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  1. Registriert seit
    03.07.2005
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    AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen

    Zitat Zitat von Mathildchen Beitrag anzeigen
    Ich habe es auch schon probiert, das Thema zu wechseln. Gern wird dann bei mir genommen:"Sag /Sagen Sie mal, wie groß sind sie eigentlich?" Oder: Du bist aber groß!
    "ja. Meine Füsse reichen auch ganz bis zum Boden runter. Gell da staunst du!"

    Toll sind dann Leute, die nicht merken (Wollen!), dass ich auf das Thema nicht eingehe, sondern insistieren weiter.
    Grundsätzlich: wenn ich eine Frage stelle, und die Person antwortet mir irgendwas ganz anderes, gehe ich erst mal nicht davon aus, dass sie meine Frage verstanden hat, aber nicht darüber reden will, sondern ich gehe davon aus, dass sie meine Frage NICHT verstanden hat, sondern was ganz Anderes. Dann, logischerweise, wiederhole ich meine Frage. Speziell wenn ich, von meiner Perspektive aus, erst mal nichts Falsches oder Verwerfliches an meiner Frage finde.

    Bisher ist mir nur eingefallen, zu sagen, dass ich es nicht sagen möchte. Im schlimmsten Fall kam dann "warum?"
    Ich wollte aber nicht diskutieren.
    "Welchen Teil von "ich will nicht" hast du nicht verstanden? - Ich will nicht."

    Ich frage doch andere auch nicht, welche Schlüppergröße derjenige hat oder warum er so einen Topfschnitt trägt...
    Warum nicht?

    Also, wenn Leute einfach vom Thema nicht ablassen wollen - wie reagieren?
    Klar und deutlich. "ich diskutiere das nicht". "Warum nicht? einfach so."

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  2. Registriert seit
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    AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen

    Ich kannte mal jemanden, der an die 2 m groß war und bei dem fast jedes Kennenlern-Gespräch damit losging.
    Hat er zum einen als small-talk - Ebene verstanden- wie das Wetter- zum anderen hat er sogar gerne darüber gesprochen!
    Dazu hatte er mal das Glück, auf einem Basketballevent zu sein, wo auch Dirk Nowitzki war und er erzählte dann immer mit großer Freude, wie klein er gegen die war.

    Für ihn war das ein schönes Thema und nachgefragt, hat er das nie als unangenehm empfunden.
    So verbindet jeder was anderes.

  3. Avatar von NicNacNoc
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    AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen

    So, habe einmal den kompletten Strang gelesen - spannendes Thema!

    Die Gestaltung von Kommunikation hat ja sehr viel mit einem selbst, den jeweils betroffenen Beziehungen (im Beispiel der TE: entfernte Bekanntschaft, aber auch: die Eltern der TE) und dem Kontext (im Beispiel der TE: Treffen bei ihren Eltern) zu tun. Und jede Ebene davon beeinflusst, wie eine (Re-)Aktion ausfällt. Irritationen entstehen oft dann, wenn die Beziehungs- oder Kontextebene vom Gegenüber anders eingeschätzt werden als von einem selbst oder wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, gerade seine Bühne braucht.

    Ich würde also auch meine jeweilige Reaktion davon abhängig machen, in welcher Beziehung ich zu der jeweiligen Person im konkreten Kontext stehe. Die TE befand sich bei den Eltern, wollte also kein Faß aufmachen. Beispiele für Reaktionsweisen, wie sie wildwusel und auch andere hier vorgeschlagen haben, finde ich auch insofern gut, als sie die Möglichkeit bieten, dem Gegenüber die Bühne zu entziehen ohne direkt Porzellan zu zerschlagen/die Beziehungsebene abzubrechen. Wenn das Gegenüber auf seine Bühne und seinen Applaus besteht, muss die Reaktion angepasst werden, also stärker werden, zur Not bis hin zum Verlassen der Situation.

    Diese kontext- und beziehungsangepassten Reaktionen halte ich für den normalen sozialen Kitt, das hat nichts mit Meinungs- oder Redeverbot zu tun.

    Als wir vor Jahren in unser (altes, krummes und schiefes Zechen-)Häuschen gezogen sind und uns eine Freundin zum ersten Mal dort besuchte und sich das Haus zeigen ließ, ging sie schweigend durch die Räume und meinte zum Schluß nur: "Schöne Treppe." Damit war im Grunde alles gesagt. Ihre Reaktion fand ich aber gut, denn sie hat uns ihre Meinung nicht wie ein nasses Badetuch uns Gesicht geknallt, entsprechend unserer Freundschaft (d.h. mehr war auch nicht nötig zu sagen, da es nun mal verschiedene Geschmäcker gibt und es nicht großartig wichtig ist, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben).
    Eine andere Freundin hatte Jahre zuvor, als ich mich zwischen zwei Männern nicht entscheiden konnte, zu mir gesagt: "Du, ich liebe dich, aber was du hier gerade machst, ist Mist." Deutlich UND wertschätzend.

    JedeR kann seine/ihre Meinung äußern. Die Frage ist, ob dies immer notwendig ist (hier kamen Beispiele von Klamotten und Frisuren: Kann man da, sofern man nicht konkret gefragt wird, nicht einfach stehen lassen, dass Geschmäcker verschieden sind? Anderes Beispiel: Jemand weiß, dass er Mist gebaut hat, die Reaktion ist auch entsprechend - muss man da als 23.er äußern, dass der Jemand Mist gebaut hat? Frei nach dem Motto "Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem"?). Und dann, in welcher Form die Meinung entsprechend der Situation und der Beziehung geäußert wird. Im Beispiel der TE finde ich, dass die Bekannte der Mutter Situation und Beziehung falsch eingeschätzt hat, es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie auch Bühne haben wollte - und darauf kann man entsprechend reagieren.

    Natürlich kann (und wird) eine die Interpretation einer Botschaft auch stark davon abhängen, wie das innere Empfinden des Empfängers ausgerichtet ist, Stichwort Trigger. Das wäre der Punkt, an dem der Empfänger durchaus in die Selbstreflexion gehen sollte (und ich finde es legitim, empfindliche Themen zu "sschützen", sprich: sich abzugrenzen, bis diese bearbeitet sind - offene Wunden heilen ja auch nicht davon, dass man sie ständig reizt, sondern indem man sie versorgt).

    Sprich: Sowohl Sender als auch Empfänger sind verantwortlich für die Kommunikation und deren Ausgestaltung im jeweiligen Kontext.
    Was, wenn ich nie erlöst werde?

    Was, wenn ich längst erlöst bin?

    - Cheryl Strayed, "Wild" -

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