Ich glaube über den proportionalen Anteil von Talent und Fleiß lässt sich streiten. Ich sehe eine stärkere Gewichtung Richtung Talent. Aber hier hängt es auch vom Tätigkeitsbereich ab.
Du findest Menschen frustrierend, die ihr Talent nicht nutzen. Fallen dir hier so viele konkrete Beispiele ein? Meist resultiert aus Talent ja, dass man etwas selbst gerne tut, auch weil man merkt, dass es einem leichter fällt als anderen und dass es Spaß macht. Und dann bleibt man meist irgendwie dran.
Für sich selbst, nicht unbedingt gleich für die ganze Menschheit. Das ist ja auch gar nicht so wichtig. 😉
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Thema: Wirklich machen!
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03.04.2019, 08:30
AW: Wirklich machen!
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03.04.2019, 08:44
AW: Wirklich machen!
Wo soll mehr Talent so viel mehr bringen? - auf kurze Sicht mag das beneidenswert sein, einer guckt sich kurz was an und kann es auch gleich ganz ordentlich, wo weniger Talentierte ein, zwei Jahre üben müssen, um soweit zu kommen, wie ein Talentierter in einem Monat.
Wenn es aber darum geht, es WIRKLICH zu können - die Subtilitäten zu beherrschen, die Varianten, die historische Entwicklung zu berücksichtigen, die Zitate anderer Praktiker, etc - spielt Fleiss eine immer wichtigere Rolle. nach zehn Jahren Praxis hat der nur Fleissige (der viel übt, und eventuell sogar auf intelligente Weise übt) den nur Talentierten (der nicht übt, nicht regelmässig praktiziert) weit hinter sich gelassen.
Schon das eine oder andere, ja.Du findest Menschen frustrierend, die ihr Talent nicht nutzen. Fallen dir hier so viele konkrete Beispiele ein?
"gerne tun" ist kein Kriterium.Viele Leute machen viele Dinge gern, aber nicht unbedingt gut.Meist resultiert aus Talent ja, dass man etwas selbst gerne tut, auch weil man merkt, dass es einem leichter fällt als anderen und dass es Spaß macht.
"gut tun" ist das bessere Kriterium - es fällt einem leicht - aber das ist so ein Ding, man merkt nicht, dass es ein Talent ist, weil es fällt ja leicht, ist ja "nichts Besonderes" und "Kinderkram" etc.
gruss, barbara
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03.04.2019, 09:28
AW: Wirklich machen!
Wo Talent mehr bringen soll? Meinst du das ernst? Na in den meisten Bereichen, wenn es um herausragende Leistungen geht. Ohne Talent bzw. die entsprechenden körperlichen/geistigen Voraussetzungen stößt man an seine Grenzen, da hilft alles Üben nichts.
Nehmen wir das Beispiel Sport.
Kunstturnen/Ballett:
Ohne extrem dehnbare Bänder/Gelenke wird man nie ein guter Turner. Und das erkennt man bereits im Kindergartenalter. Durch sehr hartes Training lässt sich das dann immer weiter ausbauen und perfektionieren. Aber bei mir, meinem Mann oder meinen Kindern wäre alle Mühe vergebens. Uns fehlt einfach die körperliche Beschaffenheit.
Und aus einem sehr zierlichen zarten Geschöpf würde wohl trotz hartem Training nie eine exzellente Kugelstoßerin.
Ich finde die heute verbreitete, und ja meist gut gemeinte, Aussage "jeder kann alles erreichen, wenn er nur will und hart genug dafür trainiert" gar nicht so gut.
Sie erweckt einerseits falsche Erwartungen und Hoffnungen, andererseits übt sie auch einen enormen Druck aus.
Wir denken dann: Ich bin selbst schuld, dass mir das nicht gelingt. Ich bin zu faul, strenge mich nicht genug an....
Vielleicht ist es für uns besser, wenn wir auf unsere Stärken schauen und die weiter ausbauen?
Und nochmal: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle irgendwelche Stärken besitzen, auf die wir uns konzentrieren können.Geändert von Sonnenblume2019 (03.04.2019 um 09:57 Uhr)
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03.04.2019, 11:58
AW: Wirklich machen!
Als Person mit eher viel Talent, aber furchtbar wenig Fleiss: ja da gibt's schon ein paar Tage, wo ich mir das Talent gegen mehr Fleiss eingetauscht hätte.
Ich weiss nicht ,warum jede Leistung gleich "herausragend" sein muss. Eine korrekte, gut ausgeführte Leistung ist doch in den allermeisten Fällen mehr als genug.Na in den meisten Bereichen, wenn es um herausragende Leistungen geht. Ohne Talent bzw. die entsprechenden körperlichen/geistigen Voraussetzungen stößt man an seine Grenzen, da hilft alles Üben nichts.
Wenn der klassische Musiker in einem Stück diese drei Stellen rausschleift, wo er immer zum Drüberstolpern neigt - das ist rein Fleiss und Drill. Wenn ein Tennisspieler seinen Aufschlag übt, oder angeschnittene Bälle, oder was auch immer - das ist Fleiss und Drill. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, und wenn man genug davon hat, nochmals Wiederholung.
Herausragendes kriegen übrigens auch viele Talentierte nicht hin; andererseits, durchschnittliches Talent ergänzt durch viel Arbeit, da kommt man nicht so schnell an Grenzen. nicht, wenn man beharrlich und konsistent arbeitet. so nach ein paar Jahren kann man das dann nicht mehr feststellen, wer einen Schnellstart hinlegte und wer etwas länger brauchte.
Eine körperliche Disposition würde ich nur so halbherzig als "Talent" bezeichnen.Kunstturnen/Ballett:
Ohne extrem dehnbare Bänder/Gelenke wird man nie ein guter Turner. Und das erkennt man bereits im Kindergartenalter. Durch sehr hartes Training lässt sich das dann immer weiter ausbauen und perfektionieren. Aber bei mir, meinem Mann oder meinen Kindern wäre alle Mühe vergebens. Uns fehlt einfach die körperliche Beschaffenheit.
ohne die guten körperlichen Voraussetzungen wird man vielleicht nie an den olympischen Spielen teilnehmen, aber noch die unbegabteste Tänzerin, die regelmässig und fleissig übt, wird es hinkriegen, einen Tanz auf ihrem Niveau korrekt und schön auszuführen - dort, wo das faule Talent weiterhin gar nichts Anderes zu tun hat, als sich die Birne vollzudröhnen mit irgend einem Blödsinn und überhaupt nicht tanzt!
Es gibt Sportarten, die gewisse Körpertypen bevorzugen, das stimmt schonUnd aus einem sehr zierlichen zarten Geschöpf würde wohl trotz hartem Training nie eine exzellente Kugelstoßerin.
alles kann man nicht erreichen. Aber in der Regel mehr, als man erst denkt und meint.Ich finde die heute verbreitete, und ja meist gut gemeinte, Aussage "jeder kann alles erreichen, wenn er nur will und hart genug dafür trainiert" gar nicht so gut.
Die meisten Leute stehen sich selbst im Weg.
Ich beobachte regelmässig in der Nachhilfe: die meisten arbeiten nicht zu wenig, sie arbeiten mit einer schlechten Methode. Und sobald die Methode stimmt, kommen auch die Fortschritte....Wir denken dann: Ich bin selbst schuld, dass mir das nicht gelingt. Ich bin zu faul, strenge mich nicht genug an....
Ist sicher eine Option, aber dafür muss man die Stärken auch erst mal erkennen. Darin sind die meisten Leute furchtbar schlecht.Vielleicht ist es für uns besser, wenn wir auf unsere Stärken schauen und die weiter ausbauen?
Siehe Kara hier, die "Fleiss und Durchhaltevermögen" als ausgeprägte Stärke hat (wenn ich einen Viertel davon hätte, wäre ich schon zufrieden), aber sie erkennt / anerkennt das nicht als Stärke. gut, ist nicht schlimm, nutzen tut sie es ja und profitiert auch davon, beruflich und im Hobby.
Es ist der Normalfall, über eigene Stärken schlecht bis gar nicht Bescheid zu wissen.
gruss, barbara
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03.04.2019, 12:40
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03.04.2019, 13:03
AW: Wirklich machen!
Mein Bandkollege.

Nicht weil die Menschheit dringend einen weiteren Musiker bräuchte, sondern es nie richtig gut klingt, wenn einer nicht geübt hat!
Ich habe in jungen Jahren auch haufenweise Eltern und Lehrer in die Verzweiflung getrieben, weil ich nur für Einser und Vierer gearbeitet habe. "Du könntest doch so gut sein". Hm, ja. Aber Schrödingers Katze könnte auch tot sein, wenn man in die Kiste guckt. Besser man guckt nicht und geht davon aus, sie lebt, und man könnte so gut sein.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.04.2019, 22:20Inaktiver User
AW: Wirklich machen!
„du könntest doch so gut sein, du könntest die doch alle in die Tasche stecken“- kenn ich auch. Und muss jetzt sagen: ne, konnte ich nicht, weil ich nicht genug wollte, und bin heilfroh drum. So ist das Leben viel stressfreier.
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05.04.2019, 10:21
AW: Wirklich machen!
Für mich ist Ehrgeiz auch kein Wert an sich. Ich bin wie Ihr kein Mensch, der sich aufreibt für irgendein Ziel, das gar nicht wirklich meins ist.
Klar hätte ich studieren können, wenn ich gewollt hätte, aber es gab kein "Herzensfach", das mir die Mühe wert gewesen wäre.May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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06.04.2019, 06:40
AW: Wirklich machen!
ich stelle fest, ich mag Ehrgeiz, ich mag mein Klugscheisser- und Strebergen. und werde das auch nicht mehr verstecken ode rmich dafür schämen, wie bisher.
es ist in der Tat wichtig, ein Ziel zu haben, das man liebt und wofür man Begeisterung empfinden kann (nicht immer, aber doch meistens).Ich bin wie Ihr kein Mensch, der sich aufreibt für irgendein Ziel, das gar nicht wirklich meins ist.
Nur weil es gelegentlich fehl geleiteten Ehrgeiz gibt, ist Ehrgeiz doch nicht etwas grundsätzlich Schlechtes.
gruss, barbara
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10.04.2019, 10:48
AW: Wirklich machen!
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner



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