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    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Mit jedem Erfolg stieg der Druck, an diesem ankuepfen zu muessen. Ich entwickelte grosse Versagensaengste. Ich konnte auf keiner Buehne mehr spielen. Meine Haende zitteren wie Espenlaub.

    Ansicht ändern:

    Wenn du vor eine Herausforderung stehst. Lieber gar nicht antreten (aus Angst) oder versuchen und vielleicht scheitern. Wenn du wirklich scheitern solltest, bist du auf dem stand von gar nicht antreten. Jede Herausforderung ist ein Schritt weiter zu kommen. Wenn du versagst (furchtbares Wort das sich in deinem Kopf festfrisst - benutze lieber ein weniger negatives Wort dafür was dir gefällt) dann hattest du den Mut (positiv) es wenigstens zu versuchen (steigert das Selbstwertgefühl).


    Ich arbeite seit Jahren daran, mir das zu geben, was mir als Kind gefehlt hat, ohne dabei auf andere angewiesen zu sein.

    Das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Schließe mit deiner Vergangenheit ab. Sie gehört zu Dir und du kannst dein eigenes Ich im Kindesalter nicht retten. Deine Kindheit ist vorbei und die Bedürfnisse als Kind sind andere wie jetzt. Du lebst im jetzt. Das Kind von damals ist groß geworden und braucht nicht mehr gerettet zu werden


    Auch hier fühle ich Schuld, weil ich mich trotz allem auf Männer einlasse. Erwartungsgemäß steige ich meist als Verliererin aus, werde häufig nur benutzt und schlecht behandelt. Was kein Wunder ist, ich verkaufe mich nämlich selbst unter Wert, bin übertrieben nachgiebig, fast schon formbar.

    Fange an Dir selbst treu zu bleiben. Was sind deine Wünsche an einen Mann? Was sind deine Werte an eine Beziehung? Schreibe es wirklich auf und überlege dir deine für dich tolerierbare Abweichung davon und auch diese schreibst du auf. Wenn du Single bist und emotional ganz bei dir bist, es einfacher diese Liste zu erstellen. Diese Liste wird im Laufe der Zeit immer länger werden ;) keine Sorge, völlig normal.

    Solltest du einen Mann kennen lernen. Nimm diese Liste zur Hand und vergleiche.
    Erfahrungsgemäß nimmt man mehr in Kauf als einem gut tut, wenn man verliebt ist. So eine Liste mit deinen eigenen Werten macht es einfacher bei dir und deinen Werten zu bleiben ;)
    Geändert von luftistraus (18.01.2019 um 12:51 Uhr)

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    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    @luftistraus:
    Unsere Beiträge haben sich überschnitten,
    Respekt zu Deinem Beitrag.
    Du bist eine starke Frau.

    Pupperle, auch für Dich ein schönes Wochenende.
    ich schreib Dir spätestens am Montag wieder.
    Ach, ich wollte Dich noch fragen, mit was Du beschäftigt bist.
    Gehst Du arbeiten, hast Du viel oder wenig Freizeit?
    Wie und mit wem unternimmst Du mal etwas, was gut tut?
    Wer damit spielt, dich zu verlieren, den solltest du gewinnen lassen.

    Ländlich, einfach strukturiert ...

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    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Der Weg zu sich selber ist, gerade bei schlechten Grundvoraussetzungen, lang und schwierig. Es passiert nichts über Nacht und "leider" ist es ein erster, wichtiger Schritt, sehr geduldig und freundlich mit sich selbst zu sein, insbesondere, wenn es einem nicht gut geht.

    Ich kann Dir empfehlen, dich mal mit dem Thema "Resilienz" zu beschäftigen. Gibt es ein paar Youtube-Videos zu.
    Immerhin haben es auch Leute geschafft, die teilweise noch schlimmer dran waren, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und sich daran zu erfreuen.

    Es ist wichtig, all die alten Gefühle zu durchleben, nicht einfach wegzudrücken. Es ist aber genauso wichtig, irgendwann mal zu sagen: Jetzt reicht es, ich lenke mich ganz bewusst ab, denn das ständige Kopfkarussell zieht mich nur runter.

    Auch wenn es abgedroschen klingt: Guck nach vorne (was willst DU? Sinn kannst Du Dir nur selber geben) und lerne - es ist wirklich ein LERNEN - dich an Kleinigkeiten zu freuen, die Du magst. Dann wächst das Innere langsam zusammen und irgendwann wirst Du feststellen, dass es "gut" ist.

    Leider ist das harte Arbeit, aber auch das kann man irgendwann akzeptieren.
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  4. Inaktiver User

    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Ich werde versuchen, auf jeden Beitrag einzeln einzugehen. Ich brauche aber ein bisschen Zeit dafuer. Ihr habt so viel Hilfreiches und fuer mich Troestendes geschrieben, ich bin ganz ueberwaeltigt davon. Danke!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    derjenige, der Dir die Schuldgefühle nehmen könnte, der hat sich davon gemacht. Wie hinterhältig, wenn man genau drüber nachdenkt. Wie rücksichtslos.
    Mein Vater hat ziemlich lange durchgehalten und ist trotz einiger Schicksalsschlaege immer wieder aufgestanden und hat sich neue Aufgaben gesucht, in denen er auch Erfolge verzeichnen konnte.
    Er war ein Multitalent, hatte aber selbst so viele weit zurueck reichende Baustellen, dass ihm das Leben offenbar irgendwann zu schwer wurde.
    Trotzdem kam es sehr ueberraschend, zu einem Zeitpunkt, als aeusserlich wieder Ruhe eingekehrt war und wir uns nach mehreren Jahren Distanz endlich wieder angenaehert hatten. Wir telefonierten noch und wollten uns am naechsten Tag sogar treffen.
    Wahrscheinlich traf es mich auch deshalb so hart.

    Gab es einen Abschiedsbrief?
    Nein, gab es nicht.
    Anfangs fand ich das sehr schade und ich war auch wuetend darueber. Nicht mal ein Abschiedsbrief, eine kurze Erklaerung?
    In der Trauertherapie, die ich damals gemacht habe, wurden mir aber einige hilfreiche Perspektiven auf das Fehlen eines Briefes gezeigt, die mich zumindest damit aussoehnen konnten.
    Er war eigentlich ein sehr wortgewaltiger Mensch. Ueber seine Gefuele konnte und wollte er aber nie sprechen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Welche Strategie ist das - dich aendern zu wollen, damit du dir gut genug bist?
    Eine wesentliche Strategie besteht darin, sich selbst zu lieben, um nicht mehr auf die Liebe anderer angewiesen zu sein. Statt Trost in den Armen anderer zu suchen, sollten man faehig sein, sich selbst in den Arm zu nehmen, symbolisch.
    Die Ansaetze sind sicherlich gut und wichtig. Ich habe auch schon viel damit gearbeitet und spuerbare Fortschritte erzielt. Ich komme sehr gut alleine zurecht, so ist es nicht.


    Damit wiederholst du das 'Funktionieren/Sich verbiegen'-Muessen aus deiner Kindheit -
    und immer wieder faellst du zurueck auf dich selbst (!). auf die kleine Person in dir, die geliebt werden will?
    Du beschreibst das sehr gut.
    Ich falle auf diese kleine, beduerftige Person in mir zurueck, die eigentlich schon laengst haette erwachsen und autark werden muessen. Sie hat aber immer noch deutlich zu viel Macht ueber mich und meine Empfindungen. Dabei sollte es genau umgekehrt sein.
    In vielen Situationen gelingt mir das nahezu problemlos. Ich kann auch sehr stark wirken in Bereichen, zu denen ich ausreichend innere Distanz besitze.

    Problematisch wird es aber regelmaessig im zwischenmenschlichen Bereich. Ich fuehle mich dann haeufig in der Zwickmuehle, entweder ein Spiel zu inszenieren, ich schrieb bereits von der besseren Version von mir, oder mich zu oeffnen und offenbaren, was die Gefahr birgt, erneut abgelehnt und fuer nicht gut genug befunden zu werden.
    Nicht gewollt und vereinzelt auch mal abgelehnt zu werden, sind vollkommen normale Erfahrungen, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens macht. Daran ist gar nichts fundamental Tragisches, das ist mir bewusst.
    Mir fehlt aber dieses emotionale Auffangbecken, die Ueberzeugung, dennoch ein guter und liebenswerter Mensch zu sein. Ich zweifle sofort allumfassend an mir selbst. Es ist wie die Bestaetigung dessen, was meine Mutter mir schon von kleinauf vermittelt hat. Wenn du mir nicht nuetzlich bist, bist du nichts wert. Einfach nur Dasein, das reichte nie.
    Diese Erwartungshaltung erfuellte ich, so gut es ging. Meine Mutter liebte meinen kleinen Bruder ueber alles, es war meine Aufgabe, auf ihn aufzupassen, damit ihm nichts passiert. Das fiel mir nicht schwer, da ich selbst vernarrt in ihn war.
    Fuer meine Mutter war ich aber ein Kind 2.Klasse. Sie konnte nichts mit mir anfangen, ich war ihr fremd, was uebrigens ihre eigenen Worte sind.
    Sie hat mich nie beschuetzt, im Gegenteil. Wenn mein großer Bruder mich quaelte und sich lustig ueber mich machte, was regelmaessig der Fall war, lachte sie haeufig sogar mit. Wenn ich daraufhin weglief und mich an irgendeinen Baum kauerte, um dort zu weinen und zu hoffen, dass die Welt nun bitte untergehen moege, passierte nichts.
    Irgendwann kam ich ich wieder zurueck und es war, als sei nie irgendwas gewesen. Ich fand durch mein Sosein keinerlei Beachtung in dieser Familie. Ich musste mich durch Leistung und Nuetzlichkeit hervor tun, anders ging es gar nicht.


    Was waere, wenn du dich genau SO annehmen wuerdest - mit dieser 'Schwaeche', diesem 'Versagen' (es ist wirklich keines, die Anfuehrungszeichen druecken das garnicht stark genug aus)?
    Die Vorstellung ist sehr schoen und mit vielem habe ich mich bereits versoehnt.
    Die wenigstens Menschen koennen und wollen aber mit dieser Art von Schwaeche umgehen. Wenn man aber darauf angewiesen ist, auch von anderen gemocht zu werden, beisst sich die Katze irgendwann in den Schwanz.

    Dabei hatte ich bereits Beziehungen zu Maennern, die mich angeblich so liebten wie ich bin. Das ging aber jedes Mal zu Ende. Manchmal, weil ich selbst mich nicht wirklich einlassen wollte, haufiger aber, weil die Maenner Verhaltensweisen entwickelten, die ich mit Liebe nur schwer in Einklang bringen konnte.
    Ich denke, es ist vorallem dann verlockend, eine Beziehung mit einem schwachen Menschen zu fuehren, wenn man sich mit den eigenen Schwaechen nicht auseinandersetzen moechte und diese lieber ins Gegenueber projiziert, um sie dann dort naehren oder bekaempfen zu koennen, je nach Anlass und Beduerfnisslage.

    Oder ich hatte einfach Pech. Das glaube ich aber nicht. Fuer wahrscheinlicher halte ich, mit meiner Konstitution auf gefestigte Menschen keinen Reiz auszuueben, der ueber den eines oberflaechlichen Abenteuers hinausgeht.

  5. Inaktiver User

    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fuer wahrscheinlicher halte ich, mit meiner Konstitution auf gefestigte Menschen keinen Reiz auszuueben, der ueber den eines oberflaechlichen Abenteuers hinausgeht.
    Was für einen Partner möchte ein gefestigter Mensch?
    Ein gefestigter Mensch führt eine Liebesbeziehung nur mit jemandem, der ein echtes Gegenüber ist, also
    sich in seinem individuellen So-Sein zeigt, statt sich dem anderen übertrieben anzupassen, womöglich bis hin zur Selbstverleugnung.
    Ein gefestigter Mensch möchte nicht der alleinige Quell von Seelenheil und Lebenssinn für seinen Partner sein.

    Dass ein Partner schwächer oder bedürftiger ist als der andere, oder durch die Beziehung mehr wächst als der andere, ist hingegen gerade für gefestigte Menschen kein Ausschlußkriterium, ebensowenig Traurigkeit, posttraumatische Belastung, "schwierige" Charakterzüge, etc. - Verleugnung der eigenen Persönlichkeit aber schon.

    @Pupperle, ich glaube ich habe Dir unter Deinen früheren Nicks schon Einiges mehr dazu geschrieben, daher hier nur ganz kurz: Mein Rat ist immer noch, Deinen ureigenen Wesenskern zu suchen, zu finden und wertzuschätzen. Es geht nicht um Besser-Werden, Weiterentwickung, o.ä., sondern um 1. Erkenntnis, wer/was/wie Du bist und 2. liebevolle Akzeptanz dessen, was Du bist. (Gar nichts ist falsch, alles ist richtig - aber Du solltest das Richtige zumindest benennen können.)
    Dann fangen gefestigte Menschen an, auf Dich aufmerksam zu werden.

  6. Inaktiver User

    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine wesentliche Strategie besteht darin, sich selbst zu lieben, um nicht mehr auf die Liebe anderer angewiesen zu sein. Statt Trost in den Armen anderer zu suchen, sollten man faehig sein, sich selbst in den Arm zu nehmen, symbolisch.
    Die Ansaetze sind sicherlich gut und wichtig.
    Wenn ich das so lese - und man liest es ja fast an jeder Hauswand heutzutage „Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest“ - dann frage ich mich immer, was das denn nun konkret bedeuten soll „Liebe dich selbst!“???

    Ich finde es sehr sehr schwammig und unklar und wenn mir jemand diesen Rat gäbe, ich wüsste wahrscheinlich gar nicht, wie und was ich da machen sollte.

    Was bedeutet denn eigentlich „sich selbst zu lieben“? Ganz prosaisch Masturbation? Oder was?

    Ich kann mit „Ich bin stolz auf das, was ich geleistet hab“ oder mit „Manchmal find ich mich richtig dufte!“ viel mehr anfangen.

    Vielleicht wäre auch für dich eine konkrete Zustandsbeschreibung hilfreich?

    Also wie würdest du dich denn fühlen, was würdest du denken, wenn du es schaffst, dich selbst in diesem Moment zu lieben?

  7. Inaktiver User

    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Liebe luftistraus,

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Zuerst möchte ich Dir sagen das du unglaublich gut bist, dein Selbst einzuschätzen. So gut könnte ich das selbst wahrscheinlich nicht ;)
    danke. Ich reflektiere viel, manches Mal uebertreibe ich es vielleicht sogar, wirklich weitergebracht hat es mich naemlich leider nicht.


    Ich musste erst lernen meine Vergangenheit zu akzeptieren, also wirklich akzeptieren.

    Ich musste mir Raum schaffen, wütend auf meine Mutter zu sein, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ich darf wegen meiner versauten Kindheit auch Enttäuscht und traurig sein. Diese Gefühle sind gesund und müssen gefühlt werden.

    Ich führe heute ein glückliches leben und darf trotzdem noch enttäuscht wegen meiner Mutter sein, aber ich lasse dieses Gefühl nicht mehr mein Leben negativ beeinflussen. Ich habe losgelassen, da ich die Vergangenheit sowieso nicht ändern kann und mir dieses festhalten daran auch nicht gut getan hat.
    Es wirkt wahrscheinlich so, als hadere ich immer noch stark mit meiner Kindheit und waere allgemein viel zu sehr der Vergangenheit verhaftet.
    Ich trage aber keinen alten Gram mehr mit mir herum. Meiner Mutter habe ich schon laengst verziehen, nach einer Phase großer Wut, die ich in der spaeten Jungend entwickelte und sich mehrheitlich in Autoaggressionen aeusserten.
    Mit meinem grossen Bruder verstehe ich mich heute ebenfalls sehr gut. Ihm war ich aber ohnehin nie boese. Er war selbst ein Kind und litt unter der Familiensituation, sowie der Stellung, die er darin hatte.

    Es sind bloss die Ursachen meiner heutigen Schwierigkeiten, die ich in meiner Vergangenheit verorte.
    Ich moechte nach vorne blicken.
    Als ich von zuhause auszog, ging es mir so gut wie lange nicht mehr. Ich fuehlte mich regelrecht befreit. Leider hing ich mich sehr schnell und viel zu frueh und nachhaltig an einen Mann, der mir diese heile Welt versprach, nach der ich mich so sehr sehnte. Und wieder war ich bereit, es einem anderen recht zu machen, nur um geliebt zu werden.
    Ich merkte es aber verhaeltnismaessig schnell, zog die Reissleine und trennte mich. trotz mittlerweile Kind und Existenzaengsten.
    Im Nachhinein war er aber der bislang beste Mann, den ich hatte. Er war immer gut zu mir, akzeptierte meine Defizite, hatte aber ganz andere Interessen und Beduerfnisse als ich. Emotional fuehlte ich mich zunehmend einsam neben ihm.
    Heute ist er sehr erfolgreich, er hat Karriere gemacht und fuer unser Kind ist er gluecklicherweise ein guter und verantwortungsvoller Vater.
    Ein Grund mehr, warum ich objektiv keinerlei Grund haette, zu jammern. Ich sollte dankbar sein und mich jeden Tag ueber das freuen koennen, was mir Gutes widerfuhr.

    Ich schrieb: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.
    So stimmt das aber gar nicht. Ich sehe auch sehr viel Schoenes und Lebenswertes in dieser Welt und in anderen Menschen. Es ist aber, als bestuende eine Trennwand zwischen diesem Schoenen und mir. Ich kann es beobachten, aber leider nicht teilhaben.


    Es ist schoen zu lesen, dass du deine erlernte Leistungsfaehigkeit in fuer dich nuetzliche Bahnen lenken konntest und heute ein Leben fuehrst, das dir und deinen Moeglichkeiten enstpricht. Und dass du dein persoenliches Glueck finden konntest

    Ich schäme mich überhaupt nicht zu sagen, das mein Mann mich geerdet hat, das er mir den Halt gegeben hat der mir im Leben gefehlt hat (ohne es zu wissen).
    Dafuer muss man sich auch nicht schaemen. Ich bin sicher, du gibst ihm umgekehrt ebenfalls Halt.

    Natürlich habe ich aus meiner Kindheit Narben und ich hab so einige Macken davon getragen. Aber das bin ich. Ich bin ok wie ich bin. Ich bin nicht schwach weil ich über meine Kindheit traurig bin. Ich bin kein schlechterer Mensch weil ich negative Gefühle gegenüber meiner Mutter habe.
    Du machst auch ueberhaupt keine schwachen Eindruck. Du hast das Beste aus dem gemacht, was dir widerfahren ist und nie aufgegeben. Das ist stark.

    Meine Erfahrung: Wenn man die Sicht auf die Dinge ändert, dann ändert sich mit der Zeit auch die Einstellung. Und wenn die Einstellung sich ändert, dann auch das Wohlbefinden.
    So ist es . Viele Therapien arbeiten mit diesem Ansatz, der mir auch hilft. Es stellt sich aber kein Automatismus ein, im Gegenteil ist staendige Achtsamkeit und Selbstbeherrschung von Noeten, um nicht in alte Muster zu fallen.

    Ich kann situativ auch sehr glueklich und ausgelassen sein, mich an anderen Menschen freuen. Meiner selbst bin ich allerdings ueberdruessig geworden, Und eine Therapie bedeutet immer auch ein Kreisen um sich selbst, das mit viel Schmerz verbunden ist.

    Es fuehlt sich sogar falsch an, hier zu schreiben und mein Inneres so offen zu legen. Es ist mir unangenehm, immerhin habe ich keine wirklichen Probleme. Ich komme lediglich mit mir selbst nicht zurecht. Das ist armselig, wenn man es genau nimmt.
    Und ich nutze eure Anteilnahme, um mich besser zu fuehlen. Auch das ist ein Ausdruck von Beduerftigkeit. Ich bin auf Zuspruch angewiesen, den ich selbst mir nicht geben kann.
    Ich hoffe, ich tue damit niemandem unrecht.
    Wieder schwirrt das Wort Schuld ueber mir. Mache ich mich schuldig, indem ich ueber diesen Weg Aufmerksamkeit generiere?


    Es gibt Menschen, die sich dazu entschliessen, nur mehr fuer andere leben zu wollen. Wenn man sich selbst schon keine Freude machen kann, dann ja vielleicht wenigstens anderen?
    Ich denke, dass dies mein Weg sein wird, um meine Lebenszeit nicht als voellige Sinnlosigkeit zu begreifen. Man kann sich fuer so vieles engagieren, was mit der eigenen Person und Geschichte gar nichts zu tun haben muss.

    Danke fuer eure Muehe!

  8. Inaktiver User

    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was für einen Partner möchte ein gefestigter Mensch?
    Ein gefestigter Mensch führt eine Liebesbeziehung nur mit jemandem, der ein echtes Gegenüber ist, also
    sich in seinem individuellen So-Sein zeigt, statt sich dem anderen übertrieben anzupassen, womöglich bis hin zur Selbstverleugnung.
    Ein gefestigter Mensch möchte nicht der alleinige Quell von Seelenheil und Lebenssinn für seinen Partner sein.
    Das wuerde mir auch Angst machen.
    Ich suche keinen Partner, der alleiniger Quell meines Seelenheils sein soll.

    Dass ein Partner schwächer oder bedürftiger ist als der andere, oder durch die Beziehung mehr wächst als der andere, ist hingegen gerade für gefestigte Menschen kein Ausschlußkriterium, ebensowenig Traurigkeit, posttraumatische Belastung, "schwierige" Charakterzüge, etc. - Verleugnung der eigenen Persönlichkeit aber schon.
    Ich schrieb, ich waere gerne anders und fuele mich haeufig gezwungen, weniger schoene Anteile von mir verbergen zu muessen.
    Das ist frueher oder spaeter aber ohnehin zum Scheitern verurteilt. Entweder bemerkt das Gegenueber Unstimmigkeiten, oder ich selbst knicke ein, weil das Beduerfnis, sich zu zeigen und dennoch geliebt zu werden, staerker wird als jede Verdrangungskunst und Furcht vor Zurueckweisung.

    @Pupperle, ich glaube ich habe Dir unter Deinen früheren Nicks schon Einiges mehr dazu geschrieben,
    Es ist das erste Mal, dass ich mich mit diesem Thema an dieses Forum wende.

    daher hier nur ganz kurz: Mein Rat ist immer noch, Deinen ureigenen Wesenskern zu suchen, zu finden und wertzuschätzen. Es geht nicht um Besser-Werden, Weiterentwickung, o.ä., sondern um 1. Erkenntnis, wer/was/wie Du bist und 2. liebevolle Akzeptanz dessen, was Du bist. (Gar nichts ist falsch, alles ist richtig - aber Du solltest das Richtige zumindest benennen können.)
    Danke, das ist ein guter Rat Es liest sich aehnlich wie das, was Kitty_Snicket schrieb.
    Ich weiss sogar sehr gut, wie ich ticke. Wo meine Staerken und Schwaechen liegen. Ich kann das benennen, wenn man mich danach fragt.

    Probleme habe ich allerdings damit, mir selbst meine Fehler zu verzeihen und mich zu lieben, selbst dann, wenn kein anderer es tut.
    Mein Kind lasse ich hierbei bewusst aussen vor. Es ist ganz wunderbar und der Grund, warum ich diesem Leben eben doch nicht Lebewohl sagen moechte. Ich bin eine Verpflichtung eingegangen, der ich gerecht werden muss. Ganz egal, wie unzureichend ich selbst mich dabei fuehle.

  9. VIP

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    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Aus Moderationsgründen vorübergehend geschlossen
    „Wo zwei Schwestern zusammen gehen, kann sie kein Tiger reißen“ koreanisches Sprichwort, gelesen in „Mama Superstar“

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    AW: Ein schlechter Mensch in einer schlechten Welt.

    Da die TE sich gelöscht hat, bleibt der Thread auch geschlossen.
    .
    Glück ist ein Tuwort.

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