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02.01.2019, 10:45Inaktiver User
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
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02.01.2019, 10:52Inaktiver User
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
Siehe unten - ich meine, dass das oft gar nicht gemeint ist, habe aber dank dieses Threads darüber nachgedacht, was stattdessen gemeint ist.
Meine persönliche Vermutung an einem Beispiel:
A kriegt mit, dass B C betrügt.
A denkt "Da hat B ja mal richtig Mist gebaut! - aber wenn ich das so sage gibt es Krach und ich will jetzt eigentlich keinen Krach.....sagenw ir es mal so dass B mir nix vorwerfen kann......"
und sagt zu B: "Also ich würde ja nie......." weil A glaubt, das klänge neutraler und nicht so wertend.
Den Erfolg dieser Taktik bezweifle ich, aber das ist meine Vermutung dazu.
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02.01.2019, 10:58Inaktiver User
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
Ok - ich hätte jetzt schon gedacht, dass jemand, der "ich könnte nie" sagt, die Situationen bedacht hat, die realistisch vorkommen können. Einen Satz wie
würde ich z.B. nur dann sagen, wenn ich eher von Grundsicherung leben würde (dauerhaft!) als das zu tun, ggf. sogar wenn ich lieber obdachlos würde.ZB würde ich heute sagen, ich würde nie wieder in einem Unternehmen arbeiten, bei dem die Mitarbeiter/GLeitung eine rein kapitalistische Grundeinstellung haben.
Bei nichtdeutschen Verhältnissen sieht das wieder anders aus, aber ich denke da kommt auch der Hörer normalerweise drauf, dass insbesondere Entwicklungslandsituationen schon fast wieder Zwangscharakter haben und damit für ein "ich könnte nie" so relevant sind wie eine an den Kopf gehaltene Pistole.
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02.01.2019, 11:02Inaktiver User
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02.01.2019, 11:09Inaktiver User
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02.01.2019, 11:10Inaktiver User
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
Missverständnis, carassia: Du wirst ja am besten wissen, ob die Freundin Dich schon als wortbrüchig ansieht, weil Du in einem Forum postest dass Du von irgendeiner Freundin irgendein Geheimnis kennst, oder ob das so für sie noch in Ordnung geht.
Oder habe ich User vertauscht?
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02.01.2019, 11:27Inaktiver User
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02.01.2019, 11:30
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
Vielleicht ein bisschen. Weniger, dass sie darüber reden, sondern die Art und Weise, wie.
Völlig losgelöst davon, ob sie es bis an ihr Lebensende schaffen oder nicht.
Natürlich gibt es unzählige Menschen, die bis zum heutigen Tag ihren Grundsätzen treu geblieben sind.
Aber woher nimmt man die 100% Sicherheit, dass das immer so bleiben wird? Niemand weiß doch,
was noch alles kommen wird.
Mich stört wirklich dieser absolute Anspruch. Ich muss doch niemandem auf die Nase binden, was für ein guter Mensch ich bin. Das merke ich doch vielmehr daran, wie sich jemand mir gegenüber verhält und nicht anhand dessen, was mir jemand über sich erzählt.
Ich war den überwiegenden Teil meines Lebens auch absolut prinzipientreu. Aber ich fand das nicht besonders erwähnenswert, weil das für mich einfach normal war. Ohne darüber nachzudenken. Und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, das zum Anlass zu nehmen, jemandem der das nicht schafft deshalb eine Moralpredigt zu halten.'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
— Oscar Wilde —
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02.01.2019, 11:33
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
ich bin Lehrerin, von mir kriegen Schüler schon gelegentlich Vorträge zu hören zu Themen wie "der Wert von Sekundärtugenden, insbesondere Pünktlichkeit" und ähnliches.
Das meiste, was für einen selbst normal ist, ist es für andere eben nicht. Die haben ihr eigenes "normal".
gruss, barbara
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02.01.2019, 11:54
AW: Das könnte ich nie! - Oh, doch, warte nur ab!
Das rote-Ampel-Beispiel find ich sehr gut. Ich kann mir nämlich auch gut vorstellen, dass vieles einfach in Gesprächen (oder auch Foren) nur falsch verstanden wird. Wenn jemand zb geschrieben hätte, er ist nur dieses eine mal bei rot gefahren und hätte fast ein Kind erwischt, würden sicher viele schreiben: Man fährt eben nicht bei rot, dass würde ich niemals tun usw - man geht da nämlich sofort von Auto und vollen Straßen aus. Wenn jemand aber schreiben würde, ich bin nachts im strömenden Regen auf dem Fahrrad auf einer (vermeintlich) leeren Straße gefahren, es war rot, hab keinen gesehen und da war plötzlich ein Kind/JUgendlicher...wäre die Rückmeldung einfach eine ganz andere.
Ebenso beim Fremdgehen: ich denke, jeder der eine lange Beziehung/Ehe führt, kann sich vorstellen, wie es ist, sich fremdzuverlieben oder zb betrunken eine falsche Entscheidung zu treffen, unabhängig, ob man das gut oder schlecht findet und ob man selbst je in so viel trinken würde usw. Aber wenn jemand schreibt, er führt seit 2 jahren ein Doppelleben und der Partner weiß nichts davon, aber die Affaire kann/will man auch nicht so einfach beenden, dann ist das einfach etwas, was viele nicht nachvollziehen können und für sich eben auch ausschließen. Nicht nur wegen dem Fremdgehen, sondern weil da ja x Lügen und Geheimnisse dranhängen und man quasi ja die ganze Zeit schauspielert und dazu muss man einfach auch in der Lage sein.
Und ich schließe für mich persönlich nicht nur Dinge aus, die ich moralisch verwerflich finde, sondern auch einiges, wozu ich nicht fähig bin, was ich mich nicht trauen würde oder auch Dinge, wofür ich nie Geld ausgeben würde usw
Ja, Menschen sind verschieden und Beziehungen auch. Aber gerade Treue ist doch etwas, was über kurz oder lang in den meisten Beziehungen mal ein Thema wird - man wird angebaggert, trifft jemand Interessanten, hat eine Ehekrise oder sonstigen privaten Stress. Und dann sind eben die Arten, wie man mit solchen Situationen umgeht, einfach unterschiedlich. Die einen verlieben sich fremd, erzählen es dem eigenen Partner und gehen der anderen Person einfach aus dem Weg und sitzen es aus. Andere verheimlichen es dem Partner und überschreiten trotzdem gewisse Grenzen nicht und wieder andere, spielen mit dem Feuer und stoppen es rechtzeitig oder leben es auch aus. Für alles davon gibts gute Gründe, aber nicht jeder Mensch würde alle Varianten machen. Und auch wenn das wieder wertend klingt: es hat wahrscheinlich auch mit den eigenen Erfahrungen zu tun, mit dem Alter und dem eigenen Leben.
Warum sollte man für alles Verständnis haben? Es gibt falsches Verhalten und richtiges. Und selbst wenn ich selbst etwas falsches mache, bleibt es ja trotzdem falsch und ist nicht zu rechtfertigen und dann sollte je nach Verhalten auch keiner Verständnis haben.
Ein Extrembeispiel: Vergewaltigungen im Krieg. Furchtbar und nicht zu verzeihen. Aber ich kann nachvollziehen, dass jemand, der täglich über die eigenen Grenzen geht und furchtbares sieht, einfach (vorübergehend) einen Teil seiner Menschlichkeit ablegt und etwas tut, was er sonst NIE tun würde.
Darum würde ich schon unterscheiden, wenn zb ein Mann sagt, er würde nie eine Frau gegen ihren Willen anfassen - kann das absolut die Wahrheit sein. Trotzdem kann ein furchtbares Ereignis (Krieg) alles ändern und trotzdem wars zuvor die Wahrheit. Man geht da einfach von normalen Lebenssituationen aus und nicht von extremen Ausnahmesituationen.Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists



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