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    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen

    Und von solchen "mitbringseln" gilt es, sie zu entlarven und sich davon zu befreien.


    Danke.

    Das berührt mich gerade.

    Natürlich gibt es Fachgebiete, wo Promotionen erwartet werden, trotzdem würde ich mich NIE hinstellen und sagen, der Abschluss in Fachgebiet XZ sei nichts wert ohne Promotion. Medizin ist ja (zum Beispiel) so ein Spezialfall wo die Promotion wesentlich knapper ist als in, z.B. Geisteswissenschaften, aber einen ‘Wert’ beziffert das meiner Ansicht nach nicht.

    (Und ich bin keine Geisteswissenschaftlerin)

    Der Gedanke es werde halt erwartet und ohne Promotion sei das Studium nichts wert ist (meiner Ansicht nach) sehr wirtschaftsliberal gedacht und auch sehr arrogant.

  2. Inaktiver User

    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    Zitat Zitat von Katzir Beitrag anzeigen

    Natürlich gibt es Fachgebiete, wo Promotionen erwartet werden, trotzdem würde ich mich NIE hinstellen und sagen, der Abschluss in Fachgebiet XZ sei nichts wert ohne Promotion. Medizin ist ja (zum Beispiel) so ein Spezialfall wo die Promotion wesentlich knapper ist als in, z.B. Geisteswissenschaften, aber einen ‘Wert’ beziffert das meiner Ansicht nach nicht.

    (Und ich bin keine Geisteswissenschaftlerin)

    Der Gedanke es werde halt erwartet und ohne Promotion sei das Studium nichts wert ist (meiner Ansicht nach) sehr wirtschaftsliberal gedacht und auch sehr arrogant.
    Im Fach Biologie ist das aber so - das Studium allein hat null Wert, weder auf dem Arbeitsmarkt noch sonstwo. Es ist noch nicht mal besonders schwierig, ich kenne keinen, der es nicht geschafft hat, wenn er sich ansatzweise darum bemüht hat. Selbst mit Promotion sind die Chancen bescheiden, ohne kann man‘s eigentlich gleich vergessen. Die Promotion war im Wesentlichen ein „Sitzschein“ - man steht drei Jahre im Labor, danach schreibt man zusammen und macht die Verteidigung. Wenn man drei Jahre lang da war, kriegt man den Titel zu 98%, das hat nichts mit der Qualität der wissenschaftlichen Arbeit zu tun und ist keine besondere Errungenschaft.

    Ich weiß, wovon ich rede. In anderen Fächern ist das schon anders.
    Geändert von Inaktiver User (03.07.2019 um 22:05 Uhr)

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    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Fach Biologie ist das aber so - das Studium allein hat null Wert, weder auf dem Arbeitsmarkt noch sonstwo.
    ...
    Ich weiß, wovon ich rede. In anderen Fächern ist das schon anders.
    Dann gehört die promotion eben quasi dazu, es ist der abschluss und den muß man machen.

    Die anforderung selbst macht gar keinen unterschied in dem, wie man seine leistung bewertet, das ist ja der witz bei der sache.

    Und du redest dir das klein.

    Du hast es offensichtlich gewollt, du hattest gründe, du hast es durchgezogen und du lebst irgendwie, ob nun davon oder von was anderem, spielt gar keine rolle.

    Und trotzdem läuft genau das muster ab, das ich auch zu gut kenne: es war zu leicht, andere müssen mehr leisten, also ist es nichts wert, bringt nichts, hättest du besser machen können, kein grund zufrieden oder gar stolz zu sein. Und statt sich darüber zu freuen, dass es gelaufen ist, ist es wieder da dieses gefühl, nicht genug zu sein, unzufriedenheit, leere, zweifel, ob es nicht doch falsch war, zu gucken, was man hätte besser machen können usw. - äußert sich sicher bei jedem auch etwas anders.
    Geändert von Arabeske_H (04.07.2019 um 07:48 Uhr)
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  4. gesperrt

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    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    ich bin zufrieden, wenn ich immer neue Fehler mache (statt immer dieselben zu wiederholen)

    und ich bin zufrieden, wenn ich feststelle, dass ich Fortschritte mache - mich also mit mir selbst vergleiche und srhe, meine Arbeit trägt Früchte, die Richtung stimmt. Vergleiche mit andern sind nur insofern fruchtbar, weil sie mir zeigen können, wie ich mich entwickelt habe.

    und ja, ich analysiere ständig und schaue, was ich verbessern kann - aber ohne Selbstzerfleischung. nur sachorientiert.

    ich find einen Doktor in egal welchem Fach eine anerkennenswerte Leistung :-)

    gruss, barbara

  5. Inaktiver User

    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen

    Und trotzdem läuft genau das muster ab, das ich auch zu gut kenne: es war zu leicht, andere müssen mehr leisten, also ist es nichts wert, bringt nichts, hättest du besser machen können, kein grund zufrieden oder gar stolz zu sein. Und statt sich darüber zu freuen, dass es gelaufen ist, ist es wieder da dieses gefühl, nicht genug zu sein, unzufriedenheit, leere, zweifel, ob es nicht doch falsch war, zu gucken, was man hätte besser machen können usw. - äußert sich sicher bei jedem auch etwas anders.
    Die objektive Bewertung erfolgt aber doch durch den Arbeitsmarkt. Und der hat da nichts beschönigt oder beklatscht. Ich bin damals fachfremd mit einem Gehalt eingestiegen, das deutlich unter meinem Postdoc-Gehalt war - was anderes war nicht zu kriegen. Also fand auch der Arbeitsmarkt, dass der Abschluss keinen besonders hohen Wert hatte. Manchmal ist das so.

    Herr Thrace hat dagegen ein „anspruchsvolles“ Fach studiert, und das hat eben nicht „jeder“ geschafft. Dir Probleme, die ich auf dem Arbeitsmarkt hatte, sind ihm völlig unbekannt.

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    AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können

    Liebe(r) Katzir,

    vorab: herzlichen Glückwunsch
    Ich habe in diesem Jahr erfolgreich eine Abschluss hinter mich gebracht und anlässlich Deines Fadens nachgedacht, was mir hilft, mich zu freuen (für mich eher Aufgabe als Selbstverständlichkeit).

    Ich unterscheide zwischen Dankbarkeit und Stolz. Wissen aufnehmen und adäquat wiedergeben fällt mir so leicht, dass ich nicht darauf stolz sein kann - statt dessen bin ich dankbar, für meine genetische Ausstattung und meine im Lauf der Zeit erworbene Erfahrung im Lernen und in der Praxis, die mir erlaubt, Fakten in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen.
    Stolz bin ich auch, aber primär auf mein Durchhaltevermögen und meine Fähigkeit, die richtigen Formulare rechtzeitig zusammen mit der richtigen Anzahl an Ausfertigungen eines 20-Seiten-Abschlussberichts (Original/Kopie) an die richtige Stelle zu bringen. Weil mich das als eingefleischter Chaotin ungleich viel mehr Mühe und Nerven gekostet hat als die eigentliche Vorbereitung.

    Ich vergegenwärtige mir immer mal wieder die ätzendsten Momente der Vorprüfungszeit (der Schnappatmung nahe am Kopierer stehen, weil ihm justament bei der vorvorletzten von gefühlt 5000 Seiten der Toner ausgeht). Die Erleichterung, das alles alles endlich endlich hinter mich gebracht zu haben. Den Gedanken, die letzte Ochsentour absolviert zu haben, die von außen vorgegeben war (der Rest ist Kür).

    Ich erzähle Hinz und Kunz von meiner bestandenen Prüfung und spüre, dass die Anerkennung von außen mit der Zeit in mich hineindiffundiert.

    Ich beschränke mich bei Belohnungen bewusst auf eine Komfortzone passiven Genießens (Sauna, Baden statt Schwimmen, Musik hören statt selber singen oder spielen, essen...) - bitte keine neue Herausforderungen, ich hab mich erstmal genug bewiesen.

    Ich besinne mich bei Irritationen (Schreibfehler beim Aufschlagen meiner Doktorarbeit etc.) auf die 80-20-Regel und beglückwünsche mich dafür, meine Energie nicht unverhältnismäßig in 100% Perfektion investiert zu haben

    Die Kopplung an einen Arbeits- oder sonstigen Markt halte ich persönlich für wenig zielführend und nicht unbedingt objektiver, da primär Angebot und Nachfrage unterworfen (dass eine prächtige Villa in Oberfranken aktuell einen ähnlichen Marktwert hat wie ein Zwei-Zimmer-Luke-Loch in München, schmälert m. E. ja auch nicht den inhärenten Wert der Villa und die Leistung ihrer Erbauer).

    Liebe Grüße
    B&B
    Geändert von Bauschundbogen (04.07.2019 um 23:33 Uhr)

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