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  1. Registriert seit
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    Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    Hallo miteinander!

    Ich bin in einem Gedankenkarusell und möchte da herausfinden, leider gelingt mir das nur bedingt.

    Meine Situation:
    Ich habe eine Ungerechtigkeit entdeckt, die mich enttäuscht und sehr ärgert. Ich bin zufällig darauf gestoßen, kann also den Verursacher nicht ansprechen, was aber auch nichts bringen würde, denn er kann entscheiden wie er will. Ob ich nun damit einverstanden bin oder nicht.

    Nun ja. Ich bin mit der Gesamtsituation ohnehin unzufrieden. Die Entdeckung dieser Ungerechtigkeit bringt das Fass nun zum überlaufen und veranlasst mich das Umfeld zu ändern (Job).

    Das geht aber nicht von heute auf morgen, d.h. ich werde noch einige Monate in dieser alten Situation bleiben.

    Eigentlich spornt mich diese Ungerechtigkeit dazu an, die Änderung anzugehen und Neues in Angriff zu nehmen, was ja eigentlich positive Energie ist.

    Leider ärgere ich mich immer wieder über diese Ungerechtigkeit und kann das nicht abstellen. Ich möchte da einfach nicht mehr dran denken und diese negativen Gedanken/Energien in positive - in einen Neuanfang umlenken.

    Mir gelingt das leider nicht, was mich wiederum ärgert und mir Energie und Schlaf raubt.

    Hat jemand von Euch einen Tipp, wie ich das in Griff bekommen kann?
    Ich würde mich über Anregungen sehr freuen.

    Lieber Gruß
    Venice


  2. Registriert seit
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    AW: Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    1. (Machst du schon) Ansätze finden eine Situation zu ändern.
    2. Nach außen abgrenzen, nein sagen üben, menschen in ihre Schranken weisen.

    3. Gefühle erstmal nur wahrnehmen. Was macht die Situation mit mir? Welches Gefühl habe ich wenn ich daran denke? Wo in meinem Körper sitzt dieses Gefühl? Was braucht dieses Gefühl? Was kann ich mir in diesem Moment gutes tun, damit dieses Gefühl sich gesehen, verstanden fühlt??
    --> wichtig ist diesem Gefühl nicht negativ zu begegnen, sich also nicht noch dafür zu schämen oder grämen, dass man so fühlt (das wirkt verstärkend), sondern es erstmal einfach so anzunehmen wie es ist.

    4. Die Theorie des inneren Kindes sagt, dass die aktuelle Realität tiefere Gefühle aus der Kindheit triggert. Also man ärgert sich über jemanden, weil dessen tun in einem z.b. ein Gefühl des ungeliebtseins angeregt hat. Vielleicht kannst du herausfinden, welche tieferen Gefühle bei dir gerade getriggert werden und auch hier wieder: was kannst DU in der Situation tun, damit es dir hier und jetzt besser geht? Dich liebevoll verwöhnen, damit dein inneres Kind sich umsorgt fühlt.

    5. Dann aber auch stopsignale üben wenn die Gedanken zu sehr kreisen. Themen bewusst in Gedanken in einen koffer schließen und diesen für den abend abschließen z.b.. bewusst ENTSCHEIDEN, sich für heute nicht mehr mit dem thema zu befassen. Immer und immer wieder, denn das muss man üben, bewusst anderen themen zuwenden, wenn die Gedanken zurückkommen. Und dabei wieder liebevoll und nicht genervt mit sich selber sein und geduldig.


  3. Registriert seit
    22.02.2015
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    AW: Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    Ich ergänze: manchmal hilft es auch gedanklich einen Schritt zurück zu machen und die Situation nochmal zu betrachten und zu schauen: bewerte ich das ganze eigentlich richtig bzw bewerte ich die Intention des anderen richtig. Ich habe festgestellt, dass mein erstes Gefühl, mein erster Impuls oft derselbe ist, d.h. er hat etwas mit MIR zu tun, meiner Interpretation und (emotionalen) Bewertung aufgrund meiner Vergangenheit, Trigger, Ängsten, Baustellen, Wunden, etc. Wenn ich dann aber schaffe aus dieser Emotion herauszutreten und die Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachte, kommt oft was ganz anderes heraus.

    Wie wir eine Situation empfinden und später als “so geschehen“ wiedergeben hat immer auch etwas mit uns zu tun, d.h.wir schneiden uns aus der objektiven Wahrheit sozusagen einen Film zusammen, der unseren subjektiven Schwerpunkten, Blickwinkeln und Bewertungen entspricht.


  4. Registriert seit
    11.03.2002
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    AW: Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    Danke jubidu für Deine Denkanstöße. An der Umsetzung hapert es, in der Theorie kann ich es rational betrachten.
    Mir wäre diese Ungerechtigkeit einfach gerne egal, die Gedanken kommen aber immer wieder hoch. Und ich kann mich da dann auch reinsteigern, so nach dem Motto: Wem kann man eigentlich noch trauen etc.

    Ich sehe dann schon auch die andere Seite, warum so gehandelt wurde. Wie gesagt, ich würde so gerne drüber stehen, es abhaken, da muss ich dran arbeiten. Im Grunde ist jeder Gedanke daran Verschwendung, die Energie muss/WILL ich für andere Dinge nutzen.

  5. Moderation
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    AW: Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    Kannst du Maßnahmen treffen, um die Folgen der Ungerechtigkeit zu mildern, wenn du nicht die Ursachen abstellen kannst? Und wenn es nur ein freudliches oder mitfühlendes Wort ist. Eine andere denkbare Möglichkeit: Wenn es etwas ist, das im Schatten stattfindet, wäre, auf geeignete Weise ein Licht werfen. Das ist natürlich nicht frei von Risiko und erfordert Ideen, Diplomatie und Gelegenheit.

    Wenn du findest, daß du nur fliehst/ausweichst/vermeidest ist es oft schwer, ein Gefühl von "ich tue etwas Gutes und Nützliches" zu finden. Ein mentales Konstrukt, daß mir da geholfen hat, ist "Ich lasse diese Idioten in ihrem eigenen verdorbenen Saft schmoren! Ich schüttele den Staub aus meinen Kleidern!" Man macht die Leute und ihre Ungerechtigkeiten von etwas, das gefährlich ist und für das man verantwortlich ist, zu etwas, das nur klein und dumm ist und unter der eigenen Würde. Es ist leicht, aus Ärger Verachtung zu machen, das kann man hier ausnutzen.

    Zieh dich soweit wie möglich aus dem Informationsfluß zurück. Solange das Thema immer wieder zu dir zurückkehrt, oder du immer wieder zu ihm zurückkehrst, wirst du es nicht los.

    Mach eine Erzählung daraus. Im Wortsinne: Erzähle es jemand. Einer Freundin, deinem Tagebuch, deiner Zimmerlinde. Erzähle sachlich und verständlich. Betrachte deine Emotionen als etwas, über das du sprichst, nicht etwas, das durch dich spricht. Wenn du etwas abwerfen willst ist es sinnvoll, einen Handlungsstrang zu finden, in dem du es "schon immer geahnt" hast, daß z.B. Person X eine fiese Möpp ist. Wenn du eine Möglichkeit findest, das Ereignis kreativ zu verwerten, nutze sie.

    Wenn deine Gedanken dich wieder in negativer Form zu dem Thema führen, wende dich davon ab (vielleicht mit dem Satz, "Bald vorbei!") und denke an etwas anderes. (Das kann man trainieren.)
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  6. Registriert seit
    11.03.2002
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    631

    AW: Wie lenke ich negative Gedanken in die andere Richtung?

    Vielen Dank wildwusel, da ist auch sehr viel Brauchbares für mich dabei.

    Ja, es ist vielleicht tatsächlich das Gefühl des Fliehens, denn ich hätte es dort grundsätzlich supergut bis zu meiner Rente (dauert noch viele Jahre :-) aushalten können, aber immer mehr kommt dieses fiese Möpp - Gefühl durch. Was mir einerseits auch sehr leid tut, denn ich mochte die Person vom Grundsatz her.
    Aber ja, mit so Ungerechtigkeiten möchte ich nichts zu tun haben, ich kann das gar nicht ab und greift bei mir vermutlich auch tiefer, es enttäuscht einfach und kann somit wirklich sehr gut in Verachtung umschlagen.

    Mich regt es einfach so auf, denn eigentlich wäre es ganz einfach:
    Dinge stören über Jahre, werden immer mehr, dann diese "Lüge", Zeit für einen Neuanfang (hier vermutlich auch die Angst, was kommt danach). Wieso kommen auch gerade jetzt überall die Ankündigungen, Finanzkrise, knallt es bald wieder und und und.
    Fakt ist aber, dass ich nicht noch 20 Jahre so weiter machen kann und will und es kommt ständig mehr negatives dazu.

    Ich muss nach vorne schauen und diesen Trigger loslassen. Muss ich lernen.

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