Man kann viel diskutieren und durchspielen, im Endeffekt ist und bleibt es doch eine ganz persönliche Entscheidung mit unbekanntem Ausgang.
Manche juckt's nicht, andere leiden unter fehlender Information in ihrer Familiengeschichte. Oder unter der Wahrheit, wenn sie sie kennen.
Aber dieser Strang hat mich angestupst, doch bald endlich mal das Buch zu lesen, das ich schon seit einiger Zeit im Regal stehen habe.
Enkelin von Amon Goth:
"Mein Grossvater haette mich erschossen" - Kultur-Nachrichten - Augsburger Allgemeine
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22.01.2019, 08:56
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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22.01.2019, 11:39Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Das ist Deine Interpretation. Wenn ich es andersrum behaupte, wäre es nicht weniger richtig.
Da wäre ich mir nicht so sicher. Mir leuchtet eher ein, dass ein Therapeut mit dem Hintergrundwissen gezielt ansetzen kann und damit ein Therapieerfolg wahrscheinlicher ist.
Nicht nur, es geht auch um das Verstehen, warum bin ich so erzogen worden.
.. wieder reine Hypothese und sehr konstruiert
Indirekt aber durch den Großvater.
Dem Autor ging es eher darum aufzuzeigen, wie sich ein Trauma über eine Generation hinweg fortpflanzt.
Als Beispiel für die Diskussion ob Wahrheit oder nicht, taugt die Geschichte weniger. Ich kann jedenfalls keine starkes Argument finden, das gegen die Wahrheit spricht.
Allenfalls, wenn die Familie von den Schandtaten des Großvates nichts gewußt hätte. Da wird es dann aber wieder rein hypothetisch und weicht ab von unserem Strangbeispiel.
Diesen Absatz im GEO Interview aus dem Link finde ich aufschlussreich:
"Wenn beispielsweise Kinder spüren, dass es Themen gibt, an die besser nicht gerührt wird, stellen sie oft auch keine Fragen. Weil sie das, was die Eltern vorleben und vorschreiben, erst einmal für normal halten und nicht in Zweifel ziehen. Außerdem bringt uns als Kind, aber auch noch als Erwachsener, die Loyalität – also dieses besondere Treuebündnis aus Liebe, Dankbarkeit und Gehorsam – dazu, dass wir uns oft sehr lang an die „Gesetze“ unserer Familie halten. Selbst wenn wir ahnen, dass sie nicht richtig sein können. Es ist für einen Menschen eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben, sich langsam und bewusst aus der Abhängigkeit und einer zu starken Loyalität zu lösen, um so wirklich erwachsen zu werden. Aber nicht jede Familie ist mit dieser Ablösung einverstanden, weil jede individuelle Entwicklung die Regeln der Sippe und somit ihren Zusammenhalt zu bedrohen scheint."
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22.01.2019, 11:52Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
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22.01.2019, 11:55Inaktiver User
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22.01.2019, 12:20
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Ich hab den Geo Artikel gelesen.
Angenommen, ich habe jüdische Vorfahren und bin aus mir unerfindlichen Gründen nicht in der Lage, mich in einer Schlange nach Essen anzustellen.
Was genau bringt mir nun das Wissen um Details aus einem Konzentrationslager?
Ich arbeite Vollzeit und würde mittags sehr gerne mit den Kollegen in die Kantine. Also wende ich mich an einen Verhaltenstherapeuten...er leitet mich an und ich lerne durch Üben, dass eine Warteschlange ungefährlich ist. Am Ende liegt mein Fokus auf dem angenehmen Aspekt, lecker Essen und Kontakt mit netten Kollegen.
Mit dem Wissen um den systemischen Hintergrund würde bei mir erst recht Panik in einer Warteschlange nach Mittagessen entstehen.27.7.2020
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22.01.2019, 12:24Inaktiver User
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22.01.2019, 12:30Inaktiver User
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22.01.2019, 12:57Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Wo habe ich was von Schuldzuweisung geschrieben?
Wenn Du nicht nur Symptome behandelst, sondern an die Ursachen, an den Auslöser Deiner neurotischen Verhaltensmuster, Phobien und was es alles gibt ranwillst, dann sucht ein Therapeut in Deiner Vergangenheit.
@ Ivonne
Bei Deinem Beispiel behandelt Dein Verhaltenstherapeut nur das Symptom. Das heisst aber nicht, dass diese Phobie nicht an anderer Stelle wieder auftaucht.
Und ja, es könnte mit Deiner Geschichte zusammenhängen, wie Du daraufhin erzogen wurdest, etc.. In dem anderen Beispiel waren es Aggressionen, bei Dir ist es eine Phobie.
Wie kommst Du denn darauf, dass Du erst recht Panik hättest, wenn...?
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22.01.2019, 13:17
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
@HAPPYpur: Das war nur ein Beispiel, wie in dem Artikel genannt. Ich hab diese Phobie nicht.
Ich bekomme aber schon als Nichtbetroffener Beklemmungen, wenn ich mir die Zustände in einem Konzentrationslager nur vorstelle.
Weshalb sollte diese Phobie an anderer Stelle wieder auftreten, wenn es mein einziges Problem ist? Was genau würde mir das Wissen nützen, dass die Ängste nicht meine sind?
Anderes reales Beispiel: Vom Vater wurde eine Überempfindlichkeit/ besondere Sensibilität gegenüber Flugzeuggeräuschen übernommen. Der Mann weiß genau, woher er diese Überempfindlichkeit hat (vom Vater, 2. Weltkrieg) sie ist aber trotzdem vorhanden.27.7.2020
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22.01.2019, 13:32Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Du fragst mich hier nach detaillierten Therapiemassnahmen. Das weiss ich nicht, das kann Dir nur ein Experte beantworten.
Aber es scheint mir plausibel, dass ein Therapeut besser arbeiten kann, je mehr Informationen er hat.
So, und jetzt gehe ich noch ein wenig Skifahren. Bis denne


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