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  1. Registriert seit
    23.05.2019
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    Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Hallo Forum,
    Ich wende mich ratsuchend an euch.
    Ich bin Mama eines vierjährigen Kindes, seit zwei Jahren getrennt, Umgang ist mittlerweile geregelt, wir kommen als Eltern klar, es gab nie Streit.
    Als Paar waren wir sehr unglücklich, er ging.
    Nun zu meinem Problem: es geht mir richtig schlecht, das erste Jahr ging es komischerweise.
    Wenn mein Kind bei mir ist (das ist 70 Prozent der Zeit), fühle ich Schmerz. Mir fehlt Familie, das gemeinsame Etwas-Unternehmen, der Partner an der Seite. Ich kann die Zeit kaum genießen, empfinde sie als anstrengend und mir tut es weh, so zu fühlen.
    Ich liebe den kleinen Schatz über alles.
    Wenn dann der Übergabetag ist und ich morgens in der Kita winke und weiß, es sind 3 Tage ohne ihn, zerreißt es mich ebenfalls. Nicht zu wissen, was er tut, wie es ihm geht, was er macht mit der neuen Freundin und dem Papa.
    Da ich selbst mit Kindern arbeite, verstehe ich noch weniger, warum ich nicht einfach dankbar sein kann für das tolle gesunde Kind, den guten Kontakt zum Papa und die Zeit, die ich für mich habe.

    Ich ertrage auch Familien nicht und meide treffen mit diesen, bzw.werde gar nicht von diesen eingeladen. Hatte es nach der Trennung versucht, did. Eltern aus der Kita angesprochen, es kam immer ein ausweichendes ja mal sehen.

    Ich fühle also in jeder Situation, ob mit oder ohne Kind, einen tiefen Schmerz der Einsamkeit.
    Das ist doch nicht normal.

    Und das nach mehrjähriger Psychoanalyse, ich kenne meine Wunden, und dennoch wollen sie nicht heilen, der Schmerz geht nicht weg, er wird gestriggert durch meine Lebenssituation.


  2. Registriert seit
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    kennst du denn keine anderen alleinerziehenden?

    das solltest du ggf. ändern.

    es hat auch seine schönen seiten, alleinerziehend zu sein, fand ich, und dazu gehörte, mit anderen menschen was machen zu können, wie es passte, ohne rücksicht auf einen partner nehmen zu müssen.

    ich verstehe dein posting so, dass du nur die defizite siehst und ich denke, du solltest lernen, das gute zu sehen!

    und an den tagen, an denen du "frei" hast, kannst du auf die pirsch gehen, wenn das ein thema für dich ist...

    wichtig wäre auch, wie es sonst läuft? solche durchhänger können auch ein zeichen von überlastung sein.

  3. Avatar von phantomlake
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    7.065

    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Zumal auch das hier:
    Zitat Zitat von Trullatrallatri Beitrag anzeigen
    Als Paar waren wir sehr unglücklich, er ging.
    im Raum steht.

    Du sehnst dir hoffentlich nicht wieder die unglücklichen Zeiten herbei.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!


  4. Registriert seit
    23.05.2019
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    8

    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Nein, ich trauere um die zerbrochene Familie, um die bekannten, die wir hatten, die sich eben zurückgezogen haben.
    Ich habe 2 Freundinnen die alleinerziehend sind, wir haben Kinder völlig unterschiedlichen Alters, schreiben uns viel. Ansonsten ist jede vollkommen ausgelastet im Alltag.
    Ich fühle mich irgendwie ausgeschlossen von der Gesellschaft.
    Einsam. Und leer. Und tieftraurig.
    Ich flüchte regelrecht in meine Wohnung, kann es einfach nicht mehr aushalten, allein zu sein.
    Und die Kraft, offen und fröhlich auf neue Leute zuzugehen, ist weg.
    Geändert von Trullatrallatri (23.05.2019 um 18:59 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Zitat Zitat von Trullatrallatri Beitrag anzeigen
    Ich fühle mich irgendwie ausgeschlossen von der Gesellschaft.
    Einsam. Und leer. Und tieftraurig..
    Ich schätze, du kennst dieses Gefühl schon sehr sehr lange?
    Und dein Sohn ist vielleicht der erste Mensch in deinem Leben, der dir das Vertrauen und den freien Zugang zu deinem Herzen geben kann.
    Kinder lieben ohne wenn und aber- Kinder nehmen uns an, wie wir sind.........wir werden geliebt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass dein Sohn der einzige ist, der dein Herz so richtig betreten kann.
    Der Wunsch nach tiefer Verbindung - mit anderen Menschen, der Gesellschaft, der Welt- steckt als tiefer Wunsch in uns allen und führt, wenn das nicht gelingt, zu tiefer Sehnsucht und dem Gefühl von Einsamkeit (ausgeschlossen sein- was du erzählst).

    Wenn dein Sohn es dir ermöglicht, als einziger- dich mit der Welt und dir zu verbinden- ist verständlich, wie immens der Verlust ist, wenn er zum Vater geht.
    Es geht nicht um rationale Gedanken (wie gut das für den Sohn ist) sondern nur um dein Gefühl und deine Sehnsüchte.

    Es ist gut, wenn du durch die Psychoanalyse dein Wunden kennst.
    Sollte das kein Ansatz für eine innere Heilung gewesen sein- mache dich auf den Weg der Heilung mit einer anderen Methode.
    Es gibt unzählige Arten, mit denen man arbeiten kann.

    Wir essen auch nicht ein Leben lang dasselbe- es dürfen auch neue Gerichte, neue Geschmäcker oder Zubereitungsarten auftauchen- das finden wir ganz normal, stimmts?
    Genauso können andere Methoden, neue Erkenntnisse und Lösungen bereit halten, die in der Psychoanalyse keinen Anspruch haben.

  6. Avatar von elli07
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Als Alleinerziehende Kontakt zu Paaren zu haben, das ist meiner persönlichen Erfahrung nach nahezu unmöglich. Aber "ausgeschlossen aus der Gesellschaft" bist du damit schonmal garnicht.

    Versuch, dich mit anderen Alleinerziehenden, die Kinder im ähnlichen Alter haben, zusammenzuschließen: verabredet euch z.B. am Wochenende zu Unternehmungen mit den Kindern, zu anderen Zeiten auch mal nur die Erwachsenen. Es gibt in vielen Orten bereits vorhandene Gruppen, ansonsten gibt es Suchmöglichkeiten über das Internet oder über lokale Mitteilungsblätter/Stadtanzeiger, dort kann man z.B. Anzeigen aufgeben.

    Wie bereits schon gesagt: es hat auch Vorteile alleinerziehend zu sein. Wenn das Kind beim anderen Elternteil ist, kann man selber etwas unternehmen, was einem als Erwachsene(!) Spaß macht, z.B. abends ausgehen und neue Leute kennenlernen.

    Etwas hinterherzutrauern, das nie existiert hat ("die glücklcihe Familie") ist nicht zielführend. Und keine Sorge: bei anderen "glücklichen" Familien ist gewiss nicht alles Gold was glänzt. Was ich da so mitbekommen habe .... . Da war ich garnicht mehr so ungern alleinerziehend.....

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)


  7. Registriert seit
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    elli07, deinen Satz
    Als Alleinerziehende Kontakt zu Paaren zu haben, das ist meiner persönlichen Erfahrung nach nahezu unmöglich.
    fand ich witzig
    Da scheint es Unterschiede zu geben. Bist du etwa die böse Frau auf der Suche die den verheirateten ihren Mann stehlen will Erzählt mir eine Bekannte öfters das sie so gesehen wird.
    Bei mir ist es genau umgekehrt, Alleinerziehende sagen mir normalerweise schon nach dem ersten "Hallo" das sie kein Interesse an einer Beziehung haben obwohl ich die gar nicht suche und damit ist der Kontakt in der Regel gelaufen. Die meisten freundschaftlichen Bekanntschaften mit Alleinerziehenden enden dann auch meistens genau dann wenn sie in irgendeiner Form einen Mann kennen lernt. Hab das am Anfang ziemlich persönlich genommen aber das scheint wohl so normal zu sein. Zwei, drei eher lose Bekannte habe ich die AE sind aber gäbe es in unserem Leben keine Paare mit denen wir was machen und unternehmen wäre unser Leben tatsächlich sehr einsam.
    Ich vermisse öfter den Kontakt mit anderen alleinerziehenden da ich schon einige Themen habe die man bei glücklichen Paaren schlicht nicht ansprechen mag und zum Teil gar nicht kann auch wenn sie echte Freunde sind. Ich würde mir schwer tun z.B. meine Trennung bei einem Paar mit zwei kleinen Kindern was frisch gebaut hat an zu sprechen. Würde schon gehen aber da hab ich Hemmungen. Auch banales wie mal über den Alltag kotzen ist bei Paaren schwierig da sie oft eine andere Lebensrealität haben.
    Ich habe auch mal Kontakt zu alleinerziehenden Männern gesucht aber das war wirklich Gruselspaß vom feinsten und das hab ich dann ganz schnell wieder gelassen, geht gar nicht auch im Interesse meines Kindes....meine Güte.

    Dann wollte ich dir noch meinen ehrlichen Neid aussprechen das ihr Umgänge habt, das vermisse ich ein wenig.
    Ich kann zwar auch weg wenn ich das möchte aber eben nicht in der Regelmäßigkeit.

    Unterm Strich bin ich aber wie du gerne alleinerziehend, klar fehlt immer mal was zum schmusen und aussprechen aber das ist jetzt kein Jammern sondern meine Beobachtungen und fällt unter die Kategorie "irgendwas ist halt immer" .
    Man ist sein eigener Herr und keiner quatscht einem rein.
    Gibt ja auch viele Frauen die sich trotz Parter als alleinerziehend fühlen:
    Alleinerziehend trotz Partner: So fuhlt jede dritte Mutter | BRIGITTE.de
    Hatte ich mal, war anstrengender so einen Partner zuhause zu haben als keinen.
    Geändert von Rhoenschaf (25.05.2019 um 10:38 Uhr)

  8. Avatar von Simpleness2
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Zitat Zitat von Trullatrallatri Beitrag anzeigen
    Ich fühle also in jeder Situation, ob mit oder ohne Kind, einen tiefen Schmerz der Einsamkeit.
    Das ist doch nicht normal.

    Und das nach mehrjähriger Psychoanalyse, ich kenne meine Wunden, und dennoch wollen sie nicht heilen, der Schmerz geht nicht weg, er wird gestriggert durch meine Lebenssituation.
    Nein, "normal" ist das nicht. Das scheint ein sehr alter Schmerz zu sein der vermutlich mit Deiner Herkunftsfamilie zu tun hat.

    Such Dir eine andere Therapieform (keine Verhaltenstherapie! sondern etwas was Körperpsychotherapie einschließt) und lass Dir helfen. Schon alleine für Deinen Sohn, denn sich an ihn zu klammern tut auf Dauer euch beiden nicht gut.
    Auch alte Wunden können heilen.

    Alles Gute für Dich!


  9. Registriert seit
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    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Zitat Zitat von Simpleness2 Beitrag anzeigen
    Such Dir eine andere Therapieform (keine Verhaltenstherapie! sondern etwas was Körperpsychotherapie einschließt) und lass Dir helfen. Schon alleine für Deinen Sohn, denn sich an ihn zu klammern tut auf Dauer euch beiden nicht gut.
    Auch alte Wunden können heilen.
    Hier gibts von der Kirche so einen Alleinerziehenden Stammtisch, das wäre vielleicht mal was für sie.


  10. Registriert seit
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    8

    AW: Singlemama: der Schmerz ist immer da

    Oh, seid ihr lieb, danke für eure Nachrichten. Ich freue mich sehr darüber.
    Also es ist nicht so, dass ich meinen Sohn festhalte, und ich versuche auch alles, um ihn meinen Schmerz nicht spüen zu lassen. Er wirkt sehr ausgeglichen und unbekümmert, geht gern zum Papa und kommt gern vom Papa.
    Ich habe manchmal Angst, dass er durch meine Unfähigkeit, andere Familien in mein Leben zu integrieren, auch einsam wird.
    Es sind massive Schuldgefühle ihm gegenüber.

    Ich komme aus einer klassischen Familie. Mein Lebensmodell kannte ich vorher einfach nicht.
    Und ja, irgendwas ist da mit einem alten Trauma verbunden, lösen ließ es sich jedoch nicht in der Therapie. Reden hilft wohl nicht, um da ranzukommen.

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