Ich denke, das steht außer Frage. Es geht für die TE wohl auch nicht darum, sich für ihre damalige Beziehung zu rechtfertigen sondern ihre Tochter vor dem Schock und der Erschütterung zu bewahren, wenn sie erfahren sollte, wer ihr Erzeuger tatsächlich war.
So wie Liliengleichs Umschreibungen klingen, ist dies wirklich ein außergewöhnlicher Fall. Der Drang der Tochter, etwas über ihren Vater zu erfahren, ist natürlich und nachvollziehbar. Aber sie ahnt offenbar nicht im Entferntesten, was hinter der ganzen Sache steckt. Und dass sie das Wissen darum nie wieder aus ihrem Kopf und ihren Emotionen herausbekommen wird.
Zu sagen, sie ist jetzt erwachsen und kann die Wahrheit vertragen, halte ich für zu kurz gedacht. Das funktioniert vielleicht in Fällen, in denen der Vater ein Halllodri, Betrüger, stadtbekannter Säufer oder einfach nur ein verantwortlungsloses Arxxloch war - aber nicht in dem was die TE hier andeutet.
Ich würde abwägen, welche Belastung letztendlich schwerer wiegt: das nie geklärte Geheimnis um den unbekannten Vater oder das Wissen darum, ein Monster zum Vater zu haben.
Ganz genau kann es nur die TE selbst wissen, darum ist es schwer mit voller Überzeugung zu raten. So wie sie die Brisanz des Falles andeutet, würde ich meiner Tochter zu deren Schutz eine Lügengeschichte auftischen, die plausibel klingt aber an die Wahrheit nicht heranreicht. Und den Schwiegersohn würde ich dringend bitten seine Recherchen einzustellen.
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Ergebnis 101 bis 110 von 554
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03.01.2019, 16:04Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Geändert von Inaktiver User (03.01.2019 um 16:18 Uhr)
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03.01.2019, 16:10Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
DIe Tochter ist 30 - all die, die hier zu plausiblen Lügen raten:
Findet Ihr das nicht vermessen, einfach für einen anderen Menschen zu entscheiden und zu bestimmen, was "deren Bestes" ist?
Wenn die Mutter das Schweigen für sich braucht, ist das eine Sache, aber für die Tochter, "zu deren Besten"?
Sie ist doch kein unmündiges Kind, das vor der bösen Welt geschützt werden muss und dem man nicht zutrauen kann, mit der Wahrheit fertigzuwerden.
Ist es nicht respektlos der Tochter gegenüber, sie, die ja immerhin selbst bald Verantwortung für ein Kind tragen wird, zu behandeln als wäre sie selbst noch eins?
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03.01.2019, 16:18
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Ich halte es nicht für vermessen, sondern für lebensklug und manchmal einfach besser.
Schweigen ist zwar nicht immer Gold, aber hier halte ich es für wichtig.
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03.01.2019, 16:24
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Der Mann ist tot.
Sie kann nicht mehr mit ihm reden, ihn nicht kennen lernen, nicht sehen, ob sie etwas von ihm hat.
Was sollte die Tochter denn so wertvolles über sich herausfinden?
Nirgends wird stehen, das dieser Mann auch nett sein konnte.
Über all wird stehen, was dieser Mann für ein schlechter Mann war. Nichts Gutes. Nichts, was einem auch nur ansatzweise
sympathisch sein könnte.
Ich verstehe gar nicht, warum es für einige so wichtig wäre, DAS unbedingt zu erfahren. Kann mir das einer erklären?
Sie hat einen Vater. Und zwar einen, der für sie gesorgt hat. Der sie auch zu dem gemacht hat, wer sie ist.
Und zwar mehr, als es der reine Erzeuger je tun könnte.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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03.01.2019, 16:29Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Ich wollte hier im Strang eigentlich nicht schreiben (daher vorher privat), weil ich das Thema so öffentlich tatsächlich für zu entanonymisierend halte und mir für Dich, liebe liliengleich wünsche, daß Du für Dich erst ganz in Ruhe und mit Bedacht entscheiden kannst, wie Du zukünftig handeln möchtest und nicht, weil sich Ereignisse möglicherweise überschlagen und Du nicht mehr selbst entscheiden kannst.

@ TheNewbie,
vielen Dank für Deinen Mut, Deine Geschichte hier aufzuschreiben, meine Hochachtung und
, wenn ich darf.
Ich nehme diesen Satz nur stellvertretend für die glasklaren Befürworter (ich selbst habe ehrlicherweise noch keine ganz abgeschlossene Meinung, tendiere aber zum Schutz der Tochter vor diesem belastenden Wissen).
Hier gehe ich jetzt ein wenig OT, irgendwie gleichzeitig aber auch nicht, denn mich beschäftigt seit längerem die Thematik, weil es gerade durch den Marokko-Mord leider wieder aktuell war, daß sich Menschen freiwillig - und wissend - Hinrichtungsvideos anschauen.
Und danach tatsächlich selbst erschüttert sind, wie erschüttert sie sind.

Als ob sie ihre Seele und ihr Herz selbst überhaupt nicht richtig einschätzen können und was gewisse Wahrheiten mit einem machen.
Hier weiß eine erwachsene Tochter nichts über ihren Erzeuger und wäre, wie jeder Mensch, an ihrer Abstammung interessiert, aber die Mutter hat(te) sehr verständliche Gründe, ihre Tochter - bisher?- vor diesem Wissen und einer schwer zu ertragenen Wahrheit schützen zu wollen.
Welches ist also das kleinere Übel?
Ich wünsche Dir, liebe liliengleich, die Kraft und Zeit, die Du brauchst, für Dich eine Antwort darauf zu finden.
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03.01.2019, 16:29Inaktiver User
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Was sie herausfinden kann, ist, dass die Mutter ihr genug vertraut, um ihr die Wahrheit zu sagen.
Oder nicht.
Letztere Erkenntnis muss unglaublich wehtun.
Ich fände es als Tochter gar nicht unbedingt so relevant, wie der Vater war -aber dass die Mutter mich selbst im klar Erwachsenenalter für der Wahrheit nicht würdig hält, das wäre sehr sehr schmerzhaft.
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03.01.2019, 16:33Inaktiver User
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03.01.2019, 16:33
AW: Wenn der Erzeuger ein Monster war...
Wenn es sich um so etwas handelt, würde ich hingegen meiner Mutter dankbar sein, dass sie mich vor dieser schrecklichen Sache bewahren wollte, um mir das Leben zu ermöglichen, was ich führen durfte ohne im Schatten eines solchen Menschen leben zu müssen.
SIe hat ihrer Tochter ein schönes Leben ermöglicht und die Bürde für sie getragen .
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03.01.2019, 16:36Inaktiver User
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03.01.2019, 16:39Inaktiver User



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