Für juli-elli
Ich habe so etwas zu Hause. Sie sagt, sie wäre mit den Charakteren der meisten Menschen heute nicht kompatibel.
Es tut weh, da zuzusehen, aber wirklich helfen kann man nicht.
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Thema: Einsamkeit
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12.08.2019, 11:21Inaktiver User
AW: Einsamkeit
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12.08.2019, 11:42Inaktiver User
AW: Einsamkeit
juli-elli, danke für Deinen wundervollen, einfühlsamen Beitrag #205, den ich mir abgespeichert habe.
Was nicht heißt, dass nicht auch in den zahlreichen anderen Postings viel Hilfreiches, Praktisches, Nachdenkliches, Philosophisches, Bedenkenswertes steht.
Ein wirklich schöner Strang.
liebe lisalena, ich weiß gar nicht, was ich noch hinzufügen könnte. Vielleicht eine Buchempfehlung? Kein Lebensratgeber, sondern eine tragikomische Geschichte über Einsamkeit, Isolation, Nicht-Kompatibel-sein: Kjersti A. Skomsvold: Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich
Ich zitiere mich mal selbst:Ich mochte die mit 144 Seiten leider viel zu kurze Geschichte der einsamen und menschenscheuen Mathea, die, fast 100-jährig, noch einmal die Hand ausstreckt und versucht, Kontakt zu machen, beinahe wie ein Alien. Ihr skurriler Galgenhumor spricht mich an. Ich muss grinsen, wenn sie Sinnsprüche und Lebensweisheiten aus den Todesanzeigen zitiert, die sie täglich liest. Gleichzeitig ist mir jeden Augenblick die große Traurigkeit bewusst, die unter allem liegt.
Ich mag Mathea, auch wenn sie vielleicht nicht wieder aufgestanden ist, als sie am Boden lag, sondern einfach nur weitergelebt hat, weil sie weitergeatmet hat. So traurig das Buch ist, so wohltuend und tröstlich empfinde ich es, dass es in Mathea einen Gegenpol gibt zu all den Kämpfernaturen, die manchmal so unerträglich vorbildhaft daherkommen.
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12.08.2019, 12:08Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Das halte ich für ganz schwierig. Ich persönlich würde lieber eine neue Gruppe gründen.
Zb. Bei Beste-Freundin-gesucht.de, hier in der Bricom für Deine Stadt, oder tatsächlich eine Selbsthilfegruppe gründen, zumindest sich mit der Planung beschäftigen..
Alles gleichzeitig. Da hast Du zu tun. Außerdem dauert es immer, bis sich Leute finden.
Da werden erstmal ganz viele dabei sein, mit denen Du nicht viel am Hut haben wirst, aber die ein oder andere Nette wird vielleicht dabei sein.
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12.08.2019, 12:23Inaktiver User
AW: Einsamkeit
@Juli-Elli: schöner Beitrag
, aaaber : was ist jetzt der konkrete Tipp an die TE? Sie sucht ja nach Hinweisen, um aus der Misere rauszukommen. Danach hat sie mehrfach gefragt.
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12.08.2019, 12:45Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Ich habe leider keinen konkreten Tipp auf Lager. Und meiner Meinung nach gibt es auch nicht DEN Tipp oder gar DIE Lösung.
Im Grunde kann man immer wieder nur sagen, dass die TE am Ball bleiben soll, dass sie nicht aufgeben soll etc. Das bringt aber m. E. in diesem Fall nicht wirklich etwas, da sie das alles schon seit Jahr und Tag tut und dennoch irgendwie nicht so richtig den Fuß in die Tür des Lebens bekommen hat. Ich glaube, was sie im Moment am meisten braucht, ist einfach etwas Mitgefühl und Zuneigung, soweit das virtuell eben möglich ist.
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12.08.2019, 13:08
AW: Einsamkeit
Liebe Juli, liebe TE,
möchte mich hiermit auch outen als jemand, der eigentlich immer nur knapp dran ist, einsam zu sein.
Wenn ich auf mein Leben blicke, dann sehe ich so vieles was nicht funktioniert und ganz vieles was funktioniert hat.
Ich habe eine Tochter - mittlerweile erwachsen - , ich habe Schwestern, einen Vater.... zu all diesen Menschen habe ich regelmäßig Kontakt und darüber bin ich froh. Das sind gute und liebevolle Kontakte.
Aber darüber hinaus habe ich wenig Kontakte, kaum Freundschaften. Ich versteh mich mit Arbeitskolleginnen gut, ich kenne Menschen, sympathische Menschen, sogar Menschen, die gerne mit mir Kontakt haben und manchmal sogar mehr Kontakt haben möchten, als ich bereit bin zu haben.
Ich weiß manchmal selber nicht, warum es mir so schwer fällt längere, tiefer Beziehungen einzugehen. Oft erlebe ich am Beginn einer Bekanntschaft, dass alles super läuft und nach 1, 2 Jahren geht mir die Puste aus- so wie bei einer Verliebtheit die rosarote Brille weg fällt und man die störenden Dinge sieht oder einfach merkt, dass man mit einem Menschen nur durch ganz bestimmte Themen verbunden ist und darüber hinaus keine Beziehung besteht.
So ging es mir sowohl in Liebesbeziehungen, als auch Freundschaften.
Ich schaffe es nicht, die notwendige Verbindlichkeit aufzubringen.
Und immer mehr wird mir klar, dass ich nur einen kleinen Schritt von Einsamkeit entfernt bin.
(Ich bin gerne und gut allein, ich mag das und brauche ausreichend Alleinzeit, das nur nebenbei)
Ich habe keine klassische Beziehung geführt in meinem Leben, eine 2-jährige Fernbeziehung ist die längste Beziehung, die ich hatte (und da war ich nicht treu). Wenn ich auf meine Leben schaue, merke ich, dass man dieses Leben als ziemlich verkorkst bezeichnen könnte. Gleichzeitig habe ich so vieles schönes erlebt, dass auch das nicht wirklich zutrifft.
Würde meine Familie wegfallen, meine Tochter nichts mehr von mir wissen wollen oder sehr weit weg ziehen - was hätte ich dann noch an Kontakt?
Ich weiß, das ist eine andere Situation als die der TE. Ich merke klar, dass ich mir schwer tue Verbindlichkeit außerhalb meiner Ursprungsfamilie zu leben. Bin aber noch nicht drauf gekommen warum.
Sorry, für das wirre Geschreibsel, als ich angefangen habe, wusste ich noch genau, wo es hin gehen soll. Jetzt bin ich mir selber nicht mehr sicher.
Alles Liebe,
BazebaNever be afraid, never.
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12.08.2019, 14:10
AW: Einsamkeit
das Buch habe ich bei einer anderen Foristin schon aufgrund anderer postiven Rezessionen empfohlen und möchte es selbst lesen (in der Bibliothek ist es vorgemerkt). Du hast also auch gute Erfahrungen damit gemacht? ich denke, dass man gesund bleibt, wenn man seine Kreativität auslebt.
Bei der TE habe ich den Eindruck, dass sie beratungsresistent ist. Sie ist eben irgendwie verbittert und kommt da nicht so wirklich aus dem Selbstmitleid raus. Schade, aber auf der Basis werde ich ihr hier keine Tipps mehr geben. Habe da schon mehrfach geschrieben, aber es nutzt ja nix.
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12.08.2019, 14:24Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Und das Nachtreten musste jetzt aber schon noch sein?
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12.08.2019, 17:53Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Ja, das Buch hat mich regelrecht am Wickel...
Mir hat es Mut gemacht. Der Titel kann aber auch verwirrend wirken.
Mich hat das Buch regelrecht zur Kultur geführt.
Mein Grund waren wohl Hemmungen. Und heute weiß ich: der Mensch braucht Kultur. Wie die Luft zum Atmen.
Es ist eher so ein open-end Buch. Du wirst nicht automatisch zur Kreativen.
Jedenfalls nicht im Sinne von dem was die meisten Menschen, mich eingeschlossen - darunter verstehen.
Ich glaube nicht dass die TE beratungsresistent ist.
Sie hat sich doch für ein so heikles Thema geöffnet. Das allein ist ja schon was Heilsames.
Meiner Meinung ist es doch eines der letzten Tabuthemen: Einsamkeit.
Du kannst jedes Problem haben - aber wer einsam ist hat entweder einen an der Waffel - oder ist eben komisch.
Wer ein Problem erkannt hat ist meiner Meinung nach schon auf dem rechten Weg.
Viel Spass beim Buch. Es ist für mich wie eine Bibel geworden.
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12.08.2019, 18:04Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Na gut, das beruhigt mich.
Durch mangelnde Möglichkeiten, mangelnde Unterstützung in der Jugend oder überhaupt kann man da landen - wo man keine Antennen ausfahren kann.
Meine Meinung - und meine Erfahrung. Oder, du bist zu lange mit einer Aufgabe so in Richtung Pflicht beschäftigt.
Doch, ich habe wirklich schon am eigenen Leibe - und auch bei Anderen erlebt wie urplötzlich ein Anruf kam, ein Mensch vor der Tür stand der nen Job angeboten hat....
Für meinen Geschmack, nach meiner Erfahrung kann es so was wie ne heilsame Verzweiflung geben, das Gefühl, ne so mache ich nicht weiter.
Frag doch mal erfolgreiche Menschen: die meisten werden dir sagen: sie hatten eben auch Glück.
An der richtigen Stelle zur rechten Zeit zu sein.
Das ist keine Resignation.
Ich war auch mal so wie du. Und das Fatale bei mir war: ich dachte immer alles alleine machen zu müssen.
Sich helfen zu lassen, sich sogar auch mal was schenken zu lassen finde ich heute keine Schmälung eines Erfolges.
Im Gegenteil, bei mir hat es eigentlich eher das Herz geöffnet, mich weicher gemacht.
Wir brauchen uns eben alle.
Und das finde ich schön.


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