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  1. Registriert seit
    03.06.2016
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    Zwischen den Stühlen

    Hallo,

    ich bin jetzt Ü 40 und muss sagen, ich lande irgendwie immer im Abseits. Beruflich und ohne Partner. An guten Tagen freue ich mich über meine Individualität und Eigenständigkeit, an schlechten denke ich, ich kriege nix gebacken, was für die anderen selbstverständlich zu sein scheint. Dass mich keiner will, beruflich wie privat. Dass ich einfach keinen Platz im Leben finde.

    Es ist ja auch viel durch die Umstände verursacht. Daher interessiert mich, wer hier vergleichbare Erfahrungen gemacht hat und wie Ihr damit umgeht, und wie geht es Euch damit?

    Viele Grüße
    neustart


  2. Registriert seit
    15.06.2007
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    AW: Zwischen den Stühlen

    Hallo neustart,

    was genau bedeutet "Abseits"?
    Abweichung von der Norm?- nicht dsa, was alle anderen haben?
    Was genau haben sie denn?
    Und was genau wäre dein Wunsch?

    Mal ganz philosophisch gesprochen, gibt es kein "Abseits" in dieser Welt- wir gehören alle dazu (ob wir wollen oder nicht).
    Die Frage ist nur, wie ich meine Position definiere, beschreibe, interpretiere, bewerte.
    Dein Leben- so wie es ist- wird viel Positives in sich tragen und Vorteile haben.
    Kannst du diese beschreiben und erkennen - vemutlich nicht- aber es wäre schön, wenn du deinen Blick genau dahin legen würdest.
    Das wäre der minimalste Aufwand um eine wesentliche Verbesserung deines Lebensgefühls zu erreichen.

    Alternativ würde ich dir empfehlen, einen Lebensberater zu finden und mit diesem zusammen dein Leben anzusehen und dabei neue Wege zu erarbeiten.
    Es hat Gründe, dass alles so ist wie es ist und da jedes Leben ganz individuell ist, macht es Sinn sich dieses auch genau anzusehen.
    Ein Forum kann Inspirationen bringen- dein Leben umkrempeln wird es sehr wahscheinich nicht

    Es ist also die Sicht auf das Leben und Hebelpunkte finden, an denen du Veränderung bewirken kannst.
    Viele Wege sind möglich.......

    alles Gute
    kenzia

  3. Avatar von Galah
    Registriert seit
    17.06.2017
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    664

    AW: Zwischen den Stühlen

    Hallo neustart,

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    ich kriege nix gebacken [...] Daher interessiert mich, wer hier vergleichbare Erfahrungen gemacht hat und wie Ihr damit umgeht, und wie geht es Euch damit?
    Momentan plane ich mein 2019. Dabei sehe ich auch, was ich alles in diesem Jahr nicht "gebacken gekriegt" habe, obwohl ich gerne, teils seit Jahren, in vielen Bereichen weiter wäre.
    Zwar neige ich (vom Typ her) nicht zum Vergleichen mit anderen, habe aber in mir selbst Messlatten, an denen zu scheitern für mich genauso frustrierend sein kann wie für andere, wenn sie im Vergleich mit anderen unterliegen.

    Dieser Unzufriedenheit begegne ich, indem ich "Zielerreichung" für mich umdefiniere:
    Meine Visionen (einer weiter entwickelten Galah) schmälere ich nicht. Die sehe ich grundsätzlich als etwas Gutes, Großes, Legitimes.
    Zielerreichung bedeutet für mich aber nicht (mehr) die Realisierung dieser Visionen. Sondern: Mich auf den Weg dorthin gemacht zu haben und auf diesem Weg geblieben zu sein. Dazu definiere ich mir Verhaltensziele (dieses und jenes tun) und Haltungsziele (diese und jene Haltung einnehmen, induzierbar ebenfalls durch Handlungen), die bei optimalen äußeren Umständen und ausreichender Energie idealerweise zur Vision führen. Am Ende eines jeden Tages ist jedoch nur maßgebend, ob ich drangeblieben bin, meine Vision nicht verraten habe - ganz unabhängig von den konkreten Ergebnissen.
    Im Tages-, Jahres-, Lebensrückblick gilt: Je mehr ich drangeblieben bin (statt: je mehr meiner Visionen ich erreicht habe), desto gelungener war mein Tag/Jahr/Leben.
    Das macht unabhängig von allem Äußerlichen, was querschießen könnte, und auch vom möglicherweisen grundsätzlichen Dilemma, dass man sich unerreichbar hohe Ziele steckt.
    "When nothing is sure, everything is possible." (Margaret Atwood)

    "There is a crack in everything, that's how the light gets in." (Leonard Cohen)

    "He just rather liked being at Shangri-La. Its atmosphere soothed while its mystery stimulated, and the total sensation was agreeable." (James Hilton, "Lost Horizon")


  4. Registriert seit
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    AW: Zwischen den Stühlen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Mal ganz philosophisch gesprochen, gibt es kein "Abseits" in dieser Welt
    Genau, liebe Neustart!
    Abseits ist technisch unmöglich - denke dran, die Erde ist eine Kugel
    Keiner kann runter fallen.

    Im Ernst
    Beruflich: Traumjob mau? Arbeitsbedingungen prekär etc.?
    Amore: dito?
    Family: Teil des Problems, nicht der Lösung?
    Freunde: posten Tag und Nacht schöne Instas?

    Das ist alles Mist, der zehrt und runterzieht.
    Aber glaub mir, du bist damit nicht alleine...

    Wenn du dein Hauptproblem benennen müssest, welches wäre es?
    Was glaubst du selbst, im Bauchgefühl, ist der ""Grund"" (doppelte "", weil Grund gibt es eh nicht, okay?)
    Aber was mein dein Bauch zur Situationsanalyse?

    Heute ist Nikolaus! Kauf dir was Feines und versuche es zu genießen. Muss keine Schoki sein, Kino ist auch fein...

  5. Avatar von NicNacNoc
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    366

    AW: Zwischen den Stühlen

    Es haben hier ja schon mehrere geschrieben: Es gibt kein "Abseits". Du bist dabei, mit deiner ganz eigenen Lebensform.

    Meine Frage an dich ist: Hast du für dich denn eine Vision, wie du leben möchtest? Eine Vision, die "bereinigt" ist von äußeren Einflüssen, die dir sagen wollen, was ein gelingendes Leben ist (oder, wie kenzia schreibt, die "Norm")?

    Nicht für jeden müssen zwangsläufig Partnerschaft, beruflicher Erfolg, ausgeprägtes Freizeitleben Glücksbringer sein. Das ist schlicht und ergreifend für jeden anders. Und da gilt es hinzuschauen: Was ist dir wichtig? Was sind deine Werte (= wonach möchtest du dein Leben ausrichten)? Was macht dich glücklich und/oder zufrieden? Unter welchen Rahmenbedingungen läufst du rund, wo passt das Verhältnis von Anstrengung und Entspannung? Welche Menschen sind dir wichtig und sollten Teil deines Lebens sein/bleiben?

    Und eine weitere Frage: Was ist anders, wenn du dich an deiner Unabhängigkeit und Individualität erfreuen kannst?

    Was ich meine, ist, auf die Suche nach seinem eigenen inneren roten Faden zu gehen, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Es kann sehr anregend sein, auf andere zu schauen und zu vergleichen, und wenn Neidgefühle auf das aufkommen, was andere haben und du nicht, könnte das möglicherweise ein Indikator sein, was für dich entscheidend ist. Ansonsten bist du selbst der Kompass dafür, deswegen nutzen dir Erfahrungen anderer nicht. Trotzdem, da du explizit danach fragst: Ich hatte nie einen Kinderwunsch und werde gelegentlich aufgrunddessen als "nicht normal" angesehen. Und nach zehn Jahren in Leitungstätigkeit habe ich diese aufgegeben. Mir hat sie immer Spaß gemacht, aber mit zunehmendem Alter wurden die negativen Seiten einer Leitungstätigkeit (Druck, Überstunden, "Durchdrücken" einer Unternehmenspolitik, die ich selber als ungut werte u.a.) für mich zu schwerwiegend. Ich bin dann, auch unter der Vorausgabe, Gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen, auf Jobsuche gegangen und inzwischen zufrieden mit einer Tätigkeit mit viel Verantwortung, aber ohne Personalführung. Und inzwischen habe ich, da das Gehalt nicht schlecht ist, ein paar Stunden Arbeitszeit reduziert. Just for fun. Um mehr Zeit für das zu haben, was mir im Privaten wichtig ist. Mag von außen wie ein Karriereknick aussehen (und ja, diese Gedanken sind mir auch gekommen), für mich fühlt es sich aber stimmig an. Ich werde allerdings noch mal die Überlegung anstellen, ob es denn so, wie es jetzt ist, bleiben soll, oder ob ich noch mal nachjustieren sollte, denn natürlich hat auch diese Entscheidung nicht nur Vorteile.
    There is a crack in everything. That´s how the light gets in.

    - Leonard Cohen -

  6. Avatar von Simpleness2
    Registriert seit
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    AW: Zwischen den Stühlen

    .
    Geändert von Simpleness2 (06.12.2018 um 19:16 Uhr)


  7. Registriert seit
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    AW: Zwischen den Stühlen

    Danke Galah.

    Wäre schön, wenn mehr User mir Ihre Erfahrungen mitteilen würden. Gerne auch per PN.


  8. Registriert seit
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    156

    AW: Zwischen den Stühlen

    Hallo @Neustart :-)
    Ich bin grad hier reingestolpert, weil mich dein Thread-Titel angelockt hat - ist nämlich mein User-Name in einem anderen Forum - und ich fühl mich bisweilen ähnlich wie du.
    An guten Tagen, wenn ich gut in meiner Mitte bin, ist mein Leben großartig, selbstbestimmt, frei... aber manchmal (und dem zunehmenden Alter wohl vielleicht geschuldet bzw. der nun vermehrten Auseinandersetzung mit einem selbst) hab ich den schalen Geschmack von "ich hätte mehr erreichen können" in mir.

    Beruflich hab ich mich inzwischen sehr gut gesettelt, da bin ich sehr glücklich und zufrieden, hier möcht' ich auch "alt werden". Was Partnerschaft aber betrifft, oje ;-)

    Ich fürchte, helfen kann ich dir nicht, aber immerhin brauchst du dich nicht allein fühlen damit... ;-)



  9. Registriert seit
    30.05.2016
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    571

    AW: Zwischen den Stühlen

    keiner will mich, habe nichts erreicht...…...als ich das letzte mal so gedacht habe, stand ich mitten in einer Depression.

    Heute weiß ich, das ich sehr wohl etwas erreicht habe. Meine Kinder haben alle einen Beruf, mein Haus hab ich abbezahlt und zur Krönung hab ich jetzt einen Partner an meiner Seite der mir gut tut. Wir backen zwar auch nur kleine Brötchen, aber jetzt haben wir zusammen Träume die wir uns ausmalen, über die wir lachen können.

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