Ich frage das ja auchUnd dann kommt es eben auf den Empfänger an, was er mit dieser Frage macht. Bei meinen Lieblingsmenschen muss ich das allerdings gar nicht fragen, da ergibt es sich sowieso, dass erzählt wird. Bei Bekannten und Fremden lasse ich reden, bis es mir reicht und ich meiner Wege geh. Ich erzähle dann tatsächlich lieber übers Wetter, die Kanzlerin und wie schön Italien im Frühling ist.
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Thema: Interesse am anderen
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22.02.2019, 08:16Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
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22.02.2019, 08:22Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Ja, meist wird die Frage floskelhaft verwendet und beantwortet.
Deine letzten beiden Sätze bringen die Haltung der meisten (?) gut auf den Punkt.
Bei anderen (mir, kenzia, lollo,...) gibt es da offenbar viel mehr Abstufungen zwischen "Lieblingsmenschen erzählen, wie es geht" und "andere geht das schlicht nix an". Dazwischen gibt es bei mir in der Tat ganz viele Abstufungen.
Hm, das sehe ich anders. Gerade das "Wie geht's?" wird von fast allen zunächst als Floskel verstanden und darum genauso floskelhaft beantwortet. Der Andere rechnet ja nicht mit meinem Interesse (im Lollo'schen Sinne).
Das Zu-viel-von-sich-erzählen, das Du erwähnst, beantwortet doch i.d.R nicht o.g. Fragen, sondern bewegt sich an der Oberfläche.
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22.02.2019, 08:33Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Ja sicher. Ich hielt das auch für vollkommen normal und hatte wenig Grund, darüber nachzudenken. Mag am Umfeld gelegen haben, in dem ich mich früher bewegte, die Art, wie miteinander umgegangen wurde oder vielleicht entsprach das auch einfach der Zeit damals, keine Ahnung. Aufgefallen, daß derartiges Interesse nicht generell „üblich“ ist, ist mir erst, als ich aus meinem gewohnten Umfeld rausgegangen bin und mittlerweile öfter auch vermittelt bekam, daß zu viel Interesse auch als übergriffig empfunden werden kann.
Fand ich irritierend, weil früher oft ich diejenige war, der es manchmal zu viel wurde. :-D
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22.02.2019, 08:50Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Wir hatten das Thema ja schon einmal

Ich denke da ist auch viel subjektive Wahrnehmung dabei und man sieht oft eher das, was man sehen will oder erwartet, als das was wirklich ausgesendet wird.
Mir geht es z.B. genau anders herum als dir.
Ich empfinde ruhige, stille Typen meist als wesentlich angenehmer, während ich ich manchmal Menschen, die (überspitzt gesagt) jedem ein Gespräch aufdrängen und alle mit einbinden wollen, ziemlich anstrengend finde.
Ich finde es bei manchem Gelegenheiten auch spannend Leute einfach nur zu beobachten, ohne mich mit ihnen beschäftigen zu müssen. Insofern käme ich (als meist eher zurückhaltende Person) überhaupt nicht auf die Idee "einzufordern" das sich jemand mit mir beschäftigt. Wenn ich mich einbringen will kann ich das durchaus selbst in die Wege leiten.
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22.02.2019, 08:52Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
@galah
Das mag sein. Es gibt eben unterschiedliche Menschen, Gottseidank
Mir fällt zum Beispiel auf, dass ich heute an meinem freien Tag extrem unkommunikativ bin. Ich würde einfach gar nicht mit fremden Menschen reden wollen. Liegt eventuell daran, dass ich im Berufsalltag extrem viel mit Menschen reden muss, einfach weil genau das meine Aufgabe ist. Und da muss ich „Interesse“ an meinem Gegenüber haben, egal, ob mir derjenige sympathisch oder zuwider ist. Das strengt ziemlich an, da nicht einfach sagen zu können: „Du das ist mir wumpe, erzähl das der Wand aber belästige mich nicht mit deinem verkorksten Leben.“ Manches Mal wäre das wahrscheinlich - vielleicht nicht gar so drastisch
- eine sinnvolle Maßnahme.
Dann wäre ich aber 1. weder gut in meinem Job, noch glaube ich 2., dass ich dann mehr Interesse für Briefträger, Supermarktkassiererin oder Nachbar im Flugzeug hätte...
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22.02.2019, 09:52Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Das sind für mich zwei paar Stiefel, Paul.
Mir geht das auch so, ich mag zurückhaltende Menschen eher als laute, sehr robuste.
Worum es mir geht: das individuelle zeigen, das kann durchaus ruhig und unaufgeregt vor sich gehen, während jemand der viel redet trotzdem wenig "sagen" kann, sprich an der Oberfläche bleiben.
Womit ich nicht kann sind sehr verschlossene Menschen, die nichts von sich preisgeben wollen, von denen man nichts erfährt. Dahinter steckt - meine Erfahrung - oft eine eher negative Weltsicht, das ist einfach nicht meins.
Was mich an Kontakten interessiert ist die Begegnung, und die ist mit einer Hülle nicht möglich. Zu der kann ich keine Verbindung aufbauen, dazu muss ich den Menschen sehen und spüren können, und dafür muss er sich halt zeigen.
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22.02.2019, 10:16Inaktiver User
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22.02.2019, 10:57Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Woher weißt du das dann so genau wenn dein Gegenüber so verschlossen ist?
Oder geht es vielleicht eher um Tempo?
Ich bin bei neuen Kontakten auch erst einmal eher zurückhaltend, mit der Option auf mehr, wenn ich sehe dass man sich aufeinander einschwingen kann.
Ich lasse schon jemand an mich heran, aber nicht sofort, so als Standardvariante.
Ausnahmen bestätigen die Regel und meistens kam dann Ernüchterung und Rückzug von der anderen Seite.
Ist dann auch nicht schön.
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22.02.2019, 11:45Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Das ist hier oft zu lesen, und manch einer hat mir das auch direkt so vermittelt: er möchte nicht, dass andere etwas über ihn wissen. Warum genau ist mir auch nicht klar, oft sind es völlig unspektakuläre Dinge.
Die Situation ist für mich z.B. in der Arbeit so, dass Leute mir das schon sagen, aber partout nicht wollen dass andere das auch wissen. Fängt schon damit an wo sie wohnen. Und mich auf strengste Geheimhaltung verpflichten... (an die ich mich dann halte, aber so ganz verstehen tu ich das eher nicht).
Nein, den Eindruck habe ich nicht. Natürlich haut man nicht schon am Anfang alles auf den Tisch, aber bei manchen entwickelt es sich halt ganz selbstverständlich, und anderen müsste man wirklich alles aus der Nase ziehen, um irgendein Bild zu kriegen. Das ist mir zu mühselig.Oder geht es vielleicht eher um Tempo?
Ich hab tatsächlich deswegen mal eine Frauenfreundschaft beendet, weil mir die emotionale Ebene völlig fehlte, und die Freundin dann meinte, sie täte sich eben schwer damit sich zu öffnen.
Das war mir nach zwanzig Jahren dann echt zu frustrierend, weil der Austausch eben nie wirklich in die Tiefe ging. Egal um was es ging, mehr als einen Satz dazu konnte sie sich nicht abringen.
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22.02.2019, 13:37Inaktiver User
AW: Interesse am anderen
Also ich schätze, jemand der laute und sehr robuste Mesnchen vorzieht- davon wird es nicht so viele geben

Was übrigens im Gegenzug auch nicht bedeutet, dass "die Stillen" die besseren Redner sind.
Auch da schon - mehr als einmal- erlebt, wie so ein stiller Mensch ohne Punkt und Komma geredet hat........ganz nach dem Motto "wehe, wenn sie losgelassen........"
Nun könnte man sagen "ja wenn sie doch MAL reden kann, greift sie halt zu"- ändert aber ncihts an der Grundstruktur, die dann wenig angenehm ist.
insgesamt hat die Grundart- ob stiller oder lebhafter Typ- nichts damit zu tun, ob jemand gut zuhören kann oder auch interessiert nachfragt.



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