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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen

    [...]

    Du kommst in die Hölle, wenn sich das nicht ändert. Du alleine machst dir Vorwürfe und du alleine kannst damit aufhören.

    Zwei ganz wunderbare Sätze

    Und so wahr. Nun muss ich nur noch den AUS-Schalter finden. Denn genau das ist ja mein Problem.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von Stadtvogel Beitrag anzeigen
    Vielleicht hängst Du zu sehr an einer doch sehr utopischen Vorstellung von einer sauberen Trennung, idealerweise mit anschließender guten Freundschaft, bei der man sich nichts mehr vorzuwerfen hat.

    [...]
    Vielleicht hab ich hier zuviel im Trennungsforum gelesen

    Wie gesagt, ich hab ja noch nie eine Trennung so richtig erlebt. Und was ich hier immer so lese, sollte es doch bei einer Trennung wenigsten fair zugehen ?

    Ansonsten denke ich da ziemlich radikal ... wenn Schluss, dann Schluss. Da möchte ich keinen Kontakt mehr. Das geht mir zu nah.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    [...]

    Ich finde ein Ende mit Schrecken im Zweifelsfall besser als ein Schrecken ohne Ende.

    [...]
    Das sagt mir mein Kopf ja auch, aber ich kann das schreckliche Ende dann einfach nicht durchziehen
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Vielleicht macht eine Unterscheidung Sinn zwischen Verlusten durch Tod (auf die man keinen Einfluss hat) oder einer Trennung, weil man sich nichts mehr zu sagen hat. Das erklärt vielleicht auch Dein Festhalten an Emotionen, die durch den Tod Deines Mannes ausgelöst wurden. Dafür braucht man sicherlich viel mehr Zeit. Vielleicht ist Deine Trauerarbeit einschließlich Wut noch nicht ganz vorbei. Möglicherweise macht es Sinn zu differenzieren und nicht alles unter dem Begriff Trennung zusammenzufassen.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Hallo AweSomeOne, du möchtest Vergangenes aus deinem Kopf kriegen, damit deinen inneren Frieden schließen und zur Ruhe kommen, verstehe ich das richtig?

    Das war ein Thema, das mich früher sehr stark umgetrieben hat. Ich konnte vieles einfach nicht loslassen und damit auch nicht die Gefühle, die damit einhergingen. Trauer, Wut, auch Haß, Ungerechtigkeiten, was auch immer.

    Und ich fragte mich, warum ich mich in Abständen von Jahren immer wieder scheinbar an denselben Punkten wiederfand. Jemand erklärte mir das dann in etwa so, daß das Leben wie eine Spirale verläuft, auf der man sich entlang bewegt. Man meint, immer wieder an der gleichen Stelle zu landen und nicht weiterzukommen. Nur: mit jeder "Runde" hat man sich doch ein Stück weiterbewegt, befindet sich etwas weiter oben, um sich neu den Dingen, die belastend sind, anzunähern. Diese Sicht hat mir ein bißchen geholfen.

    Und das andere - mit dem inneren Frieden schließen: das ist ein Prozeß. Loslassen klingt leichter, als es ist. Wenn man sich in der Situation findet, daß etwas wie Tod, Verlassenwerden oder sich nicht lösen können einen sozusagen "fassungslos" macht, dann weiß man erstmal nicht mehr weiter. Man möchte reagieren, irgendetwas tun, um das, was einem weh tut, zu beeinflussen, und kann es dann doch nicht. Das ist schwer wegzustecken. Mir ist es sehr schwer gefallen, Vergangenes loszulassen, weil ich auch versuchte, die damit verbundenen Gefühle auszuklammern. Ich wollte Ohnmacht und Verzweiflung nicht mehr spüren, genauso wenig Wut. Aber indem ich versucht habe, das "wegzudrücken", wurden diese Gefühle besonders penetrant.

    Davon loszukommen habe ich auf mehreren Ebenen geschafft. Zum einen habe ich mir klar gemacht, daß ich weder verzeihen kann noch will. Dann habe ich ganz bewußt agiert. Manche Therapeuten lassen einen dann Kissen verprügeln oder ähnliches, das war nicht so mein Ding. Ich hängte Bilder auf von der Person, die mir am meisten zugesetzt hatte, und zwar in die Mitte einer Dartscheibe. Und die bewarf ich dann mit Dartpfeilen. Ich bin ziemlich gut im Darten geworden. Das ist nur ein Beispiel, soll nicht heißen, daß es für die genauso funktioniert, lediglich: eine ungefährliche Art, Aggression auszuagieren und daraus auch noch Befriedigung zu ziehen - meine Wut hat sich damit auch so nach und nach gelöst.

    Und ich begann auch, alles, was mir so ungefragt im Kopf kreiste, auf Zettel zu schreiben, und nahm mir dafür ganz bewußt Zeit. Ich legte dafür bestimmte Uhrzeiten fest, also zum Beispiel: heute von 15 bis 16 Uhr, keine Minuten länger. Wenn die Zeit um war, legte ich diese Zettel in eine Kiste und stellte die an einen Platz, wo ich sie gut sehen konnte. Und plante dabei den nächsten Termin, zu dem die kreisenden Gedanken wieder Aufmerksamkeit bekommen sollten. Das war wichtig: das Wissen, daß die kreisenden Gedanken berechtigt waren und mit gutem Grund Aufmerksamkeit wollten. Diese Zeit habe ich ihnen eingeräumt, außerhalb dieser Schreib-Termine konnte ich, wenn die Gedanken ungewollt aufkamen, klar sagen: "Jetzt nicht, morgen wieder um ... Uhr!"

    Das klappte nach wenigen Tagen sehr gut, insgesamt gelang es mir so nach und nach, Belastendes so zu kanalisieren, daß sie nicht mehr dauerpräsent waren.

    Für mich hat das gut funktioniert.

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Bei mir haben Beziehungen, die sich Knall auf Fall gelöst haben, geklärt als ich gemerkt habe, daß die Beziehung mit mir an dem anderen auch nicht ohne nachdenken vorbei gegangen ist. Da war bei mir alles geklärt und ich weiß, daß es jedem so geht.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von Stadtvogel Beitrag anzeigen

    [...]

    Vielleicht ist Deine Trauerarbeit einschließlich Wut noch nicht ganz vorbei. Möglicherweise macht es Sinn zu differenzieren und nicht alles unter dem Begriff Trennung zusammenzufassen.
    Doch, die Trauerarbeit und die Wut habe ich schon mittlerweile bewältigt. Aber du hast Recht, es hat lange gedauert.

    Es sind jetzt sieben Jahre und in diesem Jahr habe ich das erste Mal nicht an seinen Todestag gedacht.

    Was diese Beziehung angeht, frage ich mich eher, warum ich eben nicht in der Lage war, es zu beenden, solange es noch Zeit war.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    [...]


    Und ich fragte mich, warum ich mich in Abständen von Jahren immer wieder scheinbar an denselben Punkten wiederfand. Jemand erklärte mir das dann in etwa so, daß das Leben wie eine Spirale verläuft, auf der man sich entlang bewegt. Man meint, immer wieder an der gleichen Stelle zu landen und nicht weiterzukommen. Nur: mit jeder "Runde" hat man sich doch ein Stück weiterbewegt, befindet sich etwas weiter oben, um sich neu den Dingen, die belastend sind, anzunähern. Diese Sicht hat mir ein bißchen geholfen.

    [...]

    Davon loszukommen habe ich auf mehreren Ebenen geschafft. Zum einen habe ich mir klar gemacht, daß ich weder verzeihen kann noch will. Dann habe ich ganz bewußt agiert. Manche Therapeuten lassen einen dann Kissen verprügeln oder ähnliches, das war nicht so mein Ding. Ich hängte Bilder auf von der Person, die mir am meisten zugesetzt hatte, und zwar in die Mitte einer Dartscheibe. Und die bewarf ich dann mit Dartpfeilen. Ich bin ziemlich gut im Darten geworden. Das ist nur ein Beispiel, soll nicht heißen, daß es für die genauso funktioniert, lediglich: eine ungefährliche Art, Aggression auszuagieren und daraus auch noch Befriedigung zu ziehen - meine Wut hat sich damit auch so nach und nach gelöst.

    Und ich begann auch, alles, was mir so ungefragt im Kopf kreiste, auf Zettel zu schreiben, und nahm mir dafür ganz bewußt Zeit. Ich legte dafür bestimmte Uhrzeiten fest, also zum Beispiel: heute von 15 bis 16 Uhr, keine Minuten länger. Wenn die Zeit um war, legte ich diese Zettel in eine Kiste und stellte die an einen Platz, wo ich sie gut sehen konnte. Und plante dabei den nächsten Termin, zu dem die kreisenden Gedanken wieder Aufmerksamkeit bekommen sollten. Das war wichtig: das Wissen, daß die kreisenden Gedanken berechtigt waren und mit gutem Grund Aufmerksamkeit wollten. Diese Zeit habe ich ihnen eingeräumt, außerhalb dieser Schreib-Termine konnte ich, wenn die Gedanken ungewollt aufkamen, klar sagen: "Jetzt nicht, morgen wieder um ... Uhr!"
    Nagini, danke für deine gesamte Antwort Das Bild mit der Lebensspirale find ich richtig gut.

    Die anderen Passagen, die ich besonders hilfreich finde, habe ich mal rausgepickt ,
    also das mit der Dartscheibe z.B.

    Aber auch die Idee mit der Gedankenkiste gefällt mir. Ich hab eh angefangen seit Anfang des Jahres jeden Tag ein paar für mich wichtige Dinge zu notieren. Das mach ich auch immer zur gleichen Zeit.

    Aufschreiben und erstmal beiseite legen, wieder aus der Ablage holen, bis es erledigt ist. Oder wieder hervorholen, bis es verinnerlicht ist, wie beim Vokabel lernen mit Karteikarten.

    Und im Gefühle wegdrücken hab ich wahrscheinlich einen Meistertitel. Leider alle, auch die guten.
    Wieder fühlen lernen ist nochmal eine ganz andere Aufgabe. Aber "nicht fühlen" erleichtert auch vieles.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Bei mir haben Beziehungen, die sich Knall auf Fall gelöst haben, geklärt als ich gemerkt habe, daß die Beziehung mit mir an dem anderen auch nicht ohne nachdenken vorbei gegangen ist. Da war bei mir alles geklärt und ich weiß, daß es jedem so geht.
    Woran hast du das gemerkt? Ich könnte es ja nur vermuten.

    Und da ich die anderen ja leider sehr gut kenne, glaube ich, dass sie ohne Reue und ohne schlechtes Gewissen einfach so weiterleben.

    Das ärgert mich ungewollt irgendwie.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

  10. Moderation

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    AW: Wie bringt man Dinge zum Abschluss?

    Zitat Zitat von AweSomeOne Beitrag anzeigen
    Wie kann es sein, dass ich an bestimme Vorgänge einfach gedanklich nicht rankomme, egal wie sehr ich drüber nachdenke? Von allen Seiten beleuchtet?
    So lange du noch über sie nachdenkst, sind sie nicht fertig.
    Sie sind fertig, wenn dich das "darüber nachdenken" langweilt. Wenn du sie in eine Geschichte, Legende oder Anekdote gegossen hast, die den Konventionen einer Geschichte folgt, alles ausreichend erklärt, und erzählt werden kann, ohne daß es dir wieder "hochkommt".

    Mach dir klar, welche Merkmale ein totes Pferd hat. Daraus kannst du ermitteln, wann du dabei bist, eines zu reiten.
    Überlege dir, welche Merkmale "absteigen" von einem toten Pferd hat. Was tust du? Was nicht mehr? Welche Übergangsrituale führst du durch?
    Wie findest du eine lebendiges Pferd? Wohin reitest du eingentlich?

    Das Leben mag keine "guten" Abschlüsse. Es ist immer entweder zu früh oder zu spät, und oft beides.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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