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Thema: Einsamkeit


  1. Registriert seit
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    Einsamkeit

    Hallo!

    Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, da ich es immer schwierig finde, etwas über mich zu schreiben. Aber momentan bin ich wieder so weit unten angekommen, dass ich nicht mehr weiß, was ich noch tun soll. So sitze ich um diese Zeit immer noch im Bett und suche nach einem Grund aufzustehen.

    Ich habe gerade Urlaub, und da spüre ich die Einsamkeit umso mehr. Ich bin 40 Jahre alt und habe so gut wie keine Freunde. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass ich mich einfach mit 99,999% der Menschen nicht kompatibel empfinde. Im Kontakt mit anderen muss ich immer schauspielern und fröhlich tun, wie gut mir das gelingt, kann ich nicht sagen, aber wahrscheinlich nicht absolut überzeugend. Ich gehe meinen Hobbys nach und bin dann unter Menschen - enge Freundschaften sind da aber noch nie entstanden. Die meisten Menschen in meinem Alter leben ganz anders als ich, sie haben Partner und Familie. Allein dadurch fühle ich mich ihnen nicht nahe.

    An Familie habe ich nur meine Eltern, die schon alt sind, und die Gewissheit, in ein paar Jahren ganz allein auf der Welt zu sein, treibt mir mehrfach täglich die Tränen in die Augen.

    Ich nehme seit Jahren AD und habe Therapien versucht. Die letzte habe ich gerade nach zwei Jahren abgebrochen, da sie mir nichts gebracht hat. Für meine Probleme gibt es keine Lösung, und die Therapeutin ging mir nur noch auf die Nerven.

    Auch das Thema Partnerschaft habe ich für mich abgeschlossen - das Interesse war einfach nie auf beiden Seiten da. Meine Körbe-Sammlung ist sehr stattlich. Damit musste ich leider auch den Wunsch nach einer eigenen Familie begraben.

    Was immer schlimmer wurde: Ich habe komplett die Fähigkeit verloren, mich zu freuen und Spaß zu haben. Die dunkle Wolke der Einsamkeit hängt permanent über allem und lässt mich immer mehr verbittern und verzweifeln. Die meisten Menschen mögen mich wohl nicht sonderlich, und ich fühle keine Gemeinsamkeiten mit ihnen.

    So, das war es fürs erste. Es ist leider alles etwas durcheinander, ich hoffe, man kann mich trotzdem verstehen.

    Liebe Grüße

    LisaLena79


  2. Registriert seit
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    AW: Einsamkeit

    Zitat Zitat von lisalena79 Beitrag anzeigen
    dass ich mich einfach mit 99,999% der Menschen nicht kompatibel empfinde.
    Ach du Arme!

    Magst ein Beispiel aus der Praxis für das obige Gefühl nennen? Oder besser, mehrere?

    Das Gefühl der diensthabende Alien zu sein, das kenne ich...


  3. Registriert seit
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    AW: Einsamkeit

    ich habe auch fragen:

    war das alles schon immer so?
    hattest du nie spaß mit leuten?
    hattest du nie freunde?

    hast du an oder auf der arbeit auch keine freude?

    - ab davon, ich reihe mich ein bei den aliens, für mich war die lösung die anonymität der großstadt, und hier gibts zum glück noch mehr aliens.


  4. Registriert seit
    29.07.2019
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    AW: Einsamkeit

    Nein, es war nicht immer so, ist aber mit jedem Jahr und mit jedem Korb schlimmer geworden. Und jetzt fühle ich mich mit glücklichen Menschen nicht mehr verbunden. Ich muss schauspielern im Kontakt mit ihnen und auch fröhlich tun. Dabei bin ich nur neidisch auf ihr Liebes- und Familienglück. Am schlimmsten war es immer, wenn eine Bekannte ein Baby bekommen hat und ich mich dann anstandshalber noch ab und zu auf einen Kaffee getroffen habe - um dann zwei Stunden das Baby zu bewundern.


  5. Registriert seit
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    AW: Einsamkeit

    Zitat Zitat von lisalena79 Beitrag anzeigen
    Nein, es war nicht immer so, ist aber mit jedem Jahr und mit jedem Korb schlimmer geworden. Und jetzt fühle ich mich mit glücklichen Menschen nicht mehr verbunden. Ich muss schauspielern im Kontakt mit ihnen und auch fröhlich tun. Dabei bin ich nur neidisch auf ihr Liebes- und Familienglück. .
    Du schreibst hier selbst von "Neid". Und klingst auch recht verbittert und resigniert. Ich frage jetzt mal etwas provokant: Gefällt es dir evtl. auch ein bisschen, dich im Selbstmitleid zu suhlen? Hast du dich mit deiner Situation abgefunden, oder willst du wirklich etwas daran ändern?


  6. Registriert seit
    29.07.2019
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    AW: Einsamkeit

    Ich habe zwanzig Jahre versucht, etwas zu ändern, momentan befinde ich mich im Prozess der Akzeptanz.


  7. Registriert seit
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    AW: Einsamkeit

    was hast du denn zu ändern versucht, das singledasein?

    wenn du früher freunde hattest, die nur jetzt ein anderes leben führen wegen der familiengründung, wäre es dann nicht eine option, nach neuen freunden zu suchen, die so leben wie du?

    du bist ja nicht die einzige 40-jährige, die unverpartnert ist und keine kinder hat.


  8. Registriert seit
    13.05.2019
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    174

    AW: Einsamkeit

    Was vielleicht helfen könnte: ein Ehrenamt, bei dem du dich selbst als hilfreich und gebraucht empfindest.

    Das ist mitunter ein guter Baustein für ein bessere Einbindung in die soziale Gemeinschaft


  9. Registriert seit
    20.07.2010
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    AW: Einsamkeit

    Also bezieht sich das in erster Linie auf "Liebesglück"?

    Mit Kerl und Kind und Kegel wäre "alles" gut?

    Selbstverständlich und da müssen wir überhaupt nicht drum rum reden, ist es toll und erfüllend und stabilisierend und und und, wenn der Kerl ein Guter und die Kindlein lieb sind.
    Jetzt kommt das Aber: mach dir da keine Illusionen. Einsamkeit und Ehe haben nicht nur die "E"s gemeinsam....

    Kind: Wenn du wirklich ein Kind möchtest. Dann warte jetzt mit 40 nicht auf den Traummann. Schwanger werden und Muttersein kannst du auch ohne Mann.
    Ich sage das sonst nicht so unverhohlen, aber mit 40 hast du nicht mehr viel Spielraum für Experimente.
    Wenn du ein Baby willst, dann lass dich entweder von einem einigermaßen in Frage kommenden Mann schwängern oder google dir Möglichkeiten der Künstl. Befruchtung im Europ. Ausland.
    Beides ist weder politisch korrekt noch moralisch. Aber gemacht wird es. Und ich werte es nicht.

    Aber_2.0: es klang eingangs so, als seien "mehrere/alle" Lebensbereiche nicht so prickelnd.
    Was steht sonst noch an?


  10. Registriert seit
    29.07.2019
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    61

    AW: Einsamkeit

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Also bezieht sich das in erster Linie auf "Liebesglück"?

    Mit Kerl und Kind und Kegel wäre "alles" gut?

    Selbstverständlich und da müssen wir überhaupt nicht drum rum reden, ist es toll und erfüllend und stabilisierend und und und, wenn der Kerl ein Guter und die Kindlein lieb sind.
    Jetzt kommt das Aber: mach dir da keine Illusionen. Einsamkeit und Ehe haben nicht nur die "E"s gemeinsam....

    Kind: Wenn du wirklich ein Kind möchtest. Dann warte jetzt mit 40 nicht auf den Traummann. Schwanger werden und Muttersein kannst du auch ohne Mann.
    Ich sage das sonst nicht so unverhohlen, aber mit 40 hast du nicht mehr viel Spielraum für Experimente.
    Wenn du ein Baby willst, dann lass dich entweder von einem einigermaßen in Frage kommenden Mann schwängern oder google dir Möglichkeiten der Künstl. Befruchtung im Europ. Ausland.
    Beides ist weder politisch korrekt noch moralisch. Aber gemacht wird es. Und ich werte es nicht.

    Aber_2.0: es klang eingangs so, als seien "mehrere/alle" Lebensbereiche nicht so prickelnd.
    Was steht sonst noch an?
    Ich habe keinen familiären Rückhalt hier in der Gegend, um ein Kind zu betreuen. Ich kenne niemanden, der das komplett allein geschafft hat. Auch finanziell ginge das nicht, da ich mir hier keine größere Wohnung leisten kann. Wer nimmt das Kind, wenn ich länger arbeiten muss? Wenn ich krank bin? Wenn ich auf Dienstreise muss? Außerdem würde ich mit einem Baby wohl noch mehr vereinsamen. Zudem hatte ich den Wunsch, eine Familie zu haben, und dazu gehört für mich mindestens ein Vater. Das Thema ist für mich durch, zumal ich auch Medikamente nehmen muss, die sich mit einer Schwangerschaft nicht vertragen.

    Alles wäre natürlich auch nicht gut. Ich wäre nicht plötzlich kerngesund. Aber ich hätte Leute, die zu mir gehören. Jemand, der mit mir sein Leben teilt.

    Wobei ich denke, dass ich gar nicht mehr beziehungsfähig wäre, wenn ich es denn überhaupt jemals war. Keine Ahnung. Wenn man sein Leben lang alle Entscheidungen allein trifft, ist es bestimmt schwierig, plötzlich alles aushandeln zu müssen.

    Zum Ehrenamt: Ich habe eine ellenlange Liste von Aktivitäten, die ich in den letzten 20 Jahren unternommen habe und noch unternehme. Das Problem war es nie (wobei, mittlerweile schon auch ein bisschen), Leute zu treffen. Es sind keine tiefen Freundschaften entstanden, weil es nie mit jemandem gepasst hat, und wenn doch, dann hat es nicht gehalten (Umzug, Partnerschaft, Kinder, Streit etc.).

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