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    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wüsste nicht, was das sein sollte. Und ich habe viele Sachen probiert. Ich kann einfach nix „einfach so“. Finde ich ja auch doof, aber ich kann‘s nicht ändern. Es ging ja um „Talente“ und „Stärken“. Gewisse Dinge habe ich gelernt, aber es hat einfach immer sehr, sehr lang gedauert. Da war nie irgendwas mit „Talent“.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Beim Marathon läufst du halt ein bisschen länger. Die Grenze zwischen Talent und kein Talent liegt da ziemlich klar bei sub-3h, und das werde ich niemals erreichen.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tja, und wenn man das nicht hat, kann man halt nix. Da wüsste ich auch nicht, wie man dann Stärken und Talente entwickeln sollte.
    Liebe Kara,

    ich denke wir gehen von völlig unterschiedlichen Definitionen aus was unter "Talent" zu verstehen ist.

    Für dich ist Talent gleichbedeutend mit "stark überdurchschnittlichem herausragendem Talent". Und da hast du natürlich recht, bei weitem nicht jeder Mensch ist in irgendeiner Sache herausragend gut. Ich definitiv auch nicht. ;-)

    Für mich bedeutet Talent etwas völlig anderes. Ich sehe Talent so wie es (idealerweise) Erzieher in der Kita oder Grundschullehrer auch sehen oder sehen sollten, wenn es darum geht die individuellen Stärken von Kindern zu fördern.

    Was macht ein vier- oder sechs- oder zehnjähriges Kind gerne, mit Spaß und mit Ausdauer? Und was eben nicht?

    Wie warst du als Kind? Warst du gerne draußen und brauchtest immer Bewegung? Oder warst du eher der kreative und phantasievolle Typ? Hast gerne Bilder gemalt? Oder Geschichten erzählt? Konntest du andere Menschen zum Lachen bringen? Oder warst du die geborene Anführerin, die andere leicht überzeugen und mitreißen konnte? Warst du wissbegierig und hast schon im Grundschulalter Sachbücher geliebt? Oder warst du eine Abenteuerin, die heimlich "verbotene Dinge" gemacht hat? Hast du gerne fotografiert? Oder Briefe geschrieben?

    Talente, Interessen, Leidenschaften entwickeln sich oft schon sehr früh. Natürlich kann es auch sein, dass Talente vor sich hinschlummern, bevor sie zum Vorschein kommen. Aber vieles zeigt sich eben schon in den ersten Lebensjahren.


    Ich selbst sehe das an meinen Kindern und oft erkenne ich eigene Talente oder eben auch Bereiche, die mir nicht liegen, in meinen Kindern. Interessanterweise versöhnen mich meine Kinder mit Teilen meiner eigenen Persönlichkeit, die ich früher an mir nicht so liebenswert fand.

    Und nochmal: Ich bin davon überzeugt, dass wir alle Talente in bestimmten Bereichen haben. Das bedeutet nicht, dass aus uns Berühmtheiten werden. Aber das ist ja auch gar nicht wichtig.

  2. 01.04.2019, 16:24

    Grund
    Fragen zur Moderation bitte per PN.

  3. Inaktiver User

    AW: Wirklich machen!

    Mit persönlichen Vorlieben wäre ich was Talente angeht vorsichtig - ich habe immer gern Bilder gemalt, aber meine Zeichnungen sehen heute noch aus als wäre ich 4, und das liegt nicht daran, dass ich als Vierjährige Kunstwerke in Öl fabriziert hätte.


    Wenn ich so nachdenke ist das vielleicht falsch gesagt:

    Bei was warst Du als Kind perfektionistisch?
    Ich habe immer gern gemalt, war aber nie perfektionistisch dabei - hingegen wenn ich in der Orga was verpenne geht mir das gegen den Strich.

  4. Moderation

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    AW: Wirklich machen!

    Zu viel Talent kann sehr unpraktisch sein.

    Ich hatte von der 8. bis zur 11. Klasse die absurde Fähigkeit, jede Aufgabe im Chemieunterricht anzugucken und die Lösung zu wissen. Den Lösungsweg konnte ich dann auch erschließen. Vier Jahre glatte Einser.

    Dann hab ich in der 12 Chemie LK genommen und merkte, daß ich keinen blassen Schimmer hatte, wie man diese Aufgaben löst, wenn man es nicht "einfach so" weiß, und die Aufgaben waren jenseits von meiner Intuition.

    Was für ein Bauchklatscher.

    Ein Bandkumpel von mir ist super-musikalisch. Der setzt sich an ein Instrument und bringt angenehme Töne heraus, improvisiert Riffs und Harmonien, alles wunderbar. Aber er kann bis heute keinen präzisen G-Dur/C-Dur-Wechsel auf der Gitarre, weil er sich nie die Mühe gemacht hat, etwas zu üben, was noch der unbegabteste Gitarrenschüler nach ein paar Monaten hinbekommt. (Ich habe drei Tage gebraucht. Ich bin nicht einen Fetzen so begabt wie der Mensch, aber ich bin begabt genug, und ich übe.)

    Dummheit ist nicht, wenig zu wissen, und nicht, wenig wissen zu wollen. Dummheit ist: Glauben, genug zu wissen. Die Begabten fallen da eher drauf rein.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    aber wenn das Verlangen nicht da ist, soll man auch nicht damit anfangen, das ist für sich allein Grund genug. Egal ob man es sich zutraut oder nicht.

    Andererseits mag ich es ganz gerne, bei vorhandenem Verlangen, mich in etwas zu verbeissen, das schwierig ist und lange geht - es gibt wenig, das mich mehr frustriert, als die Idee, etwas ausgelernt zu haben, es so gut zu können, dass es nichts mehr daran zu verbessern gibt, dass es von einer Entdeckungsreise zu reiner banaler Routine wird. Ich mag es, immer etwas zum Lernen zu haben.


    Ausgelernt haben - das gibt es nicht. Hat man vieles in dem Bereich gelernt, schreit es nach mehr (Sehr großes Interesse natürlich vorausgesetzt.)

    Und: Allesch hat es gesagt : ein Künstler ist niemals richtig zufrieden mit seinem Werk. Das kann er auch gar nicht sein. Es gibt immer noch eine Steigerung oder eine andere Nuance.

    Große Künstler, die man so kennt, Musiker zum Beispiel, denen wurde vielleicht ein Talent in die Wiege gelegt, aber dann muss es gefördert werden und wenn es auch gefördert wurde, dann heißt es immer noch Üben, Üben, Üben.
    Das ist Disziplin, das ist Hartnäckigkeit, das ist Arbeit.
    (Das wurde hier schon gesagt, ich finde den Gedanken aber so wichtig, dass ich es nochmal aufschreiben wollte )

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    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Papierkram ich habe das Gefühl, ich werd allergisch gegen diesen Blödsinn. Überall und ständig nimmt Papierkram zu! völlig sinnlos, das Ganze,

    - sinnlose Dinge, oder Dinge, die ich nicht verstehe, fallen mir sehr schwer umzusetzen. im ersten Fall sträubt sich alles, im zweiten Fall kann ich mir meist mehrere Optionen vorstellen, wie das Ganze umgesetzt werden könnte, versuche alle aufs Mal, und logischerweise kommt dann grosser Murks raus, wenn überhaupt was.

    Reparaturen prokrastiniere ich auch ganz gern (mit wenig Leidensdruck), Lebensentscheidungen haben sich bisher immer von selbst ergeben, wenn die Zeit dafür reif ist.
    Ja... Papierkram. Da WILL ich mich überhaupt nicht mit befassen. Ich krieg schon Anflüge von Ekel, wenn ich Post habe, von der ich weiß, dass man was beantragen muss oder erneut beantragen muss und so seltsame Fragen drin stehen, dass ich schon Angst kriege, irgendwas anzukreuzen, damit ich damit nicht an anderer Stelle irgendwas negiere, was ich eigentlich als positiv vermerkt haben wollte und müsste.
    Für so was bin ich zu doof und es erschließt mich der Sinn nicht so recht.

    Reparaturen schreibe ich mir erstmal auf einen Zettel, damit ich zu einem Viertel beruhigt bin, dass ich dieser Tatsache etwas Beachtung geschenkt habe. Und da muss ich mir unbedingt einen Termin setzen (einen, der nicht schon übermorgen ist). Sonst wird das gar nix.
    Aber wenn ich mich tatsächlich drum gekümmert habe, bin ich sehr stolz auf mich und dann zehre ich davon .

    Ach ja, Lebensentscheidungen: Da ist es tatsächlich manchmal besser, auf "Kommt Zeit, kommt Rat" zu vertrauen. Manchmal erledigen sich Dinge von selbst oder ändern sich plötzlich.Da bringts manchmal gar nichts, etwas über das Knie zu brechen.

    Ist aber eigentlich OT.

  7. Inaktiver User

    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Sonnenblume2019 Beitrag anzeigen
    L
    Wie warst du als Kind? Warst du gerne draußen und brauchtest immer Bewegung? Oder warst du eher der kreative und phantasievolle Typ? Hast gerne Bilder gemalt? Oder Geschichten erzählt? Konntest du andere Menschen zum Lachen bringen? Oder warst du die geborene Anführerin, die andere leicht überzeugen und mitreißen konnte? Warst du wissbegierig und hast schon im Grundschulalter Sachbücher geliebt? Oder warst du eine Abenteuerin, die heimlich "verbotene Dinge" gemacht hat? Hast du gerne fotografiert? Oder Briefe geschrieben?
    .
    Nichts von alledem. Ich war pummelig und saß am liebsten auf dem Sofa. Ansonsten habe ich ziemlich viel Zeit damit verbracht, für die Schule zu lernen, weil ich eben in nichts ein Naturtalent war. Damit kann man seine Zeit prima füllen, und es war auch nicht unerfolgreich.

  8. Inaktiver User

    AW: Wirklich machen!

    Das passt doch zu dem, was Du erzählst - Du kannst Dich durchbeißen.


    Sehr sehr viele, die das nie mussten, können das nicht oder haben es erst mühsam im Studium oder noch später gelernt.


    Mich hat es im Studium einige Erfolge gekostet, dass ich zu Schulzeiten nie ackern musste - ein Nachteil davon, gut Orga zu können: Ich wusste immer genau, wie spät ich anfangen konnte um so gerade eben noch eine passable Note zu bekommen, und ich konnte einigermaßen einschätzen, was sich in Klausuren abfragen ließ - alles, was sich nicht gut abfragen ließ, habe ich schlicht nicht gelernt.
    Diese Fähigkeit führt zu guten Noten bei eklatanten Wissenslücken.

    Ich habe das Ackern dann gelernt, aber die, die das vorher schon konnten, haben überwiegend glattere Zeugnisse.

    Nur eben - ich habe da in meiner Kindheit kaum Zeit reingesteckt, natürlich fehlte mir dann als Erwachsene die Übung.


    Du machst das quasi "schon immer", deswegen kommt es Dir vor, als ob das jeder könnte.

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    AW: Wirklich machen!

    Zu unserem Thema Talent oder Disziplin und hartes Training passt folgender Artikel sehr schön, der beide Seiten zeigt.

    Talent oder Fleiss?:
    Was Sie brauchen, um an die Spitze zu kommen

  10. User Info Menu

    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nichts von alledem. Ich war pummelig und saß am liebsten auf dem Sofa. Ansonsten habe ich ziemlich viel Zeit damit verbracht, für die Schule zu lernen, weil ich eben in nichts ein Naturtalent war. Damit kann man seine Zeit prima füllen, und es war auch nicht unerfolgreich.
    Dann waren dir also gute Noten und schulischer Erfolg sehr wichtig? Hast du echt nur gelernt? Kein Sport? Partys? Wildes Nachtleben (so ab 16)? Musik, Singen, Tanzen? Irgendwas außer Lernen? Warst echt das was man als klassische Streberin bezeichnen würde? Nur Schule im Kopf? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

    Mir flogen viele Dinge in der Schule auch nicht zu. Aber es war mir egal, dann war ich eben schlecht. Ich hatte ganz klar eine Fachrichtung in der ich gut war, da habe ich dann auch freiwillig was für getan und bin ihr mein Leben lang treu geblieben. Und eine Richtung, da war Hopfen und Malz verloren. Schade. Aber ich habe für mich früh beschlossen, dass das einfach nicht mein Ding ist. War vielleicht falsch, keine Ahnung. Aber um daran etwas zu ändern hätte es viel Zeit benötigt. Und die hatte ich nicht. Schließlich gab es ja noch Hobbies und Nachtleben! 😄

  11. gesperrt

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    AW: Wirklich machen!

    Zitat Zitat von Sonnenblume2019 Beitrag anzeigen
    Zu unserem Thema Talent oder Disziplin und hartes Training passt folgender Artikel sehr schön, der beide Seiten zeigt.

    Talent oder Fleiss?:
    Was Sie brauchen, um an die Spitze zu kommen
    ein bisschen doof, der Artikel.

    mit 10000 Stunden Übung bringt man es in einem Fach normalerweise zu guter Kompetenz, man beherrscht es. also ungefähr das, was zum Beispiel ein Meisterbrief im Handwerk sagt: man kann es, was man kann, in allen Details.

    Aber wenn es, wie zB im Fussball, sehr viele Leute gibt, die diese 10000 Übungsstunden zusammenbringen, bedeutet das natürlich, dass zur Weltspitze noch einiges mehr gehört! Viel Fleiss UND viel Talent.

    Allerdings: wenig Talent/viel Fleiss bringt einen weiter als viel Talent/wenig Fleiss. Ich finde weniger, das frustrierender ist zu beobachten, wie Leute mit viel Talent... dieses Talent nicht nutzen und es dadurch kultivieren und vermehren und der Menschheit zur Verfügung stellen.

    Zitat aus dem Artikel:
    Die Psychologen vermuten, dass die „Hoffnung auf Erfolg“ erst so richtig dazu motiviert, noch härter und intensiver zu trainieren als andere.

    jo mei, darauf wäre jetzt ohne wissenschaftliche Untersuchungt bestimmt kein Mensch gekommen!

    gruss, barbara

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