Hallo Ronja,

ich hatte deinen Eingangspost nicht so gelesen, dass du dort alleine mit deinen Tieren lebst, sondern es schon eine Möglichkeit gäbe, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten, sofern es nicht möglich wird, sie mitzunehmen. Von demher gehe ich jetzt darauf nicht ein, da wirst du eine Lösung finden, mit der du guten Gewissens leben kannst.

Was die Entscheidung angeht, finde ich, kommen da ganz andere Themen mit rein, mir fallen da zuerst Werte ein. Welche Werte lebst du, was ist dir generell wichtig im Leben? Ist dir wirklich wichtig, Karriere, vielleicht sogar in einer Großstadt zu machen? Oder ist dir wichtig, in einem stabilen, sozialen und verlässlichen Umfeld zu leben, in dem du jetzt gerade lebst? Fühlst du dich wohl mit Ungewissheit oder eher mit Sicherheit? Bist du im Herzen eine Abenteuererin oder eine, für die Familie wichtig ist? Was möchtest DU leben? Ich bin auch ein Mensch, der mit Entscheidungen Probleme hat, ich habe allerdings gelernt, dass ich irgendwann eine Entscheidung treffen kann - nämlich dann, wenn alle Faktoren in mir sich eins sind: Herz, Bauch und Kopf. (und ich sage bewusst Bauch und Herz, denn das sind für mich unterschiedliche Dinge: der Bauch ist oft auch Angst und alte Erfahrungen und das Herz ist für mich MEIN Körpergefühl, meine reinen Empfindungen). Aber bis ich soweit bin, eine Entscheidung zu treffen, gehe ich auch durch einen echt fordernden Prozess, gerade wenn es "wichtige" und lebensverändernde Entscheidungen sind.

Hör auf deinen Körper, versuch es zumindest. Wo kneift es, wenn du an England (?) denkst, wo wird es weit. Wo kriegst du ein warmes Gefühl, wenn du daran denkst, auch im nächsten Sommer durch die Wälder hier zu reiten, oder vielleicht kommt ein Bauchkribblen und ein "yeah - let's go" - wenn du daran denkst, einen neuen Ort und ein neues Lebensumfeld kennenzulernen? Für mich funktioniert das über den Verstand nicht, über Pro/Contra-Listen oder über darüber nachdenken, ich verheddere mich in den Gedanken. Für mich hilft - alles zusammen, auch "wer möchte ich sein", "welchen Anteil in mir möchte ich stärken" und dazu passen auch die Fragen von Kendzia mit dem Blick in die Zukunft - wo sehe ich mich. Keine leicht Aufgabe, vor allem nicht, wenn der Mietvertrag drängelnd vor dir liegt....

Vielleicht - was mir noch einfällt: es gab ja einen Moment, der die Situation herbeigeführt hat, dass jetzt eben das Jobangebot und der Mietvertrag vor dir liegt: welcher war das? Was hat dich damals dazu bewogen, dich zu bewerben? War es wirklich "nur" der Wunsch nach Karriere, oder war da noch ein anderes Gefühl dahinter, eine Neugierde, eine Sättigung vom Bekannten, oder vielleicht auch Fluchtgedanken? Das nur noch als ergänzende Gedanken von mir. Macht es für dich wahrscheinlich jetzt nicht einfacher

Das meine (für dich vielleicht gar nicht passenden) Gedanken dazu. Ich wünsche dir gutes Erfühlen