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  1. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht, in Verbindung zum Strangthema, wäre doch die eigentliche Frage: gibt es "nutzlose" Menschen, mit denen man sich folgerichtig nicht abgibt weil sie keinen Nutzen bringen, außer als Projekt für Menschen mit Helfersyndrom, überspitzt formuliert.
    Ich denke, das würde durchaus von manchen bejaht werden.

    Von jemand der von einem behinderten Kind meint, sowas müsste es heute ja nicht mehr geben zum Beispiel.

  2. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht hier um zwei sehr verschiedene, grundlegend verschiedene Sichtweisen, die man kaum miteinander in Verbindung bringen kann.
    Das hab ich so verstanden, dass der Nutzensicht nicht zugestimmt würde?

  3. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht, in Verbindung zum Strangthema, wäre doch die eigentliche Frage: gibt es "nutzlose" Menschen, mit denen man sich folgerichtig nicht abgibt weil sie keinen Nutzen bringen, außer als Projekt für Menschen mit Helfersyndrom, überspitzt formuliert.
    Du bringst das gut auf den Punkt, print.

    Ich bin als so ein „nutzloser“ Mensch aufgewachsen, in verschiedenen Heimen und ähnlichen Einrichtungen, wechselnde Bezugspersonen und Umgebungen. Immer neue Orientierungen je nach Erziehungsberechtigten und -zielen. Und ich hatte gefälligst dankbar zu sein, als Spendenempfängerin, auch als Vorzeigeobjekt für Besucher, die die Einrichtungen besichtigten, für Prominente, die sich mit uns Kindern für rührselige Reportagen fotografieren ließen und zu Weihnachten wurden wir eingeladen oder ausgeliehen, um anschließend wieder zurückgegeben zu werden.

    Irgendwann als Erwachsene fing ich erst an zu begreifen, daß alle diese Wohltäter eigene Interessen verfolgten, die mit echtem Interesse an uns Kindern wenig zu tun hatten. Zu hinterfragen bedeutet für mich auch, zu erkennen, ob meine Ablehnung solchen Menschen gegenüber berechtigt ist oder ob ich wirklich so ein undankbarer Balg war, wie man mir immer wieder eingebläut hatte. Zu differenzieren und Motive bei mir und bei anderen erkennen habe ich in Therapien gelernt, das war auch deshalb wichtig, weil ich so erst lernen konnte, Zuneigung zu empfinden und anzunehmen.

    Mit Kälte oder Berechnung hat das gar nichts zu tun, ich denke es ist lediglich ein Weg, emotional besetztes Handeln begreifbar zu machen.

    Ich frage mich allerdings, was diese z. T. doch massive Abwehr zu bedeuten hat, es wirkt für mich fast so, als hätten manche Angst, wenn sie hören, daß Handlungen immer irgendeinen Nutzen haben. Für mich jedenfalls war dieses Erkennen die Chance, mich überhaupt wieder auf Menschen einlassen zu können.

  4. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    KAORINIGHT/ZILLA u.a. : was haltet ihr von diesen Aussagen (und zwar das, was unter "was ist Liebe" steht)

    https://www.palverlag.de/gefuehle-kapitel-9.html

  5. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht, in Verbindung zum Strangthema, wäre doch die eigentliche Frage: gibt es "nutzlose" Menschen, mit denen man sich folgerichtig nicht abgibt weil sie keinen Nutzen bringen ...

    Puh, diese Frage müsste eigentlich jedem das Blut in den Adern gefrieren lassen.

    Aber du hast recht, solch ein Gedanke wäre folgerichtig, wenn ALLES seinen Nutzen haben müsste.

    Richtig traurig ist das.

  6. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ........

    Ich frage mich allerdings, was diese z. T. doch massive Abwehr zu bedeuten hat, es wirkt für mich fast so, als hätten manche Angst, wenn sie hören, daß Handlungen immer irgendeinen Nutzen haben. Für mich jedenfalls war dieses Erkennen die Chance, mich überhaupt wieder auf Menschen einlassen zu können.

    Ich sehe diese Abwehr bei mir, nicht rational, eher gefühlsmässig.

    So habe ich das noch nicht gesehen.

    Danke, dein ganzer Beitrag bringt mich zum nachdenken.

  7. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Frage an kenzia: was verstehst du denn jetzt eigentlich unter "wirklichem Interesse"?
    Kann ich ehrlich gesagt nicht sagen- so richtig bin ich noch nciht durchgestiegen.

    Mein größtes Interesse liegt dort, wo ich am meisten berührt werde- und das ist primär die Familie, dann kommen Freunde, Bekannte usw.
    Mich interessieren auch andere Menschen und Themen- oder ich kann mit viel Leidenschaft nähen oder Musik hören.

    Meine Grundfrage richtete sich vor allem dahin, dass es oft "die anderen" sind, von denen ich/ wir uns mehr Interesse wünschen und die Frage offen bleibt "warum fehlt das?".
    Dazu fängt man aber am besten erst einmal bei sich selbst an und überlegt- warum habe ich Interesse? was beinhaltet das? Daher das strang-Thema

    Die Bedürfnis-Diskussion finde ich gut und auch richtig, denn der Mensch handelt nunmal nach diesen "Regeln", ob er will oder nicht.
    Es ist Manipulation, die wir unbewusst anwenden ( alles an Leben reagiert so).

    Und natürlich gibt es auch das gezielt bewusste Einsetzen von "Nutzung"- über die man eigens lange reden könnte, denn das geht von der Schulfreundin, neben die ich mich setze, weil sie immer gute Noten hat bis zum Vorspielen von Freundschaft, um etwas zu erreichen. Das hat jeder von uns schon getan, wobei wir da sicher auch alle noch unterscheiden werden, denn das Vorspielen von zB Freundschaft oder Vertrauensperson ist schon eine "spezielle Version" (was viele Reiche doch sicher kennen werden).

    Was mich beschäftigt sind zB Kontakte, bei denen ich den Eindruck habe, ich bin nur "Fan" und Weihrauch-Geber
    Wie ich letztens eine Frau kennengelernt habe und dann Telefonnummern ausgetauscht.
    Dann kam es zu dem Telefonat und die Frau hat wirklich ausschließlich nur von sich geredet......ohne Rückfrage, ohne Austausch- ganz offenbar, lag ihr Interesse bei sich und ihrer Darstellung
    Allerdings lag mein Interesse nicht NUR bei ihr

    hier greift dann wohl ein entscheidender Punkt, dass weder ihre Themen für mich spannend waren (mein Interesse dauerhaft gebunden) noch ich direkt angesprochen worden bin.
    Ich war gefühlt nur eine Bühne, auf der ein anderer seinen Auftritt haben konnte.

    Für mich sind solche Kontakte dann auch wieder schnell beendet.

    Wenn ich bei Freunden herum frage, höre ich genau das ganz oft.
    Das die Menschen wenig in der Lage sind auf den Gegenüber einzugehen- sondern es oft nur zu einem Bühnenauftritt (Solokonzert)reicht.

    Offenbar kreisen die Menschen häufig tatsächlich nur um sich selbst- brauchen selbst ausschließlich Unterstützung, Anerkennung und Zuspruch und haben keine Kapazität für einen Gegenüber.
    "Warum bin ich so uninteressant?"- ist eine Frage, über die wir im Freundeskreis immer wieder mal reden und keine Antwort finden können.
    Außer eben- dass einerseits die Menschen wohl sehr um sich selbst kreisen und damit ihr Interesse nur bei sich selbst liegt. Vielleicht die Kraft, auf einen anderen zu schauen, nicht reicht?

    Ich weiß es nicht, es sind Erklärungsmodelle.
    Es wird auch vielleicht bei jedem ein wenig anders gelagert sein?

    hier im Forum findet sich das Thema "fehlendes Interesse" auch immer wieder- im Freundschaftsforum ganz häufig, auch jetzt gerade wieder.

  8. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Puh, diese Frage müsste eigentlich jedem das Blut in den Adern gefrieren lassen.

    Aber du hast recht, solch ein Gedanke wäre folgerichtig, wenn ALLES seinen Nutzen haben müsste.

    Richtig traurig ist das.
    Wie kommst du nur darauf?

    Nochmal: es müsste nicht alles seinen Nutzen haben, es hat alles einen, und jeder orientiert sein Handeln daran.

    Es wird zwar behauptet, dass manche das nicht täten - aber ein konkretes Beispiel bleibt ja aus.

    Ich denke, es liegt an einer zu engen Sicht von "Nutzen", der ist ja keineswegs nur materiell, sondern kann durchaus darin liegen, dass mein Selbstbild als "selbstloser", guter Mensch bestätigt wird. Die gefühlte Übereinstimmung mit dem eigenen Anspruch ist sogar ein sehr hoher Nutzen, in letzter Konsequenz sind Menschen bereit dafür zu sterben. Weil sie von sich wissen, dass sie nicht damit leben könnten oder wollten, von ihrem Selbstbild abzuweichen.

    Das ist nicht das Hauptthema des Stranges, stimmt, aber für mich hat es was Überhebliches, das aus Unverständnis permanent in eine Ecke stellen zu wollen, verbunden damit, sich, wenn man das negiert, doch irgendwie als der bessere Mensch fühlen zu können. Das zeigt, was für ein starker Antrieb genau das sein kann.

    Daran zu kratzen, und sich selbst zu hinterfragen, das find ich aber spannender als sich da im eigenen Glanze zu sonnen. Ehrlicher allemal.

  9. gesperrt

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    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hier greift dann wohl ein entscheidender Punkt, dass weder ihre Themen für mich spannend waren (mein Interesse dauerhaft gebunden) noch ich direkt angesprochen worden bin.
    Ich war gefühlt nur eine Bühne, auf der ein anderer seinen Auftritt haben konnte.

    Für mich sind solche Kontakte dann auch wieder schnell beendet.

    Außer eben- dass einerseits die Menschen wohl sehr um sich selbst kreisen und damit ihr Interesse nur bei sich selbst liegt. Vielleicht die Kraft, auf einen anderen zu schauen, nicht reicht?
    Ich mache diese Erfahrung zwar auch, allerdings nur sehr selten oder ich bewerte die Situationen und Gespräche für mich anders.

    Ich stelle zwar fest, dass viele heute nicht mehr in der Lage sind, ein ausgeglichenes Gespräch zu führen aber das liegt nicht nur an vermeintlichen Vielrednern und Um-sich-selbst-Kreisern, sondern auch an der anderen Seite, die sich erstmal zurücknimmt, den anderen reden lässt und dann die Erwartung hat, jetzt müsse der andere aber sich auch endlich mal für das Gegenüber interessieren.
    Sich selbst einbringen und das Gespräch auch mal übernehmen und die Ausgeglichenheit herstellen, können viele nicht oder wollen sie nicht. Da frage ich mich eher, warum? Kreisen die nicht auch um sich selbst und nehmen sich zu wichtig, weil man ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt oder Interesse an seinen Interessen hat.

    Da lernt man jemand Neues kennen und der andere redet nichts oder nur allgemeines Blabla oder stellt nur ja/nein-Fragen. Um das Erstgespräch zu retten, redet man dann halt auch mal nur über ein Thema oder erzählt vermeintlich Langweiliges von sich, da der andere sich nicht einbringen will. Auf Fragen zum Privaten antwortet dieser nur kurz, als ob es noch zu "früh" ist, gemeinsame Interessen lassen sich nicht finden, weil der andere nichts preisgibt. Ja was soll man da machen . Am besten sich nicht mehr treffen,

    Ich denke, entweder man ist sich sympathisch und es funkt gleich, weil man ein gemeinsames Interesse hat, dann kann man auch miteinander ausgeglichen reden, oder es funkt halt nicht, dann spielt es keine Rolle, was oder wieviel der eine oder andere erzählt, dann passt es halt nicht. Dann braucht man aber auch niemand die Schuld zu geben. Irgendwie scheinen zur Zeit alle den Anspruch zu haben, dass bei jeder neuen Person alles gleich perfekt sein muss. Aber dass man vielleicht unter 5 Personen nur einen hat, der auf der gleichen Wellenlänge liegt und es bei den anderen halt nicht passt, das wird gleich verallgemeinert.

    Beide Seiten müssen sich hier an die Nase fassen und einfach mal Erwartungen raus nehmen. Man muss nicht alles gleich überbewerten und auf die ganze Menschheit hochrechnen...

  10. Inaktiver User

    AW: Interesse am anderen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Offenbar kreisen die Menschen häufig tatsächlich nur um sich selbst- brauchen selbst ausschließlich Unterstützung, Anerkennung und Zuspruch und haben keine Kapazität für einen Gegenüber.
    Danke für die Erläuterung.

    Ich kenne das, natürlich, erleb das aber glaub ich nicht in der Häufung wie du, als dass mir persönlich das ein Anliegen wäre. Mit so jemand befasse ich mich nicht weiter, es gibt ja genügend andere, für mich stimmt da die Relation.

    Ein Erklärungsversuch ist vielleicht: wenn gefühlt zu wenig Interesse da zu sein scheint wird vielleicht auch einfach zu viel erwartet??

    Ich hab schon den Eindruck, dass der Anspruch an Aufmerksamkeit für das eigene ICH in den letzten Jahren stark gestiegen ist, heutige Kinder haben im Schnitt sicher eine sehr viel größere Bedeutsamkeit für ihre Eltern als noch Kinder in den 60er Jahren, und das hat eben Vor- und Nachteile.

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