Aber PRIVATSPHÄRE ist ein total heiß diskutierter Begriff zur Zeit, vor allem und gerade auch medial.
Da gibt es solche, die sagen, dass es das eigentlich gar nicht braucht, weil wir ja alle unbescholtene Bürger seien und solche, die sagen, dass das ganz wichtig ist, Menschenrechte und so.
Vielleicht wird der Strang auch deswegen so heiß diskutiert?
Ich kann _vorbei schon irgendwie verstehen, ich glaube, für sie ist es so, dass jeder alles sagen kann und dass das, was gesagt wird, immer beim Absender bleibt, der Empfänger gar nicht reagieren muss, weil es nach ihrer Definition gar nichts zu empfangen gibt.
Im besten Sinne verstehe ich, dass da jemand so klar mit sich selbst ist, dass ihn das Außen einfach nicht wirklich juckt. In diesem Sinne braucht es dann auch keine "Privatsphäre", weil das etwas ist, was jeder selber hat - was nicht von äußeren oder fremden Äußerungen bestimmt wird und/oder angegriffen werden könnte.
Wenn also die Nachbarin sagt, dass die Gardinen komisch aussehen, dann bleibt diese Aussage voll und ganz bei IHR, denn es ist IHRE Aussage. Punkt.
Ich finde den Ansatz ehrlich gesagt gar nicht so verkehrt. Denn letztendlich kommuniziert jeder ja nur das, was er/sie selber denkt. Daraus einen Wahrheitsanspruch für sich selber abzuleiten (das auf sich zu beziehen), das muss man eigentlich gar nicht.
Generell entscheide ich bei Kommunikation aber nach Bauchgefühl. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es eben ein wichtiges Zeichen ist, nach Außen hin bestimmt und selbstsicher aufzutreten - und dazu gehört nicht nur ein stoisches mit sich selber zufrieden sein und die anderen reden lassen, sondern auch, klare Position zu beziehen.
Hört sich vielleicht etwas abgedroschen an, aber wir Menschen handeln nicht so viel anders als Affen. Will sagen: Hierarchien, gegenseitiges Lausen und das Gerangel um die Bananen.
Um im Rudel seine Stellung zu behaupten, ist Abgrenzung und klare Ansage sehr wichtig. - Aber auch eine innere Gelassenheit.![]()
Antworten
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12.01.2019, 14:22
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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12.01.2019, 14:31Inaktiver User
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Genau!

Ich denke, du tickst sicher anders als ich, aber ich habe das Gefühl, dass es dir tatsächlich um einen Austausch geht, um ein "aha, soo kann man also auch sehen, interessant".
Das finde ich klasse.
Grundlegend hast du auch verstanden, was ich meine!! Unter Privatsphäre versteh ich einen Bereich, den ich für mich schütze, im Sinne dass ich darüber nicht spreche. Aber mir würde nicht einfallen mir (Zitat) zu "verbitten", dass andere darüber sprechen (allein schon weil das müssig ist, dann reden sie halt hinter meinem Rücken drüber, das macht es für mich nicht besser).
Das ist für mich der große Unterschied.
Wenn Medien einbezogen sind ist das nochmal ne andere Nummer, aber davon reden wir ja nicht. Dass es hier einen strengeren Schutz gibt ist wichtig.
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12.01.2019, 14:45Inaktiver User
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Da du mein "verbitten" zitiert hast, konkretisiere ich das: wer sich in meinem Beisein laut und in unverschämter Weise über meine Privatangelegenheiten auslässt, kassiert eine angemessene Reaktion. Damit er oder sie für's nächste Mal Bescheid weiß. Auf Geschwätz hinter meinem Rücken hab ich keinen Einfluss, im direkten Kontakt schon.
Ich bin keine Person des öffentlichen Interesses, daher geht nicht alles an mir jeden was an.
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12.01.2019, 15:01
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12.01.2019, 15:08
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12.01.2019, 15:38Inaktiver User
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Nun ja, du bist ja nun auch sehr überzeugt davon, dass dein Standpunkt der einzig wahre und richtige ist. Vielleicht bist daher auch du ein wenig angepisst, weil andere dir nicht folgen wollen, sondern eine andere Meinung haben. Dass du nämlich so über den Dingen stehst wie du hier tust, halte ich für überaus unwahrscheinlich.
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12.01.2019, 16:16Inaktiver User
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12.01.2019, 16:18Inaktiver User
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Bevor der Ton hier etwas entgleitet, bitte alle mal tief durchatmen und sich auf die Netiquette besinnen.
Danke. :-)
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12.01.2019, 16:25Inaktiver User
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Na dann sei doch einfach zufrieden damit, wo ist das Problem?
Das gebe ich gerne zu dass mein Interesse und meine Offenheit unterschiedlich sind wenn ich ein persönliches Thema selbst thematisiere oder es jemand anderer tut.
Wenn das für dich eben nicht so ist (und ich finde das wiederum ungewöhnlich) - dann ist es eben einfach so.
Es müssen doch nicht alle alles gleich handhaben.
Meistens finden sich ja die Gemüter zusammen oder gewöhnen sich an einander (Familie/Freunde), im Dialog mit anderen Menschen (Bekannte, Arbeitskollegen, Nachbarn etc.) schätze ich schlicht eine höfliche Zurückhaltung.
Spätestens dann, wenn vom anderen ein Feedback bekommt: da möchte ich jetzt nicht mit dir drüber reden, würde ich mich daran halten ohne dem anderen einen Vorwurf daraus zu machen oder zu insistieren.
Nach dem Motto: auch wenn du das jetzt nicht hören willst, ob es dich interessiert oder nicht, ich sag's jetzt, so wie es mir gerade durch den Kopf geht, weil das ist ja mein gutes Recht.
So eine Haltung ist mir tatsächlich völlig fremd im Austausch mit mir nicht nahe stehenden Personen.
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12.01.2019, 16:26
AW: Ungefiltert die Meinung sagen zu persönlichen Themen
Ich habe nie von "keiner Reaktion" geschrieben - das war alleine Deine
Auslegung.
Ich sehe lediglich keinen Sinn darin, jemandem mit meiner unmaßgeblichen
Bewertung vor den Kopf zu stoßen. Das bezieht sich, wohlgemerkt, auf
banale Themen.
So, wie es in jeder Unternehmenskultur ungeschriebene Gesetze gibt,Was mir hier aufgezeigt wird ist eher, dass manche schneller angepisst reagieren als andere, weil sie glauben zu wissen, wie andere handeln sollten.
gilt das auch für die private Kommunikationsebene. Die Grenzen der Mitmenschen
zu achten gehört genauso dazu wie sich nicht ungebeten einzumischen in Dinge,
die mich schlichtweg nichts angehen.
Die Frage ist doch eher die, warum die Nachbarin ihre Meinung für derart
unentbehrlich hält, dass sie meint, sie kundtun zu müssen ….



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