Ah... DAS bin ich also!
Ich wollte noch mal gerne auf deinen Strang-Titel eingehen, Suzie Wong. Ist es denn wirklich so, dass du gerne ein größeres soziales Netzwerk möchtest? Ja, du hast es ja schon eingefügt: die Stabilität wäre natürlich größer, wenn der ein oder andere mal wegbricht. Aber was bringen dir zehn Telefonnummern mehr? Zehn Gäste auf der Geburtstagsfeier? Mir gefällt der Spruch: "Ein voller Terminkalender ist nicht automatisch ein erfülltes Leben". Ist das eher so ein gefühlter Anspruch an das eigene Leben?
Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass ein erfülltes Leben ein Leben ist, in dem man sich möglichst gut kennen lernt und entsprechend den eigenen Bedürfnissen lebt (inklusive der manchmal schwierigen Erfahrung, dass das, was man will, nicht automatisch das ist, was man braucht). Das geht nicht immer, als soziale Wesen, die ja auch introvertierte Menschen sind, sofern sie sich nicht völlig der Einsiedelei verschrieben haben, gehen wir immer mal wieder Kompromisse ein, die so etwas wie der "soziale Schmierstoff" sind. Wichtig ist, dass das nicht dazu führt, die eigenen Bedürfnisse zu leugnen und sich zu verbiegen. Und es gibt ja noch eine ganze Menge zwischen Egotrip und Selbstverleugnung.
Das Thema Mittagspause kenne ich auch. Ich bin ebenfalls in einem Beruf, der sehr viele Kontakte, sehr viele Gespräche mit sich bringt. Für mich hat es dann keinen Erholungswert, auch noch die Mittagspause mit Menschen zu verbringen, selbst wenn sie mir sympathisch sind. Ich habe mich dann irgendwann aus der gemeinsamen Mittagspause ausgeklinkt, gehe stattdessen ein wenig spazieren oder lese. Das führte keineswegs zu einer Verschlechterung der kollegialen Kontakte. Wir haben hier die Regelung, dass eine halb geöffnete Tür so etwas wie "Komm rein, wenn du magst" bedeutet. Und das nutze ich jetzt öfter. Eben dann, wenn mir wirklich danach ist.
Dieses "wenn mir wirklich danach ist" ist mir in den letzten Jahren wichtig geworden, weil es auch ein Erspüren der eigenen Bedürfnisse ist. Es lässt sich nicht immer umsetzen, Geburtstage sind nun mal an bestimmten Tagen, Konzertkarten wollen irgendwann gekauft sein etc.. Ich vermeide es aber zum Beispiel, mir regelmäßig wiederkehrende Termine anzutun: Einen Sprachkurs lieber in Intensiv-Form eine Woche lang als monatelang immer an einem bestimmten Abend (auch dann, wenn der Arbeitstag gerade zum K...en war und ich lieber mit Buch in die Badewanne möchte), eine Sportart so, dass es egal ist, ob ich sie am Donnerstag Abend oder am Samstag Nachmittag betreibe.
Ich sehe auch nicht den Wunsch nach Me-Time konträr zu sozialen Kontakten. Genau wie jeder Mensch ein Mindestmaß an Schlaf braucht, braucht es auch immer wieder Zeit zum Auftanken der introvertierten Seite, damit man das Miteinander auch genießen kann. Das tue ich nämlich. Ähnlich wie Sternenfliegerin mag ich Menschen, bin an sie interessiert. Ich muss nur eben einplanen, dass es mich auch Kraft kostet und ich eben Zeiten des Rückzugs zum Auftanken brauche - zwei Seiten derselben Medaille.
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22.10.2018, 08:22Inaktiver User
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
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22.10.2018, 09:11
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
Danke für den Begriff.

Ich gehöre auch zu dieser Gruppe... Bin einerseits ein sehr grosses Gesellschaftstierchen und kann stundenlang mit guten Freunden intensiv zusammen sein, auch in grösseren Gruppen.. und dann kommen wieder mehrere Tage am Stück, die ich komplett für mich sein kann und nur mein Zeugs mache (mein Freund ausgenommen) und völlig erfüllt davon bin. In diesen Tagen brauche ich eigentlich nichts anderes. Manchmal kann das auch länger als ein paar Tage sein.
Auf jeden Fall wechseln sich diese Phasen ständig ab, und ich bin auch ständig auf Balance dieser beiden Teile angewiesen, weil ich sonst aus dem Gleichgewicht gerate. Beide Teile in mir scheinen also etwa gleich stark ausgeprägt.
Beim Lesen hier habe ich festgestellt, dass ich offenbar Glück mit meinem Umfeld habe, denn es gab eigentlich noch nie grosse Probleme mit meiner Prägung. Ich kommuniziere aber relativ deutlich, wenn ich merke, dass mein "me-time" Tank sich gerade am Leeren ist, einfach ganz einfach mit dem Satz "ich brauche Zeit für mich" oder "ich bin gerade eher etwas im Rückzug, hat aber nichts mit Dir zu tun" oder "ich verkrieche mich gerade mal wieder in meine Höhle" oder Ähnliches.
Der Einzige, der mir in den Sinn kam, der damit Probleme hatte, war mein erster langjähriger Freund. Der hat meine Wechsel nicht so gut verstanden.
Ich würde also zu sehr klarer Kommunikation raten. Und man kann bei einem Glas Wein auch mal länger erklären, wie man tickt... eben ambivertiert.
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22.10.2018, 09:52Inaktiver User
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
nun ..ich selbst habe Ängste irgendwann allein ohne Freunde zustehen, habe meine Familie, meinen Mann Tochter mit Enkelkind und Mann.
Mir reichen sogar die Kontakte auf Arbeit, das sind sehr gute Kolleginnen die ich dann abends nach der Arbeit treffe.
Ich habe im Umfeld wo ich wohne gar keinen Kontakt, da schlafe ich nur..wohne ländlich und pendele. Habe nette Nachbarn, aber für Freundschaft reicht es nicht. Da gehen die Interessen zu weit auseinander.
Wir haben noch ein befreundetes Paar das wohnt 100 km weit weg das treffen wir mit dem Wohnmobil meist. Auch sonst sind wir am Wochenende unterwegs und treffen neue Leute
Aber derzeit brauch ich keine Freunde, die ich spontan am Wochenende treffe, die in der Nähe wohnen (dazu kommt das ich oft umgezogen bin)
Fazit: Ich bin total zufrieden so wie es ist, mach mir aber einen Kopf für die Zukunft wenn ich mal nicht mehr berufstätig bin (muss noch 15 Jahre arbeiten)… Freundschaften wachsen ja auch und das sehe ich bei mir nicht (weil ich es derzeit auch nicht will)
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22.10.2018, 10:00Inaktiver User
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
Wieder Guten Morgen.

Weiß nicht, ob das nicht immer gut es, es macht Menschen wie uns aus.
Man kann gar nicht anders.
So, wie, wenn ich jemanden sehe, der Hilfe braucht, dann biete ich die an- und ich nehme es eben wahr.
Während schon 15 Andere geistig abwesend einfach dran vorbeigelaufen sind.
Umgekehrt werde ich aber offensichtlich oft päsenter wahrgenommen, das erlebe ich immer wieder.
Ich habe erst als lange Erwachsene wirklich kapiert, daß sehr viele Menschen längst nicht soviel "zwischen den Zeilen" mitbekommen wie ich.
Mittlerweile habe ich dafür auch eine logische Erklärung, es hat einerseits sicher was mit der eigenen Persönlichkeit und Empathiefähigkeit zu tun, ich glaube aber auch, daß es prägungsabhängig ist.
Als Jugendliche hatte ich eine Freundin, die ebenso zwischenmenschlich empfindsam ist, daher war unsere Wahrnehmung für mich alltäglich- erst im Austausch mit Menschen später wurde mir immer klarer, daß längst nicht alle Menschen so tief fühlen, denken, analysieren und wahrnehmen.
Das liest sich für Außenstehende wahrscheinlich einfach nach verkopft, aber wer das kennt, wird wissen, daß auch das nicht stimmt, daß zumindest ich mich sehr auch von Gefühlen leiten lasse und ihnen viel Raum gebe.
Suzie, wenn Du das alles so kennst, dann hast Du Dich wahrscheinlich auch schon in das Thema HSP eingearbeitet?!
Da wird dann auch vieles viel klarer und erklärt sich von selbst.
Übrigens natürlich auch da größere Bedürfnis nach Zeit nur für sich.
Finde ich logisch, wahrscheinlich mögen Dich Deine Leute einfach sehr gern, also möchte man Dich immer dabei haben.Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass es auffällt, dass ich nicht dabei bin
Daran solltest Du arbeiten, Du bist nicht in einer Bringschuld sondern es muß auch Dich bereichern.und es ist eher ein kleines schlechtes Gewissen, wenn ich mich ausschließe.
Das tut es ja auch oft, aber eben nicht immer.
Ja, unbedingt.Schlechtes Gewissen triff es nicht richtig. Och, man kennt ja seine Pappenheimer. Würde ich das sagen und nicht dabei sein, dann wäre das Thema der nächsten Runde: hat suzie was?
Aber, da sollte ich drüberstehen, oder?

Und die Antwort ist doch ganz einfach und völlig ok- Suzie braucht gerade Zeit für sich.
Freut mich.
Ich finde, sogar hier im Forum bekommt man mit der Zeit ein gewisses Gespür für ähnlich tickende Menschen.
Da sind die Dauerpräsenten, die überall mitschreiben aber oft mit wenigen kurzen Einwürfen, da sind die, die sich in bestimmte Themenkreise einbringen und da sind die, die mal spürbar päsent sind und sich dann wieder - auch länger- zurückziehen.
Natürlich kann sowas auch andere Gründe haben, aber gerade auch im Inhalt der Posts ergibt sich schon ein kleines Bild.
Habe ich auch so festgestellt, ich gestehe mir seit einigen Jahren einfach auch voll zu, alles zu fühlen, was ich fühle.Früher war ich da belastbarer, hat sich mit den Jahren verändert, bis hin zu : Es gab Jahre, wo ich recht einseitig aufgestellt habe u mehr Me.-Time brauchte.
Auch das, was ich lange eher verdrängt hatte. Und je mehr das passiert, desto qualitativer empfinde ich beide Aspekte, die Zeit für sich und die Zeit mit - ausgewählten- Menschen.
Könnte es auch ein Lernprozeß gewesen sein, das Gegenüber besser einzuschätzen?Gut nachgespürt, was ich genau gern mit wem teilen mag u kann!!
War bei mir jedenfalls so.
Wie gesagt, erst als ich die gegebene extreme Verschiedenartigkeit von Menschen wirklich verstanden hatte, gelang das besser.
Mir hat mal eine Freundin gesagt, sie kann gar nicht nachvollziehen, wie tief und viel ich fühle.
Da ich ja allermeistens auch nicht über alle Themen spreche, ging ich vorher als junge Frau immer davon aus, solche Gefühlswelten und Gefühlstiefen hat jeder, kommuniziert sie aber natürlich nicht ständig.
Also alle fühlen sozusagen "alles", was mich auch bewegt, aber es gibt natürlich keinen Grund dafür, sich darüber so intensiv auszutauschen, weil ja alle das erleben. Kein Thema also.
Sie versicherte mir, daß das bei ihr einfach nicht der Fall ist.
Insgesamt wurde in dieser Zeit erst ein großer Lernprozeß angestoßen, weil ich dann auch noch einen Mann kennenlernte, der ebensoviel Lust an einem Austausch zu Wahrnehmungen und Gefühlen in allen Lebensbereichen hatte wie ich, der aber völlig gegensätzlich zu mir war. Das hat extrem bereichert, war wertvoll und horizonterweiternd.
unterschreib(Unzuverlässigkeit ist mir ein Greuel ! Und ich hab gelernt,. dass durch gute Kommunikation auch derartige Dinge möglich sind)
Das finde ich richtig toll, freut mich für Dich - und ist für sie sicher auch die bessere Lösung.Aus 2 langjährigen Gruppen bin ich ausgetreten, mit der entsprechendenErklärung, dass mir selbst eine 3 monatige Verabredung zuviel ist
Ich aber sehr sehr gern an unregelmäßigen Treffen teilnehmen möchte
Erstaunlicherweise "durfte" ich bleiben-ev weil ich es gut ausgedrückt habe
Oh ja!!!
Geht mir genauso.
Und wenn es über die erste Lese-Symapthie geht und es für beide Seiten stimmig ist, dann ergeben sich gerade auch aus Forenkontakten manchmal richtig schöne echte Bekanntschaften und mit der Zeit dann sogar Freundschaften mit Treffen, Reisen und stabilen, wertvollen real life-Kontakten.
Danke, kannte ich auch nicht.
Genau das, hatte es mal gegoogelt und den Test gemacht.
Bingo, natürlich.
Witzig war eine Frage, bei der man aus 3 Optionen wählen mußte- und es fiel mir sehr schwer, war eigentlich nicht möglich
, weil alles 3 wieder absolut ich war. 
Schönes Beispiel.
Trotzdem habe ich in meinem Umfeld mehr Menschen, die sich genauer zuornden können.
Mein Partner ist manchmal wochenlang auf Geschäftsreise, es gibt dort manchmal nicht mal Internet, also kein Kontakt zu ihm.Nichts anderes ist es mit Kontakten- mal nur zu uns mal zu anderen.
Es ist ganz normal, dass wir beides in uns tragen und auch beides gelebt werden will.
Ein ausgewogenes Leben hat genau das in sich; Zeit für mich und mit mir- Zeit für und mit anderen.
Hier, wo ich lebe und auch arbeite, habe ich aus bestimmten Gründen auch keine Kontakte außerhalb von freundlichem Nachbar-Smalltalk und dem - sehr sehr netten - Briefträger.
Anfangs rief mich dann meine Mutter 1-2 mal am Tag an, damit ich überhaupt mit einer bekannten Stimme spreche, weil es für sie unvorstellbar war, daß mir dann nicht die Decke auf den Kopf fällt.
Für mich war das gar kein Problem, im Gegenteil, es hat mich eher genervt, daß sie das so tat und ich habe es dann wieder freundlich abgeschwächt.
Was ich damit sagen will, für sie war das unvorstellbar und schlimm und für mich ist es eine gute Zeit.
Also nicht jeder will alles so leben.
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22.10.2018, 12:12Inaktiver User
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
Hallo, ☺️, auf die Postings gehe später noch ein (bin auf der Arbeit 😉). Aber, ich werde mir gleich direkt eine Metime nehmen: ich gehe allein mit mir essen. 😁
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22.10.2018, 15:21
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
NicNacNocs Posting hat mich diesen "will man wirklich mehr, und warum?"-Gedanken mal mit "Und wenn ja, wie und was?" weiterspinnen lassen.
Der Tag hat nur 24 Stunden, und es gibt viele Menschen, Verpflichtungen, Aktivitäten und Notwendigkeiten, die einen Teil davon haben möchten.
Meist hat man, wenn man sich nicht einsam fühlt oder allein langweilt, genau die Art und Anzahl von Kontakten, die man "schafft" ohne daß man sich streßt oder anderen nicht gerecht wird (Zusagen nicht einhalten kann, angemessene Erwartungen nur noch pro Forma erfüllt....).
Will man also "mehr Leute" -- auf Vorrat, aus Interesse, weil Kontakte nützlich sind -- muß man gucken, in welchem Beziehungsgrad man die haben kann ohne daß man daran scheitert. Und dann müssen es natürlich Leute sein, denen dieser Beiziehungsgrad paßt.
Aber "Bekannter, den man nicht oft trifft, aber dann immer mag" oder "den man oft trifft und mag, aber mit dem man nicht in die Breite oder Tiefe geht" ist eine Position, die bei vielen noch im sozialen Kalender unterzubringen ist. Und ergibt ein brauchbares soziales Netzwerk.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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22.10.2018, 16:39
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
So in der Nachschau hatte ich immer die jeweils passenden Menschen
Manche sind geblieben, manche wieder gekommen, mit manchen eine neue Ebene gefunden, bei anderen angeknüpft
Plus zu den neu dazu gekommenen....
Aber : ich hab z.T auch echt Prozesse mit manchen Menschen gehabt, bis es passte oder auch nicht mehr
Sorge um fehlende Kontakte hab ich eigentlich nicht
Mit dem früheren Männerfindungsprozess war ich nie so locker *knatsch*Es wird Zeit für eine neue Signatur
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22.10.2018, 16:40
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
Ich kann echt gut durchhalten und gleichzeitig ertrage ich unpassende Kontakte nicht
Auch sehr ambivertiertEs wird Zeit für eine neue Signatur
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22.10.2018, 18:40Inaktiver User
AW: Me-Time contra Wunsch nach (größerem stabilem) sozialen Netzwerk
Damit triffst du mein Sozialverhalten recht gut. Ich bin ein Quasselstrippchen, neugierig, tratsche gerne (
), aber ich bin nicht jemand, der eng/vertraut sein muss mit anderen oder andere gerne an sich nahe heranlässt. Da habe ich Mr Wong und meine Mutter. Das soll aber nicht heißen, dass ich oberflächlich bin.
Vielleicht hat man genau dann Probleme, gute/feste Freund zu finden, weil man ein wenig herumschwirrt? Ich sinniere gerade.
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22.10.2018, 18:50Inaktiver User




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