Dieser Exkurs wurde auch verzerrt. Es ging zumindest mir nicht um Kriegserlebnisse und -traumata als solche, sondern um Kriegs_geheimnisse_ und damit um Erlebnisse, die in den Familien eben NICHT thematisiert wurden, die nachfolgenden Generationen aber unwissentlich beeinflußen und belasten können.
Womit wir dann wieder beim Strangthema wären. Was sage ich meinem Kind über sein 'Monster' Vater oder eben nicht.
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20.01.2019, 00:10Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
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20.01.2019, 06:10
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Es geht um zwei verschiedene Dinge:
1. Spüre ich als Kind, egal welchen Alters, dass da etwas Belastendes, Ungesundes ist, dann wäre es für mich hilfreich zu wissen, worum es geht.
2. Generelle und auch legitime Neugier, "Wer ist mein Erzeuger?" Ohne Not wie unter Punkt 1 genannt sehe ich an und für sich keine Notwendigkeit dazu. Wenigstens keine Dringlichkeit.27.7.2020
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20.01.2019, 11:25Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
So ganz kann ich dir hier nicht folgen. Insbesondere in einer Zeit, in der Gen-Tests bereits als Geburtstags-Geschenke in die Haushalte Einzug haben.
Ich meine, jeder Mensch hat das Recht, zu wissen, woher er kommt - wenn er die Frage danach stellt. Diese Frage wurde von der Tochter gestellt.
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20.01.2019, 12:32
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Ich gehöre auch zu denen, die denken, dass du es deiner Tochter erzählen solltest. Vorsichtig, so wie du es vorhast, so dass deine Tochter jederzeit Stopp sagen kann. Ggf.in Gegenwart ihres Partners.
Ich möchte dir meine Gründe nennen:
1. Deine Tochter spürt, dass etwas nicht stimmt. Die Gedanken und Gefühle, die damit einhergehen können oft heftiger sein, als die Wahrheit. Und nur mit der Wahrheit hat sie etwas an der Hand, was sie verarbeiten kann.
2. Wie sicher bist du, dass sie die Wahrheit nie erfährt? Entweder durch andere Quellen oder aber, und das ist nicht unwahrscheinlich!, durch dich im Alter, ja ggf. an deinem Sterbebett. Stell dir vor, du öffnest dich dann, wie so viele Menschen vor dir, und lässt sie dann alleine zurück mit all ihren Fragen und Gefühlen. Sei da für sie, wenn sie es erfährt. Sei der Mensch, der ihr über das Monster, von dem die Medien berichten, auch gutes erzählen kann. Denn wenn ich es richtig verstanden habe, war er zu dir gut, hat dich durchaus eine zeitlang glücklich gemacht!
3. Und zu guter letzt denke ich, dass auch deine Wunde erst heilen kann, wenn du die Wahrheit ausgesprochen hast. Das was du an Symptomen der letzten Jahre beschreibst nimmt ja zu mit der Qual deine Tochter zu belügen. Ich glaube, es ist wesentlich für deine Seele, dich nicht mehr verstellen zu müssen, du sein zu dürfen, dich frei zu machen.
Denn bei der ganzen Geschichte geht es nicht nur darum, was für ein Mensch, der Erzeuger war. Vielmehr geht es um die Frage, zu was für einem Menschen dich das macht. Und ich denke, es wird Zeit festzustellen, dass es dich zu dem selben Menschen macht, der du immer schon warst. Einer liebenden, empathischen Frau und Mutter. Einer Frau mit einer Geschichte. Einer Geschichte, die dich geprägt hat, die das Wunder deiner Tochter hervorgebracht hat, die dich verletzt hat. Die dich aber NICHT zu einem schlechteren Menschen macht, wahrscheinlich eher im Gegenteil.
Jemand schrieb hier ganz richtig, ob du dir selbst verziehen hast? Und ich denke, du wirst es erst können, wenn die Wahrheit ans Licht gekommen ist.
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20.01.2019, 15:43Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Und es ist sogar bekannt, dass Traumata weitergegeben werden, sogar bis an die übernächste Generation.
Egal, ob es ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis ist, Bindungsängste, Verlustängste, unverhältnismässige Angstzustände und was es da noch alles gibt.
Meistens können wir es uns eh nicht erklären, weil uns Informationen fehlen, vorenthalten wurden, unabsichtlich oder im guten Glauben, nicht "belasten" zu wollen.
Gerade dieses Nichtwissen verhindert, synaptische Verbindungen, Verhaltensmuster aufzulösen.
Es hilft noch nicht einmal, wenn wir ein neurotisches Verhalten an uns feststellen, erst mit dem Wissen um die Ursache ist Heilung möglich.
Widerspricht sich nicht "belügen und bewahren"? Ich meine rein sematisch, einmal im Sinne von beschützen, aber auch im Sinne von bewahrheiten.
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20.01.2019, 15:57
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Wer weiß, was wir an Scheußlichkeiten wissen könnten aus unserer Familie, von dem uns noch nie jemand erzählt hat und wir leben trotzdem gut weiter.
Und laut der TE ist ihre Tochter ein glücklicher und zufriedener Mensch.
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20.01.2019, 15:59
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20.01.2019, 16:16Inaktiver User
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20.01.2019, 17:28
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Wir diskutieren im Kreis.
Es macht schon einen Unterschied ob der unbekannte Vater als Urlaubsflirt vermutet wird oder als "Monster".
Sie hat laut TE Null Ahnung, also glaubt die Tochter an den Urlaubsflirt. Passt doch.
Jeder Urlaubsflirt kann irgendwann mal zum Verbrecher werden. Zum Zeitpunkt der Zeugung war der Erzeuger kein Verbrecher, wie ich es verstanden habe. Weshalb sich daraus Neurosen ableiten lassen erschließt sich mir nicht. Das Thema kam doch erst viel später durch die Medien auf.
Es wurde schon angesprochen: Durch die hochemotionalen Suchsendungen wird suggeriert, dass jeder ganz dringend seine Wurzeln kennenlernen muss und es nichts Schöneres gibt, als sich nach 30 Jahren weinend vor Glück in die Arme zu sinken.
Ich denk mir jedes Mal, wer weiß, was den Protagonisten 30 Jahre lang erspart blieb.
Der Erzeuger kam damals nicht infrage als Vater. Auch DAS wird seinen Grund gehabt haben, völlig unabhängig davon, was später noch aus dem Mann wurde.27.7.2020
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20.01.2019, 17:36



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