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  1. Inaktiver User

    AW: Luxus-Problem?

    Irgendwie bekomme ich es nicht formuliert was ich genau meine...

    Vorgestern hatte ich eine interessante Unterhaltung mit einer Frau 70+

    Wir sprachen über Familie und Ehe. Sie meinte dann des öfteren, heute ist ne andere Zeit und sie ist froh nicht in dieser Zeit Familie/Beruf usw aufbauen zu müssen.

    Zu Ihrer Zeit gab es das nicht mit scheiden usw. ( lebt in einem hoch katholischen Dorf usw) Man fragte nicht nach der eigenen Erfüllung aller Gefühle. Wenn es schwierige Zeiten waren (davon gab es viele) hat man die Arschbacken zusammen gekniffen und ist gemeinsam durch gegangen.

    Sie und Ihr Mann haben jeweils von den Eltern Landwirtschaft geerbt (inkl. Kühe melken/Kartoffeln/Schweine/Mais) und sie hatten sehr wenig Freizeit. Dazu noch einen neuen Hof gebaut und 3 Kinder bekommen.

    Urlaub gab es 20 Jahre lang gar nicht und man hatte gar keine Zeit oder Kraft sich um Probleme emotionaler Art zu kümmern. Sie meinte, das die heutige Generation das alles zu egoistisch sieht. Was ist denn Liebe? Die Aufregung/Schmetterlinge im Bauch? Das hört bei jedem irgendwann auf und wird zu tiefer Vertrautheit. Das ist für viele zu langweilig und sie fühlen sich unglücklich. Sie meinte auch das sie gar nicht zählen kann, wie oft sie Ihren Mann zum Mond schießen wollte und trotzdem froh ist, es nicht getan zu haben

    Den meisten geht es um die eigene Erfüllung und wenn es schwierig wird, dann kommt halt die Scheidung.
    Das einzige Gute am Heute ist: " das man (Frau) sich nicht alles mehr gefallen lassen muss (Ehebruch, Schläge usw)

    ----

    Im großen und ganzen muss ich dem zustimmen.

  2. Inaktiver User

    AW: Luxus-Problem?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im großen und ganzen muss ich dem zustimmen.

    Ich glaube, das Ganze ist sehr viel komplexer, als man es hier behandeln könnte.

    Ich z. B. glaube dich gut zu verstehen, aber dennoch kann ich dem, was die Frau in deinem letzten Beitrag sagte, nicht viel abgewinnen.
    Ja, es war so. Und es hatte auch manche positive Aspekte. Aber insgesamt? War es gut? War es besser?
    Aus meiner Sicht nein.

    Man darf auch mit berücksichtigen, dass nicht wenige Menschen ihre eigene (Lebens) Geschichte zu verklären neigen. Das kann ich zwar der Dame nicht pauschal unterstellen. Aber das klingt für mich doch zu sehr nach der "alten, guten Zeit", von der ich nur froh bin, nicht in der leben zu müssen.

    Es ist schon so, dass man es sich heutzutage oft viel zu leicht macht.
    Das Problem ist aber darin zu sehen, dass es Millionen Beziehungen gibt, in denen es keine Liebe gibt. Nicht immer ist Liebe drin, wo Liebe drauf steht.
    Sehr viele aber sehen das nicht und halten ihre Beziehung für eine Liebesbeziehung.

    Was glaubst du, wie viele Millionen herumlaufen, die von sich glauben, Liebe erfahren zu haben, ohne je wirklich das Gefühl erlebt zu haben?

    Das war auch früher so. Ist also kein Phänomen der heutigen Zeit.
    Der Unterschied ist der, dass man sich heute leichter trennen kann und will und früher man sich damit aufgrund der Konventionen schwer(er) tat.

  3. Inaktiver User

    AW: Luxus-Problem?

    Ich glaube das ich einen ticken zu altmodisch für die heutige Zeit bin ;)

    Ich bin sehr froh nicht im Datingpool zu sein, mir graut es sehr, was ich in der Bricom zum Teil lese.

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    Ich würde allein sicher auch zurecht kommen bzw. kann ohne Mann auch gut leben.

    Trotzdem bin ich froh meinen Mann an meiner Seite zu wissen. Es gab und wird auch wieder Zeiten geben die nicht so toll sind. Wo ich richtig wütend bin und ich ihn am liebsten zum Mond schießen würde.

    Aber es ist mir das Wort Trennung/Scheidung nie über die Lippen gekommen. Das würde ich nicht wollen.

    Wir ergänzen uns in vielen Dingen und haben die gleichen Werte. Ich möchte mit ihm alt werden und kann mir niemand anderen Vorstellen.

    Schmetterlinge sind nach den Jahren nicht mehr da bzw. sehr selten. Aber vermisse ich die? Nein.
    Ich finde es viel schöner wie es jetzt ist

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    Was ich mit Luxus-Problem meine (für meinen Fall)

    Es wäre gelogen wenn ich behaupte mich interessiert kein anderer Mann.
    Es gab schon Situationen, als ich jemanden kennen gelernt habe und es eine Anziehung gab.

    Aber es ist doch meine Entscheidung dieser Anziehung nicht zu folgen, denn das was man dadurch zerstört ist doch viel bedeutender
    Geändert von Inaktiver User (10.03.2019 um 13:03 Uhr)

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    AW: Luxus-Problem?

    Zitat Zitat von VelvetRose Beitrag anzeigen
    Ich persönlich verstehe dieses 'Luxusproblem' ja nicht. Ich meine mal gelesen zu haben, dass sich eben in den ersten Jahren einer Beziehung zeigt, ob sie vom Bestand ist oder nicht und ist es nicht genau das was eben passiert, wenn sich die Partner nicht mehr genug sind und sozusagen nach neuen Abenteuern suchen? Hat die Beziehung nicht dann irgendwie ihr Ende gefunden, weil es anscheinend doch nicht funktioniert? Ich denke, dass Menschen, deren Beziehung von Bestand ist, sich auch nach langer Zeit nicht langweilen und einander noch immer genug sind. Mit dem Begriff Alltag muss nicht immer etwas schlechtes verbunden werden.
    Velvet Rose genau so.
    Mein Erkenntnis aus fast 6Dekaden: „Kein Dritter kann sagen was zwischen zwei Menschen passiert wenn Sie miteinander allein sind“
    D.h. Von Aussen zu beurteilen, wie eine Beziehung wirklich ist, ist auch ein Stück anmassend. Ich persönlich kenne niemand der sich leichtfertig getrennt hat. Ich selber habe meine eigenen Trennungen immer wohl überlegt. Wann das Mass voll ist, entscheide ich selbst und nicht irgendjemand der meint etwas von „Luxusproblem“ meiner Beziehung beurteilen zu können.

    Im Übrigen, wenn man hier die Trennungs/Singlestränge liest, dann kommt für viele (nicht Alle, ist ja klar) irgendwann eben doch der Punkt andem der „Alltag“ mit einem Partner fehlt.
    Die die unfreiwillig getrennt wurden, vermissen oft grade dass.
    Für mich gibt es diesen „grauen Alltag“ auch so nicht. Jeder Tag ist Leben. Ist doch meine Entscheidung, was ich daraus mache.

    Ich denke es ist an einem selbst etwas aus der Partnerschaft zu machen und trotz der täglichen Pflichten, dafür zu sorgen, dass man sich als Paar nicht verliert. Den Partner/Liebe nicht als selbstverstöndlich nehmen. Dass ist eine Lebensaufgabe.
    Ob es dann ein Erfolg ist, hat sicherlich auch etwas mit der Partnerwahl zu tun. Dass viele sich in Beziehungen sinnlos abarbeiten sieht man hier ja auch genauso oft.
    Wieviele Stränge beginnen mit: Eigentlich sind wir ja ein toooolllles Team aaaaaber dann nach und nach kommt raus was ER oder Sie eigentlich schon immer wahr. Gesehen hat man es nicht, oder wollte es nicht?
    Kann sein dass einem dann ein Dritter aufzeigt wie es sein könnte..eine Flucht aus der Realität..
    Ja kann sein, dass die Menschem dem heute eher offiziell nachgeben als früher, aber ich denke es wurde früher genausoviel fremdgegangen, betrogen...dann war die Scheidung halt eben nur innerlich.
    Klar helfen hier auch die modernen Medien es ist einfacher „Gleichgesinnte“ zu finden.
    Nicht zuletzt ist halt auch die Frage was erwarte ich von mir und meinem Partner, von der Beziehung.
    Schmetterlinge? Wenn ich morgens aufwache und meinen Mann sehe, oder ihn rumkruschteln höre. Nach über 20 Jahren, immer noch.
    Geändert von Beachnoodle (10.03.2019 um 13:38 Uhr)
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

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    AW: Luxus-Problem?

    Ich denke, man kann Leuten, die glauben sich in einer Liebesbeziehung zu befinden, das nicht absprechen. Was der Einzelne empfindet, kann ein Dritter doch gar nicht nachvollziehen.

    Das mit der Vertrautheit stimmt. Mein Mann und ich sind dieses Jahr 30 Jahre verheiratet. Und da ist sehr viel Vertrautheit vorhanden. Geht es meinem Mann schlecht, dann spüre ich das und habe das Bedürfnis, Ihm zu helfen, dass es ihm wieder besser geht. Das ist ein ganz tiefes Bedürfnis. Ich fühle mich verantwortlich für meinen Mann.

    Das kommt alleine von dem langen Zusammenleben. Da entsteht natürlich eine sehr starke Verbundenheit. Ich würde es Liebe nennen. Kann sein, dass andere das belächeln würden, weil sie denken, alleine sie wissen was Liebe ist. Aber darüber kann auch ich nur lächeln. Was soll denn das für eine Liebe sein? Eine, wo es nie Probleme gibt? Eine, die wahrscheinlich nie jemand erlebt hat?

    Dann habe ich lieber eine Liebe, die für andere keine ist. Damit fühle ich mich auf jeden Fall sehr viel reicher.

  6. Inaktiver User

    AW: Luxus-Problem?

    Vertrautheit (und vielleicht auch Liebe) ist aber noch lange keine Garant dafür, dass die Lebensvorstellungen und Bedürfnisse bei sich ändernden Umständen weiterhin zueinander passen. Da kann es zum Auseinanderdriften kommen, muss nicht, aber kann eben. Da stellt sich dann die Frage, ob man wegen der gemeinsamen Lebensgeschichte Abstriche bei der Zukunft hinnehmen oder eben auch dem Partner auferlegen will.

    Bei mir selbst und in meiner Familie habe ich mehrere Fälle, bei denen Krankheiten oder schwindende Gesundheit zur Trennung geführt haben. Die weiteren Pläne bzw. Möglichkeiten der zukünftigen Lebensgestaltung passten nicht mehr zusammen. Man tat sich einfach nicht mehr gut und die Gemeinsamkeiten schwanden.

    Da gab es die krebskranke Großtante, deren Mann sich vor ihrem Körper (mit damals noch schlicht amputierten Brüsten und heftigen Narben) ekelte. Sie wollte mit 50 keine berührungsfreie Beziehung führen, er konnte seine Ablehnung nicht überwinden.

    Oder mein Opa, der mit 72 noch vor Energie strotzte und, wie sein ganzes Leben lang, Baupläne realisieren und das Familiengeschäft erweitern wollte. Und meine Oma, auch 72, die sich einen ruhigeren Lebensabend wünschte, gern mal kleine Reisen machen wollte und Änderungen zunehmend als anstrengend und nicht mehr als Bereicherung empfand.

    Oder mein Mann und ich: Er wünschte sich mit Anfang 50 nach einer schweren Erkrankung den Ausstieg aus dem Beruf und ein Leben, dass seiner Gesundheit zuträglich ist. Und auf der anderen Seite ich, die nach der Familienphase beruflich durchstartete und von einem weniger an Bedürfnissen von Familienmitgliedern ausgerichteten Leben träumte.

    Die vorhandene Vertrautheit und das Verständnis für die Bedürfnisse des Partners konnten die Diskrepanzen in den Lebensvorstellungen nicht überbrücken. Ich finde schon gut, dass wir den Luxus, heißt die Möglichkeit einer Trennung hatten. Das ist ja nun auch keinesfalls ein leichter Schritt nach einer mehr als dreißig- oder vierzigjährigen Beziehung und das Umfeld reagiert auch keinesfalls nur mit Verständnis.
    Ein Kick war nun in keinem der Fälle der ursächliche Trennungsgrund, gegeben hat es ihn aber jeweils doch. Die Großtante ging eine neue Beziehung mit einer Frau ein, der Opa überlebte noch zwei weitere Lebensgefährtinnen und ich bin zum zweiten Mal verheiratet.

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