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  1. Inaktiver User

    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Ich würde
    - genau nur das entsorgen, das ich guten Gewissens und ohne schlechte Gefühle entsorgen will.
    - mir den Luxus gönnen, Dinge, an denen ich hänge - gleich wie alt sie sind, von wem sie stammen, an welche Begebenheit sie mich erinnern - bei mir zu behalten, so lange ich Freude daran habe. Und wenn es 10 000 Fotos wären... Du sagst doch selbst, dass Du den Platz dafür hast.
    Sollte mich dann je das Bedürfnis überkommen, sie los zu werden, kann ich das dann ja immer noch tun. Und wenn Du mit Achtzig die Briefe nicht mehr lesen willst, schmeißt Du sie halt dann weg.
    - die Dinge, die ich behalte, ordnen und sortieren, so dass ich immer jederzeit weiß, was ich wo finde.
    - und mich niemals völlig sinnlos damit quälen, Dinge zu tun, nur weil andere sie toll und richtig finden. Wer weiß, ob sie das wirklich tun, oder ob sie nur einem Trend nacheifern...

    Und falls Du im Vorhinein ein schlechtes Gewissen denjenigen gegenüber hast, die einst all Deine Sachen entsorgen sollen, kannst Du denen das Sortieren ja ersparen, indem Du auf die Aufbewahrungsschachteln drauf schreibst, was drin ist und wie sie damit umgehen sollen: Briefe 1975 bis 2000: ungesehen entsorgen; Fotos 1986-88: ungesehen entsorgen; alle Karl-May-Bände: macht damit, was Ihr wollt; 20 Paar handgestrickte Socken von Tante Erna: entsorgen; Hundertteiliges Besteck: Für Nichte Hannelore... usw.

  2. gesperrt

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich empfehle eine Bekannte mit einem Granitbrocken, wo andere ein Herz haben und die Bestellung eines Containers.
    Und was bringt das einer Person, die nun mal mehr Gefühlstiefe als ein Teelöffel hat?

    Ich würde mal vermuten, leere Schränke, aber Herzschmerzen bis unendliches Bedauern.

  3. gesperrt

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Sacrebleu Beitrag anzeigen
    Und was bringt das einer Person, die nun mal mehr Gefühlstiefe als ein Teelöffel hat?

    Ich würde mal vermuten, leere Schränke, aber Herzschmerzen bis unendliches Bedauern.
    Erleichterung und die Gewissheit, dass unter den Kisten mit alten Fotos von Ereignissen, an die man sich nicht mehr erinnern kann und Postkarten von Menschen, die es gar nicht mehr gibt, noch ein anderes, buntes, authentisches Leben hervorkommt, das es zu leben lohnt.

  4. gesperrt

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Erleichterung und die Gewissheit, dass unter den Kisten mit alten Fotos von Ereignissen, an die man sich nicht mehr erinnern kann und Postkarten von Menschen, die es gar nicht mehr gibt, noch ein anderes, buntes, authentisches Leben hervorkommt, das es zu leben lohnt.
    Was hat das aktuelle Leben zu leben oder authentisch zu sein damit zu tun, Erinnerungsstücke wegzuwerfen?
    Ich finde, garnichts oder „im Gegenteil“!

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Guten Morgen,

    danke für die zahlreichen Tipps und Vorschläge.
    Ich habe mich gestern damit beschäftigt, zu hinterfragen, warum ich so krass "ausmisten" will.
    Und festgestellt, dass es wohl eher das Bedürfnis ist, aufzuräumen und zu sortieren. Es ist nun mal wirklich so, dass da Dinge zum Vorschein kamen/kommen, von denen ich gar nichts mehr wusste. Dadurch kamen eben auch Gedanken hoch, was wäre gewesen, wenn ich damals ....
    Ich weiß selbst, dass ich mich darin nicht verlieren darf, denn das ist meine Vergangenheit. Da gibt es Sachen, die tun weh, wenn ich sie finde und andere, die zaubern ein Lächeln.
    Aber es ist ja schon ein großer Unterschied, ob mich das emotional berührt oder ob es z.B. die Stromrechnung von vor 20 Jahren ist. Von diesem ganzen Aktenkram, der über 10 oder 20 Jahre alt ist, konnte ich mich guten Herzens trennen.

    Ich habe gestern noch mit einer guten Freundin, die ich seit über 30 Jahren habe, telefoniert und sie gefragt, ob sie noch weiß, dass wir uns früher Briefe geschrieben haben. Sie wusste es auch nicht mehr, sagte aber, dass sie die dann auch noch im Keller hätte, weil sie auch so etwas nie weg geworfen hätte und bei unserem nächsten Treffen soll ich sie mal mitbringen.
    Sie waren schon in dem Wegwerfkorb. Ich bin den dann noch einmal durchgegangen und habe noch mal sortiert und dabei einen Ordner angelegt und die ganzen Briefe fein säuberlich mit Trennblättern nach Namen abgeheftet.

    Ich werde das Projekt jetzt umbenennen, nicht loslassen und wegwerfen, sondern in die Hand nehmen, schauen, was das mit mir macht und diese Dinge ordnen und beschriften (gute Idee mit dem Hinweis für die "Erben", was damit geschehen soll).
    Und wenn ich damit durch bin, sieht es auch schon ganz anders aus. Das ist zwar immer noch ein Haufen Arbeit, aber irgendwann bin ich hoffentlich durch damit. Und dann kann ich immer noch in Ruhe entscheiden, ob das eine oder andere dann doch entsorgt werden kann.

    Somit nehme ich tatsächlich den Druck etwas raus.

    Eine Freundin würde ich vielleicht fragen, wenn ich meinen Kleiderschrank ausräumen will. Sie kann mir dann sagen, ob etwas gar nicht mehr geht oder ob ich es behalten soll. Bei den Dingen, um die es jetzt geht, kann mir wohl keiner von außen helfen, weil niemand nachvollziehen kann, wie sehr ich daran "hänge" oder nicht.
    Was ich davon in meinem Leben behalte, muss ich einfach selbst entscheiden. Und Entscheidungen zu treffen, ist leider so gar nicht mein Ding.

    Aber danke euch allen. Bin froh, dass ich hier einfach mal um Rat gefragt habe, denn sonst hätte ich wahrscheinlich am Tag vor der Abfuhr der blauen Tonne meinen Kopf da rein gesteckt, um doch noch das ein oder andere da wieder raus zu fischen.

    Einen schönen Tag wünsche ich euch.

    B-F

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Moin, B-F, dir auch einen aufgeräumten Tag!

    Deine Zerissenheit kann ich sehr gut verstehen, da ich in einer entfernt ähnlich Situation bin.
    Ich kann dich nur ermutigen, tapfer weiter auszumisten.

    Leider habe ich nicht den Platz, also ist es eine dringende Notwendigkeit, auszusortieren.

    In meiner, nunmehr nur noch 60 qm- Wohnung, haben sich im Laufe der Jahre Nachlass und Haushaltsauflösungen meines Mannes, meines Vaters und meiner Mutter angesammmelt.

    Zusätzlich zu meinem eigenen Kram mit einer ehemals 5-köpfigen Familie.

    Nun lager ich also Dinge von 3 toten Menschen und drei Kindern, die längst ausgezogen sind.
    Und wunderte mich ernsthaft, warum ich das Gefühl habe, zu ersticken und Alpträume habe


    Aber körperlich und nervlich stark angeschlagen, konnte ich mich auch nie aufraffen.

    Nach einem schlimmen Jahr 2018 hab ich nun seit einigen Monaten auch endlich den Elan, überflüssigen Ballast abzuwerfen.

    Und ich fühle, ehrlich gesagt, einfach nur Erleichterung, dass es endlich weitergeht.

    Dass da auch zwischendurch die Emotionen hochkochen ( bei mir nicht nur gute) ist, glaube ich total normal.

    Mehr freu ich mich aber über "witzige" Fundstücke aus der Vergangenheit. Es vergeht tatsächlich nicht eine Kiste, bei der ich laut loslachen muss.

    Jüngstes Fundstück: Ein abgeschnittener Zopf von mir. Fein säuberlich aufbewahrt von meiner Mutter. Herrlich Ebenso eine Sammlung handgeschriebener "Herrenwitze" meines Vaters.

    Aber egal was es ist; Fundstücke die irgendwie mit doofen Erinnerung verbunden sind, kommen gnadenlos weg. Blödes Nageletui zur Konfirmation, das meine Oma mir geschenkt hat, zum Beispiel.

    Ansonsten ist mein System deinem sehr ähnlich

    Also weiterhin viel Erfolg bei deinem Projekt "Befreit weiterleben"
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

  7. Moderation

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Lass dir von einer Freundin helfen und dann weg mit dem Plunder.
    Und selbst wenn die entscheidung doch für "Archivieren" fällt (ist ja auch eine Platzfrage) -- jemanden dabeizuhaben, der etwas moralische Unterstützung gibt und vielleicht mal Tee kocht, hält einen auf Kurs, erhöht das Entscheidungsbudget, und verhindert Prokrastination.

    Zitat Zitat von AweSomeOne Beitrag anzeigen
    In meiner, nunmehr nur noch 60 qm- Wohnung, haben sich im Laufe der Jahre Nachlass und Haushaltsauflösungen meines Mannes, meines Vaters und meiner Mutter angesammmelt.

    Zusätzlich zu meinem eigenen Kram mit einer ehemals 5-köpfigen Familie.
    Da sagst du was.

    Ein früherer Freund von mir hatte den Kram von zwei Leuten mit vier Zimmern (90 qm) in einer 45qm-Butze. Das war nicht zu bewältigen, da standen Kisten in der Dusche, wichtige Unterlagen im Backofen, und im Keller türmten sich die Himalya-Gipfel des Gerümpels.

    So was kostet unheimlich Zeit und Energie. Allein schon jeden Tag die Kisten von der Dusche aufs Klo zu räumen, zu duschen, alles trockenzuwischen und die Kisten zurückzuräumen...

    Hat auch Jahre gedauert, bis mal die Kraft da war, das alles durchzugehen und 90% davon wegzuwerfen.
    Geändert von wildwusel (11.03.2019 um 09:36 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Moderation

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde
    - genau nur das entsorgen, das ich guten Gewissens und ohne schlechte Gefühle entsorgen will.
    Ich finde es einen ungeheuren Energiezehrer, immer wieder (bei jedem bedachtsamen Durchsortieren) einen 30 Jahre alten Brief von einer Freundin, mit der man sich später zerstritten hat zu lesen, oder die Karte von der Lieblingsgroß zum 24. Geburtstag, oder den Zeitungsausschnitt zu dem Konzert in Kleinkleckersdorf, wo man mit 16 gesungen hat, oder die Eintrittskarten von dem Urlaub mit dem damals frisch Verliebten anzugucken und zu entscheiden, "Fühle ich mich gut, wenn ich das sehe? Könnte es mich belasten, es fortzutun? Hätte ich ein schlechtes Gewissen mir, der Vergangenheit, der Erinnerung, dem Objekt, meinem Archivarsinstinkt gegenüber?"

    Denn natürlich fühle ich mich all diesen Dingen und Erinnerungen gegenüber immens ambivalent. War es toll? Es ist vorbei. War es schrecklich? Es ist vorbei.

    Ehe ich immer wieder die Geister vergangener Gefühle heraufbeschwöre als hätte ich eine Billigvariante des Steins der Auferstehung (und Beedle der Barde lehrt, daß so ein Objekt gefährlich ist) -- nein. Dann lieber in Kisten, Deckel drauf, Aufkleber drauf: "Briefe 1975 bis 1995", "Andenken und Zeitungsausschnitte 1980 bis 1990", ... und in den Keller oder auf den Dachboden.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. gesperrt

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ehe ich immer wieder die Geister vergangener Gefühle heraufbeschwöre als hätte ich eine Billigvariante des Steins der Auferstehung (und Beedle der Barde lehrt, daß so ein Objekt gefährlich ist) -- nein. Dann lieber in Kisten, Deckel drauf, Aufkleber drauf: "Briefe 1975 bis 1995", "Andenken und Zeitungsausschnitte 1980 bis 1990", ... und in den Keller oder auf den Dachboden.

    Wat??????

    In den Müll damit!

  10. Moderation

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    AW: Loslassen, weg werfen, durchs Tal der Tränen :-(

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Wat??????

    In den Müll damit!
    Wenn man sich dem emotional nicht gewachsen fühlt, es in den Müll zu tun, und man den Platz für den Kram hat, ohne daß man die Kisten jeden Tag von der Dusche aufs Klo und zurück räumen muß -- wozu soll man sich unnötige Komplikationen ins Haus holen? Die brauchen auch Platz.

    Wenn die TE jemand wäre, die aus idologischen oder charakterlichen Gründen keinen antiken Klumpatsch im Haus haben möchte, gäb's diesen Strang nicht. Seiner Ideologie kann jeder ohne Rückfraten folgen.

    Wenn allerdings *kein* Platz ist, dann steht der Zeiger des "einfachen und angenehmen Lebens" mMn ganz klar auf "fort!"
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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