Ich sehe einen Unterschied zwischen
"Ehrgeiz", weiter kommen wollen, nach oben strecken
und
"das Gute nie genießen können, weil es 'gut' nie geben darf"
Letzteres führt regelmäßig zu Selbstüberschätzung einerseits und Selbstabwertung andererseits.
Langfristig sind die Folgen oft, dass man NIE "was erreicht hat", weil es ja IMMER nicht genug ist. Das strengt unheimlich an.
Und zermürbt. Und entwertet.
Das ist was ganz anderes, als "Ziele haben".
Die Frage ist, was man da tun kann, um sich nicht selber zu sabotieren mit unerfüllbaren (zumindest von einem selber für sich selber unerfüllbaren Parametern)?
Vielleicht mal Blick von außen? Das berühmte "was würde man einer sehr lieben, sehr alten Freundin" raten/sagen?
ICH gehöre zur Sorte mehr Haare als Suppe
Daher habe ich mir schon im Studium folgendes angewöhnt:
Ich zelebriere und belohne jedes Erreichte. Oder Überstandene. Oder Gelungene.
Und zwar ob ich Bock habe oder nicht- das kommt dann schon!
Aber ich mache das bewusst und rituell: Die Bandbreite reicht von Wellness-Wochenende zu 3 Kugeln Eis.
Aber gewürdigt wird, alles, was mir bewusst ist: sowohl gelungene Arbeitssachen, Beförderungen und Wunderheilungen als auch so Zeug wie "Keller aufgeräumt, Auto gesaugt" und "Glück gehabt"
Allein durch das rituelle Innehalten und z. B. Eis essen wird einem (mir) bewusster, dass ich was gekonnt habe, was richtig richtig gut (gemacht) habe. Oder einfach überlebt habe.
Das sickert dann bei mir mehr und intensiver ins Bewusstsein. Dadurch kann ich "es" auch besser fühlen. Über den Konnex einer Handlung oder eines Gegenstandes (ich habe z. B. immer noch Ohrringe, die ich mir mal kaufte, weil ich endlich endlich eine Prüfung bestanden habe). Immer, wenn ich sie anlege (Modeschmuck!) denke ich eine Nanosekunde "Ha!)
Verstehst? Nicht so "drüber hudeln" über die eigenen Meriten. Gerade wenn einem das "selber fühlen" schwerer fällt.
Und netter Nebeneffekt für die Eigen-PR:
Wenn du aus welchem Anlass auch immer, mal ein paar Leute auf ein Eis/Kaffee/Runde Rücken kraulen einlädst wegen:
"ich habe den Marathon jetzt als Vorletzte gefinisht" oder "ich habe eine neue Wohnung" oder "der Hund ist wieder gesund"
Dann stossen die mit dir an. Dann fühlt sich das Ganze nochmal realer an, als wie wenn man alleine im stillen Kämmerchen sich freut.
Damit ist nicht posen oder so gemeint. Aber der Effekt, dass Glück mehr wird, wenn man es teilt.
Ich glaube, "unser" Problem ist, dass wir uns Methoden überlegen sollten, wie wir Gutes realer, sichtbarer und damit erfühlbarer machen. Alleine, nur im Hirn ist das Glück bei manchen sehr flüchtig. Weil der Problemgedanke nur darauf lauert, dass er auch endlich mal wieder....
Also, zur Feier des Tages gibts heute einen Sprung ins kalte Nass. Grund: Feierabend, wie das Wort schon sagt.![]()
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 46
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24.06.2019, 12:30
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
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24.06.2019, 12:42
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24.06.2019, 18:59Inaktiver User
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
R_Rokeby, das ist ein wunderbarer Beitrag.
Aus dem mag ich mir ganz viel ziehen.
Danke.
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24.06.2019, 20:36Inaktiver User
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25.06.2019, 07:02
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
ich hatte mir mal eine Weile lang Bücher als Belohnung gegönnt, und was hab ich nun davon? - schlechte Augen.
Einen Tod muss man wohl immer sterben.
Sich selbst beste Qualität zu gönnen dürfte hilfreich sein. Egal ob Lese- oder andere Nahrung das Thema ist.
Sich bewusst und im Detail mit der Frage beschäftigen "was tut mir gut, was belohnt mich, was gibt mir gute Gefühle?" - sich auch Experimente erlauben - hilft, dass man sich selbst immer präziser Gutes tut.
gruss, barbara
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25.06.2019, 07:36Inaktiver User
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
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Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 20:44 Uhr)
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26.06.2019, 07:47
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
Ich hab mkr mal Bücher als Belohnung gegönnt. Dann fing ich an ca einmal im Jahr umzuziehen. *SchleppSmiley*

Ich find die Idee, Juchhu-Runden à la RRockeby einzuführen großartig - da werde ich mal mit anfangen. Und da ich im Land des frischen Obstes und Gemüses lebe, kann man das ja auch in gesund und fit machen.
Und vielleicht bin ich auch einfach nur ein bißchen langsam? Ich hab jetzt den gegengezeichneten Buchvertrag aus der Post gezogen (schon, dass der mit der Post hier angekommen ist ist eigentlich ein Grund zum Feiern. Und dem Briefträger die Hand zu drücken!), und dabei war ein Brief mit Hinweisen und Fristen und so weiter, und dann am Ende der Satz, ‚We are all very excited to see your work in print‘.
Okay, wahrscheinlich schreiben sie das jedem.
Aber ich war dann ein paar Stunden trotzdem: Einatmen-
-Ausatmen-
-Einatmen-
-Ausatmen-
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26.06.2019, 09:38
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
Wenn es um Futterbelohnungen geht, dann gönn ich mir mal "das gleiche in gut". Brot, Käse, Obst, Kekse und Kaffee kaufe ich ohnehin, aber nicht immer die besten in der Stadt...
Manchmal glaubt man's ja auch erst, wenn es wirklich vor einem liegt?
Und ich merke manchmal selber, daß das erste Gefühl, wenn mir etwas sehr wichtige gelungen ist, Erleichterung ist. Dann ein stilles Vergnügen. Und dann fängt das Hirn langsam an, das doch irgendwie überraschende Gelingen "einzubauen", und ich laufe mit einem großen, dummen Grinsen im Gesicht rum.
Glückwunsch zum Buchvertrag!
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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26.06.2019, 11:02
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können
Jupp, ich hab grosse Teile meiner Jugend mit Hardcorelesen verbracht, in massivem Ausmass.
Wie viele schlechte Sehgewohnheiten ich mir dabei angeeignet hatte, finde ich nun jetzt, en paar Jahrzehnte später, erst heraus... wie viele Dinge ich nie richtig anschaute. nie richtig sehen lernte. aua.
gruss, barbara
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26.06.2019, 11:04
AW: Zufriedener sein, sich mehr freuen können



- das kommt dann schon!
)
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oder was hast du mit den Bücher gemacht??



