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  1. Moderation

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    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab vor einem Jahr mal einen Test zu Hochsensibilitaet gemacht.. er lag weit über dem Durchschnitt. Vielleicht hat es auch mit multiplen Traumata in der Kindheit zu tun, in jedem Fall bin ich in Anwesenheit anderer Menschen extrem aufmerksam, fokussiert und interessiert.
    Ich habe jahrelang daran gearbeitet, diesen Haseninstinkt abzulegen. Es bringt nicht mehr Sicherheit, nicht mehr Bequemlichkeit, nicht mehr Akzeptanz und nicht mehr gedankliche Freiheit oder innere Ruhe. Wenn man ein Minenfeld verlassen kann, sollte man es tun. Nur in gefährlichen Situation, aus denen man nicht ohne weiteres entkommt, rentiert sich erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, aber in gefährlichen Situationen ist das Leben sozusagen auf "Pause", weil "Überleben" Priorität hat.

    Solange eine Situation nicht gefährlich aussieht, blende ich auch Leute aus, die mich nicht betreffen, und gehe davon aus, daß jede Interaktion dramafreier verläuft, wenn ich davon ausgehe, daß Leute das sagen, was sie mitteilen wollen und tun, was sie für angemessen halten, und jeder der Protagonist in seinem eigenen Film ist.

    Das ist natürlich eine Haltung, die schon aus biographischen Gründen nicht generell selbstorganisiert zu lernen ist. "Es gibt nichts zu fürchten" ist nur sinnvoll, wenn es nichts zu fürchten gibt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich habe jahrelang daran gearbeitet, diesen Haseninstinkt abzulegen. Es bringt nicht mehr Sicherheit, nicht mehr Bequemlichkeit, nicht mehr Akzeptanz und nicht mehr gedankliche Freiheit oder innere Ruhe. Wenn man ein Minenfeld verlassen kann, sollte man es tun. Nur in gefährlichen Situation, aus denen man nicht ohne weiteres entkommt, rentiert sich erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, aber in gefährlichen Situationen ist das Leben sozusagen auf "Pause", weil "Überleben" Priorität hat.

    Solange eine Situation nicht gefährlich aussieht, blende ich auch Leute aus, die mich nicht betreffen, und gehe davon aus, daß jede Interaktion dramafreier verläuft, wenn ich davon ausgehe, daß Leute das sagen, was sie mitteilen wollen und tun, was sie für angemessen halten, und jeder der Protagonist in seinem eigenen Film ist.

    Das ist natürlich eine Haltung, die schon aus biographischen Gründen nicht generell selbstorganisiert zu lernen ist. "Es gibt nichts zu fürchten" ist nur sinnvoll, wenn es nichts zu fürchten gibt.
    Hmm...der "Haseninstinkt" ist das eine. Ich weiss garnicht ob ich aengstlich bin. Ich geh gerne nachts allein in den Wald, allein auf Parties, halte small talk mit sympathischen Fremden, kann auch Trubel, und Menschen unglaublich genießen und spannend finden.
    Ich habe jedoch das Gefühl es "kommt mehr an".
    Emotional, stimmungsmaessig etc. Wie als waere ich ein " schwamm" der Eindrücke aufsaugt und den ich dann an "Ruhetagen" oder bei einem Waldspaziergang "trockenlege".
    Oder wie ein " motoerchen" das geschmiert läuft, aber eben auch mal runterkühlen muss :-)

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    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stimmt, irgendwo habe ich gelesen: wenn man heute durch ein Einkaufszentrum geht sieht man in 15 Minuten mehr Menschen als unsere Vorfahren in ihrem ganzen Leben.
    Bei mir setzt da wohl ein archaischer Flucht- und Abwehrinstinkt ein.
    Ich glaube, punktuelle Vergleiche, ungeachtet, ob sie so pauschal zutreffen, bilden die Unterschiede zwischen den Zeiten nicht korrekt ab und helfen bei der Einordnung der eigenen Bedürfnisse nicht weiter.

    Früher lebten Menschen in der Regel auf viel engerem Raum mit viel mehr Menschen zusammen als heute, Individualisierung war weniger möglich und sich auf sich selbst zu konzentrieren, ohne das Leben einer Gemeinschaft und deren Regeln (zu) unterwerfen (zu müssen) ist eine relativ moderne Erfindung.

    Was bedeuten diese Erkenntnisse aber jetzt für das Spannungsfeld, das die Te dargestellt hat?
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

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    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht hat es auch mit multiplen Traumata in der Kindheit zu tun, in jedem Fall bin ich in Anwesenheit anderer Menschen extrem aufmerksam, fokussiert und interessiert.
    Das kann ich bei mir bestätigen. Ich bin davon überzeugt, dass meine Hochsensibilität ihren Ursprung in meiner Kindheit hat und nichts ist, was mir von der Natur gegeben wurde. Ich kann diesen Kontrast immer sehr gut sehen, wenn ich mit meinem Mann unterwegs bin. Während ich gefühlt alles um mich herum wahr nehme und sogar stehen bleibe, um einen Spatz zu beobachten, geht mein Mann einfach weiter und wundert sich dann, wo ich bleibe.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Problem war meine Struktur eigentlich nur in Partnerschaft mit Männern, die mich immer um sich haben wollten.
    Auch hier erkenne ich mich wieder. Ich habe eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, um meinen Mann zu vermitteln, dass es nicht böse gemeint ist, wenn ich mal nicht kuscheln möchte. Es sind dann einfach zu viele Reize für mich, die ich nicht verarbeiten kann.

  5. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von fritzi72 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, punktuelle Vergleiche, ungeachtet, ob sie so pauschal zutreffen, bilden die Unterschiede zwischen den Zeiten nicht korrekt ab und helfen bei der Einordnung der eigenen Bedürfnisse nicht weiter.

    Früher lebten Menschen in der Regel auf viel engerem Raum mit viel mehr Menschen zusammen als heute, Individualisierung war weniger möglich und sich auf sich selbst zu konzentrieren, ohne das Leben einer Gemeinschaft und deren Regeln (zu) unterwerfen (zu müssen) ist eine relativ moderne Erfindung.

    Was bedeuten diese Erkenntnisse aber jetzt für das Spannungsfeld, das die Te dargestellt hat?
    Ich denke was die TE betrifft sollte sie halt akzeptieren dass sie sowohl Kontakt braucht als auch Pausen. Dass das total legitim und menschlich ist.
    Ich bin auch "picky" bei sozialen Kontakten inzwischen. Energievampire, reine Nehmertypen und Dauerjammergaeste kommen mir nimmer ins Haus. Dann ist automatisch Platz für den eine Handvoll verlesene Kontakte UND Ruhezeit :-)

    @ blacky
    Ja. Obwohl bei Kuscheln hab ich unbegrenzte Lust und Liebe es total!!
    Begrenzt sind meine Kapazitäten was Gespräche, Lärm, starke Aussenreize und Informationsflut angeht.
    Aber es ist OK:-) ich bin zufriedener als viele, denke ich manchmal. Weil es für mich nicht höher schneller weiter sondern eher genussvoller langsamer chilliger und gründlicher heisst. Und wie gesagt mag ich Menschen die da so sind wie ich.

  6. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Zitat Zitat von fritzi72 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, punktuelle Vergleiche, ungeachtet, ob sie so pauschal zutreffen, bilden die Unterschiede zwischen den Zeiten nicht korrekt ab und helfen bei der Einordnung der eigenen Bedürfnisse nicht weiter.

    Früher lebten Menschen in der Regel auf viel engerem Raum mit viel mehr Menschen zusammen als heute, Individualisierung war weniger möglich und sich auf sich selbst zu konzentrieren, ohne das Leben einer Gemeinschaft und deren Regeln (zu) unterwerfen (zu müssen) ist eine relativ moderne Erfindung.

    Was bedeuten diese Erkenntnisse aber jetzt für das Spannungsfeld, das die Te dargestellt hat?
    Sie helfen nicht weiter. Denn jemand, der sich nach Metime sehnt bzw. diese gerne besser kommunizieren möchte, hat ja eine Art von Netzwerk, sonst hätte man ja nur Metime.

    Ich freue mich schon seit Wochen wie Bolle auf morgen. Da habe ich eine sehr schöne Metime geplant: ich gehe vor der Arbeit frühstücken in einem Coffeeshop. Ich war die letzten Tage sehr fleißig, morgen wird es ruhiger und ich gönne mir, erst gegen 09:00 Uhr oder später in der Arbeit aufzuschlagen.

    Ich habe mich neulich mit einer alten Schul-/Studienfreundin getroffen, die seit der Schulzeit einen festen Kreis an Freundinnen hat. Irgendwann erzählte sie im Laufe des Abends, dass sie sich von der ein oder anderen Veranstaltung auch mal ausklingt. Da wurde mir nochmals bewusst: in einem festen, zusammengewachsenen Kreis tut man sich sicher wesentlich leichter zu sagen: seid mir nicht böse, ich bin bei x nicht dabei. Schwieriger empfindet man es bei Leuten, um die man noch "kämpft", wo die Freundschaft noch nicht so gefestigt ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Suzi, ich verstehe deinen Widerspruch nicht.

    Ich nehme mir Zeit für mich. Das kann Zeit für mich alleine sein, das kann Zeit für ein Hobby sein, bei dem auch noch andere Herumwuseln, das kann Zeit für eine Gespräch mit xy sein - me time eben.

    Und lehne Kontakte ab - wenn mich etwas absolut nicht interessiert z.B. Kartenspielen probier ich das nicht mal auch. Wenn ein Energievampir mich bereden will - dann habe ich keine Zeit, egal ob ich einen Termin habe oder noch am herumschwurbeln bin, was ich gerade mache oder nicht mache. Wenn ein A-Typ mich alss seelischen Mülleimer benutzen will -egal was eine Probleme sind - dann habe ich keine Zeit - egal was ich vorhabe.

    Me-Time kann für mich auch mal Arbeitszeit sein - nicht immer aber durchaus einige Arbeiten sind von dieser Qualität. Alleinzeit kann grässlich sein - wenn ich da Fenster putzen muss - oder noch so fünf Arbeiten die es in einer gerechten fairen Welt nicht geben würde !!

    Warum konstruiert du einen Spannungszustand ? Du hast wie jeder Mensch einen 24-Stunden Tag. Davon gehen Notwendigkeiten ab - angefängen beim Zähneputzen und aufhören tut das beim Arbeiten - entweder für Geld - die Butter muss aufs Brot - oder bei der Steuererklärung und Müll rausbringen. Und dann kannst du jeden Tag sortieren, was dir an diesem Tag das wichtigste ist.

    Nach meiner Erfahrung vergessen die Leute die Me-Time einfordern gerne, dass ich, wenn ich diejenige bin deren Kontaktangebot wg. Me-Time abgelehnt wurde - was ok ist - dann das Recht und für mich selbst auch die Pflicht habe, die Distanz / Nähe zu dieser Person neu zu definieren. Mache ich übrigens laufend - das geht so nebenbei. Wer mir ein halbes Jahr lang sagt, er habe keine Zeit mehr für mich, der muss damit klarkommen, dass ich ihm - gegebenenfalls, nämlich dann wenn er auf meiner "Kontaktprioritätenliste" nach hinter gerutscht ist einen Termin in einem halben Jahr anbieten kann. ( Vorausgesetzt, mich inteessiert er nur noch insoweit - soviel - in diesen Zeitkontaktabstand.

    Da habe ich - auch Gesprächen mit Dritten - schon gehört dass die Me-Time-Menschen darauf sehr ungnädig reagieren. Sie wollen doch jetzt Kontakt - also hat das Gegenüber zu spuren!! Mir selbst sind solche Forderungen sicher auch schon begegnet - aber da habe ich zwei Ohren die auf Durchzug stehen und ein sehr selektives Erinnerungsvermögen - d.h. so aus der holen Hand erinnere ich mich nicht daran.

    Was hindert dich daran, das Zauberwort "Organisation" zu nutzen, um dir beide Ziele zu ermögichen ???

  8. Moderation

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    Ich bedaure es immer wenn Leute mir mit "ich brauch grad mal Zeit für mich" oder "ist mir gerade alles zu anstrengend" absagen, aber erstens möchte ich ja, daß die Leute zufrieden, ausgeschlafen und ausgeglichen sind, und zweitens greift da die goldene Regel: Aktzeptiere ich die Grenzen anderer, ist es für mich viel einfacher, meine eigenen zu akzeptieren und zu vertreten.

    Fokus (oder wie allesch sagt, "Organisation") hilft mir da auch. Ich muß mich nicht 24/7 auf Leute konzentrieren und nicht 24/7 Gewehr bei Fuß stehen, falls jemand was von mir will. Aber in den Zeiten, die ich für "Leute" habe, bin ich auch willens und in der Lage, Sachen zu unternehmen, wo mein innerer Schweinehund winselt, "Warum jetzt der ganze Aufwand, das ist so anstrengend! Und vielleicht ist es doof! Oder jemand hat einen Schnupfen und wir stecken uns an, hast du da mal drüber nachgedacht?"
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Wildwusel, dein und mein Schweinehund scheinen aus derselben Zucht zu stammen

  10. Inaktiver User

    AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk

    Nachtrag: ich beobachte an mir, wenn mir ein Kontakt, Freundin, Freund wichtig ist und gut tut!! dann treff ich mich auch müde oder nach langem Arbeitstag wie selbstverständlich.
    Wenn nicht, bevorzuge ich me time und sage ab. Das läuft halb bewusst ab und sagt mir selbst viel drüber aus, wer mir gut tut :-)

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