In der vorletzten Stern-Ausgabe schrieb Meike Winnemuth in ihrer Kolumne über das Phänomen, dass Menschen Ü50 auf einmal Faibles für "zweckfreie Tätigkeiten" entwickeln. Darin habe ich mich sehr wiedergefunden!


    Zitat Zitat von Daniel-G Beitrag anzeigen
    Alles, was mir so an Gutem über 70 widerfährt – ich fasse es als „Zugabe“ auf, wie nach einem guten Konzert.
    Sooo schön gesagt!
    Ich mag auch das Wort "Ernte" in diesem Kontext, aber "Zugabe" trifft es für mich mindestens genauso gut... Danke dafür.

  10. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    34.206

    AW: Wie empfindet ihr das älter werden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In der vorletzten Stern-Ausgabe schrieb Meike Winnemuth in ihrer Kolumne über das Phänomen, dass Menschen Ü50 auf einmal Faibles für "zweckfreie Tätigkeiten" entwickeln. Darin habe ich mich sehr wiedergefunden!
    Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für zweckfreie Tätigkeiten. Nur nicht mehr genug Zeit dafür, seit ich arbeite: Zeit gegen Geld. Jetzt versuche ich so langsam Geld gegen Zeit zurückzutauschen, damit ich mehr zweckfreien Tätigkeiten nachgehen kann!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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