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Thema: Vaterlos
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25.02.2019, 08:04Inaktiver User
AW: Vaterlos
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25.02.2019, 08:53
AW: Vaterlos
Nein, ich habe dem widersprochen, dass der liebevolle, zugewandte
Vater eine sehr neue Erfindung ist.
Das Wort "ideal" setze ich gleich mit "Vollkommenheit".
Mein Vater war selbstverständlich nicht vollkommen. Ich wüsste auch
gar nicht, wie ich diese Perfektion definieren sollte - und ob ich sie hätte
haben wollen.
Aber ich habe mich von ihm immer geliebt und auch beschützt gefühlt.
Wobei mir natürlich klar ist, dass leider viele Menschen gegenteilige
Erfahrungen machen mussten bzw. müssen.
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25.02.2019, 09:08Inaktiver User
AW: Vaterlos
Da ich ohne Eltern aufgewachsen bin, habe ich gezögert, hier zu antworten. Allerdings überwiegend auch ohne männliche Bezugspersonen.
Im Rückblick würde ich sagen: als Kind vergleicht man. Man sieht, daß andere Kinder Eltern oder Väter haben und fragt sich, warum man selbst keinen hat.
Ich empfinde heute keinen Mangel mehr, aber natürlich hat das im Rückblick etwas mit mir gemacht. Ich war neidisch, ganz klar. Und ich idealisierte meinen Vater, an den ich mich kaum erinnern konnte. Als später ein paar Erinnerungen auftauchten, fing ich an ihn zu hassen und übertrug das generell auf Männer.
Hat etliche Jahre gedauert, mich davon freizumachen. Heute lebe ich ganz gut damit, auch damit, daß "Familie" für mich etwas ist, das immer noch theoretisch ist. Das empfinde ich nicht mehr als Mangel, im Gegenteil. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema (sprich: Therapien) habe ich für mich auch klären können, in welcher Art Beziehung, Liebe, Zugewandtheit notwendig sind, ohne mich dabei an vorgegebene Rollenmuster zu halten.
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25.02.2019, 09:17Inaktiver User
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25.02.2019, 09:19Inaktiver User
AW: Vaterlos
Was genau meinst du, Kleinfeld? Daß man überhaupt idealisiert?
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25.02.2019, 09:22Inaktiver User
AW: Vaterlos
Ja, das Personen die kaum oder nie anwesend sind, dermaßen idealisiert werden.
Ohne ins Detail zu gehen, ich stecke privat schon seit Jahren in einer solchen Situation und gebe zu, das es mich immer sehr verletzt hat, das zu hören.
Der Sockel auf den abwesende Eltern gestellt werden...
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25.02.2019, 09:24Inaktiver User
AW: Vaterlos
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Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 20:28 Uhr)
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25.02.2019, 09:28Inaktiver User
AW: Vaterlos
Verstehe. Gerade die Abwesenheit bietet viel Raum, Menschen oder auch Dinge zu idealisieren, du hast ja keinen Vergleich. Kannst du etwa so vergleichen mit einem Verdurstenden, der in der Wüste unterwegs ist. Statt sich ein Glas Wasser zu wünschen, wird die Fantasie ihm ganze Pools voller erfrischender Getränke vorgaukeln.
Für mich war's so, daß wenn ich mich ausgeschlossen, benachteiligt fühlte, meine Fantasie mir einen großen, allzeit präsenten Pappa vorgaukelte, der mich immer in Schutz nehmen und die bösen Erziehungsberechtigten platt machen würde - idealisiert eben.
Wenn ich dich richtig verstehe, bist du der verbliebene Elternteil und findest dich in der Rolle derjenigen, die mit einem nicht vorhandenen Vater konkurrieren muß?
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25.02.2019, 09:30Inaktiver User
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25.02.2019, 09:43Inaktiver User
AW: Vaterlos
Und wie gehst du damit um?



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