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  1. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Verstehe ich als allgemein anerkannte Kontaktaufnahme und nicht als tatsächliches Interesse an dem, wie es mir geht.
    Was sagt man denn ansonsten zum Gegenüber?
    Ich frage das ja auch Und dann kommt es eben auf den Empfänger an, was er mit dieser Frage macht. Bei meinen Lieblingsmenschen muss ich das allerdings gar nicht fragen, da ergibt es sich sowieso, dass erzählt wird. Bei Bekannten und Fremden lasse ich reden, bis es mir reicht und ich meiner Wege geh. Ich erzähle dann tatsächlich lieber übers Wetter, die Kanzlerin und wie schön Italien im Frühling ist.

  2. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Frage „Wie gehts?“ wird meinerseits ständig und so gut wie immer mit „Am liebsten gut.“ beantwortet. Denn irgendwie empfinde ich sie als absolut oberflächlichen Smalltalk und geradezu zu Floskeln einladend. Meinen Lieblingsmenschen erzähle ich eh von mir aus, wie es mir so geht. Und andere Leute geht das auch schlicht nix an.
    Ja, meist wird die Frage floskelhaft verwendet und beantwortet.
    Deine letzten beiden Sätze bringen die Haltung der meisten (?) gut auf den Punkt.
    Bei anderen (mir, kenzia, lollo,...) gibt es da offenbar viel mehr Abstufungen zwischen "Lieblingsmenschen erzählen, wie es geht" und "andere geht das schlicht nix an". Dazwischen gibt es bei mir in der Tat ganz viele Abstufungen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es mit dem Fragen "übertreiben" ist oft doch gar nicht nötig- Menschen erzählen oft gerne von sich...das ist ja eher das Problem, wenn es ZU gerne geschieht und der andere nicht gefragt wird.
    Hm, das sehe ich anders. Gerade das "Wie geht's?" wird von fast allen zunächst als Floskel verstanden und darum genauso floskelhaft beantwortet. Der Andere rechnet ja nicht mit meinem Interesse (im Lollo'schen Sinne).
    Das Zu-viel-von-sich-erzählen, das Du erwähnst, beantwortet doch i.d.R nicht o.g. Fragen, sondern bewegt sich an der Oberfläche.

  3. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    tatsächlich`? in diesem Ausmaß, wie es hier detailliert beschrieben wurde?
    Ja sicher. Ich hielt das auch für vollkommen normal und hatte wenig Grund, darüber nachzudenken. Mag am Umfeld gelegen haben, in dem ich mich früher bewegte, die Art, wie miteinander umgegangen wurde oder vielleicht entsprach das auch einfach der Zeit damals, keine Ahnung. Aufgefallen, daß derartiges Interesse nicht generell „üblich“ ist, ist mir erst, als ich aus meinem gewohnten Umfeld rausgegangen bin und mittlerweile öfter auch vermittelt bekam, daß zu viel Interesse auch als übergriffig empfunden werden kann.

    Fand ich irritierend, weil früher oft ich diejenige war, der es manchmal zu viel wurde. :-D

  4. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessieren tun mich Leute, die einen wirklich an sich ranlassen und sich öffnen, was ja auch einen gewissen Mut erfordert. Das find ich spannend.
    Wir hatten das Thema ja schon einmal

    Ich denke da ist auch viel subjektive Wahrnehmung dabei und man sieht oft eher das, was man sehen will oder erwartet, als das was wirklich ausgesendet wird.
    Mir geht es z.B. genau anders herum als dir.
    Ich empfinde ruhige, stille Typen meist als wesentlich angenehmer, während ich ich manchmal Menschen, die (überspitzt gesagt) jedem ein Gespräch aufdrängen und alle mit einbinden wollen, ziemlich anstrengend finde.
    Ich finde es bei manchem Gelegenheiten auch spannend Leute einfach nur zu beobachten, ohne mich mit ihnen beschäftigen zu müssen. Insofern käme ich (als meist eher zurückhaltende Person) überhaupt nicht auf die Idee "einzufordern" das sich jemand mit mir beschäftigt. Wenn ich mich einbringen will kann ich das durchaus selbst in die Wege leiten.

  5. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    @galah
    Das mag sein. Es gibt eben unterschiedliche Menschen, Gottseidank
    Mir fällt zum Beispiel auf, dass ich heute an meinem freien Tag extrem unkommunikativ bin. Ich würde einfach gar nicht mit fremden Menschen reden wollen. Liegt eventuell daran, dass ich im Berufsalltag extrem viel mit Menschen reden muss, einfach weil genau das meine Aufgabe ist. Und da muss ich „Interesse“ an meinem Gegenüber haben, egal, ob mir derjenige sympathisch oder zuwider ist. Das strengt ziemlich an, da nicht einfach sagen zu können: „Du das ist mir wumpe, erzähl das der Wand aber belästige mich nicht mit deinem verkorksten Leben.“ Manches Mal wäre das wahrscheinlich - vielleicht nicht gar so drastisch - eine sinnvolle Maßnahme.
    Dann wäre ich aber 1. weder gut in meinem Job, noch glaube ich 2., dass ich dann mehr Interesse für Briefträger, Supermarktkassiererin oder Nachbar im Flugzeug hätte...

  6. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich empfinde ruhige, stille Typen meist als wesentlich angenehmer, während ich ich manchmal Menschen, die (überspitzt gesagt) jedem ein Gespräch aufdrängen und alle mit einbinden wollen, ziemlich anstrengend finde.
    Das sind für mich zwei paar Stiefel, Paul.

    Mir geht das auch so, ich mag zurückhaltende Menschen eher als laute, sehr robuste.

    Worum es mir geht: das individuelle zeigen, das kann durchaus ruhig und unaufgeregt vor sich gehen, während jemand der viel redet trotzdem wenig "sagen" kann, sprich an der Oberfläche bleiben.

    Womit ich nicht kann sind sehr verschlossene Menschen, die nichts von sich preisgeben wollen, von denen man nichts erfährt. Dahinter steckt - meine Erfahrung - oft eine eher negative Weltsicht, das ist einfach nicht meins.

    Was mich an Kontakten interessiert ist die Begegnung, und die ist mit einer Hülle nicht möglich. Zu der kann ich keine Verbindung aufbauen, dazu muss ich den Menschen sehen und spüren können, und dafür muss er sich halt zeigen.

  7. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Womit ich nicht kann sind sehr verschlossene Menschen, die nichts von sich preisgeben wollen, von denen man nichts erfährt. Dahinter steckt - meine Erfahrung - oft eine eher negative Weltsicht, das ist einfach nicht meins.
    Das ist ja auch ok.
    Ich glaube nur du liegst falsch in deiner Annahme, dass sie an andere den Anspruch haben sie zu "knacken". Das mag im Einzelfall sicher vorkommen, aber meiner Erfahrung nach haben die meisten diese Erwartungshaltung gar nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Womit ich nicht kann sind sehr verschlossene Menschen, die nichts von sich preisgeben wollen, von denen man nichts erfährt. Dahinter steckt - meine Erfahrung - oft eine eher negative Weltsicht, das ist einfach nicht meins.
    Woher weißt du das dann so genau wenn dein Gegenüber so verschlossen ist?

    Oder geht es vielleicht eher um Tempo?

    Ich bin bei neuen Kontakten auch erst einmal eher zurückhaltend, mit der Option auf mehr, wenn ich sehe dass man sich aufeinander einschwingen kann.
    Ich lasse schon jemand an mich heran, aber nicht sofort, so als Standardvariante.
    Ausnahmen bestätigen die Regel und meistens kam dann Ernüchterung und Rückzug von der anderen Seite.
    Ist dann auch nicht schön.

  9. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Woher weißt du das dann so genau wenn dein Gegenüber so verschlossen ist?
    Das ist hier oft zu lesen, und manch einer hat mir das auch direkt so vermittelt: er möchte nicht, dass andere etwas über ihn wissen. Warum genau ist mir auch nicht klar, oft sind es völlig unspektakuläre Dinge.

    Die Situation ist für mich z.B. in der Arbeit so, dass Leute mir das schon sagen, aber partout nicht wollen dass andere das auch wissen. Fängt schon damit an wo sie wohnen. Und mich auf strengste Geheimhaltung verpflichten... (an die ich mich dann halte, aber so ganz verstehen tu ich das eher nicht).

    Oder geht es vielleicht eher um Tempo?
    Nein, den Eindruck habe ich nicht. Natürlich haut man nicht schon am Anfang alles auf den Tisch, aber bei manchen entwickelt es sich halt ganz selbstverständlich, und anderen müsste man wirklich alles aus der Nase ziehen, um irgendein Bild zu kriegen. Das ist mir zu mühselig.

    Ich hab tatsächlich deswegen mal eine Frauenfreundschaft beendet, weil mir die emotionale Ebene völlig fehlte, und die Freundin dann meinte, sie täte sich eben schwer damit sich zu öffnen.

    Das war mir nach zwanzig Jahren dann echt zu frustrierend, weil der Austausch eben nie wirklich in die Tiefe ging. Egal um was es ging, mehr als einen Satz dazu konnte sie sich nicht abringen.

  10. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir geht das auch so, ich mag zurückhaltende Menschen eher als laute, sehr robuste. .
    Also ich schätze, jemand der laute und sehr robuste Mesnchen vorzieht- davon wird es nicht so viele geben

    Was übrigens im Gegenzug auch nicht bedeutet, dass "die Stillen" die besseren Redner sind.
    Auch da schon - mehr als einmal- erlebt, wie so ein stiller Mensch ohne Punkt und Komma geredet hat........ganz nach dem Motto "wehe, wenn sie losgelassen........"
    Nun könnte man sagen "ja wenn sie doch MAL reden kann, greift sie halt zu"- ändert aber ncihts an der Grundstruktur, die dann wenig angenehm ist.

    insgesamt hat die Grundart- ob stiller oder lebhafter Typ- nichts damit zu tun, ob jemand gut zuhören kann oder auch interessiert nachfragt.

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