Ich finde gut zuhören können ist eine sehr schöne Eigenschaft, die ich aber teilweise bei anderen vermisse (nicht bei allen, aber vielen). Gut zuhören können schliießt auch nicht aus, dass ich langweilig wäre oder nichts zu sagen habe.
Durch Zuhören und ausreden lassen, entsteht ein Dialog. Mann zeigt Interessen am anderen und tauscht sich aus.
In meinem Umfeld sind aber viele Leute, die Monologe halten und hier ist jedes Gespräch ein Kampf, weil derjenige/diejenige einen kaum ausreden lässt und schon das nächste sagen will bzw. gar nicht auf mich eingeht. Jeder plaudert seinen Monolog runter. Das ist das was ich nicht austehen kann...solche Leute bezeichne ich dann aber nicht als Freunde. Die TE hat das Gefühl zu recht, weil sie wohl mehr Zwischentöne hört (hochsensibel ist)...
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06.08.2019, 19:05
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
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06.08.2019, 20:34
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Bitte haltet euch an das Thema und unterlasst off-topic Bemerkungen oder Metareflektionen über den Strang. Bei Bedarf kann man Beiträge, die man für einen AGB-Verstoß hält, der Moderation melden.
Ansonsten frohes Diskutieren!
Mary/Moderationthat was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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06.08.2019, 20:36
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
ich kennen auch einige leute die von sich behaupten sehr sensibel zu sein und dabei sind sie es eigentlich nicht, sondern bilden sich viele sachen einfach nur ein, weil sie sich für den nabel der welt halten
"der hat mich komisch angeschaut" "das er mich vergessen hat hat er mit absicht gemacht " usw.
und ich merke ziemlich schnell wenn jemand unterschwellig eine erwartungshaltung hat oder herzlichkeit als mittel zum zweck benutzt - ich hatte mal eine bekannte die war immer bereit anderen zu helfen, sie war auch echt "nett" usw. - aber ihre anspruchshaltung von dem was zurückkommen muss und wie, das war auf dauer echt anstrengend und so habe ich mich dann mittelfristig distanziert
herzlichkeit zeichnet für mich aus, das jemand seine zuwendung/freundlichkeit/aufmerksamkeit freiwillig und ohne gegenleistung verschenkt
ich weiss nicht ob irgendetwas auf dich liebe te zutrifft, ich kenne dich ja nicht , aber das was du über selbstliebe und die tipps dazu schreibst klingt bei dir so ablehnend, dass ich das gefühl bekomme du willst das andere dich "heilen" und sowas merken andere menschen ja auch, wenn sie dafür benutzt" werden
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06.08.2019, 21:13
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Ich kenne das Problem auch. Es ist mir nur schon fast entfallen. Weil es so lange her ist.
Ich hatte auch viele Jahre das Gefühl, niemandem wichtig zu sein. Außer meinem Mann.
Das fing an, als alle Bekannten weg zogen aus meiner Gegend. Und dann sind wir irgendwann weit weg gezogen. Und ich fühlte mich unendlich einsam.
Ich bin allerdings aktiv an die Sache heran gegangen. Ständig habe ich mir irgendetwas Neues einfallen lassen. Ich bin auf die Leute zugegangen. Oft hat es nicht so geklappt, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hab manchmal auch Ablehnung erfahren.
Ich habe nie aufgegeben. Irgendwann lief alles wie von selber. Wir haben Veranstaltungen besucht, wo wir niemanden kannten, das war schon recht mutig. Aber wir haben so unsere Freunde kennen gelernt. Genau auf solchen Veranstaltungen. Heute weiß ich, dass ich nicht unbeliebt bin. Ganz im Gegenteil. Um meinen Freundeskreis werde ich beneidet. Ich kenne im Prinzip Gott und die Welt.
Ich habe mich auch oft selbst bemitleidet. Viel geweint deswegen. Trotzdem habe ich immer wieder daran gearbeitet und nach neuen Ideen gesucht. Irgendetwas hat dann die Wende gebracht. Ich hatte schon fast vergessen, dass ich dieses Problem mal hatte. Es gibt heute nicht mehr annähernd so ein Problem in meinem Leben. Ganz im Gegenteil.
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06.08.2019, 21:55
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Bei mir war es ähnlich wie bei animosa. Ich hatte auch Verwandten, einen Freund, Kollegen. Aber niemand hat sich an meinen Geburtstag erinnert (ok, fast niemand) oder mich mal zu was eingeladen.
Ich wurde dann auch aktiv (nach einer langen Trauerphase) und habe angefangen, für die nächsten Wahlen Unterschriften zu sammeln und jeden Samstag Karten zu schreiben, die Leute zur Briefwahl aufrufen, die in Gegenden wohnen, wo ihre Wahllokale oft überfüllt sind.
Und ich habe in einem Tierasyl die Hunde spazieren genommen, damit sie lernen, an der Leine zu laufen. Und habe ihre Haare gewachsen, wenn sie einfach zu waschen waren (nicht bissig).
In solchen Fällen erinnern sich die Leute schon mehr an Dich, weil Du was beigetragen hast, das Extra ist. Und freiwillig Deine Zeit her gegeben hast.
Das hat mir geholfen mich mehr als ein Teil von ein paar Gruppen zu fühlen. Ich bin auch zu einer Gruppe gegangen, für Angehörige von Demenz-Kranken und wir gehen auch manchmal danach noch einen Kaffee trinken. Auch wenn man zurückhaltend ist, wird man von solchen Gruppen akzeptiert. Da sind es eher die extrovertierten Typen, die nerven. Die immer über sich reden müssen und andere korrigieren.
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07.08.2019, 06:08Inaktiver User
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Zuhören können ist wichtig, ja, aber verstehen sollte das Gegenüber auch. Das können die wenigsten. Es wird nur so getan als ob und irgendwas abgeleitet. Ich vermute mal, diese Erfahrung wird die TE auch kennen und es hängt ein wenig mit ihrem jetzigen Problem zusammen.
Mich stört es, wenn andere mir weismachen wollen, was ich will, brauche und was gut für mich ist, bloß weil sie von sich ausgehen oder sich aufdrängen wollen. Ganz schlimm finde ich, wenn sich Leute anbiedern, indem sie mir nach dem Mund reden oder Kommentare und Weisheiten abgeben, von denen sie meinen es wäre das, was ich hören will. Das ist noch viel furchtbarer als keine Freunde und Bekannten im Umkreis von einigen Kilometern.
Ich wäre froh, wenn ich nur für mich und meine Familie wäre, am besten in der Großstadt, wie früher. Keine aufdringlichen und neugierigen Menschen, die ich mir nicht ausgesucht habe um mich herum. So seltsam sich das für manche anhören mag. Nicht überall will jeder Freunde haben.
Und von der TE halten die Menschen ihres Umfeldes vielleicht auch Abstand, weil sie wahrscheinlich annehmen, dass sie das so haben will oder es so ausstrahlt.
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07.08.2019, 06:15Inaktiver User
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Ob sich jemand an sämtliche, auch lange zurückliegende Details zu einer anderen Person erinnern kann, hat m.E. meist nichts mit dem Grad des Interesses zu tun, sondern mit einer selektiven Merkfähigkeit.
Ich beispielsweise vergesse auch keine solchen Details, was andere Menschen immer wieder erstaunt. Das ist aber auch der Fall bei Menschen, an denen ich kein Interesse habe. Ich finde auch in jeder Folge der "Lindenstraße" Fehler der Drehbuchautoren, weil ich mich an alle Fakten seit Folge 1 erinnere.
(OT: Leider beschränkt sich diese Merkfähigkeit bei mir auf solche eher kleinteiligen und unbedeutenden Infos. Bei Wichtigerem oder von Personen entkoppeltem Faktenwissen ist mein Gedächtnis oft wie ein Sieb.)
Auf der anderen Seite habe ich schon beobachtet, dass Menschen auch bei ihnen wirklich Nahestehenden bestimmte Details wieder und wieder vergessen, was definitiv nicht auf mangelndes Interesse an der Person zurückgeführt werden kann.
Liebe TE,
in diesem Strang wurde Deine Ausgangsfrage von meinen Vor-Schreiberinnen sehr hilfreich von den verschiedenen Seiten beleuchtet, so dass ich mich mit weiteren Tipps nur wiederholen würde. Am wichtigsten erscheint mir, die Erwartungshaltung an Andere aufzugeben (und Dich stattdessen "für Dich selbst bedeutsam" zu machen), was nicht zwangsläufig in Rückzug münden muss, sondern auch ein Geben nur aus der Freude am Geben heraus sein kann.
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07.08.2019, 06:24Inaktiver User
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Leider wächst sich das nicht mit der Altersweisheit aus.
Meine Beobachtung ist: Je höher die Altersgruppe, desto verbreiteter dieses Phänomen. Bei Senioren kreisen geschätzt 85% praktisch ausschließlich um sich selbst. Junge Erwachsene hingegen sind i.a. noch deutlich interessierter an den Erfahrungs- und Innenwelten anderer. (- Individuelle Besonderheiten natürlich immer ausgenommen.)
Auch in der Bri wurde das in mehreren Strängen (zu den Themen Kontaktwünsche, Interesse an anderen, Leben im Alter, etc.) deutlich.
Selbst bei mir selber erkenne ich derartige Tendenzen, denen ich aber zu einem Teil bewusst entgegensteuere, weil ich nicht so werden möchte.
Es hat wohl etwas damit zu tun, dass man sich mit schwindenden Ressourcen (an Kraft, verbleibender Lebenszeit, etc.) auf einen immer kleineren Radius fokussiert, so dass man irgendwann nur noch um sich selbst kreist, und parallel damit, dass man ab einem bestimmten Punkt im Leben meint, aus den Erfahrungen anderer nichts mehr für sich zu lernen.
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07.08.2019, 07:32
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Ich finde die Diskussion hier sehr interessant, weil ich mich teilweise wiederfinde in der Weltsicht von Warumwarum. Ich hab auch immer die Hoffnung/Erwartung dass mehr von den anderen kommen sollte.
Meine Frage: Wie kann man diese Erwartungshaltung los werden oder abschwächen? Es funktioniert ja auch nicht, sich selbst zu sagen, „jetzt hab ich aber mal keine Erwartumgen“, wenn man unbewusst oder tief drinnen die Erwartungen einfach hat...Was tun?
Zuhören ist wie schon gesagt eine tolle Eigenschaft. Der „Zuhörer“ muss sich aber auch mitteilen und was von sich selbst erzählen, sonst bleibt er farblos und ein weißes Blatt.
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07.08.2019, 07:46Inaktiver User
AW: Ich bin vollkommen unbedeutend für andere Menschen :-(
Keiner zwingt dich, so einen Tipp umzusetzen. Du bist frei und machst, was du willst.
Eine Sichtweise, die total unrealistisch ist!
Wenn ich mit anderen Menschen in Kontakt gehe, dann hat mein Verhalten IMMER eine Reaktion zur Folge.
Es gibt IMMER eine Wirkung auf den Gegenüber- die er selbst als positiv oder negativ einstuft- ansonsten wäre er tot!
Es widerspricht der reinen Natur, dass wir nicht auf einen anderen reagieren.
1. wie ein anderer dein Verhalten findet- darauf hast du keinen Einfluss.
2. es ist ebenso ganz natürlich, dass wir gegen das, was uns nicht passt, vorgehen (wir holen auch die Krümel vom Laken, weil sie uns beim Schlafen stören
) - wie das geschieht ist ganz individuell und häufig DER Streitpunkt! Nicht, das der andere eine andere Meinung hat sondern wie wir damit umgehen!
3. Leben - ganz allumfassend - bedeutet IMMER Kompromiss und Anpassung. Schau in die Natur, dort geht es ganz genauso wie bei uns Menschen darum, dass jeder bestehen möchte.
Dieses Recht kann man nicht absprechen
Sprich: wenn ich auf das Gesagte des anderen eingehe, lasse ich die Meinung nie einfach stehen.
Entweder ich bestätige sie (auch dann habe ich etwas mit der Meinung gemacht) oder ich stehe dagegen auf.
Das würde bedeuten, dass kein Mensch mit dir in Kontakt geht- genau DAS willst du doch nicht!
Oder anders ausgedrückt- genau das erlebst du doch! und du fühlst dich doch mit dem "nicht gesehen werden"- weil keiner mit dir richtig in Kontakt geht- alles andere als gut!
ich schätze, du meinst, dass es schön wäre, wenn dich "negative Reaktionen" auf dein Verhalten weniger herunter ziehen würden. (positive Rückmeldung wirst du sicher gerne erleben und annehmen).
Das hat einzig mit deinem eigenen Stellenwert zu tun- ich wiederhole mich
- wenn ich meinen Wert von dem Verhalten der anderen abhängig mache, bin ich in großer Gefahr ganz schön unbeliebt und blöd zu sein
Zum Thema Zuhören:
Die wenigsten Menschen hören wirklich zu- sie sind in ihrem eigenen Film und der wird dann mit der gerade- vor einem stehenden Person weiter gedreht.
ist allgemein üblich und nicht gerade befriedigend, aber so weit verbreitet, dass wir das alle kennen und damit jonglieren können.
Daher gibts dann die guten Gespräche mit der besten Freundin- DIE hat dann Zeit und hört zu- dann passt alles zusammen.
Was ich gerade nicht verstehe ist: Warumwarum- du hast geschrieben, du merkst dir sämtliche Details von dem, was dir andere sagen.
Frage ist: geschieht das automatisch oder bist du bewusst mit großer Aufmerksamkeit unterwegs?
Wenn du dich bewusst so verhälst, stellt sich die Frage: was ist deine Motivation dahinter?
Wenn es automatisch abläuft: gehört es schlicht zu deinem Naturell und ist einfach eine Qualität in deinem Leben.
Einem anderen vorwerfen, dass er anders ist- geht natürlich nicht.
Und es gibt auch Menschen, die mehr von sich preis geben als sie wollen- bei denen kommen manch erinnerte Details gar nicht gut an!
Über die Güte von "alles aufnehmen und sich erinnern"- kann man also streiten.
Mal ganz unabhängig davon, dass es Raum und Energie kostet, die - sollte man das bewusst einsetzen- getrost woanders einsetzen könnte.


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