Lebensstil ist ein "ist", nicht ein "sollte" oder "wollte", mMn. Man trifft in den Situationen, in die man kommt, eine Entscheidung nach der anderen und das Ergebnis ist dann hoffentlich nicht so ganz etwas, was man nie haben wollte. Oder wenn doch, dann zumindest etwas, womit man sich arrangieren kann, auch wenn man es gar nicht erwartet hat.
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20.03.2019, 22:25
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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21.03.2019, 07:17
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
Genau so ist es.
"Geplant" war mein Leben ganz anders, heiraten, Kinder bekommen, Haus bauen, aber wie es geworden ist, ist es auch sehr schön.
Reisen wurde in einem vorherigen Beitrag angesprochen. Ich bevorzuge ruhige Gegenden, wohne gerne in einfachen Unterkünften, kleines Hotel oder Pension oder Camping. es muss etwas zum besichtigen geben, interessante Städte, Museen und oder reizvoll zum Wandern oder Radfahren sein. Ein reiner Badeurlaub oder Wellness-Urlaub wäre mir zu langweilig, ein Ferienort mit unendlichen Metern Hotelburgen am Strand würde mir nicht gefallen. Ein Kollege zeigte mir gestern seinen Lieblingsferienort in Holland im Internet - für mich wäre das nichts.
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21.03.2019, 10:19Inaktiver User
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
Je nach den gegebenen Lebensumständen sind manchmal Kompromisse im Lebensstil hilfreich und sinnvoll. Ich greife das Urlaubsthema mal auf.
Wenn es nur nach mir ginge, habe ich nie Pauschalurlaub, keine Hotelstandards, eigentlich nicht mal Hotels und schon gar keine Hotelanlagen, kein Unterhaltungsangebot gebraucht. Am liebsten fahre ich einfach in Gegenden abseits von großen Touriststenströmen und bleibe dann dort, wo es mir gefällt, solange, wie es mir gefällt (oder die Urlaubstage reichen). Ich kann nicht mal so im Detail sagen, wonach ich dann eigentlich suche, es sind ganz unterschiedliche Gegebenheiten, die mich dann zum Bleiben reizen.
Aber mit jüngeren Kindern und mit Teenagern wären solche Urlaube zur Belastungsprobe geworden. Mit Kindern reisen und nicht zu wissen, wo und wie man übernachten wird, wann und wo und was und ob überhaupt es zu essen geben wird? Mit Teenagern in der Pampa hocken? Mit Kindern und Gepäck die örtlichen Verkehrsmittel durchprobieren? Nee, den Spaß wollte ich auch nicht. Also wurde mit Kindern vorab eine Unterkunft gesucht, dabei geguckt, dass es Freiräume und Spielmöglichkeiten für Kinder und vielleicht auch mit anderen Kindern gibt. Bei den Halbwüchsigen waren Möglichkeiten, auch mal eigene Wege gehen zu können, für den Familienfrieden vorteilhaft. Da waren dann sogar Pauschalreisen mit Hoteltransfer ganz angenehm und auch die Kosten besser kalkulierbar. Riesenkästen und große Orte ließen sich ja trotzdem vermeiden.
Aber bei meinem ersten Urlaub wieder ohne Vorplanung habe ich dann gemerkt, wie wohl ich mich dabei fühle. Trotzdem waren die anderen Urlaube in der gegebenen Situation auch nicht schlecht, auch da gab es sehr viele schöne Momente. Heißt wohl, ich kann mehrere Lebensstile, nicht alle gleich gut und gern, aber eine Anpassung geht ohne gleich an ein Sich-Verrenken zu denken.
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21.03.2019, 11:16Inaktiver User
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen

Mein erster Gedanke beim Lesen des Strangtitels war: "Ich hab keinen Lebensstil, ich rödle mich so durch!"
Stimmt natürlich so nicht, ich bringe das Thema nur nicht mit Wohnsituation bzw. dem Ursprung dieses Threads (Gästezimmer) zusammen.
Ich war immer chaotisch unterwegs, Single, oft umgezogen, oft Stellen gewechselt oder mehrere Jobs parallel gemacht, je nach Laune, Notwendigkeit, Neugier. Wohnsituation mal WG, kurz auch mal Untermiete, von Wohnklo über 3-Zi-Wohnung 80 km vom Arbeitsplatz entfernt inkl. 3 Std. tägliches Pendeln, tendenziell immer Workaholic mit wenig Ambitionen zu Beziehungsleben, keine Kinder, keine private Rentenvorsorge (wozu auch - wer ohne Kinder und Familie lebt, hat wenig Verantwortung im Gepäck), dafür großer Bekanntenkreis und ständig um die Häuser gezogen. Ungebunden eben. Gefiel mir so ganz gut. Engere Bindungen inkl. Einladungen in meine jeweilige Wohnung gab's kaum, ich wollte niemanden so nah dran, daß ich Zutritt zu meiner Privatsphäre hätte geben wollen. Auto brauchte ich nicht, München war für mich zu Fuß / ÖPNV / Fahrrad ausreichend bzw. die Pendelei von außerhalb mit Regionalbahn erreichbar.
Mein jetziger Mann: kleine Herkunftsfamilie, konventionell, was Lebensplanung angeht, Studium, Arbeitsvertrag, eine mehrjährige Beziehung mit Zusammenleben gehabt. Plante Heirat, Kinder, wünschte sich einen sicheren Arbeitsplatz und Sicherheit, am liebsten am Wohnort.
Tja, und dann kam ich.
Mittlerweile leben wir in einem großen Haus mit Garten, zu groß für uns, aber wir haben unseren Betrieb mit im Haus. Hunde dazu, private Rentenversicherungen, zwei Autos, ein Zweithaus als Altersruhesitz (so ein niedliches, kleines aus den 50ern mit sehr viel Obstgarten drumrum - hatte noch keine Heizung, ist noch immer im Umbau) in einem paarhundert-Seelen-Dorf im nördlichen Bayern. Wenn wir in den Ruhestand gehen, verkaufen wir das große Haus hier und ziehen ganz nach Bayern.
Alles so nicht geplant, das "Haben" der Häuser ist für uns nicht so besonders wichtig, wir haben ja keine Nachkommen, sondern sehe ich eher als Alterssicherung für meinen Mann, der als Selbständiger keine gesetzlichen Rentenbeiträge zahlt sondern ausschließlich private Altersvorsorge betreibt.
Lebens"stil": naja. Urlaub auf dem Bauernhof oder tageweise mal an die Ostsee oder eine Städtetour, nie Gruppenreisen, Hotel auch nie, eher Kategorie preiswerte Ferienwohnung außerhalb der Saison. Kontakte privater Natur: eher wenig, 2 - 3 x im Jahr "Cliquentreffen" mit Leuten, die dafür aus der gesamten Republik anreisen inkl. Kinder und Hunde, teilweise im Haus, teilweise mit Schlafsack und Zelt im Garten oder mit Wohnmobil vor'm Haus. Mit "Stil" verbinde ich auch Gastgeberqualitäten, die ich nicht habe, will sagen: ich drück den Leuten durchaus auch Brettchen, Gemüse zum Schnibbeln und Messer in die Hand, ich bewirte zwar gerne, vergesse aber meistens irgendwas, da müssen die Gäste halt mit ran.
Was läuft sonst noch unter "Lebensstil"? Abends gerne gemütlich vorm Fernseher, Eßzimmer separat, weil der Wintergarten so schön passend dafür ist? Mobiliar aus Jungmänner-Großmutternachlaß-und-Resten-aus-Singlezeiten zusammengestoppelt, ebenso Besteck, Bettwäsche und Handtücher? "Nur" ein Fernseher, aber dafür in fast jedem Raum irgendein Rechner, Lichtschalter kaum noch bekannt, weil "Alexa, mach mal Licht-mach mal Radio-sach mal, wann der Müll geholt wird", Einkäufe vorzugsweise um 7 Uhr früh, nach der Hunderunde, oder abends ab 21 Uhr, weil einem dann nicht so viele Leute vor dem Wagen rumtrödeln. Gelegentlich abends ausgehen, vorzugsweise in Kabaretttheater oder selten mal in eine Whiskykneipe, Gartenbuddeln mit wenig Können und mäßiger Begeisterung... ziemlich "stil-los", das alles.
Ich glaub, Stil ist was für andere.
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21.03.2019, 11:21Inaktiver User
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21.03.2019, 13:06
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21.03.2019, 13:18Inaktiver User
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21.03.2019, 15:38Inaktiver User
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
Ein interessanter Lebensstil, ist mir noch nie untergekommen. Ich bin überrascht, dass man so überzeugt so langfristig planen kann. Also mit Anzahl der zukünftigen Kinder, Zimmer, Schildkröten, usw.
Ich würde mir Dinge für mein Leben vielleicht wünschen, aber planen? Das erschiene mir vermessen. Das klingt ja so, als hättet Ihr die Namen der zukünftigen Kinder und Enkel schon festgelegt.
Mal davon ab, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob ich diese Wünsche/Eigenschaften ("organisiertes, ordentliches, sauberes und gemeinschaftliches Leben") unter Lebensstil fassen würde. Da muss ich nochmal drüber nachdenken...
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21.03.2019, 18:58
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
Ich musste gerade schmunzeln, als ich das gelesen habe. Das erinnerte mich sooo an die Urlaube in meiner Kindheit. Wir kamen am frühen Abend zur Hauptsaison im Süden am Meer an und mein Vater meinte, kein Problem, wir finden schon was
. . Wir haben schon immer was gefunden... aber ich habe es gehasst. Und dann immer das vollgestopfte Auto, weil man nicht wusste, ob man am Urlaubsort Windeln und all den anderen Kram findet (ich habe zwei jüngere Geschwister). Also habe ich später "familienkompatible" Urlaube organisiert. Vorab gebucht, auf gute Infrastruktur geachtet etc. Und was macht mein Nachwuchs inzwischen?? Da fährt mein Sohn im Sommer auf gut Glück mit der Freundin nach Italien ("wir finden sicher was vor Ort"), muss gelegentlich im Auto übernachten, weil um die Zeit doch alles ausgebucht ist und findet es trotzdem traumhaft. Offenbar prägt einen die Kindheit auch in diesem Bereich
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21.03.2019, 19:56
AW: Verschiedene Lebensstile und ihre Ausformungen
Naja, wenn man ein Haus planen und bauen lässt, dann kann man für gewöhnlich auch über die Zimmer entscheiden. Würden wir ein bereits bestehendes Haus kaufen wollen, dann wäre das schwerer, aber bei einem Architektenhaus entscheidet man eben alles selbst und auch die Anzahl der Zimmer. 3 Schildkröten haben wir schon und die sind noch nicht sehr alt, also bezogen auf die Lebenserwartung, von daher müssen die natürlich mit und es muss wieder ein Freigehege mit Frühbeethaus für die Schildkröten eingeplant werden. Die Kinder 'machen' wir auch nicht auf natürlichem Wege, wie das so üblich ist, sondern wir haben vor das dann künstlich vornehmen zu lassen. Da ist die Medizin heute, besonders im Ausland, schon sehr weit und in den nächsten zehn Jahren werden sie da sicher noch Fortschritte machen. Vielleicht ist es dann auch hier legal. Muss man abwarten. Die Namen der Kinder sind auch festgelegt, Enkel nicht, das würden ja dann unsere Kinder und deren Partner entscheiden.
Mir erschien es am passendsten, diesen Titel zu wählen, da wir das Thema aus einem anderen Strang auslagern mussten und dort in alle Richtungen diskutiert wurde. Die ganzen Themen dann in einem Titel zusammenzufassen war nicht einfach. Unter Lebensstil fällt für mich alles, das mit dem eigenen Leben und der Art wie es geführt wird und wie man sein Leben bestreitet zu tun hat. Empfand es also als ganz passend.



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