Es dauert enorm lange und braucht sehr viel Provokation, bis mein Faden wirklich reißt, zum Glück passiert das fast nie. Generell ist es bei mir eher so, dass ich weggehe. Also sofern es irgendwie möglich ist verlasse ich die Situation. Ansonsten spielt sich das alles eigentlich nur innerlich ab. Das ist ja das Problem quasi, natürlich ist es besser als wenn ich irgendwie Leute angreifen würde oder so, aber es staut sich halt total an und ich weiß nicht genau wohin damit.
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06.07.2019, 13:20
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
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06.07.2019, 13:41
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
Dann denke ich, ist es am besten, weniger Wut zu empfinden. Leichter gesagt als getan, ich weiß.
Ein Beispiel von mir: ich mag keinen Lärm, er macht mich sofort aggressiv, wenn er eine gewisse Frequenz und Lautstärke hat. Wenn ich also zum Beispiel ein kreischendes Kind höre oder so, nervt mich das extrem. Ich denke mir dann aber "das Kind kann sich nicht anders ausdrücken, es macht das nicht, um explizit dich zu ärgern, du warst früher garantiert auch nervig, guck mal, der schöne Vogel da vorne" und dann ist die Aggressivität nicht mehr so stark. Manchmal bin ich mir dieser Methode sogar ziemlich gelassen in sonst sehr aufregenden Situationen. Für mich funktioniert das sehr gut.
Sport hilft mir nicht so gut wie einfach dafür zu sorgen, weniger Aggressivität zu empfinden. Und diese basiert nun mal auf Gedanken. In gewisser Weise können wir diese steuern.
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06.07.2019, 14:16Inaktiver User
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
Bei angestautem Frust und Wut hilft mir:
- Rock-/Metalkonzert, Rockfestival und 3 Tage raus aus allem ... nicht umsonst sagt man Metalheads nach, die friedliebendsten und gelassensten Typen zu sein 🤘😊. Mir nimmt diese Musik meine Aggressionen und ich zehre lange davon
- Lachen (wurde hier schon genannt) lustigen Film im Kino, DVD o.ä. anschauen
- 2x die Woche Boxen gehen - Probier das mal aus
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06.07.2019, 14:30Inaktiver User
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06.07.2019, 14:37Inaktiver User
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06.07.2019, 15:54Inaktiver User
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
Liebe absoluterfreak,
ich kenne Deine Gefühle nur zu gut, und ich gehöre auch in die Fraktion derer, die den Kontakt zur Mutter abgebrochen haben, allerdings war ich da doppelt so alt wie Du. Du hast es besser gemacht...
Also zu verschiedenen Aspekten hier fällt mir etwas ein:
in einem Deiner ersten postings beschreibst Du, dass Du Angst hast, Dich mag keiner mehr, wenn Du etwas ablehnst...
einer der Momente, wo es bei mir "klick" gemacht hat, war, als man mir sagte, dass man erst dann im Leben respektiert wird, wenn man Grenzen setzt. Ich habe das in der Folge mehr und mehr umgesetzt und damit extrem gute Erfahrungen gemacht. Es verringert die Wut auf mich selbst, wenn ich meine Würde bewahren kann und mich nicht zum Depp mache: kann ich äusserst empfehlen!
Und ich habe nicht den Eindruck, dass ich jetzt von Niemandem mehr gemocht werde, ganz im Gegenteil.
Für mich ist auch klar, ich bin nicht everybody`s darling und war das auch noch nie. Es gibt Leute, und das sind nicht wenige, bei denen ist es mir noch so recht, wenn sie mich meiden
Was ich ausgesprochen gut verstehe, ist dieser Zustand, wenn man innerlich kocht, und es findet sich keine Strategie, die Gefühle rauszulassen oder zu transformieren. Denn diese aggressiven Gefühle schaden einem ja nur selbst (also ich neige z.B. zu hohem Blutdruck, aber nicht weil ich ein Gefässwrack wäre, sondern effektiv wg. dieser hohen innerlichen Spannung...)...
Wenn ich dann wirklich mal explodiere, was allerdings sehr selten vorkommt, dann schäme ich mich anschliessend und das Gefühl des sich Schämens ist auch nicht viel besser.
Ich probiere es auch mit Sport und Meditation, wobei ich eher auf der Sport-Seite bin und auch schonmal den Eindruck hatte, Meditation mache mich manchmal unruhig. Am Besten klappt Meditation, wenn ich eh schon einigermassen ruhig bin...Regelmässig Laufband ist für mich absolute Psychohygiene. Wenn Du es schaffst, im Grünen laufen zu gehen (ist mir zu anstrengend), dann hast Du zusätzlich noch den Vorteil der beruhigend grünen Landschaft, herrlich!
Zur Arbeit (eine Strecke: 10 km) fahre ich wann immer möglich mit dem Rad, weil ich die Leute im ÖV schlecht ertrage. Kenn ich also auch.
Kindergeschrei und sonstiger Lärm: Horror. Hier hilft mir leider nicht das Umpolen in positive Gedanken, wie AE90 es vorgeschlagen hat, sondern effektiv nur subito mich zu evakuieren...
Einzelgängerdasein...: So what?
Ich bin auch so. Es geht mir wesentlich besser alleine als mit nervigen oder langweiligen Zeitgenossen bzw. solchen, die mich schlecht behandeln (gab es lange ausschliesslich in meinem Leben) und diese Kontakte habe ich alle abgestellt: seitdem ist das Leben besser denn je und ich wollte nie und nimmer wieder jünger sein, ein Umstand, mit dem ich überall auf Unverständnis stosse.
Mach Du es gleich richtig, ohne so viele Jahrzehnte zu vergeuden
Deine Therapeutin:
Ich würde tatsächlich auch sie auf den Prüfstand nehmen. Wenn Du immer wieder das Gefühl hast, dass ihr aneinander vorbeiredet, und es nicht an Deiner ungenauen Ausdrucksweise liegt, dann passt es vielleicht einfach nicht? Versuch mal, herauszufinden, was Du wirklich willst? Mann oder Frau, Jemand, der klar und intelligent ist oder eher mütterlich/väterlich? Welche Methode?
Wie ist es bei Dir mit der Situation auf der Arbeit? Für mich ist klar: wann immer ich dreimal täglich einen Mord begehen möchte oder komplett ausrasten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich wieder Richtung burnout rutsche. Diese Art von Aggressionen sind typisch dafür. Schau mal hin!
Ich habe vor zwei Wochen ein hoch angenehmes Jobangebot bekommen und seitdem laufe ich mit einem Dauergrinsen herum. Ich glaub, jetzt ist die Zeit der Qual auch im Job Vergangenheit.
Alles Gute für Dich!
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06.07.2019, 15:58
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
absoluterfreak, mit ist heute in der samstäglich vollen Stadt mit dem üblichen Maß an Schlafwandelern und Vollpfosten noch was eingefallen. Das fällt ein bißchen unter "sich eine andere Geschichte erzählen", funktioniert aber vor allem bei Fremden und losen Bekannten, die man nicht loswerden kann, und muß aus einer bestimmten Geisteshaltung raus gemacht werden, sonst geht es nach hinten los.
#1: Sei im Hier und Jetzt. Beobachte. Guck wo Leute sind, was Leute tun, was sie tun werden. Erstens bist du dann icht da, wo sie in dich reinlaufen (oder so), das entstreßt schon mal. Zweitens kannst du dir denken "Ha, hab ich's doch gewußt, daß der gleich (blah) machen würde" -- das baut auf, zumindest hat man Recht! Drittens kannst du manche Handlungen im Vorfeld abfangen (mit einem "ich sehe Sie"-Blick zum Beispiel) oder ihnen zuvorkommen.
#2: Sei so was von sch**ß-heiter, höflich und zuvorkommend. (Kein Sarkasmus an dieser Stelle!). Erstens, wenn alle Leute immer genervt und grumpfig sind, macht man es nicht besser, wenn man genervt und grumpfig ist. Zweitens, Leute könnten realisieren, daß sie sich gerade sozialverpennt verhalten haben, aber sie müssen dafür nicht in die Defensive gehen und rumgrumpfen, weil du so nett bist. Drittens, es ist schwer, selber grumpfig zu sein, wenn man gerade nett ist. (Die Haltung ist so was wie ein Patronus.)
Allerdings: Das ist beides Großzügigkeit. Und großzügig sein kann man nur aus einer Position der Stärke. Deswegen ist Großzügigkeit so gut für's Gemüt: *Weil* man sich damit in eine Position der Stärke begibt, ohne jemanden dominieren zu müssen. Aus einer Position der Schwäche ist das dienstbeflissen und *nicht* gut für's Gemüt. Das kann auch stark tagesformabhängig sein.
Zu verstehen, was Leute wollen und tun werden, und sch**ß-heiter und höflich zu sein macht auch das Grenzen setzen und verteidigen leichter!** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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06.07.2019, 16:08Inaktiver User
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
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Geändert von Inaktiver User (23.11.2021 um 19:05 Uhr)
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06.07.2019, 16:11Inaktiver User
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
Es kann helfen, sich jeses Mal, wenn man sich darüber aufregt, dass jemand anderes einem den Weg blockiert, weil er ins Handy starrt, bewusst zu machen, dass man selbst auch regelmässig anderen im Weg steht.
Ohne es zu merken.
Doch, ist so. Mit "aber ich mache das nieeeeee", macht man sich was vor. Jeder von uns hat unachtsame Momente - muss ja nicht wegen Handy sein, aber vielleicht macht man wegen "mist, ich wollte doch noch ins Geschäft da hinten" eine abrupte Kehrtwende und schneidet damit jemandem den Weg ab.
Mach dir bewusst, dass auch du das, was dich anderen nervt, ab und zu machst.
- Auch du trägst zum übervollen Bus bei, nicht nur die anderen
- auch du stehst ab und zu mal jemandem im Weg oder schneidest ihm unverhofft den Weg ab
- auch du machst manchmal Geräusche, die andere nerven
Doch, ganz sicher.
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06.07.2019, 16:15
AW: Wie geht man mit aufgestautem Frust & Agressionen um?
Ach, ich kenn das gut... auch mit der schwierigen Muttergeschichte... Ich sage vorweg, dass ich es immer noch nicht ganz "im Griff" habe, d.h. zurzeit in der Schwangerschaft passiert es mir häufiger, dass ich wirklich lostobe und richtig aggressiv werde (und ich bin alt genug, das nicht zu tun, ja, ich weiß).
Aber zur Grundstimmung kann ich dir sagen:
Therapie ist schon mal super, hab ich mit Mitte 20 auch gemacht, rettet nicht alles, aber, wenn sie gut ist und ein bisschen verhaltenstherapeutisch orientiert, kannst du viel für den Rest des Lebens mitnehmen.
Sport, Bewegung (Spazierengehen, Hausputz, Gartenarbeit...) allgemein hilft mir sehr, eine ausgeglichene Energiebilanz zu halten (die eingeschränkte Beweglichkeit in der Schwangerschaft mache ich mitverantwortlich für meinen zz. schnelleren Aggressionsaufbau). Egal, welche Bewegung dir gut gefällt, beweg dich.
Hast du mal beim Hausarzt ein ordentliches großes Blutbild samt Schilddrüsenwerten machen lassen? Die Schilddrüse ist nämlich bei mir hauptverantwortlich für diesen erhöhten Reizbarkeitslevel, das hätte ich jahrelang nicht geahnt. Also, lass auch das mal kontrollieren, wenn da was nicht rund läuft und du eine Hyper- oder Hypothyreose hast, kann sich die dadurch fehlgesteuerte Hormonlage immens auf dein psychisches Wohlbefinden auswirken, da kann man dann aber mit Medis gezielt drauf einwirken und so einen Teil des Problems gut behandeln.
Guck also "ganzheitlich" auf Körper und Psyche (die sind sowieso kein duales System sondern EINS).
Und, last but not least: Zuviel Wut ist schlecht (ja, das stimmt, ausrasten kann süchtig machen); aber Wut wahrzunehmen und, je nach Situation, auch mal auszuagieren, kann auch mal helfen. Wenn sich an der Theke beim Bäcker alle vordrängeln, Mund aufmachen statt zurückstecken, wenn dich jemand im Straßenverkehr bedrängt, hupen/schimpfen - und wieder fix runterkommen. Oder auch schlicht die Wut wahrzunehmen, ohne Bewertung und ohne Ausagieren, einfach feststellen: Ich bin wütend, aggressiv, heute schlecht gelaunt, hm... Und parallel zur Therapie Atemübungen/Meditation und einfach mal 15 Minuten hinlegen und nix tun müssen außer "sein".



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