Wer lesen kann ist wie immer klar im Vorteil: Ich schrieb nämlich, das ich mich später NICHT mehr darüber aufrege. Ich rege mich eigentlich gar nicht auf, ich sage es und gut ist. Mehr isses nicht...aufregen heißt für mich das ich später noch darüber nachdenke. Das tue ich vielmehr, wenn ich nichts sage und es in mich hinein fresse. Oder wenn man sich hinterher ärgert, nicht schlagfertig genug gewesen zu sein. Etwas bestimmt zu sagen, hat für mich auch nichts mit "aufregen" zu tun!
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Thema: Umgang mit anderen
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06.11.2018, 17:39Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
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07.11.2018, 17:16Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Ein Anekdoetchen zum Thema Friseur.. Ich hatte ja berichtet, dass meine Friseurin mich entgegen Abmachung total verschnitten hatte.
Und meine Reaktion war sehr ehrlich. Ich sagte mehrmals dass es mir nicht gefällt und wie ich es gewollt hatte und dass anderes ausgemacht war.
Trotzdem höflich und auf die Sache! bezogen.. nicht auf sie als Person oder Friseurin.
Nun war ich gestern spontan im Salon zum nachschneiden: sie war super nett und bemüht. Hat es wirklich toll hin gekriegt diesmal. Und wollte sogar nichts berechnen, da es nur "spitzen schneiden" war.
Ich hätte auch sagen können.. NIE wieder und beleidigt den Salon wechseln. Damit hätte ich mir aber geschadet da er nah bei mir ist. Im Endeffekt gibt die Friseurin sich jetzt sogar mehr Mühe als vorher.
Ich glaube das ist was mmaus meint. Einfach den Mund aufmachen und klar und sachlich sagen, wo ich stehe.
Es ist erschreckend dass viele anscheinend garnicht differenzieren zwischen Haltung haben und Position beziehen...und den anderen nieder machen und sich künstlich aufregen. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.
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07.11.2018, 18:06Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Ganz genau...ich empfinde es leider oft so: Frauen tun immer nach außen hin lieb und nett zu jedem und hinter dem Rücken lassen sie dann so richtig "die Sau raus". Das ist eine Erziehungssache und fast jeder von uns wurde sicherlich so geprägt. Mädchen und Frauen sollen halt hübsch, nett, lieb und harmlos sein. Ich bin da wohl eher "männlich" und sage direkt und ehrlich was Sache ist. Genau wie bei Männern ist es dann aber auch wieder gut. Es ist ja geklärt...Viele trauen sich das nicht oder wollen es auch gar nicht? Mir ist es aber auch nicht so wichtig, was andere denken. Das mich nicht jeder mag, damit kann ich sehr gut leben.
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07.11.2018, 22:42Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Ich kann mich da nur wiederholen: wenn es was zu gewinnen gibt, go for it. Bei drei von vier der von der TE erwähnten Beispiele gab es aber nichts zu gewinnen. Das geht dann in meinen Augen eher in Richrung „auf Krawall gebürstet sein“. Das ist eine Eigenschaft, die einem das Leben nicht unbedingt leichter macht. Es geht weniger darum „gemocht“ zu werden oder nicht, sondern eher darum, wieviel der eigenen Energie man in sowas reinstecken will. Wäre die Energie nicht woanders besser investiert? Warum lässt man solche Kleinigkeiten überhaupt so nah an sich ran?
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08.11.2018, 08:58Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
@hoolahoop: Dein Beispiel mit der Friseurin und deiner Position kann ich nur unterschreiben und aus eigener Erfahrung bestätigen

Habe auch schon erlebt, dass eine Reklamation, wenn sie denn berechtigt und wichtig war, positiv aufgenommen wurde. Es kommt darauf an, wie man sie formuliert und mit welcher Haltung. Einmal wurde ich in einem Fachgeschäft nicht bedient, obwohl ich aktiv auf die Verkäufer zugegangen bin und meinen "Kaufwunsch" genannt habe. Danach habe ich das Geschäft zwar missgestimmt verlassen und nichts gekauft, dies aber dem Geschäftsführer höflich formuliert mitgeteilt. Jedem Unternehmen ist es doch wichtig, dass es Feedback bekommt, um evtl. das nächstes mal besser auf die Kundenwünsche eingehen zu können. Schließlich leben die ja davon. Auch bei meinem langjährigen Friseur habe ich schon einmal die Tönung reklamiert, weil sie mir wirklich nicht gefallen hat. war gar kein Problem, es wurde kostenlos nachgebessert und keiner hat beleidigt reagiert.
Wenn es darum geht Kritik zu äußern, weil ich ein ehrliches Anliegen habe und die gute Beziehung gerne weiterhin aufrechterhalten will, dann kann ich damit umgehen. Allerdings erlebe ich es auch immer mal wieder im Kollegenkreis, dass konstruktive Kritik zu äußern, vielen schwer fällt
Da geht es nur darum sich selber als besser darzustellen, weil alle anderen "ja doof, unfähig und minderwertig" sind.
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08.11.2018, 09:39
AW: Umgang mit anderen
Das unterschreibe ich zu 100 % - zu 110%
Was glaubt ihr denn, was passiert, wenn Frau mal nicht konziliant und kooperativ ist?
Zerfällt sie dann zu Staub?
Wobei ich @Kara schon zu stimme: "chose your battles" - aber wenn man vor lauter chosen und abwägen ob man sich mal trauen darf, oder lieber nicht, die Optionsparalyse bekommt, dann sollte Frau vielleicht einfach mal losbrüllen.
Zumindest testhalber...
Gefühle mal spontan ausleben kann sehr sehr gesund sein und spart evtl. einen Migräneanfall pro Jahr!
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08.11.2018, 10:27Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Das ist aber doch kein reines Frauenthema. Mir gehen auch auf Krawall gebürstete Männer auf die Nerven.
Umgekehrt erlebe ich es allzu oft, dass sich gerade Frauen an Dingen abarbeiten, die einfach null wirkliche Bedeutung im Leben haben (irgendwelche Zwischenmenschlichkeiten, Kollegin X hat da und da die Augenbrauen hochgezogen, hat mich nicht explizit zum Kuchenbuffet eingeladen etc. pp).
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08.11.2018, 11:01
AW: Umgang mit anderen
Mein Eindruck ist, - und ich nehme mich da selber überhaupt nicht aus - dass je weniger jemand die eigenen Grenzen klar kennt und/oder diese behaupten kann, desto mehr werden alltägliche Kleinigkeiten als erlebte Grenzverletzungen und auch als "Stellvertreterkriege" wichtig und die Reaktion ist dann dementsprechend heftig.
Kommt auch bei Männern vor, aber bei Frauen schon häufiger, vermutlich da sie stärker zur Anpassung und zur Selbstaufgabe erzogen werden.
Ich habe leider in der Familie auch ein absolut ungesundes Konfliktverhalten erlernt - echten und offenen Konflikten wurde aus dem Weg gegangen, dafür hat man sich an Lappalien aufgerieben, und auch das oft nur hintenrum - oder quasi explosionsartig und unangemessen heftig im offenen Streit. Es gab keine gesunde Skalierung.
Daran arbeite ich bis heute, Konfliktmanagement wie Hoolahoop es beschreibt - sachlich und klar aber höflich oder zumindest die Contenance wahrend. Meine Erfahrung ist, dass man sich damit auch besser fühlt, als wenn man schnippisch oder ausfällig wird.
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08.11.2018, 11:21Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Hmmm...also was es zu gewinnen gibt ist grundsätzlich die eigene Würde.
Und dass sich Aerger nicht an staut und krank macht. Für mich ist das schon ein Hauptpreis an sich!
Wobei es vllt auch auf das Auftreten ankommt. Ich werde selten dumm angemacht. Vielleicht weil die Menschen spueren dass ich es nicht unwidersprochen lasse. Um das auszustrahlen muss man aber diesbezüglich halt auch Übung und Erfahrung haben. Sich in vielen Lebenssituationen bereits erfolgreich und klar abgegrenzt haben. Ich bin mit der Fähigkeit ja nicht geboren und uebe immer noch.
Gestern hatte ich zB ein Gespräch mit einer Vorgesetzten über mein Gehalt nachdem ich erfuhr dass ein männlicher Kollege mehr verdient. Der Klassiker. Ich habe ganz klar formuliert dass ich das nicht tolerieren, habe entsprechend den Stellen Umfang gesenkt was geht wegen Zweitjob und sie soll mir ein Angebot machen. Aber getreu dem Satz "choose your battles" bin ich auch bereit mir n anderen Arbeitgeber zu suchen wenn sich nix aendert. Manchmal gibts keinen Konsens. Trotzdem finde ich es fair und angemessen, sowas zu thematisieren. Ich war inhaltlich auch knallhart, sie wollen ja nicht dass ich reduziere, aber wenn ein Betrieb sex. Unterschiede macht, hat jegliches Verständnis ein Loch.
Kommt es nicht zum Konsens, werde ich weiterziehen. Es gibt genug Jobs für meinen Beruf. Man muss schon auch wissen, wann Diskussion fruchtlos wird. Mal schauen.
Das mit den "stellvertreter" kriegen beobachte ich auch oft. Gerade in Beziehungen.
Es gibt durchaus auch bei mir Momente wo ich echt fassungslos bin wie empfindlich manchmal Frauen sind. Und dann bei wirklich wichtigen Sachen (Gehalt, respektlos es Verhalten von Männern, Sexismus, Rassismus, Gesundheit....) wegschauen und schlucken.
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08.11.2018, 11:52Inaktiver User
AW: Umgang mit anderen
Ja, kann ja sein, aber warum regt man sich überhaupt über so was so sehr auf, dass es sich „staut und krank macht“? Das ist eine Frage, die ich schon ein paar Beiträge weiter oben gestellt habe. Vielleicht bin ich 30 Jahre älter als das Strang-Durchschnittsalter oder mittlerweile einfach abgebrüht, aber bei den meisten der benannten Beispiele würde da bei mir kein Blutdruck hochgehen. Keiner ist perfekt... Fehler passieren.


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