Hallo am Tag der Deutschen Einheit...
Ich komme aus einem Familiensystem, wo es ständig Krach gab - wegen Kleinigkeiten. Jemand anderes hätte sich gedacht "Shit happens" und mit den Schultern gezuckt - aber zu Hause gab es echt wegen Nichtigkeiten extrem Stress. Das hält keiner auf Dauer aus. Vielleicht deshalb, dass man lieber dann gleich klein beigibt - man hat die Kraft dafür einfach nicht.
Abgesehen davon macht es auch echt krank: Allergien, Bluthochdruck usw. Nur viele denken dann, das ist halt vererbt. Das Familiensystem meines Mannes ist eben auch so. Es gibt keine Zusammenkunft ohne Plärren und Streiten. Echt so. Vielleicht kann man das an einer Hand abzählen.
Die Familie meines Vaters hat sich gewissermaßen erledigt, aber die Schwiegerfamilie... Naja, es ist zum Glück weniger geworden, aber das bleibt ja vielleicht nicht so. Denn denen passt das so irgendwie ja doch nicht, auch wenn sie was anderes sagen erst mal... Das wird sicherlich schon an einem Plan getüftelt, wie sie das wieder hinkriegen, dass wir wieder öfter kommen usw.
Tja, daran liegt das wahrscheinlich schon sehr - weil eben diese ständigen, heftigen Streitereien ganz schön an die Substanz gehen. Und man ist daher schon mal von Grund auf geschwächt und labil (ich jedenfalls). Es gibt Familienmitglieder, die das nicht als schlimm empfinden, jedenfalls nicht so schlimm wie ich. Auffallend sind auch frühe Arbeitslosigkeit, da völlig fertig, nicht mehr belastbar oder/und krank, schlecht bezahlte Jobs und miese Arbeitsbedingungen (wobei das ja heute auch schon nicht mehr so schwierig ist so einen Job zu finden).
Negative Reaktionen sind aber auch oft so extrem, dass es dann heißt: "Dann sieh zu wie du klar kommst..." oder so. Nach dem Motto du wirst schon sehen wie weit du kommst. Also quasi wird man unter Umständen komplett alleine gelassen mit allem, wenn man bestimmte Dinge nicht will. Wird dann auch nicht wirklich umgesetzt - vielleicht auch weil ich ja eh immer zurückrudere. Wenn einfach nur jemand mal eingeschnappt wäre, das wäre vielleicht noch relativ einfach. Vielleicht empfinde ich das immer so, dass dann gleich alles zu spät ist, wenn ich jemanden enttäusche oder so. Keine Ahnung.Üben Nein zu sagen und etwaige negative Reaktionen aushalten ist der erste Schritt. Dem musst Du Dich stellen!
Es gibt zum Thema sicher einige Bücher die für Dich hilfreich wären. Im Augenblick fällt mir aber keines ein, was ich empfehlen könnte.
Vielleicht bin ich es auch von Jugend an so gewohnt. Eben weil es immer so extrem war zu Hause. Weiß nicht.Kann es sein, daß dir, was immer du willst, nicht so wichtig ist wie das andere dich mögen/nett zu dir sind/nicht nerven/dir keinen Ärger machen/Frieden herrscht/du niemandem zur Last fällst?
Ja, so habe ich mir das auch gedacht. Die Leute kommen auf mich zu. Warum? Weil sie was von mir wollen. Ich kann oder will das dann auch nicht abblocken, weil die ja zuerst nett sind usw. Das sind sie auch oft dann noch, wenn sie dich übern Tisch ziehen oder schon gezogen haben. Das ist schwierig. Gestern kam mir so der Gedanke, dass man nur noch Menschen ins Leben lassen sollte, die man selber angesprochen hat. Und alle die auf mich zukommen sofort abwimmeln sollte? Sicher ist das auch nicht allgemeingültig?! Und träte ich selbstbewusst auf - und nicht süß und nett - dann kommen die Abzocker gar nicht erst zu mir, sondern suchen sich gleich jemand anders. Dann hätte aber auch keiner, der selbstbewusst wäre Leute anhängen, die von seinen Ressourcen abhaben wollen. Heißt es kommen dann die, die vielleicht noch schlimmer sind auf mich zu - da sie wissen, dass sie's auch mit einer selbstbewussteren Walburga aufnehmen können. Und es würde voraussetzen, dass ich sehr aktiv bin, was ich nicht bin und auch gar nicht sein möchte.Das macht dich zu leichter Beute für Leute, die besser als Katze zur Welt gekommen wären. (Du weißt ja, Hunde haben Herrchen/Frauchen, Katzen haben Personal.) Und führt dazu, daß du dein Umfeld zugunsten von Leuten sortierst, die genau wissen was sie wollen und enschlossen sind das zu kriegen.
Jetzt sagst du was. Wäre mir jetzt gar nicht mehr eingefallen. Ich erinnere mich dunkel an das verzweifelte Männchen. Werd's mir aber gleich wieder anschauen und auf die Favoriten legen. Wenn Menschen einfach nicht akzeptieren wollen, dass man nein gesagt hat...Das ist nicht so selten. Ich empfehle von Loriot, "Ich will hier nur sitzen." Wir lachen über Komödianten, weil das, was sie sagen, wahr ist. Zu wahr...
Aber so gesehen merke ich schon, dass ich total unabgegrenzt bin. Wenn ich irgendwo sitze und es kommt jemand, dann ist das selbstverständlich für mich, ihn oder sie da sitzen zu lassen und lasse mich zutexten. Ob ich das selber eigentlich will oder nicht - es gehört sich so, denke ich. Und da geht das Problem eigentlich schon los, dass man immer offen zu sein hat für Fremde, die einen ansprechen usw.
Mich verrückt machen und andere retten. Nä, das wäre nichts für mich. Erntet man auch nur Undank.Was würdest du tun, wenn du etwas unbedingt wolltest? Wenn du die Frau in einem Action- oder Katastrophenfilm wärst, die als einzige weiß, in welcher Gefahr alle sind und was getan werden muß? (Oder such dir ein Szenario, was dich anspricht.)
Das würde gar nicht gehen, weil dann wieder Stress und Krach ist und ich wieder bearbeitet werde... Dinge, die woanders möglich sind - es geht einfach nicht. Außerdem verpasse ich den Auslöser, weil eben alles schon so normal ist bei den Treffen, dass es einfach für mich nicht funktioniert. Ich kann höchstens versuchen, nicht mehr mit hinzufahren. Allerdings könnte das je nachdem dann als Kriegserklärung an die Gegenseite aufgefasst werden. Mein Mann benutzt dann nämlich auch sämtliche Ausreden: sie fühlt sich nicht gut, ist krank etc.Was wäre so wichtig, daß du es unbedingt wollen könntest, und was würdest du tun? ("Davonschleichen und tun, was gemacht werden muß" ist eine übrigens eine völlig angemessene Lösung.) Kannst du dir vorstellen, das zu tun? Wie würde das gehen?
Ich weiß es nicht, da es sowieso nicht geht. Also ich suche nach einem Weg, überhaupt mal die Nase mehr rausstecken zu können. Vieles hängt auch am Geld. Aber nicht alles.Was davon kannst du umsetzen, wenn es nicht draum geht, die Welt zu retten? Und was ist dir wichtig genug?
Ja, begründen muss man immer - aber damit kommt nicht weit, denn der andere akzeptiert keine Begründungen. Da kannst anbringen, was du willst. Der findet - du hast keine Rechte - also wird alles abgelehnt. Man kann auch versuchen, nicht zu begründen, dann kriegt man aber auch keine Ruhe. Dann wird erst der Wille gelassen, aber nach und nach wieder aufgefahren und am Schluss bist du doch wieder da, wo du gar nicht sein wolltest. Komplett Abbruch - mein Mann würde das nie mitmachen. Und dann würde ich mich erst sicher fühlen, wenn ich auf einem anderen Kontinent leben würde und die anderen Flugangst haben.Literaturtipps: "Am A*** vorbei führt auch ein Weg" und "Einen Sch*** muß ich." (OK, die sind ziemlich direkt. Aber mal "ziemlich direkt" in Aktion zu lesen kann schon neue Perspektiven eröffnen.) Danach kommt dann: Üben. Fang mit was leichtem an, was man nicht begründen kann und deswegen nicht muß, und arbeite dich vor.
LG erst mal wieder und einen schönen Feiertag
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03.10.2018, 14:58Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
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04.10.2018, 14:14Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
"Ich will nur hier sitzen." Ja, diese Ignoranz, das kenne ich leider zu gut.
Ich denk' grad so drüber nach. Wenn bestimmter Besuch kommt (zum Glück nicht oft) - die kommen immer früher als abgemacht. Bisher war es so 1/2 Stunde, letztens standen sie "plötzlich" vor der Türe - 1 Stunde zu früh. Ich trau' mich nicht, was zu sagen. Ich kann mir schon denken, dass es wieder so abgetan wird und es eben kein Grund ist, sich zu beschweren geschweige denn etwas zu ändern. Und wenn es dann eskaliert und ich beharren würde, dann wäre die Person wohl ziemlich sauer. Desweiteren muss man noch Angst haben, dass auch gewisse Unterstützungen bei Aktionen wie Auto in die Werkstatt bringen, wenn mein Mann arbeitet oder ähnliches, auch wegfallen.
Ich finde das echt furchtbar, weil ich mich wie in einer Zwickmühle fühle. Klar, dann müsste man sich jemand anderes suchen, der mit dem Auto hilft - aber wen denn? Und wenn ich jetzt Krach anfang', dann hat mein Mann drunter zu leiden, der dann selber gucken muss wie er von der Arbeit weg kommt. Wenn ich es machen würde, müsste ich den ganzen Tag vor Ort verbringen. Ich weiß gar nicht, was ich so lange machen und soll und wo ich hin soll so lange.
Wenn es dann noch mehr von diesen Personen im Umfeld gibt... Vor einiger Zeit waren wir verabredet um eine bestimmte Uhrzeit. 3 Stunden vor dieser Zeit klingelt das Telefon, wir sollen uns fertig machen, sie wären unterwegs. Und wenn du dann entsetzt bist am Telefon und auf der Uhrzeit beharrst, dann bekommst du kein Verständnis, sondern nur Einwandbehandlung. Wir müssten uns ja nicht stören an ihnen, wenn sie da sind (an die Stirn klatsch).Der Tag ging damit zu Ende, dass die andere von mir eine Entschuldigung erwartet hat.
Ich möchte am liebsten gar nichts mehr mit solchen Menschen zu tun haben. Aber es geht leider nicht komplett ohne.
Mir macht das alles echt viel Stress und ich frage mich, was beim nächsten Mal wieder ist...
Das Problem ist auch hier, dass es auch noch viele andere von dieser Machart draußen gibt, auf der Arbeit z. B. etc und man ihnen nicht immer aus dem Weg gehen kann. Und man kommt nicht an gegen diese Dominanz und das Unverständnis. Mir fällt dann oft schwer, meinen Standpunkt zu behaupten, weil ich mir selber dabei total blöd vorkomme, wenn die anderen drauf pfeifen und ihr Standpunkt irgendwie wichtiger ist als meiner. Man kommt sich kleinlich vor und gibt sofort nach.
Ich hasse das.
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04.10.2018, 14:30Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Eine vernünftige Werkstatt hat ja auch einen oder mehrere Werkstattwagen, die man dann stattdessen fährt.
Ich seh das Problem nicht.
Ich kenne einige Menschen wie dich und diskutiere dieses nicht-nein-sagen-können hin und wieder.
Alle denken, sie hätten keine Freunde mehr, wenn sie das mal täten. Wenn es so wäre, hätte ich keine Freunde, und ich hab genug. Du wirst dich wundern, wie sich Dinge verändern, wenn du plötzlich Flagge zeigst. Du musst es eben versuchen.
Nein, nicht versuchen, machen.
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04.10.2018, 14:43Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Geht auch darum, dass man denkt, es nutzt eh nichts und man hat nur Streit und Stress...In einer Familie, wo es immer nur solchen gibt - ich pack' das nicht mehr.
Wenn das eine geklärt wäre, kommen wieder etliche andere Streitpunkte dazu.
Ein großes Thema ist UNRUHE. Die Familie ist extrem unruhig. Und daher auch ungeduldig in vielen Dingen, daher auch dann Überrumpelungsaktionen und ich mach' das jetzt schnell, dann ist es erledigt oder was auch immer. Schnell an die Decke gehen, laut werden.
Meine Nerven machen das auch nicht mehr mit.
Die Werkstatt macht er auf, wenn mein Mann schon auf Arbeit sitzt. Abends könnte man's schaffen, aber erst mal muss er ja auch hinkommen. Ob er dieses Mal ein Auto umsonst kriegt, weiß ich nicht. Sich einen Mietwagen holen, können wir uns halt auch nicht leisten. Es muss eben auch diese Werkstatt sein, weil das Auto dort gekauft wurde und es eine Garantieleistung ist.
Ich vermute mal, dass es so einfach bequemer ist, wenn die das Auto hinbringen.
Der Kontakt wird immer bleiben, mir ist das schon klar. Ich weiß aber auch nicht weiter, wie ich damit klar kommen soll.
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04.10.2018, 14:57Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Vielleicht macht man's ja auch, um dann seine Ruhe zu haben. Oder weil man jemand anderen nicht enttäuschen möchte. Weil die ganze Familie über den Nordpol latscht, enger zusammenwächst und ich alleine bleibe? Es geht ja nicht nur um eine Aktion, sondern das ganze würde sich ja multiplizieren.Es gibt doch bestimmt Dinge, bei denen du dir sicher bist.
Es wird dich wohl kaum jemand dazu bequatschen können, zu einer Besteigung der Eigernordwand mitzugehen. Oder zu Fuss über den Nordpol. Oder ein Kind grün und blau zu schlagen.
Fühle mal in dich hinein, welches Empfinden du hättest bei "ich soll ein Kind grün und blau schlagen" - und dieses klare Empfinden von Ablehnung und "nie im Leben mach ich das!" kannst du dann lernen, auf andere Situationen zu übertragen.
Zu Hause, allein, gibt es das: Also DAS will ich NICHT. Wenn ich unter anderen bin, die das für selbstverständlich halten, ich weiß nicht, es funktioniert einfach nicht.
Auf der Arbeit habe ich mich da ziemlich gut im Griff. Dafür habe ich aber ja auch zu niemandem wirklich Kontakt und mich ziemlich ausgegrenzt.
Habe ich auch mal gemacht. Es war abends bei einer Besprechung. Ich sagte, da müsse ich noch drüber schlafen. Die haben ziemlich blöd geguckt, aber nicht nachgehakt und genervt und ich dachte: och, geht ja. Am nächsten Morgen hatten wir dann aber einen von ihnen im Hotel noch beim Frühstück an der Backe. Und da wurde dann genervt und nachgehakt und beschwatzt. Bei räumlichem Abstand geht es ganz gut. Den gibt's leider nicht immer.und wenn du schwankst, sage "ich muss darüber noch nachdenken", und wiederhole das immer und immer wieder.
Wenn du aber einen Partner zu Hause hast, der dich bequatscht und nervt - also ich meine, das ist wohl mit ein Problem.Triff NIE eine Entscheidung, während dich jemand bequatscht. Sag "ich muss das überlegen", überlege in aller Ruhe, ALLEIN bei dir zuhause, warte bis du dir wirklich sicher bist, und teile erst dann deine Entscheidung mit. Wenn das Tage dauert, dauert das Tage. Wenn das Wochen dauert, dauert es eben Wochen. Oder Monate. Es dauert solang es dauert.
Oder auf der Arbeit, wenn jemand so forsch ist und dich überrumpelt. Oder sonstwo, wo du dich nicht einfach zurückziehen kannst. Klar, ist ja auch alles logisch.
Leider bin ich oft so, dass ich starr bin vor Angst, Schreck, was auch immer. Und Angst, wenn ich jetzt nicht ja sage, dann passiert was Schlimmes. Ich weiß auch, dass das eben auch eine Masche derer ist, die einen reinlegen wollen. Beim Kauf-TV "nur noch x Exemplare". Ich weiß es eigentlich.
Ich bin auch gar nicht schlagfertig. Bei vielen Menschen bin ich tatsächlich starr vor Angst.
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04.10.2018, 14:59Inaktiver User
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Gerade, wenn es eine Garantierleistung ist, sollte die Werkstatt das Auto so dazugeben. Ansonsten hat es jetzt bei Toyota 21 Euro pro Tag gekostet.
Du machst dir das Leben mit diesen komplizierten Gedanken selber schwer.
Wenn du nicht willst, sag, ich mache das nicht. Wenn dann diskutiert wird, sag, ich diskutiere das nicht, du kennst meine Antwort.
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04.10.2018, 15:02
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Walburgilein, wenn du, wie du schreibst, dir nicht mal etwas *vorstellen* kannst, was für dich wichtiger wäre als kein Mißfallen zu erregen -- angefangen mit Baes Beispielen, und nicht damit endend -- dann lebst du genau das Leben, dem du gewachsen bist. Und das ist nicht gut, denn das ist ein extrem gefährliches Leben, wie jeder sprichwörtliche tote Lemming weiß.
Ohne eine Vorstellung von etwas, für das es wert wäre, Mißfallen zu erregen, ist es natürlich nicht möglich, sich einen Pfad zu suchen, wie man mit diesem Mißfallen umgehen kann. Man fällt immer wieder auf die eine Möglichkeit zurück: Zu tun, was einem gesagt wird. Warum nicht? Es ist nicht die Mühe wert, es nicht zu tun, oder? (Sagte der sprichwörtliche Lemming.)
Du kannst es statt mit Ziel- mit Prozeßorientierung versuchen. Sage zu irgendetwas völlig trivialem, unwichtigen, das dir am Allerwertesten vorbeigeht, wo du echt kein Pferd im Rennen hast, "nein". Und sonst nichts. Keine Begründung, keine Erklärung, keine Entschuldigung, keine Diskussion, keine Argumente, kein Feilschen, keine Bewegung. Nichts. (Die Normalversion davon ist, das "Nein" freundlich zu sagen und eine Höflichkeitsfloskel wie "geht leider nicht" hinzuzufügen. Aber erst mal die Grundversion.)
Was passiert?
Es werden Begründungen verlangt. Du gibst keine.
Du wirst verspottet. Du reagierst nicht.
Du wirst beschimpft und angeschrien. Du widerholst im Gesprächston: Nein.
Alle anderen gehen ohne dich weg. OK.
Sie kommen wieder und schreien dich alle an.
Sie verspotten dich dein Leben lang dafür.
Sie versuchen, dich in eine Klinik einweisen zu lassen.
Sie werfen dich mitten in der Landschaft aus dem Auto.
Sie drohen dir Gewalt an.
Sie setzen die Drohung um.
... überlege dir, wann du 110 wählst. Aber so siehst du, wie weit dein Umfeld bereit ist, zu gehen. Und dann überlege dir, inwiefern das Menschen sind, die dir wichtig sein sollten.
Mal weg von den Extremen: Dein ganzes Umfeld ist daran gewöhnt, daß du dazu da bist, ihnen das Leben so einfach wie möglich zu machen. Natürlich schreien sie wie alleingelassene Dreijährige, wenn du andeutest daß es eine Idee eines Gedankens einer Möglichkeit gäbe, daß du diese Rolle eventuell eines Tages möglicherweise nicht mehr zu 100% erfüllst. Das würde nämlich bedeuten, daß sie ihren Kram alleine auf die Reihe kriegen müssen. Überleg mal, was jeder von dir weiß, was er von dir verlangen kann ohne das Risiko einzugehen, daß er es nicht kriegt. Ohne Geschrei wird's also nicht abgehen. Die Lebensphase, wo man sich aus der Abhängigkeit davon, daß andere Leute für einen machen, lösen will, heißt "Kindheit" und ist vorbei. "Erwachsen" ist die Phase, wo man sich aus dieser Abhängkeit lösen muß, weil andere Leute, die was für einen machen, nicht immer und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Dieses schmerzliche Wachstum steht deinem Umfeld noch bevor. So oder so.
Bist du sicher, daß dein Mann außerstande ist, ohne deine Zuarbeit von der Arbeit nach Hause zu kommen?Geändert von wildwusel (04.10.2018 um 16:18 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.10.2018, 16:00
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Walburgilein, du überlegst, denkst und grübelst über so vieles, warum fällt dir kein Weg ein, ein vernünftiges Leben zu führen?
Du denkst und grübelst dich noch kaputt.
Wenn du dir immer ausmalen kannst, was alles schreckliches passiert, dann müßtest du es doch umgekehrt auch schaffen, dir zu üb erlegen wie es anders gehen könnte. Ich habe noch nie solche Menschen getroffen wie du sie beschreibst.
Alle Menschen wie du sie beschreibst kommen auf dich zu, damit zu etwas lernst und.....? ….. du lernst nichts.Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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04.10.2018, 17:24
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
Wenn ich einlade, wäre die Chance gross, dass ich noch gar nicht zuhause wäre um diese Zeit.
und wenn doch, würden sie dazu verknurrt werden, die Küche zu putzen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Wer sich benimmt, als ob er hier zuhause wäre... wird behandelt, als ob er hier zuhause wäre.
"Wir haben euch auf sechs Uhr eingeladen, ich arbeite bis halb sechs, Aber bitte, ihr könnt gerne vor der Tür warten, wenn euch das Spass macht... um die Ecke gibt's aber auch noch eine nette Kneipe. Bis dann!"
Und wenn du dann entsetzt bist am Telefon und auf der Uhrzeit beharrst,
ich gehe selten gegen den expliziten Willen anderer Leute. Aber es gibt Mittel und Wege, ihnen das doch sauer zu machen. Wenn ich auf sechs Uhr einlade, und die stehen um drei Uhr vor der Tür, vergesse ich doch seltsamerwese, denen ein Getränk anzubieten, oder was zu essen. Und wenn sie nach etwas fragen, gibt's ein Glas Wasser, pardon, alles andere ist reserviert für die auf sechs Uhr geplante Mahlzeit, sorry, geht nicht anders. aber der Rasen sollte noch gemäht werden, komm doch mal mit und hilf mir das Gerät aus der Garage zu holen, hier viel Spass, wenn du dir etwas Mühe gibst, bist du in zwei Stunden auch fertig damit.Das Problem ist auch hier, dass es auch noch viele andere von dieser Machart draußen gibt, auf der Arbeit z. B. etc und man ihnen nicht immer aus dem Weg gehen kann. Und man kommt nicht an gegen diese Dominanz und das Unverständnis.
gruss, barbara
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04.10.2018, 17:36
AW: Leicht beeinflussbar - wankelmütig
ich wrude als Kind massiv gemobbt, ich habe praktisch meine ganze Kindheit allein verbracht. Und irgendwann gemerkt: allein sein ist völlig in Ordnung. Wirklich.
und wenn man allein ist HAT man seine Ruhe! Ruhe in rauhen Mengen.
interessanterweise ist das nicht der Fall. Wenn man es erst einige Male - vielleicht vier, fünf, sechs Male - schafft, sich durchzusetzen, hören die andern auf, es zu versuchen. Dann kommen sie vielleicht, fragen nett und höflich an, und akzeptieren die Antwort, egal ob die "ja" oder "nein" lautet. Ohne nerven. Ohne Stress.
Es geht ja nicht nur um eine Aktion, sondern das ganze würde sich ja multiplizieren.
Du willst nicht allein zuhause sein? Wieso?Zu Hause, allein, gibt es das: Also DAS will ich NICHT.
Wenn du sagst "einmal darüber schlafen" heisst das ja auch, dass du am nächsten Tag eine Antwort geben willst.Habe ich auch mal gemacht. Es war abends bei einer Besprechung. Ich sagte, da müsse ich noch drüber schlafen. Die haben ziemlich blöd geguckt, aber nicht nachgehakt und genervt und ich dachte: och, geht ja. Am nächsten Morgen hatten wir dann aber einen von ihnen im Hotel noch beim Frühstück an der Backe. Und da wurde dann genervt und nachgehakt und beschwatzt.
ich würde da keine Termine setzen. "ich muss darüber noch nachdenken". - das dauert, solang es eben dauert.
Und sobald einer kommt und nervt, dauert es grundsätzlich länger.
Ja, das ist ein Problem.Wenn du aber einen Partner zu Hause hast, der dich bequatscht und nervt - also ich meine, das ist wohl mit ein Problem.
Dann geh nach draussen, ich hoffe du hast einen netten Wald in der Nähe für lange Spaziergänge. Nachdenken braucht Zeit für sich allein, organisier dir das!
Und wenn du vorgeben musst, krank zu sein und dich auf der Toilette einzuschliessen, damit du in Ruhe denken kannst, dann tu eben das! Egal was, aber tu es.
WEnn Leute mich überrumpeln, habe ich mir ein aus der Pistole geschossenes "nein sicher nicht!" angewöhnt. Ich hasse Manipulationsversuche. Wenn ich jemanden bei sowas ertappe, belohne ich die Person bestimmt nicht mit Kooperation. Sicher nicht!Oder auf der Arbeit, wenn jemand so forsch ist und dich überrumpelt. Oder sonstwo, wo du dich nicht einfach zurückziehen kannst.
Jetzt, wo du gerade nicht starr vor Angst bist, kann dein Verstand dir sagen: nein es passiert nichts Schlimmes, wenn du nicht ja sagst. Präge es dir ein. Sag es dir vor. Programmiere es dir ein, bis es immer mehr präsent ist.Leider bin ich oft so, dass ich starr bin vor Angst, Schreck, was auch immer. Und Angst, wenn ich jetzt nicht ja sage, dann passiert was Schlimmes.
Wenn du mal nicht weisst, was sagen, sage "nein". Du musst nicht originell oder witzig sein. Es reicht, einfach abzulehnen. "nein".Ich bin auch gar nicht schlagfertig. Bei vielen Menschen bin ich tatsächlich starr vor Angst.
nur das.
gruss, barbara




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