Ich denke, das hat einerseits viel mit Vorbildern zu tun, und andererseits ist das Maß an Stress, was eine Person abkann, und die Zeit, die sie zur Regeneration braucht, sehr unterschiedlich. Wenn dein Chef regelmässig 60plus Wochenstunden arbeitet oder du nur von Supermuttis umgeben bist, die alles ganz locker wuppen, fühlst du dich möglicherweise in die Ecke gedrängt und denkst, dass du das auch können musst. Es gibt Leute, die sind nach fünf Stunden Schlaf fit, und andere brauchen mindestens acht. Das ist ein Unterschied von drei Stunden „Produktivzeit“ täglich oder 21 h in der Woche und somit eine Menge Zeit, in der die Wenigschläfer alles mögliche machen und erledigen können, was den Vielschläfern schmerzlich fehlt (Stichwort „unerfüllte Bedürfnisse“).
Es alles selbst machen zu wollen, ist im Übrigen auch typisch deutsch. Hat möglicherweise was damit zu tun, dass Dienstleistungen einkaufen was für „höhere Leute“ ist, und Besserverdiener werden hier ja nach wie vor kritisch beäugt. Zudem sind Dienstleistungen hier relativ teuer und oft bürokratisch kompliziert. Selbst Nachbarschaftshilfe am Bau muss ja irgendwie angemeldet werden.
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29.12.2018, 19:40Inaktiver User
AW: Eigene Bedürfnisse entdecken und vertreten
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29.12.2018, 19:45Inaktiver User
AW: Eigene Bedürfnisse entdecken und vertreten
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Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 13:26 Uhr)
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29.12.2018, 19:59Inaktiver User
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29.12.2018, 20:12Inaktiver User
AW: Eigene Bedürfnisse entdecken und vertreten
Nun, gerade bei Kontrolle/Sicherheit ist es ja ziemlich eindeutig, finde ich:
Ich kontrolliere etwas/jemanden, um mir sicher zu sein, dass...
Bei anderen Verhaltensweisen wird es schon schwieriger, das Bedürfnis oder die intrisische Motivation dahinter zu erkennen.
Warum stecke ich immer zurück? Weil ich meine Bedürfnisse nicht kenne/ nicht artikulieren kann/ mich nicht getraue sie zu artikulieren. Woher kommt das? Meist von sehr frühen Prägungen:
Wenn Menschen als Kinder früher ihre Bedürfnisse artikuliert haben, waren sie vielleicht nervig, im Weg, nicht „brav“ - und das Bedürfnis-Artikulieren wurde sanktioniert, schlimmstenfalls gab es Schläge. Und so lernt das Kind, still zu sein. Dann ist es nämlich (vermeintlich) sicher.
Diese Verhaltensweisen tragen viele Erwachsene noch in sich und damit in ihre Beziehungen. Es sind kindliche Strategien. Die können geändert werden in einer Therapie, neue Strategien, sich sicher zu fühlen, können erarbeitet und erlernt werden. Das dauert seine Zeit. Wie chinesisch lernen. Langwierig aber möglich. Und es lohnt sich.
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29.12.2018, 23:42Inaktiver User
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30.12.2018, 00:07Inaktiver User
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30.12.2018, 00:10Inaktiver User
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30.12.2018, 00:14Inaktiver User
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30.12.2018, 07:46Inaktiver User
AW: Eigene Bedürfnisse entdecken und vertreten
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Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 13:26 Uhr)
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30.12.2018, 08:00Inaktiver User
AW: Eigene Bedürfnisse entdecken und vertreten
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Geändert von Inaktiver User (22.11.2021 um 13:27 Uhr)



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